ich mach es anders

Wie schaut´s bei dir mit der Brotfrische aus?

Tontopf geschlossen, Brot frisch halten

Die Brotfrische ist immer wieder eine Frage in diversen Social Media-Gruppen. Ich gestehe, ich wundere mich immer über diese Frage, bin ich doch von klein auf mit den unterschiedlichsten Varianten des Brot-frisch-Haltens groß geworden. Nun habe ich mir gedacht, ich verfasse einen kurzen Leitfaden zum Thema Brot frisch halten. Ich muss für das Thema ein bisschen ausholen, bevor ich dann ans Eingemachte komme. Aber ich verspreche, ich halte mich möglichst kurz.

Meine ganz persönliche Brotgeschichte – Damals…

Ich selbst bin irrsinnig verwöhnt mit oststeirischem Bauernbrot. In der Region meiner ehemaligen Heimatgemeinde ist es keine Schwierigkeit, an welches ran zu kommen. Anders ist das in Wien. Schon zu Studienzeiten nahm ich mir, wann immer möglich, Bauernbrot mit nach Wien. Hatte ich keines, ging ich klassisch in den Supermarkt, um Brot zu kaufen. Manchmal auch zu einer Bäckereikette. Aber schon damals war ich nicht glücklich damit. Es schmeckte einfach nicht und wurde schnell staubtrocken bzw. hart. Nicht selten hatte ich bei Brot aus dem Supermarkt das Gefühl, dass es beim Beißen immer mehr im Mund wurde. Das hat sich bis heute nicht geändert.

… und heute

Seit Jahren kaufe ich im Supermarkt kein Brot mehr, weil es mir nicht schmeckt. Bei den Bäckereien bin ich noch nicht alle, aber schon sehr viele, durch. Und hier gibt es verschiedene Probleme für mich: Entweder, es schmeckt wird aber schnell trocken. Oder es schmeckt, wird nicht ganz so schnell trocken, aber ist dafür für mein Verständnis sündhaft teuer. Ja gut, ich bin auch mega preisverwöhnt vom steirischen Bauernbrot. Aber bei knapp € 6,00 für 450 Gramm Brot (darüber hinaus ist auch noch möglich) zieht es mir einfach die Schuhe aus. Weil wir unglaublich viel Brot essen. Es ist für uns ein absolutes Grundnahrungsmittel. Unsere Bestmarke haben wir erst vor einigen Monaten erreicht: ca. 6 kg Brot in 2 Wochen. Da ist dieser Kilopreis nicht drin. Auch wenn ich generell gerne mehr für gute Lebensmittel ausgebe. Aber bei Brot tu ich mir ab einem bestimmten Preis recht schwer.

Deshalb habe ich beschlossen, wenn wir eine Durststrecke an steirischem Bauernbrot haben, selbst Brot zu backen. Und das mit Sauerteig, denn damit hält das Brot länger und ist bekömmlicher. Damit ist schon die wichtigste und erste Regel für das Frischhalten von Brot da: je qualitativ hochwertiger das Brot, umso länger hält es. Das steirische Bauernbrot hält, richtig gelagert, mindestens 1 Woche. Das ist ein bisschen geschätzt, denn wir essen es wesentlich schneller au. Aber 4 Tage konnte ich es auch schon beobachten. Die Kruste ist auch nach 4 Tagen hervorragend, es ist nicht trocken und büßt keinerlei Geschmack ein. So, aber wie nun Brot frisch halten, wenn mensch nicht, so wie wir, immer nur einen Viertel Laib kauft?

Brot einfrieren

Wir frieren in erster Linie ein. Bei jedem Steiermarkbesuch vor der Coronakrise deckten wir uns mit ca. 3 bis 4 kg Bauernbrot ein. Die Laibe werden geviertelt und kommen dann so portioniert und in Papier verpackt ins Tiefkühlfach. Nun backe ich wöchentlich 3 bis 4 Brote selber. Der Großteil wird eingefroren – entweder im halben Laib oder im Ganzen. Da es sich um qualitativ hochwertiges Brot handelt, schmeckt es auch nach dem Auftauen hervorragend und auch die Kruste büßt so gut wie nichts ein. Wir lassen es immer bei Raumtemperatur auftauen. Neulich habe ich ausprobiert, es bei 100 Grad ins Backrohr zu geben. Damit wird die Kruste wieder etwas „rescher“.

Was wir nicht machen ist, dass wir Brot in Scheiben einfrieren. Das würde sich bei unserem Verbrauch nicht wirklich lohnen. Dennoch lese ich immer wieder davon. Einen Tipp habe ich dafür klarerweise nicht. Ich kann mir nur vorstellen, dass es wichtig ist, dass die Brotscheiben vor dem Einfrieren komplett ausgekühlt sind, damit sie nicht zusammen kleben. Das Auskühlen ist natürlich auch beim ganzen Laib wichtig, damit nicht zu viel Energie vom Tiefkühler verschleudert wird.

Geschnittenes Toastbrot muss mensch nach Entnahme aus dem Tiefkühler sehr schnell in die Schnitten teilen. Denn sobald es angetaut ist, bringt mensch es kaum noch auseinander. So ähnlich stelle ich es mir bei Schwarzbrotscheiben auch vor. Oder mensch gibt etwas zwischen die Scheiben, bevor sie eingefroren werden, damit sie nicht zusammen kleben. Papier wird vermutlich nicht wirklich funktionieren. Plastik vielleicht. Mir persönlich wäre das zu aufwändig. Da hol ich mir liebe den halben Laib im Ganzen raus und schneide ihn dann frisch. Mit der richtigen Lagerung zwischendurch, sollte das auch kein Problem sein.

Brotfrische mit Tontopf

Von Schwiegermama jahrelang getestet, haben wir uns vor ca. zwei Jahren einen Tontopf geleistet, um unser Brot möglichst lange frisch zu halten. Er ist leicht zu reinigen und reguliert die Feuchtigkeit von selbst. Somit haben wir kein Problem mit Schimmel. Auch wenn der Tontopf nicht ganz billig war, ist er jeden Cent wert. Es ist nicht schwer zu erraten – und das gleich am Beginn -, dass er mein „Testsieger“ ist. Einzig habe ich einen Nachteil bei der Kruste entdeckt. Sie ist nach einem Tag im Tontopf nicht mehr knusprig. Aber der Geschmack generell leidet nicht und deshalb ist auch die „ohne-knusper-Kruste“ für uns vernachlässigbar.

Tontopf offen mit Brot für mehr Brotfrische

Brot in der Holz-Brotbox

Jahrelang hat eine Holzbox zum Frischhalten des Brotes gedient. Die kannte ich schon aus meiner Kindheit und habe während dem Studium beschlossen, mir selbst eine zuzulegen. Mit einem Geschirrtuch ausgelegt, funktionierte sie meines Erachtens sehr gut. Bis ich feststellte, dass es da ein Thema mit dem Schimmel gab. Einmal etwas übersehen, sah das eingelegte Geschirrtuch echt unappetitlich aus. Ich habe mich bemüht, die Holzbox regelmäßiger mit Essigwassser zu reinigen. Aber ich muss zugeben, dass ich dieses Teil nicht wirklich auf meinem Radar hatte. Und das Reinigen der Rillen war nicht wirklich ein Spaß. In diesem Sinne kann ich die Holz-Brotbox sehr empfehlen, was die Frische angeht. Beim Reinigen und der Feuchtigkeitsregulierung schneidet sie jedoch mit nicht genügend ab.

Brot Holzbox geschlossen

Brotsack aus Leinen

Kurzzeitig habe ich einen Brotsack aus echten und ziemlich alten Leinen zum Frischhalten von Brot ausprobiert. Und damit bin ich nicht so wirklich klar gekommen. Das Brot wurde schneller trocken, als in der Holz-Brotbox. Ich habe ihn damals wegen dem Schimmelthema parallel dazu getestet. Zu Rinigen ist er wiederum sehr einfach – einfach rein damit in die Waschmaschine. Nun verwende ich den Brotsack, um verpackungsfrei Brot einzukaufen.

Dennoch verwenden viele ein Brotleinen, um das Brot darin einzuwickeln, bevor es zum Beispiel in die Holzbox kommt. Getestet hab ich es nie, weil es ohne Leinensack auch immer funktioniert hat, aber vielleicht will jemand von euch hier in den Kommentaren seine/ihre Erfahrung damit teilen. Würd mich freuen!

Bienenwachstuch

Ganz kurz habe ich auch ein Bienenwachstuch getestet. Es hat mich aber nicht ganz überzeugt. Wohl wegen dem Wachs und der irgendwie pickigen Gegebenheiten. Ich habe ein XL-Bienenwachstuch, wo schon ein recht großer Brotlaib eingewickelt werden kann. Aber eher ein ovaler als ein runder., was bei unserem Brot eher problematisch ist. Ein zweiter Versuch mit einem Sackerl mit Bienenwachs war negativ, weil das Brot den Geschmack des Propolis sehr stark angenommen hat. Es war ein Versuchsprodukte und ich glaube, dass das Bienenwachssackerl mit zu viel Propolis besprüht wurde. Möglich ist es bestimmt, Brot im Bienenwachstuch frisch zu halten. Meine persönliche Favoritenlösung ist das jedoch nicht.

Brot in Bienenwachstuch eingwickelt

Papier, Plastik & Co.

Plastik oder Alufolie kommen für mich aus ökologischen Gründen nicht in Frage. Am ehesten noch Papier. Aber darin wird Brot wesentlich schneller trocken, als in einer Holzbox oder einem Tontopf. Papier verwenden wir, wie schon erwähnt, um das Brot einzufrieren. Und keine Angst in diesem Fall vor Gefrierbrand. Der ist nicht tödlich. Das Brot könnte lediglich etwas an Qualität einbüßen. Wir frieren seit Jahren Brot in Papier gewickelt ein und haben noch keinerlei Qualitätseinbußen festgestellt.

Wie hältst du dein Brot frisch? Verwendest du ein eigenen Behältnis oder kaufst du – in normalen Zeiten – Brot nur in kleinen Mengen und immer frisch?

               

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