ich mach es anders

Was tun bei Regelschmerzen?

Schmerztablette mit Blisterpackung

Mein größter Feind ist seit einem Jahr wieder da. Seit März 2020 quälen mich wieder Regelschmerzen. Und das, nachdem ich vor rund 4 Jahren die Pille abgesetzt habe und drei Jahre auch ohne Pille komplett schmerzfrei war. Viele Frauen haben mich davor gewarnt. „Sie werden wieder kommen“, haben sie gesagt. Ich wollte es ihnen nicht glauben – 3 Jahre sind eine so lange Zeit. Und dennoch sitze ich nun hier uns tippe diesen Beitrag.

Eigentlich möchte ich ohne Schmerzmittel auskommen. Über die Jahre habe ich vorsorglich eine Liste mit alternativen Möglichkeiten zusammengestellt. Ausprobiert habe ich einiges, jedoch hilft bei mir leider nichts davon. Aber vielleicht hilft dir der eine oder andere Tipp. Ich hoffe es! Vor den Tipps gibt es noch eine kurze Einführung in das Thema allgemein, weil da unglaublich viel im Körper passiert. Und ganz am Ende gibt´s noch ein paar Zeilen zu Endometriose, womit ich mich in letzter Zeit auch intensiver beschäftigt habe.

Regelschmerzen – ein Tabu

Dass ich mit dem Tabu von Menstruation gebrochen habe, zeigt mein Artikel über die Menstruationstasse, den ich vor mehreren Jahren geschrieben habe. Heute läute ich die nächste Runde ein. Und rede über die Schmerzen, von denen menstruierende Menschen (ja, nicht nur Frauen menstruieren!) einmal im Monat gequält werden. Es gibt alle möglichen Formen. Sie werden vor allem von der Männerwelt gerne belächelt wenn der „Besuch“ da ist. Wir haben Stimmungsschwankungen, Migräneanfälle, Fressattacken oder eben Schmerzen beziehungsweise einen Mix aus dem Ganzen. Mir kommt aber auch vor, dass unter Frauen das Thema Regelschmerzen mehr totgeschwiegen denn angesprochen wird. Mensch versucht es zu verheimlichen, die Schmerzen weg zu atmen, sich nichts anmerken zu lassen. Vielleicht aus der Angst heraus, als schwach zu gelten, wenn doch ein Schmerzstöhner auskommt oder die Farbe aus dem Gesicht weicht.

Tabubruch durch aktive Kommunikation

Was ich mittlerweile sehr wohl tue ist, dass ich ganz offen über meine Beschwerden rede. Ich habe damit schon in Jugendjahren begonnen, denn es blieb mir nichts anderes übrig. Spätestens wenn du am Schulschitag vor Schmerzen gekrümmt auf der Gasthausbank liegend auf die Gruppe wartest, vor deinen Freund*innen umfällst oder vom Balkon speibst, kommen Fragen. Dann kannst du lügen oder die Wahrheit sagen. Ich habe mich für die Wahrheit entschieden, denn alles andere ist nicht zielführend. Ich hab mit 14 begonnen, über meine Schmerzen zu reden und mache das auch heute noch so.

Es ist gar nicht der Selbstschutz, denn ich weiß mittlerweile, was zu tun ist. Ich versuche eher mein Umfeld damit vorzuwarnen. Damit die Menschen um mich nicht in Panik geraten und eventuell die Rettung rufen. Weil die braucht es nicht. Ich brauche nur eine Schmerztablette, eine Decke oder Jacke sobald der Schüttelfrost da ist und im Anschluss ein Bett, um mich von den Strapazen zu erholen.

Das passiert im Körper während dem Zyklus (Quelle erdbeerwoche.at)

Der Zyklus dauert im Schnitt 20 – 40 Tage und beginnt mit dem ersten Tag der Regel. Dabei löst sich die oberste Schicht der Gebärmutterschleimhaut ab und verlässt als Menstruationsblut den Körper. Schmerzen entstehen, weil sich die Muskeln der Gebärmutter zusammenziehen und wieder entspannen, damit sich die Schleimhaut leichter lösen kann. Diese Phase erstreckt sich ca. von Tag 1 bis 6.

Ab ca. Tag 7 bis 12 beginnen winzige Eizellen im Eierstock zu reifen. Sie sind von einer Hülle umgeben, weshalb der/die Gynäkolog/in oftmals von Eibläschen spricht, wenn er/sie bei einer Ultraschalluntersuchung sehen kann. In dieser Zeit baut sich auch die Schleimhaut in der Gebärmutter auf.

Ca. an Tag 13 und 14 passiert de Eisprung. Die Hülle einer Eizelle platzt (manche spüren das sogar) und die Zelle macht sich auf die Reise über den Eileiter in die Gebärmutter. Es dauert 4 bis 6 Tage, bis sie angekommen ist. In dieser Zeit baut sich die Gebärmutterschleimhaut weiter auf. Findet in dieser Zeit keine Befruchtung statt, sinkt der Hormonspiegel im Blut und es gibt das Signal der „Abblutung“, also der Menstruation. Das alles passiert ca. an Tag 15-28 und ist auch die sogenannte prämenstruelle Phase. Schon da, noch bevor die Blutung einsetzt, haben viele Frauen sogenannte PMS-Symptome. Das können unreine Haut, spannende Brüste, Müdigkeit, Kopfschmerzen und viele weitere Beschwerden sein. Also schon einige Tage vor dem ersten Tag der Regelblutung befinden sich menstruierende Menschen in einem Ausnahmezustand. Für den wir nichts können, da er einfach natürlich ist.

Was mir persönlich bis März 2020 Abhilfe schaffte, ist die Menstruationstasse. Warum, weiß ich nicht. Aber ich habe festgestellt, dass die Krämpfe damit etwas abgeschwächt wurden.

Lunette Modell 2 mit Sterilisationsbecher und Aufbewahrungssackerl, lila

Meine ganz persönliche Schmerzgeschichte

Als Jugendliche hatte ich immer die selbe Abfolge der Schmerzkette:

  1. Krämpfe
  2. Übelkeit
  3. Durchfall
  4. Erbrechen
  5. Kreislaufkollaps
  6. Schüttelfrost
  7. absolute Erschöpfung
  8. Neu seit März 2020: Brennen im rechten Oberschenkel

Und vor dieser habe ich auch heute noch, eineinhalb Jahrzehnte später, wahnsinnige Angst. Zu viele schlechte Erinnerungen sind damit verbunden. Mit 14 quälten mich die Schmerzen das erste Mal. An diesem Tag wurde eine jahrelange Schmerzodyssee eingeläutet. Und natürlich ist mir das immer passiert, wenn ganz viele Menschen um mich herum waren. Bei Aktionen mit der Jugendgruppe, beim Schitag in der Schule oder beim Wandern. Nie, wenn ich mich in meinem Bett verkriechen konnte.

So, jetzt aber zu den Tipps gegen Regelschmerzen. Vielen Dank an dieser Stelle an alle, die mir ihre Tipps geschickt haben!

Das kann dir bei Regelschmerzen helfen

!! Die folgenden Tipps schließen den Besuch bei deiner Ärtzin/deinem Arzt nicht aus. Im Zweifelsfall ist immer der/die Ärzt*in deines Vertrauens aufzusuchen !!

  1. Bewegung: auch wenn mensch sich nicht danach fühlt, kann Bewegung an der frischen Luft die Beschwerden minimieren. Vor allem bei PMS solltest du darauf achten, dass du dich bewegst. Wenn es deine Lage zulässt, versuch es also mit leichtem Sport.
  2. Magnesium: Es wirkt krampflösend und kann dich daher unterstützen.
  3. Tee: Ingwer, Eisenkraut, Scharfgarbe und Frauenmantelkraut sind Tees, die gegen Krämpfe wirken. Scharfgabe ist ein sogenannter Frauentee, weil er genau bei solchen Beschwerden Linderung schaffen kann. Ich trinke ihn, aber die benötigte Literanzahl, um wirklich weniger Schmerzen zu vernehmen, habe ich noch nicht geschafft.
  4. Cranio Sacrale: Ich selbst habe noch keine Cranio Sacrale-Einheit kurz vor meiner Periode versucht, um meine Schmerzen damit zu lindern. Aber ich habe mich vor 3 Jahren für den Fall der Fälle bei meiner Cranio Sacrale Therapeutin über die Möglichkeiten informiert und sie meinte, es wäre da was zu machen.
  5. Mönchspfeffer: Er gilt als Heilpflanze, deren Wirkstoffe den Hormonhaushalt fördern. Laut Studien kann er Abhilfe bei prämenstrualen Syndromen schaffen und bei der Regulierung des Zyklusses beitragen. Er kann sich auch bei Regelschmerzen bewähren, auch wenn andere Alternativen effizienter sind. Quelle
  6. Wärme: Viele von uns greifen bei Regelschmerzen sehr gern zu Wärmeflaschen, angewärmten Kirschkernkissen oder Kamillenblütensackerl. Das ist leicht umzusetzen und die Wärme unterstützt die Muskelentspannung.
  7. Kinesio-Tape: Das ist die mir unbekannteste Methode, jedoch kann ich mir gut vorstellen, dass das klappen könnte. Gegen Regelbeschwerden wird das Tape am Bauch fixiert, schränkt die Bewegungsfreiheit nicht ein und entspannt das Gewebe.
  8. Homöopathie: Ich selbst war erst einmal (erfolgreich) mit Homöopathie in Kontakt. Jedoch nicht in Zusammenhang mit Regelschmerzen. Deshalb soll die Homöopathie hier seinen Platz finden.
  9. TCM: Die Traditionell Chinesische Medizin hat so einiges für allerlei Beschwerden parat. Ich hab es selbst noch nicht ausprobiert, jedoch wurde sie mir empfohlen, weshalb sie ebenfalls hier Platz findet.
  10. Ernährung: Als ich 2016 den Schritt zur Menstruationstasse wagte, stolperte ich – warum auch immer – über die Information, dass eine bewusste Ernährung Linderung bei Regelbeschwerden schaffen kann. Nämlich, wenn mensch ca. eine Woche vor Einsetzen der Regelblutung auf den Konsum von Lebensmitteln tierischen Ursprungs verzichtet. Für mich kann ich das nicht bestätigen. Ich ernähre mich seit über 3 Jahren überwiegend vegan/vegetarisch und konnte keine Erleichterung bei den Schmerzen feststellen.
  11. Sex: Das war der für mich kurioseste Tipp von anderen Frauen. Ihnen hilft eine Runde Bettgymnastik gegen Schmerzen, deshalb findet er hier auch Platz.
  12. Schmerzmittel: Sie sind der letzte Ausweg, aber sie sind DER Ausweg für mich. Denn nur mit ihnen komme ich halbwegs durch den Tag. Meine Frauenärztin hat mir letztens empfohlen, die klassischen Schmerzmittel mit Zäpfchen zu kombinieren, da diese lokaler wirken und unterstützen können. Ich muss mich dazu erst mal schlau machen.
Cranio Sacrale Körpertherapie, Frau, der Hände am Kopf aufgelegt sind
©Anna Lehofer

Endometriose

Als ich auf meiner facebook-Seite nach Tipps gegen Regelschmerzen gefragt habe, wurde ich von sehr vielen darauf aufmerksam gemacht, mich auf Endometriose untersuchen zu lassen. Hierbei handelt es sich um eine chronische Erkrankung. Betroffene haben Gebärmutterschleimhaut nicht nur dort, wo sie sein soll, sondern z. B. auch im Bauch, an den Eierstöcken oder im Darmbereich. Mit jedem Zyklus baut sich auch dort die Schleimhaut auf und wird dann abgestoßen. Jedoch kann das Blut nicht abfließen und führt zu Entzündungen bzw. starken Schmerzen.

Ich habe vor Jahren das erste Mal davon gehört, aber meine Symptome passen einfach nicht dazu. Dachte ich jedenfalls. Nun habe ich beschlossen, das Thema dennoch mit meiner Gynäkologin zu besprechen. Sie hat mich ausführlich untersucht, aber keine Hinweise auf Endometriose gefunden. Ich habe alle Möglichkeiten mit ihr durchbesprochen und bleibe vorerst bei den Schmerzmitteln. Mit insgesamt 3 Tabletten für die ersten zwei Regeltage habe ich alles gut im Griff. So lange das klappt, mach ich das. Wenn diese nicht mehr helfen, erst dann werde ich überlegen, wieder hormonell Abhilfe zu schaffen.

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