ich mach es anders

Frische Kräuter haltbar machen

Kräuter Mix, Basilikum, Thymian, Salbei, Rosmarin

Einmal im Jahr werde ich für ein paar Wochen zur Kräuterhexe. Nämlich dann, wenn die frischen Kräuter Hochsaison haben. In dieser Zeit bin ich damit beschäftigt, mir möglichst viele Kräuter auf Vorrat anzulegen. Denn mit eigenen Kräuterstöcken am Balkon will es bei mir nicht so recht klappen. Entweder verdorren sie, ich gieße sie zu viel und sie ersaufen oder sie haben irgendein Ungeziefer. Ich habe einfach keinen grünen Daumen. Aber ich liebe den Duft von frischen Kräutern. Wie ein kleines Kind mit einem Überraschungssackerl gehe ich grinsend und tief Luft holend nach Hause, wenn ich wieder welche ergattert habe. Basilikum, Thymian, Oregano, Romarin, Ysop, Dille, Bohnenkraut, Majoran, Petersilie, Schnittlauch und Koriander gehören zu meiner Grundausstattung und lassen jede Speise zu einem besonderen Geschmackserlebnis werden.

Auch Minze, Salbei und Zitronenmelisse finden ab und an den Weg zu mir nach Hause. Am liebsten dann frisch im Wasser oder getrocknet als Tee. Gestern hat bei mir die Kräutersaison wieder begonnen. Die liebe Gudrun hat mich gebeten, einen Beitrag darüber zu schreiben, wie ich die Kräuter haltbar mache. Und voilá – die Muse hat mich schneller geküsst, als ich dachte.

Mein Weg in die Kräuterküche

Bei den meisten Kräutern liegt es auf der Hand, wofür sie verwendet werden: Basilikum für Tomatengerichte, Dill im Gurkensalat, Schnittlauch für den Salat und die Suppe, Petersilie für Kartoffeln. Aufgewachsen bin ich mit Schnittlauch, Liebstöckel (das zählt heute nicht zu meiner Bestenliste) und Petersilie aus dem Garten. Und getrocknetem Oregano und Pizzagewürz aus dem Packerl. Damit wurde ich sozusagen sozialisiert. Mit 18 lernte ich Basilikum kennen, als ich für ein Jahr im Lebensmitteleinzelhandel an der Kassa gearbeitet habe. Ich empfand seinen Geruch als unausstehlich. Etwas später lernte ich über einen Rezeptmarkt Koriander kennen. Zuerst ungewohnt, kann ich ihn mir heute nicht mehr wegdenken. So wie den Basilikum. Mit dem Gemüsekistel von Biogemüse Hopf war mein Einstieg in die Kräuterküche besiegelt. Ich lernte zusätzlich Bohnenkraut, Ysop und Oswego kennen und war im 7. Himmel.

Der Phantasie freien Lauf lassen

Ich bin keine Expertin, welches Kraut wogegen hilft. Aber ich weiß, dass ihre Wirkstoffe seit Jahrhunderten genutzt werden. Ich bin auch nicht die Expertin, die jemandem sagen kann, welches Kraut für welche Speise am besten geeignet ist. Ich empfehle, einfach zu experimentieren.

Persönlich liebe ich Koriander in indischen Gerichten, Curries und Suppen. Basilikum im Salat (egal ob grün oder Tomate). Thymian, Majoran, Oregano, Ysop und Bohnenkraut in Gemüsegerichten und Hülsenfrüchtesalaten. Von Dille kann ich nie genug bekommen. Schnittlauch und Petersilie verfeinern ebenfalls Salate, Suppen und Gemüsegerichte. Pilzgerichte mit Rosmarin finde ich zum Niederknien und Minze, Salbei und Zitronenmelisse mag ich am liebsten als Tee.

Kräuter haltbar machen

Natürlich geht nichts über frische Kräuter direkt aus dem Beet/Topf. Aber im Herbst und Winter wird´s ein bisschen schwierig damit. Deshalb wird nun bei mir daheim wochenlang getrocknet und möglichst viel eingefroren.

Kräuter trocknen

Getrocknet werden bei mir

  • Basilikum
  • Salbei
  • Minze
  • Zitronenmelisse
  • Rosmarin
  • Thymian
  • Majoran
  • Oregano
  • Ysop
  • Oswego (verwende ich eher selten, da schwer zu bekommen)
  • Bohnenkraut
  • Dille (manchmal, wenn der Platz im Tiefkühler eng wird)

Auch wenn lichtdichte Behältnisse für die Aufbewahrung der getrockneten Kräuter empfohlen werden, lager ich die Kräuter in Schraubgläsern und gebe den Gläsern damit eine zweite Chance. Ich konnte in den letzten Jahren keinen Nachteil feststellen.

Kräuter trocknen

Tipps zum Trocknen

Am besten lassen sich Kräuter in locker gebundenen Büscheln kopfüber an der Luft trocknen. Da der Platz in der Wohnung beschränkt ist und die Kätzchen wahnsinnig interessiert an Dingen sind, die nicht den Alltag betreffen, musste ich mir weitere Alternativen überlegen.

Ab und zu, jedoch sehr selten und nur wenn es schnell gehen soll, verwende ich den Backofen. Bei 50 bis 60 Grad benötigen die Kräuter ca. 3 Stunden bis sie getrocknet sind. Damit die Luft entweichen kann, stecke einen Kochlöffel in die Backofentür. Öfter verwende ich den Platz im Backofen zum Kräutertrocknen ohne Temperatur. Natürlich geht das nur, wenn das Backrohr einige Tage nicht gebraucht wird.

Was super funktioniert und ich letztes Jahr erstmals erfolgreich getestet habe, ist das Trocknen von Kräutern in Stoffwindeln. Nicht zu dicht eingewickelt trocknen sie so wunderbar. Und sind damit uninteressant für meine Katzen, weil ich sie auf Regale oder auf die Dunstabzugshaube legen kann.

Trocknen im Dörrautomaten und in der Mikrowelle funktionieren angeblich auch, jedoch habe ich das noch nie ausprobiert.

Kräuter einfrieren

Eingefroren werden primär folgende Kräuter:

  • Schnittlauch
  • Petersilie
  • Koriander
  • Dille

Immer wieder lese ich davon, dass es total praktisch ist, Kräuter in Eiswürfelformen einzufrieren. Damit wäre das Portionieren super einfach. Ich habe das einmal ausprobiert und mache es nie wieder. Es ist wahnsinnig mühsam, die frisch geschnittenen Kräuter in die Form zu bekommen. Danach kleben fix überall die fein geschnittenen Blätter. Und eine Portion reicht noch lang nicht aus, um gut zu würzen. Ich brauch da eher die halbe Eiswürfelform voll und dann zahlt sich das mühsame Befüllen so gar nicht aus. Aja, und die Kräuter verbreiten sich wunderbar im ganzen Tiefkühlfach, wenn die Eiswürfelform mal ihren Platz verlässt. Das kommt noch dazu.

Ich verwende für das Einfrieren am liebsten ebenfalls Schraubgläser. Wenn ich die Kräuter beim Kochen verwende, nehme ich einen Löffel oder ein Messer und kratze damit die Menge heraus, die ich benötige.

Wann einfrieren, wann trocknen?

Ich habe einige Versuche gestartet, bis ich für mich die richtige Variante des Haltbarmachens von Kräutern entdeckt habe. Getrockneter Schnittlauch oder Petersilie, finde ich, haben kaum Geschmack. Dille funktioniert eingefroren als auch getrocknet. Eher „hölzerne“ Kräuter – also Rosmarin oder Thymian – habe ich instinktiv von Anfang an getrocknet. Auch meine Neuentdeckungen Bohnenkraut und Ysop habe ich von Beginn an getrocknet.

Prinzipiell, und das hab ich gerade erst eben für diesen Beitrag nachgelesen, sollte mensch Kräuter mit weichen Blättern eher einfrieren und Kräuter, die später mitgekocht werden, eher trocknen. Also dürfte ich instinktiv vieles richtig gemacht haben. Und auf alles andere bin ich durch Versuche drauf gekommen.

Weitere Formen der Konservierung

Natürlich gibt es noch weitere Möglichkeiten, Kräuter zu konservieren. Selbst habe ich einmal Bärlauchöl probiert. Aber das war eine mega Sauerei und irrsinnig viel Arbeit, weshalb ich seitdem kein Kräuteröl gemacht habe. Sollte ich wieder einmal motiviert sein, eines anzusetzen, werde ich mich für ein Gefäß mit einer großen Öffnung entscheiden. Damit lassen sich die Kräuter nämlich gut abseihen und auch das Befüllen ist einfach. Ein Flaschenhals steht da eher im Weg.

Selbst gemachtes Kräutersalz oder Kräuterpestos sind weitere Möglichkeiten, um die Geschmäcker der Kräuter einzufangen. Pestos hab ich schon öfter gemacht, esse sie aber meist viel zu schnell auf. Kräutersalz hab ich noch nie probiert.

getrocknete Kräuter im Glas

Bezugsquellen für frische Kräuter

Wenn du genauso wie ich, ohne grünem Daumen geboren wurdest, empfehle ich dir, beim Bauern/der Bäuerin, der Gärtnerei oder der Greißlerei deines Vertrauens die Kräuter zu erwerben. Die größte Vielfalt an frischen Kräuter aus der Region bekommt mensch meist von Mai bis September. Im Supermarkt sind sie natürlich ganzjährig verfügbar. Dafür aber auch während der Saison meist von weit, weit weg und noch dazu ordentlich verpackt. Egal ob getrocknet, frisch oder gefroren.

Selbst bin ich aktuell in der glücklichen Lage, in der Arbeit Salbei, Rosmarin und Oregano ernten zu können. Die Kräuter wuchern auf der Dachterrasse und ich lasse mich da natürlich nicht zwei Mal bitten. Den Rest bekomme ich über unsere Food Cooperative.

Kräuter im Biokistel

Ich kaufe am liebsten Bio-Kräuter und kann damit auf das Waschen der Kräuter verzichten. Wenn sie nämlich schön trocken eingefroren werden, dann lassen sie sich leichter aus den Gläsern kratzen. Und ich geb zu, das Trockenschütteln oder Trocknenlassen vor der Weiterverarbeitung find ich unglaublich mühsam. Ich möchte sie nämlich möglichst schnell weiterverarbeiten und nicht ein paar Stunden noch trocknen lassen.

Was sind deine Lieblingskräuter und wie konservierst du sie am liebsten?

            

& KommentareHinterlasse einen Kommentar

    • Herr von anders hasst Dille ebenfalls. Ist echt blöd, weil ich nicht genug davon essen kann 😉

      Bohnenkraut und Ysop sind es wert, probiert zu werden. Und ja, Koriander kommt bei mir gleich nach der Dille.

      Ich richt es ihr aus 😉

      Lg

Hinterlasse eine Antwort

Deine Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Pflichfelder sind markiert *

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu.

Diese Seite nutzt Google Analytics. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung. Hier klicken, um dich auszutragen.