ich mach es anders

Unverhofft kommt oft – Wenn die Allergie gegen Bienengift grüßen lässt

Augenschwellung nach Bienengiftallergie. Titelbild

Ich schaue den beiden Bienchen zu, wie sie gleichzeitig ihre Stachel ausfahren, sie in meinem linken Handrücken „positionieren“ und ihr Bienengift laufen lassen. Wenig später sollte sich herausstellen, dass mein Körper so gar nicht damit einverstanden war. Er entschied sich, mit einer Allergie auf das Bienengift zu reagieren, was mich sehr überraschte. Immerhin hatte ich zuvor schon zahlreiche Stiche „einkassiert“. Die allergische Reaktion auf Bienengift war im September des Vorjahres. Da die Bienen wieder voll in Aktion sind, habe ich beschlossen, meine „Geschichte“ hier öffentlich zu machen. Denn ich war etwas zu lange in der Situation relaxed und habe die Situation falsch eingeschätzt. Damit euch das nicht passiert, gibt es nun diesen Beitrag. Etwas lang, aber eine Allergie kann jedeN treffen. Nicht nur bei Bienengift. Die Symptome sind oft (nicht immer!) ähnlich. Vorab ist noch zu sagen, dass es sich um mein eigenes Erlebnis handelt. Ich bin keine Medizinerin, sondern war Patientin und bin jetzt offiziell Allergikerin. Ich möchte hier lediglich Tipps zum richtigen Verhalten bei einer allergischen Reaktion geben und einige Fragen beantworten, die ich mir am Beginn gestellt habe.

Was ist eine Allergie?

Unter einer Allergie (Überempfindlichkeit) versteht man eine überschießende Reaktion des Immunsystems nach wiederholtem Kontakt mit Stoffen, die von ihm als fremd erkannt werden, sogenannten Allergenen. Die Neigung zu einer solchen Reaktion ist vermutlich angeboren. Etwa 15 Prozent der Erwachsenen und bis zu 25 Prozent der Kinder leiden unter einer Form der Allergie. Die Neigung, eine Überempfindlichkeit zu entwickeln, liegt bei Personen, bei denen beide Elternteile Allergiker sind, zwischen 40 und 60 Prozent. Ist nur ein Elternteil betroffen, zeigt sich in rund 20 bis 40 Prozent der Fälle auch beim Kind eine Allergie.


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In meiner Familie sind so gut wie gar keine Allergien bekannt. Deshalb hatte ich überhaupt nicht damit gerechnet, dass es mich treffen könnte.

Die Vorgeschichte bis zum Tag X und warum sich eine Allergie gegen Bienengift bei mir aufgebaut hat

Mein letzter Bienenstich bis 2017 war irgendwann in meiner Kindheit. Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern. 2017 begann eine intensive Auseinandersetzung mit Bienen, da ich gemeinsam mit der Wiener Bezirksimkerei Bienentouren entwickelt habe. Da ging es los mit den ersten regelmäßigen Bienenstichen, weil ich natürlich selbst bei den Bienenstöcken Hand anlegen wollte.

Die gestochene Körperstelle schwoll jedes Mal passabel an und ab und an war es richtig schön schmerzhaft. Aber ich dachte mir nicht viel dabei. War ja nur eine Schwellung die wieder verging. Jetzt im Nachhinein weiß ich, dass ich mehr darauf hätte achten sollen. Denn mein Körper hat laut Ärztin die Allergie bis zum Tag X im September langsam aufgebaut.

Schwellung nach Bienenstich am kleinen Finger.
Schwellung am kleinen Finger nach dem letzten Bienenstich vor der allergischen Reaktion.

Kommt es selten zu Stichen, passiert meist nichts. Kommt es jedoch in kurzer Zeit vermehrt zu Stichen, kann es eben passieren, dass eine Allergie gegen das Gift aufgebaut wird. Das war bei mir der Fall. Ich weiß mittlerweile, dass dieser Allergieaufbau nicht nur bei Insektenstichen passiert, sondern auch bei Mohn, Mangos, Penizillin etc. vorkommen kann. Der Symptomverlauf ist, wie ich in Gesprächen mit anderen Allergiker*innen festgestellt habe, oft der selbe wie bei Bienengift.

Die Symptome einer Insektengiftallergie

Es gibt zahlreiche Symptome bei einer allergischen Reaktion auf Insektengift. Von Hautrötungen, Juckreiz oder lokalen Schwellungen über Erbrechen, Atemnot bis hin zum anaphylaktischen Schock mit Kreislaufstillstand. Demnach orientiert sich auch der Schweregrad der Allergie. Weitere Informationen zu den 4 Stufen allergischer Reaktionen auf Insektengift, findest du hier.

Mein Symptomverlauf

Mein Körper spielte zahlreiche Symptome nach den Stichen durch. Ich hatte Glück, dass sie sich der Reihe nach bemerkbar machten und nicht alle auf einmal zuschlugen. Bis zu einem bestimmten Punkt war ich recht entspannt. Das rede ich mir zumindest ein. Eigentlich war ich unsicher, ob ich überreagieren würde oder die Anzeichen tatsächlich Symptome einer Allergie gegen das Bienengift waren.

Die rasche Behandlung mit einem Heizstift – dieser zerstört durch die punktuelle Hitze das Eiweiß im Bienengift und beugt damit eine starke Schwellung vor – und einem Antihistaminikum gegen den Juckreiz haben an diesem Tag keinen Erfolg gebracht. Das wusste ich jedoch nicht sofort und ging wieder zurück zum Bienenstock, um weiter zu arbeiten.


Niesen, laufende Nase und Schwellungen

Plötzlich begann meine Nase zu laufen und die ersten Nieser bahnten sich ihren Weg. Selbst hab ich mir nicht viel dabei gedacht. Wird schon vergehen. Ich bin ja eine, die eher abwartet, bevor sie hysterisch wird. Vom Bienenstock entfernt habe ich mich erst, als ich merkte, dass meine Augen und Lippen anschwollen. Aber auch da wurde ich noch nicht panisch. Wird schon wieder vergehen, dachte ich mir.

Babatschi Kreislauf und Hallo nagelnde Fußsohlen

Gleichzeitig merkte ich, dass mein Kreislauf nicht ganz in Ordnung war. Ich
hatte das Gefühl, als würde mir das Herz gleich rausspringen. Natürlich dachte ich mir auch da nicht viel dabei. Ich riss mich zusammen, um die, meiner Meinung nach, aufkommende Panik zu unterdrücken. „Du übertreibst, Sabrina“ redete mir die innere Stimme beruhigend zu.

Sicherheitshalber legte ich mich aber auf den Boden und stellte meine Beine hoch. Dabei stellte ich fest, dass sich meine Fußsohlen ganz komisch anfühlten. Das Gefühl war so, als würden tausend kleine Nägel reinstechen. Ich wurde immer unsicherer, aber dass ich bereits etwas Panik schiebe, wollte ich mir auch nicht eingestehen.

Wie ein Käfer mit Schnappatmung und stur bis zum Schluss – Zeit für die Rettung

Der Zeitpunkt, wo ich für die Rettung bereit war, war der, als ich merkte, dass der Hals bamstig wurde. Mir fiel das Luftholen schwerer. Wie ein Käfer auf dem Rücken lag ich röchelnd am Boden. Nun schaffte ich es auch nicht mehr, mir die Panik auszureden. Sie war nun ganz präsent. Sagen konnte ich nichts, aber in meinem Kopf spielte es sich ab. „Olda g´schissen, hoffentlich wird das nicht schlimmer!“ waren meine Gedanken ab diesem Zeitpunkt. Das war nur ca. 5 Minuten nach den Stichen.

Es wurde sofort die Rettung verständigt. Die fünf Minuten, bis diese da war, waren bis jetzt die längsten in meinem Leben. Natürlich schaffte ich es allein auf die Straße. Und zwar ganz allein. Ich ließ mir von niemandem helfen und hantelte mich die Steinmauer entlang über die Stufen hoch bis zur Straße. Ich bin, wenn es mir nicht gut geht, so unglaublich stur. Ich ließ mir schon in Jugendjahren nie helfen, wenn ich mit dem Kreislauf Probleme hatte. Bevor ich mich stützen ließ, wankte ich lieber allein wie eine stark Betrunkene durch die Gegend. In manchen Dingen ändert sich mensch offenbar nie.

Als ich da so gefühlt stundenlang am Gehsteig saß – eigentlich waren es nur wenige Minuten – legte sich das Luftproblem zum Glück wieder. Ich bekam wieder besser Luft. Große Erleichterung machte sich bei mir breit. Aber es war noch nicht vorbei.

Nesselausschlag und Hautrötungen

Ich saß da also und wartete. Und begann plötzlich, mich an den Armen zu kratzen. Da ich bereits schon einmal die selben roten Pusteln hatte, wusste ich sofort: Verdammt – Nesselausschlag! Aber naja, ich wusste auch, dass der schnell wieder vorüber geht. Ich wusste nur nicht, dass der Juckreiz noch schlimmer, und der Nesselausschlag noch großflächiger werden würde. Gleich nach dieser Feststellung traf auch schon die Rettung ein.

Ich lag zum ersten Mal in meinem Leben in einem Rettungsauto und wusste, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben in ein Krankenhaus eingeliefert werde. Trotz der ganzen Tortour war ich mega gut drauf. Ich beantwortete den netten Sanis alle Fragen, meine Vitalwerte wurden gemessen und für gut befunden und während der Fahrt machte ich einen Schmäh nach dem anderen. Im Krankenhaus angekommen und kurz unter Aufsicht wartend, kratze ich mich wie ein verlauster Affe am Oberkörper. Der Nesselausschlag ist vor allem am Bauch und Rücken schlimmer geworden ist. Und dann sitz ich so da – noch immer mit den Sanis und der Krankenschwester scherzend – und stelle auf einmal an meinen Händen fest, dass sich dort lauter rote Flecken breit machen. Alles in allem habe ich nach meiner allergischen Reaktion vermutlich ausgesehen, wie eine aufgedunsene und sich kurz vor dem Platzen befindende Tomate, wenn mensch mein Gesicht betrachtete.

Eine Seltenheit im Krankenhaus und warum mich das Zittern nicht los ließ

Ich kam als kleine Sensation in die Notaufnahme (oder so ähnlich – keine Ahnung, wo ich da tatsächlich gelandet bin) und wurde behandelt. Insektengiftallergien kämen nicht so oft vor, wurde mir gesagt. Deshalb kamen viele schauen. „Was ham ma da?“, „Bienengiftallergie“, „Aha.“ hörte ich mehrmals. Die Vitalwerte wurden geprüft, ein EKG gemacht, Infusionen wurden mir angehängt etc. Gefühlt tausend Menschen tummelten um mich herum, jedeR für etwas anderes zuständig. Es war einerseits spannend mitzubekommen, wie eine solche Abteilung organisiert ist und andererseits war es extrem anstrengend. Ich erzählte an diesem Tag ziemlich oft den Symptomverlauf und musste darauf bestehen, dass ich mir sicher war, dass es Bienen und keine Wespen waren. Mir war irrsinnig wichtig, dass ich ja nichts vergesse. Als der ganze Trubel vorbei war und nur noch die Infusionen durchlaufen mussten, war ich recht plötzlich allein. Schon zuvor hat es begonnen, aber jetzt holte es mich so richtig ein: das Zittern.

Es zitterte mein ganzer Körper. Als die ganzen Ärtzt*innen, Krankenpfleger*innen etc. noch da waren, versuchte ich es zu unterdrücken. Als alle weg waren, ließ ich dem Zittern freien Lauf. Es musste raus, ich konnte es nicht verhindern und jetzt sah mich auch niemand. Das war für mich der schlimmste Moment für mich an diesem Tag. Etwas, das ich nicht kontrollieren konnte (ja, ich bin ein kleine Kontrollfreak) und mein Körper, der mir sagt, dass er am Ende ist. Obwohl mein Kopf meinte, es war ja gar nicht so schlimm.

Weiter in die HNO-Ambulanz und stationär

Nach einiger Zeit – ich hatte das Zeitgefühl verloren – wurde ich abgeholt und in die HNO-Ambulanz gebracht. Dort musste ich erneut die Symptome schildern und es wurde gecheckt, ob meine Atemwege frei waren. meine Nasenschleimhaut sah angeblich aus, wie die einer starken Allergikerin. Danach ging es in die stationäre HNO-Abteilung. Ich wurde aufgenommen und darüber aufgeklärt, dass ich eine Nacht zur Beobachtung bleiben müsse. Die Beobachtung ist Standard, weil es vorkommt, dass allergische Reaktionen wieder zurück kommen können, sobald die Medikamente nachlassen.

Alternativ kann mensch sich selbst entlassen. Ich war damit zuerst total überfordert, aber nach kurzer Bedenkzeit entschloss ich mich dazu, die Nacht zu Hause zu verbringen. Ich war mit Medikamenten für die nächsten drei Tage eingedeckt und ich wusste, dass ich in der Nacht nicht allein schlafen würde. Nach meiner Eigenentlassung gönnte ich mir eine kleine Jause im Krankenhauspark und ließ ich mich anschließend von einem Taxi nach Hause chauffieren. Am Weg nach Hause fing meine Hand wieder an zu jucken. Die Wirkung der Medikamente ging offenbar gerade wieder flöten.

Schwellung der Hand nach der Behandlung.
Schwellung der Hand nach der Behandlung

Zu Hause verriet mi der Blick in den Spiegel, dass die Schwellungen bei den Augenlidern noch immer vorhanden war. Das hatte mich sehr überrascht, da ich ja mit Medikamenten vollgepumpt war. Auch am nächsten Morgen waren diese Schwellungen noch sichtbar. Meine Hand juckte noch Wochen später.

Mir wurde da erst klar, wie arg meine Reaktion war. Und dachte mir dennoch „Glück im Unglück. Es hätte weit schlimmer ausgehen können.“ Am nächsten Tag stand ich schon wieder in der Imkerei, die zu dem Zeitpunkt mein Arbeitsplatz war. So richtig wollte ich es nicht wahrhaben, dass es mit den Bienen doch nix wird. Unterbewusst war aber ein Unwohlsein ab diesem Tag vorhanden.

Schwellung Augenlider bei Bienengiftallergie.
Schwellung der Augenlider nach der Behandlung

Gewissheit mit dem Allergietest

Ich musste einige Wochen warten, bis sich mein Körper so regeneriert hatte, dass er für einen Allergietest bereit war. Den wollte ich unbedingt machen, um eine Entscheidung treffen zu können. Obwohl die Symptome eindeutig waren. Aber ich bin ein Mensch, der es schwarz auf weiß braucht. Da ich bereits einmal einen Allergietest gemacht hatte, wusste ich schon, was auf mich zukommen würde. Einmal Blutabnahme, einmal Hauttest. Beim Hauttest wird auf Bienen- als auch Wespengift getestet. Die Gifte werden in unterschiedlichen Konzentrationen und kleinen Mengen auf die Haut aufgetragen. Dann hieß es 15 Minuten warten. Aber schon nach wenigen Minuten war klar, dass es eine Reaktion auch auf die geringste Konzentration gibt. Natürlich auf der Bienengiftseite.

Hauttest nach allergischer Reaktion auf Bienengift.

Im Allergiezentrum erfuhr ich, dass die meisten Menschen auf Bienen- oder Wespengift allergisch reagieren und nur in seltenen Fällen auf beides. Und ich erfuhr auch, dass Hummelgift eine Kreuzreaktion bei einer Bienengiftallergie ist. Somit meide ich nun möglichst Bienen und Hummeln.

Nach einigen Tagen hatte ich Gewissheit: ich habe eine mittelgradige Allergie gegen Bienengift.Meine Symptome decken sich auch damit. Bis auf Übelkeit, Magenkrämpfe und Heiserkeit hatte ich alle der Stufe 2 durch.

Das Notfallset

Im Allergiezentrum wurde ich mit einem Notfallset ausgestattet. Antihistaminikum, Kortison und ein EPI-Pen (pures Adrenalin für den worst case) sind nun meine ständigen Begleiter. Unsicher war ich mir, wann ich den EPI-Pen verabreichen solle. Der Tipp von den Ärzt*innen: im Zweifelsfall immer, aber spätestens, wenn mensch merkt, dass der Kreislauf schlapp macht. Er bringt für ca. 15 Minuten den Kreislauf wieder in Schwung. In dieser Zeit sollte die Rettung vor Ort sein. Mein nahes Umfeld – also meine Freund*innen, Familie und Arbeitskolleg*innen habe ich darüber informiert, wo sie mein Notfallset finden und was ich wie verwenden muss. Zusätzlich liegt ein Zettelchen mit der Dosis in der Tasche. Der Rat der Ärzt*innen bei den Tabletten: lieber zu viel als zu wenig. Denn im Krankenhaus erhält mensch ein Vielfaches der Dosis.

Gut zu wissen

Ich hatte neben der richtigen Anwendung des EPI-Pens tausend Fragen und habe den Ärzt*innen Löcher in ihre Bäuche gefragt. Zusätzlich habe ich mir Infos von anderen Allergiker*innen geholt.

Notarzt sollte immer dabei sein

Gut zu wissen ist, dass immer der Notarzt angefordert werden sollte, wenn die Rettung gerufen wird. Der Allergieverlauf kann sich verschlechtern und dann ist es gut, wenn der Notarzt bereits vor Ort ist.

Die Rettung besser einmal zu oft, als einmal zu wenig rufen

Es gibt Menschen – wie mich – die sich davor scheuen, die Rettung (zu früh) zu rufen. Ich habe nun jedoch gelernt, dass im Falle einer möglichen allergischen Reaktion die Regel gilt: lieber einmal zu oft als einmal zu wenig. Im Fall der Fälle rettet das Leben. Ein Bekannter von mir hat mir erzählt, dass er nach einem Bienen- oder Wespenstich (er ist gegen beides allergisch) immer die Rettung ruft, wenn er keine Medikamente zur Hand hat. Sicher ist sicher! Das habe ich jetzt auf jeden Fall gelernt. Nicht allzu lang warten. Sobald die Nase beginnt zu laufen oder ein anderes Symptom auftritt, sollte angerufen werden.

Und wie ist´s beim nächsten Mal?

Die Frage, wie meine Reaktion beim nächsten Mal sein wird, konnte mir niemand beantworten. Angeblich hängt sie von der allgemeinen Tagesverfassung ab. Bin ich angeschlagen – müde, schwindelig oder leicht erkältet – könnte es sein, dass die allergische Reaktion beim nächsten Bienenstich schlimmer ausfällt. Bin ich topfit, kann es sein, dass sie weniger schlimm ausfällt. Ob die Allergie irgendwann wieder von allein verschwindet kann, muss aber nicht sein. Möglich wäre auch eine Hypersensibiliserung, um immun gegen Bienengift zu werden. Ich habe mich jedoch dagegen entschieden. Ich bin nicht bereit, wie in meinem Fall, ca. 3 Jahre lang regelmäßig ins Allergieambulatorium zu spazieren, mir Bienengift injizieren zu lassen und zu hoffen, dass die ca. 80% Wahrscheinlichkeit auf Erfolg eintreten. Ich habe darüber nachgedacht, aber ich will mir diese Tortour nicht antun. Ich habe meinen Job in der Imkerei gekündigt und bin mir sicher, dass im „normalen“ Alltag die Gefahr eines Bienenstichs auf ein Minimum reduziert ist.

Und die Bienchen?

Bienen mag ich natürlich nach wie vor. Vor allem die Wildbienen haben es mir angetan. Sie sind nämlich die fleißigeren und gefährdeteren. Ich bekomme keine Panik, wenn sich mir eine nähert. Ich merke aber auch, dass ich sehr achtsam bin und einen gesunden Abstand halte, wenn es grad wo ordentlich brummt.

Der Tag im September hat mich jedoch so sehr geprägt, dass ich ihn auf meinem linken Unterarm verewigt habe. 5 Monate nach der Allergieerfahrung, habe ich mir zwei Bienen, die ihre Stachel zeigen, auf meinem linken Unterarm tätowieren lassen. Die Stiche auf meinem linken Handrücken sind heute noch sichtbar.

Das Tattoo mit zwei Bienen, die ihren Stachel zeigen. Es ziert seit der allergischen Reaktion auf Bienengift meinen linken Unterarm.

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