ich mach es anders

Hefe bzw. Germ einfach selbst vermehren

selbstgemachte Hefe Brot

Hamsterkäufe zu Beginn der Corona-Krise haben dazu beigetragen, dass vor allem haltbare Produkte einige Tage nicht verfügbar waren. Hefe, oder Germ wie wir in Österreich dazu sagen, ist es bis heute nicht bis kaum zu bekommen. Ich habe eine Zeit lang verzweifelt versucht, an Hefe – frisch oder getrocknet, das war mir egal – und Roggenmehl zu kommen. Roggenmehl, um meinen Sauerteig weiter zu füttern und Germ, um Brotrezepte, die Germ als Zutat haben, backen zu können. Ich habe bereits begonnen, Plan B, C und D zu entwickeln. Danach zu suchen, ob ich Hefe selbst herstellen kann, bin ich nicht gekommen. Erst als ich das Glück hatte, in einem Geschäft doch noch Trockengerm zu finden, hab ich im Netz nach Alternativen gesucht. Und wurde fündig. Da ich aktuell fleißig am Brotbacken bin und wir nicht wissen, wie lange der Engpass noch besteht, habe ich nun Hefe vermehrt. Und auch schon ausprobiert. Und pssssst – am Ende des Beitrags gibt´s ein Gewinnspiel mit einem vielleicht etwas sonderbaren Preis.

Das brauchst du, um Hefe zu vermehren

Die Zutaten sind simpel, jedoch brauchst du als Starter Hefe. Das stellt jene, die keine mehr zur Verfügung haben, vor eine Herausforderung. Wenn du noch über Hefe verfügst, brauchst du zusätzlich noch:

  • 100 Gramm Mehl (z. B. Weizen oder helles Dinkelmehl – kein Vollkorn!)
  • 15 Gramm Zucker
  • 100 ml Wasser
  • 7 Gramm Trockenhefe oder 1/2 Hefewürfel

Das alles vermengst du in einer großen (!) Schüssel und lässt es 1 bis 2 Stunden abgedeckt gehen, bis der Teig wesentlich größer geworden ist, Blasen schlägt und sich geschmeidig anfühlt. Die Dauer der Gehzeit richtet sich nach der Raumtemperatur. Hefe arbeitet schneller in einer wärmeren Umgebung und etwas langsamer, wenn es kühler ist. Wir haben ca. 22 Grad bei uns daheim und meine nachgezogene Hefe war trotzdem nach einer Stunde fertig. Ich hab aber etwas nachgeholfen. Da wir das Backrohr kurz zuvor in Betrieb hatten, hab ich die Schüssel mit dem Ansatz kurz hineingestellt und diese danach in eine Stoffwindel eingewickelt, um die Wärme besser zu halten.

Achtung AnfängerInnenfehler! Hefe geht, und das richtig g´scheit

Was ich nicht bedacht bzw. womit ich nicht gerechnet hatte war, dass Hefe sowas von abgeht. Eine Müslischüssel diente mir als „Schüssel“ und bald stellte ich fest, dass diese viel zu klein war. Die Hefe ging so richtig schön über und es war nicht sehr fein, diese Sauerei wieder zu beseitigen. Sauerteig hört auf zu gehen, sobald er kalt bekommt. Ich dachte, dass das bei Hefe bestimmt auch funktioniert. Deshalb ging es mit dem Schüsserl ab in den Kühlschrank. Beim nächsten Öffnen des Kühlschrank das selbe Bild. Die Hefe war wieder ausgelaufen. Wieder eine Sauerei, die weggemacht werden wollte. Schlussendlich entschied ich mich, das Ding in eine Salatschüssel zu übersiedeln. Da ich wusste, dass ich bald Brotbacken würde, wurde die Germ im Kühlschrank für 1,5 Tage aufbewahrt. Das war jedoch, denke ich, ein AnfängerInnenfehler… Mehr dazu dann in meinem Fazit.

selbst vermehrte Hefe in der Schüssel

Vermehrte Hefe haltbar machen

Am besten ist es, wenn du die Hefe dann sofort weiter verarbeitest oder einfrierst. Ich mache das in kleinen Marmeladengläsern und portioniere mir ungefähr die Menge in einem Glas, die ich für einmal Brotbacken benötige. Das sind ca. 40 Gramm. Du kannst aber auch mit einer Eiswürfelform Würfel daraus machen. Das Einfrieren verhindert, dass die Hefe den Zucker weiter auffrisst und somit das ganze Experiment zum Scheitern bringt.

Das „Züchten“ hat also super funktioniert. Aber wie war es beim Backen?

Mit selbst vermehrter Hefe backen

In meiner Quelle für die selbst vermehrte Hefe ist angegeben, dass bei der Zugabe der Menge Experimentierfreude angesagt ist. Dass mein Teig mit der selbst gezüchteten Hefe gehen würde, daran hatte ich nach meinen zwei Hoppalas zuerst keinen Zweifel. Aber mengentechnisch hatte ich keine Ahnung, wie ich vorgehen sollte. Also habe ich beschlossen, mich an die Mengenangabe in den Rezepten zu halten. Obwohl ich meiner Germ mit meinem AnfängerInnenfehler ziemlich zugesetzt hatte. Aber ich war optimistisch.

Mein Fazit

Ich war skeptisch, ob es funktioniert. Denn die Aufbewahrung von 1,5 Tagen im Kühlschrank taten meinem Germansatz, denke ich, nicht gut. Ich hab es nach ca. einem Tag schon gesehen. Er schlug nicht mehr so schöne Bläschen und war am Schüsselboden „zerlaufen“. Er war nicht geronnen, aber er hat sich am Schüsselboden breiter gemacht, als am Beginn. Und ich vermute, dass ich damit der Hefe einiges an „Gangkraft“ geraubt habe. Ich musste den Teigen wesentlich mehr Zeit geben. Deshalb werde ich kommende Woche erneut eine Germ vermehren und dann gleich weiterverarbeiten. Ich bin schon gespannt, ob das funktioniert. Drückt mir bitte die Daumen! Und falls ihr Tipps habt, dann schreibt sie mir bitte. So schaut übrigens der erste Versuch – ein Vollkorn-Brot mit Germ- aus:

Brot mit selbst vermehrter Hefe
dav_soft

Wenn du gar keine Hefe mehr hast

Wenn du, wie vermutlich viele andere, über gar keine Hefe mehr verfügst, gibt es zwei weitere Möglichkeiten, um an Hefe zu kommen:

  • Hefewasser
  • Neben dem Hefewasser gibt es hier weitere Rezepte mit großartigem Bildmaterial, um Hefe selbst herzustellen

Ich habe beide Varianten noch nicht probiert. Wenn du bereits Versuche in die Richtung gemacht hast, freu ich mich über deine Erfahrungsberichte!

So, und jetzt aber zum Gewinnspiel!

Gewinnspiel

Wie im Beitrag erwähnt, konnte ich letzte Woche einige Packungen Trockengerm ergattern. Ich hab versucht, nicht zu hamstern, aber so ganz konnte ich mich nicht beherrschen. Es wurde mehr als 1x3er Pkg. … Es blieben aber noch ausreichend im Regal.

Und deshalb hab ich mir überlegt, nachdem ich ja nun eine Variante zum selbst Vermehren von Germ habe, mit diesem Gewinnspiel möchte jene zu unterstützen, die über keinerlei Hefe mehr verfügen. Ich verlose daher 5 Stk. je 1 Pkg. Trockenhefe (7 Gramm, entspricht 1/2 Würfel frischer Hefe) unter allen TeilnehmerInnen. Die GewinnerInnen müssen mir versprechen, dass sie damit Hefe weiterzüchten und diese an FreundInnen, Bekannte und NachbarInnen zum Weiterziehen weitergeben. Damit können wir gemeinsam dem Hefemangel den Kampf ansagen!

Was musst du dafür tun?

Verrate mir, welche Zutaten es braucht, um Hefe selbst zu vermehren 😉

Darüber hinaus freue ich mich, wenn du deinen FreundInnen den Blog „ich mach es anders“ weiterempfiehlst, sie einlädst, die facebook-Seite zu liken oder sich für den Newsletter am Blog anzumelden.

Dauer und Teilnahmebedingungen

Das Gewinnspiel dauert von 28.3.2020, 14:45 bis 01.04.2020, 18:00. Teilnahmeberechtigt sind alle Personen über 18 Jahren aus Österreich und Deutschland. Ausgeschossen werden TeilnehmerInnen, die über ein Gewinnspielportal von diesem Gewinnspiel erfahren. Ich behalte mir vor, das Gewinnspiel frühzeitig zu beenden, sollte ich feststellen, dass das Gewinnspiel auf einem Gewinnspielportal veröffentlicht werden. Der Gewinn kann nicht in bar abgelöst werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Verlost wird unter allen richtig eingesendeten Antworten hier in den Kommentaren am Blog oder auf der facebook-Seite von ich mach es anders. Die Ziehung erfolgt unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die GewinnerInnen werden schriftlich verständigt. Der Versand des Gewinns erfolgt per Post. Aufgrund der aktuellen Situation und damit einhergehenden Zustellungseinschränkungen behalte ich mir vor, den Gewinn nach Deutschland im Falle von Zustellungseinschränkungen dann zu versenden, sobald dies möglich ist.

         

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