ich mach es anders

Die Zeichen stehen auf Veränderung

Veränderung ist etwas, das der Mensch nicht so gerne mag. Das Gewohnte bedeutet Sicherheit. Es ist das, was mensch kennt und womit sich mensch wohlfühlt. Und dennoch sind Veränderungen Teil unseres Lebens. Wir können sie nicht aufhalten. Es sind schöne Veränderungen wie eine Heirat oder die Geburt eines Kindes. Aufregende Veränderungen wie ein Berufswechsel oder ein Umzug. Oder aber auch traurige Veränderungen, sei es durch Krankheit oder Tod. Sie alle gehören zu uns. Sie lassen uns lebendig, uns Mensch sein. Ich selbst befinde mich seit geraumer Zeit auf dem Weg der Veränderung in der Kategorie „aufregend“. Mit Höhen und Tiefen, mit vielen aufregenden Momenten, aber auch Ängsten. Und jetzt ist es an der Zeit einem jahrelangen Wegbegleiter Adieu zu sagen.

Die große Veränderung: Adieu Nachhaltigkeitstouren

Aus gesundheitlichen Gründen musste ich mit Ende 2019 meine Tätigkeit bei der Wiener Bezirksimkerei beenden. Und war seitdem auf Jobsuche. In den letzten beiden Jahren habe ich sehr gut herausgearbeitet, was ich will, was ich kann und vor allem, dass ich mir vieles zutrauen kann. Und auch, was ich nicht mehr möchte. Daraus ergab sich die Entscheidung, dass ich mir eine spannende Tätigkeit nicht verwehren möchte, indem ich ausschließlich nach Teilzeitanstellungen suche. Damit war für mich aber auch klar, dass mit einer Vollzeitanstellung die Nachhaltigkeitstouren keinen Platz mehr haben werden. Und nun ist es soweit: ich werde mit Anfang Februar eine Vollzeitstelle antreten und mit den Nachhaltigkeitstouren aufhören.

Hast du noch einen Gutschein?

Falls du noch einen Gutschein für eine Tour hast, dann melde dich bitte bei mir via E-Mail. Wir werden bestimmt gemeinsam eine Lösung dafür finden.

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(c) Kristina Eggers

4 spannende Jahre – Ich sage Danke!

Im April 2016 habe ich meinen Gewerbeschein gelöst, damit ich als Tourguide nebenberuflich selbstständig sein kann. In Österreich ist das ein kleiner Spießroutenlauf mit den Behörden. Aber ich habe es geschafft und schon bald meine ersten Touren durchgeführt. Ich konnte zahlreiche Gruppen (angefangen von der Familie bis hin zu Studierenden und Jugendgruppen) die nachhaltige Seite von Wien zeigen. Durfte unglaublich viele spannende Gespräche mit meinen TourpartnerInnen führen, die mir tiefe Einblicke in ihr Tun aber auch in die Herausforderungen der Nachhaltigkeitsszene im Einzelhandel gewährten.

Broschüren, die mir halfen, mich nebenberuflich selbstständig zu machen.

Vielen Dank an alle, die mich auf diesem Weg unterstützt haben und dabei waren! All das lässt mich noch mehr für die Sache kämpfen. Das ist auch der Grund, warum es diesen Blog weiterhin geben wird. Ich kann damit so viele Menschen erreichen. Und euer Feedback freut mich jeden Tag auf´s Neue. Vereinzelt werde ich auch Vorträge und Workshops zum Thema Nachhaltigkeit abhalten. Jedoch nur so viele, wie ich neben meiner Vollzeitanstellung schaffe.

©Grüne Schwechat: Zero Waste Workshop
(c) Grüne Schwechat

Mit suboptimal geb ich mich nicht zufrieden

Auch wenn ich vor langer Zeit einen Blogbeitrag über die Vorteile einer Teilzeittätigkeit geschrieben habe, nehme ich nun eine Vollzeitanstellung an. Warum? Weil ich gelernt habe, dass mir auch Teilzeitanstellungen die Kraft rauben können. Vor meinem Beginn in der Imkerei (das war der erste Job, den ich mir nach vielen Jahren auch wieder in Vollzeit vorstellen konnte) hatte ich einige Jahre, in denen ich Teilzeit arbeitete und trotzdem oft sehr erschöpft war. Die Anzahl meiner Blogbeiträge hat spürbar abgenommen, was nicht an der Thematik lag, sondern vielmehr, dass ich keine Kraft dafür hatte. Und auch die Touren haben gelitten. In den letzten 2,5 Jahren habe ich dafür so gut wie kein Marketing dafür gemacht. Umso dankbarer bin ich, dass sie trotzdem entdeckt und gebucht wurden.

Es lief also eigentlich ganz gut. Dennoch war ich frustriert. Denn es war suboptimal. Und mit suboptimal gebe ich mich nicht zufrieden. Ich konnte meinem Herzensprojekt nicht die Zeit widmen, die ich ihm gerne gegeben hätte. Mich vollkommen selbstständig zu machen und dann dazu noch in der Tourbranche kam und kommt für mich nach wie vor nicht in Frage. Dafür wiege ich mich viel zu gern in der Sicherheit eines Angestelltenverhältnisses. Deshalb auch nun diese Entscheidung. Ich nehme mir selbst vermutlich einigen Druck weg, den ich mir selbst gemacht habe.

Die neue Herausforderung – Vollzeit und Nachhaltigkeit

Ich freue mich gerade riesig auf meine Veränderung. Einerseits, weil für eine gesellschaftlich sehr wichtige Organisation arbeiten werde (Stichwort Bullshit Jobs) und mein Aufgabengebiet meine zwei Stärken Kommunikation und IT vereinbart. Und andererseits, weil ich nun herausfinden kann, wie „anstrengend“ ein nachhaltiges Leben mit einem Vollzeitjob tatsächlich ist. Denn das bekomme ich immer wieder zu hören – das es kaum geht. Und das war immer der Pferdefuß – ich hatte mit meiner Teilzeitanstellung leicht reden. Nun wird sich zeigen, was sich für mich alles verändern wird und bin schon sehr gespannt darauf.

& KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Zu man kann mit einem Vollzeitjob nicht nachhaltig leben – jo eh, ich lach mir einen Ast ab, wenn man will geht es auch mit Vollzeitjob.
    Kenne sogar Alleinerzieherinnen mit Vollzeitjob die es schaffen.
    Wo ein Wille da ein Weg, aber viele Menschen suchen sich ja einfach gerne Ausreden um ja nichts ändern zu müssen.

    • Ich stimme dir da zu. Dennoch merke ich jetzt schon, dass ich einige Dinge ändern muss, um mein „Level“ aufrecht erhalten zu können. Dass Veränderungen nicht des Menschen Freund sind, ist bekannt. Deshalb ja, es hängt von jedem/jeder Einzelnen ab. Und jedeR hat andere und sich verändernde Lebensumstände. Was für mich funktioniert, muss nicht für andere gelten.

      LG Sabrina

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