ich mach es anders

Vegane Apfelnockerl [Rezept]

Apfelnockerl mit Himbeerspiegel

Ich bin keine Meisterköchin – nicht bei Kuchen, nicht bei Süßspeisen und schon gar nicht, wenn diese vegan sind. Aber das hält mich nicht davon ab, es auszuprobieren. So wie letztens die veganen Apfelnockerl. Ich bin zufällig auf ein Rezept gestoßen, als ich auf der Suche nach einer Süßspeise war. Eigentlich wollte ich sogenannte „Apfelspatzen“ machen – nur ist das bei mir immer eine mega Sauerei. Deshalb große Freude, dass ich auf das Rezept der Apfelknödel – so nämlich der eigentliche Name im Schulrezeptbuch meiner Mutter aus den 1960-er Jahren – gestoßen bin. Herausforderung: es war nicht vegan und die Mengenangaben für gefühlt 20 Personen. Da ich jedoch immer mehr in Richtung vegan unterwegs bin und nun auch endlich den Eikonsum drastisch reduzieren möchte, wollte ich unbedingt vegane Apfelknödel, die dann Nockerl wurden, machen. Also habe ich das Risiko gewagt und es ist geglückt. Da mehrere Personen nach dem Rezept gefragt haben, habe ich beschlossen, es auf dem Blog zu veröffentlichen. Auch wenn ich so gar keine Foodbloggerin bin – die Essensfotos find ich, sind meine absolut schlechtesten. Aber mei, stellt euch einfach euer eigenes Bild dazu vor 😉

Rezepte auf vegan adaptieren

Das macht mir am meisten Spaß, seit wir seit Mai 2017 milchfrei leben: Rezepte adaptieren. Ich bin selbst von mir erstaunt, wie kreativ ich geworden bin. Es kommt nicht selten vor, dass ich ein klassisches Rezept für Strudel, Lasagne, div. Knödel & Nockerl sowie Kuchen auf vegan mache. Dafür schaue ich mir das Grundrezept an und überlege, welche Zutaten ich weglassen und welche ich wie ersetzen kann. Und ich war und bin erstaunt darüber, wie einfach das geht. Mensch muss dafür nicht ewig vegan oder milchfrei leben, um davon eine Ahnung und die ausreichende Portion Kreativität dafür zu bekommen. Bzw. hilft auch die Recherche im Netz für ausreichend Inspirationen. Nicht aber so bei den Apfelknödeln – ich fand kein veganes Rezept dafür. Also musste ich selbst kreativ werden.

Am liebsten koche ich nach dem Grundrezeptbuch, das eigentlich meiner Mutter gehört. Als ich nach Wien gezogen bin, hat sie es mir geborgt. Das war vor 14 Jahren… Liest mensch hier rein, lernt er verdammt viel über Grundrezepte. Aber auch darüber, wie früher gekocht wurde. Nämlich für sehr viele Personen und mit sehr, sehr viel Fett (Butter, Schmalz), Zucker und natürlich Eier. Und das ist jedes Mal meine Challenge: wie ersetze ich was? In diesem Buch habe ich schon Strudelteig für Mariellenknödel entdeckt (leider noch nicht vegan, da laut Rezept 1 Ei dazu muss, wenn der Strudelteig gekocht wird, aber das wird mein nächster Versuch) oder wie neulich die Apfelknödel. So jetzt aber zum Rezept.

Vegane Apfelknödel – das Grundrezept

Heruntergerechnet auf 50 Prozent der Menge liest sich die originale Zutatenliste wie folgt:

  • 500 g Äpfel
  • Salz
  • 1 Ei
  • 175 g Mehl
  • 50 g Zucker
  • Zimt
  • 50 g Butter

Zucker, Zimt und Butter sind für das „Topping“, also nicht Teil des Teiges. Meine Herausforderung war also vor allem, das Ei zu ersetzen. Bei Nockerl oder Knödeln habe ich mich bis jetzt noch nicht drüber getraut, deshalb war ich bis zuletzt skeptisch. Denn auch mit Ei sind mir nicht nur einmal Knödel zerfallen. Und das ärgert mich dann jedes Mal maßlos, weil die ganze Arbeit für´n Allerwertesten war.

Ei Ersatz für vegane Süßspeisen

Für die Apfelknödel bzw. -nockerl hatte ich eine überreife Banane zu Hause. Und da ich im Rahmen meiner Tortentortour (ich habe für meinen Geburtstag das erste Mal in meinem Leben eine vegane Torte und das zweite Mal in meinem Leben überhaupt eine Torte gezaubert) den Tipp erhalten hatte, dass Banane und Apfelmus DIE Ei-Alternativen für Mehlspeisen seien, dachte ich „DAS WIRD FUNKTIONIEREN!“.

Natürlich gibt es auch noch andere Ei-Alternativen wie Apfelessig & Natron, Siedentofu, Chia- oder Leinsamen, Sojamehl, Stärke etc. Ich probiere mich gerade durch. Für meine Torte hatte ich Apfelessig und Seidentofu probiert. Für die Nockerl also die Banane. Weil Äpfel waren ja schon die Grundzutat. Normalerweise ersetzt 1/2 Banane ein Ei. Ich wollte auf Nummer sicher gehen und habe eine ganze Banane genommen.

Vegane Apfelnockerl – die Zubereitung

Folgendes ist nun zu tun:

  • Äpfel schälen entkernen und klein schneiden (die Apfelschalen kannst du z. B. trocknen und als Tee verwenden oder zum Knabbern)
  • Banane zerdrücken
  • Äpfel, Banane und eine Prise Salz mit dem Mehl gut durchrühren – falls die Masse, wie bei mir, eine Spur zu trocken ist, einfach einen Schuss Pflanzenmilch oder Wasser dazu geben und gut einrühren
  • Masse kurz stehen lassen, bis sie etwas angezogen ist
  • Knödel oder Nockerl formen und 15 Minuten in Salzwasser kochen

Ich habe aus den Apfelknödel eben Nockerl gemacht, da der Teig ziemlich klebrig war und ich keine Lust auf versaute Teigfinger hatte. Deshalb hab ich mir zwei Löffel genommen und die Apfelnockerl damit geformt. Schon beim Formen stellte ich fest, dass die Masse überraschend gut zusammenhält. Und narrsich gefreut habe ich mich, dass mir kein einziges Nockerl zusammengefallen ist. Damit hab ich ehrlich gesagt überhaupt nicht gerechnet.

Anschließend habe ich ein paar tiefgekühlte Himbeeren aufgetaut und eine Art Himbeerspiegel gemacht. Aber nur, damit das Foto für euch ein bissl was hermacht 😉 Mit Puderzucker (du kannst auch normalen oder gar keinen Zucker verwenden, da die Nockerl durch die Banane ohnehin eine Süße haben) und Zimt betreuen und voilá – fertig ist die vegane Süßspeise.

Apfelnockerl mit Banane als Eiersatz mit Zimt und Puderzucker

Das nächste Mal versuche ich es mit Walnüssen bzw. Walnussöl. Das stell ich mir auch unglaublich lecker vor – ich liebe Äpfel mit Walnüssen kombiniert! Die Butter habe ich komplett weggelassen und würde diese maximal durch ein gutes Öl ersetzen. Damit´s auch ein bissl gesund ist, die Süßspeise. Viel Spaß beim Nachkochen und selber Adaptieren!

Hinterlasse eine Antwort

Deine Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Pflichfelder sind markiert *

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu.

Diese Seite nutzt Google Analytics. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung. Hier klicken, um dich auszutragen.