ich mach es anders

Nachhaltige Strohhalme

Nachhaltige Strohhalme Titelbild

Neulich saß ich mit meiner Freundin B. bei einem Sommerspritzer. Natürlich hatten wir vergessen, den Einwegstrohhalm bei der Servicekraft aktiv abzubestellen. „Aber bei der nächsten Runde“ war der Vorsatz. Da gelang es dann auch. Schon beim letzten Mal hatten wir uns vorgenommen, dass wir die Strohhalme immer abbestellen. Und vergaßen wieder darauf. Wirklich ärgerlich!

Privat verwende ich keine Strohhalme, deshalb war das für mich auch nie ein Thema am Blog. Als mich eine Nachricht aus der Ferne – besser gesagt zwei Fotos – von alternativen Strohhalmen und ein kurzer Bericht meiner Freundin und ihres Freundes, die gerade auf Weltreise sind, zu nachhaltigen Strohhalmen erreichte, entschied ich mich nun doch, einen Beitrag dazu zu verfassen. Denn nachhaltige Strohhalme beschäftigen viele. Das bekomme ich in diversen sozialen Medien mit. Mich beschäftigt es, wenn ich einen Spritzer trinke (was aber eher selten vorkommt, da ich Bier bevorzuge). Und meine Freundin und ihren Freund beschäftigt es unter anderem, wenn sie in Asien unterwegs sind. Fotomaterial habe ich jetzt auch eines. Es kann also los gehen 😉

Einmal und weg damit – Ich hätt´s gern anders!

Ich habe versucht, eine Zahl für euch zu finden. Nämlich wie viele Plastikstrohhalme täglich in Österreich verwendet werden. Ich habe eine Zahl gefunden. Jedoch nur von 3 Häusern einer Hotelkette (diese hat mittlerweile auf Papierstrohhalme umgestellt). Es sind 86.400 pro Jahr! Somit 28.800 pro Hotel und somit 79 pro Hotel und Tag. Das klingt auf den ersten Blick nicht viel. Aber in einem (!) Hotel. Aufgerechnet auf ganz Österreich, auf alle Hotels, Restaurants und Haushalte möcht ich es mir gar nicht ausrechnen. Es ist eine unvorstellbare Menge.

Ich hätte ja gern den umgekehrten Weg. Nämlich, dass mensch AKTIV nach einem Strohhalm fragen muss. Das passiert in einigen wenigen Lokalen bereits, ist aber noch sehr überschaubar. Obohl´s so einfach wär… Weil sich das bei KundInnen und Lokalen noch nicht so eingeprägt hat, gibt es heute einige Vorschläge für nachhaltige Strohhalme. Und zwar:

Strohhalme aus Bambus

Strohhalme aus Bambus finde ich persönlich sehr edel. Weil sie einfach auffallen. Verwenden tu ich sie trotzdem nicht 😉 Mein/e Freund*in, die vor einiger Zeit in Asien unterwegs waren und das Strohhalm-Set gekauft haben, formulieren ihre Erfahrungen so: „Die Strohhalme sind aus biegsamem Bambus, welcher in Indonesien zB auf der Insel Lombok wächst. Diese werden einfach zugeschnitten, innen gereinigt, außen geschliffen, und dann 10min in Essigwasser gekocht, um die Keime abzutöten.“ Das Kochen in Essigwasser ist auch für daheim ein Tipp, denk ich mal, um die Strohhalme gut reinigen und desinfizieren zu können.

Glasstrohhalme

Galsstrohhalme sehen schick aus. Jedoch hätte ich Bedenken, ob sie nicht doch irgendwann zu Bruch gehen. Funktional sind sie auf jeden Fall. Und auch ziemlich leicht zu reinigen. Im Gegensatz zu Bambusstrohhalmen können sie auch in die Spülmaschine gegeben werden. M. und S. – meine Freund*in auf Reisen – schreiben dazu folgendes: „Gefunden in einem Café der Shopping-Mall beim zentralen Bahnhof Kuala Lumpurs (KL Sentral). Ein Set bestehend aus Glas-Strohhalm, Putzbeserl und Aufbewahrungstäschchen (10 Ringgit = € 2,-).“

Strohhalme aus Metall

Metallstrohhalme habe ich schon vor einigen Jahren entdeckt. Ich glaube, es waren die ersten, die mir aufgefallen sind. Am praktischsten sind sie mit einem kleinen Löffel unten dran. Damit können Früchte im Spritzer oder auch bei einem Eisbecher geangelt werden. Auch ihre Reinigung ist sehr einfach. Mein/e Freund*in wiederum schreiben dazu: „Strohhalme aus Metall, zu beziehen u.a. beim Central Market in Kuala Lumpur. Wird als Set verkauft – Strohhalm, Putzbeserl, Täschchen (10 Ringgit, das sind € 2,-).“

Nachhaltige Strohhalme aus Glas, Bambus und Edelstahl

Nudel-, Papier- oder Strohstrohalme sind eher nicht mein Fall…

Es gibt auch Gastrostätten, die Nudeln als Strohhalme verwenden. Es ist auf der einen Seite eine witzige Idee. Auf der anderen Seite sehe ich es sehr kritisch, da es sich dabei auch um einen Einmalstrohhalm handelt. Zwar besteht dieser nicht aus Plastik, aber es wird ein Lebensmittel dazu verwendet, nach Gebrauch weggeworfen zu werden. Das Unternehmen erspart sich damit die Reinigung des Strohhalms, da er ja entsorgt wird. Aber ich finde, Lebensmittel sollten dafür eingesetzt werden, wofür sie gedacht sind. Genauso ist es bei Papierstrohhalmen (die sind schön bunt und machen sich vermutlich in Cocktails besonders schick) oder Strohhalmen aus Stroh. Bei letzterem hätte ich bzgl. der Hygiene oder auch Schimmel bedenken.

Fazit

M. und S. schreiben mir aus Asien: „Unsere Erfahrungen: Durch leichtes Gewicht ist es unkompliziert, diese zu transportieren und immer dabei zu haben (außer beim Glas hätten wir Angst, dass er irgendwann bricht). Einzig dran denken, den Alternativ-Strohhalm mitzunehmen/einzupacken, ist einfach und könnte sich mit der Zeit automatisieren. Schwierig war/ist auch, beim Kauf des Getränks (frisch gepresster Saft, ganze Kokosnuss, Softdrink, …) dran zu denken und dem/der Verkäufer_in zu sagen, „bitte ohne Strohhalm“, bevor er/sie einen 1-Weg-Plastikstrohhalm automatisch hinein gibt. Oder im Lokal dem/der Kellner_in Bescheid geben, dass kein Strohhalm gewünscht ist. Nicht einfach, als Konsument_in dran zu denken, hartnäckig zu bleiben, immer wieder drauf hinweisen…“. Wie recht sie haben (siehe meine Einleitung zum Thema). Und weiter: “ Wir haben’s spannend gefunden, dass es Alternativen zu Plastikstrohhalmen, die nur 1x verwendet werden, in diesen südostasiatischen Ländern gibt, wenn auch nur in einigen wenigen Standorten.“

Bei uns haben wir mittlerweile tolle Möglichkeiten, an Strohhalme aus nachhaltigem Material zu kommen. Bereis in den Supermärkten werden sie angeboten. Und natürlich in Bio- und Unverpacktläden. Einfach die Augen danach offen halten.

Alles in allem ist jeder nachhaltige Strohhalm besser als die Einmal-Plastikstrohhalme. Meiner Meinung nach jedenfalls. Natürlich kann mensch nun weiter rechnen und sagen, dass die Erzeugung von Edelstahlstrohhalmen energieaufwändiger, die Reinigung ressourcenintensiv und der Transport ein ökologischer Wahnsinn ist. Weil Plastikstrohhalme sind soviel leichter, in der Produktion gar nicht aufwändig und sie fallen ja auch als Müll nicht ins Gewicht (das hab ich jetzt bewusst überspitzt formuliert). Ja, das kann alles sein. Jedoch bin ich eine Freundin des möglichst oft Wiederverwendens! Da blende ich Berechnungen, die mich persönlich immer wieder in ein Dilemma bringen, einfach aus. Da bin ich stur.

Immerhin hat nun auch die EU ENDLICH ein Gesetz erlassen, das ab 2021 (ja, bis dahin ist´s noch ein bissl) u.a. Einwegstrohhalme verbietet. Die Industrie und Unternehmen müssen sich nun ohnehin etwas überlegen. Und dafür ist es gut, dass es die PionierInnen bereits schon seit vielen Jahren gibt! Wir sind die Vorreiter und zeigen, was möglich ist. Die Industrie und betroffenen Unternehmen setzen sich dann ganz praktisch auf das drauf, das es schon gibt. Aber es soll bekanntlich Schlimmeres geben.

               

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