ich mach es anders

Zu Fuß und mit dem Fahrrad durch Wien [imeasummerchallenge2019 – Start]

Auf meiner facebook-Seite habe ich sie schon angekündigt – die #imeasummerchallenge2019 (imea steht hier für ich mach es anders 😉 ). Und heute, am 1.7., ist es nun soweit. Ich werde im Juli und August (möglichst) alle Wege in Wien zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigen. Das mag für einige von euch keine große Herausforderung sein, da ihr ohnehin ständig mit dem Drahtesel unterwegs sind oder permanent zu Fuß gehen. Für mich ist es jedoch eine persönliche Herausforderung. Denn ich fahr schon ganz gern mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Wien. Nicht zuletzt, weil sie wirklich super ausgebaut sind und die Jahreskarte mit € 365,00 wirklich ein gutes Angebot ist. Aber was bringt mich jetzt dazu, über den Sommer diese Herausforderung zu meistern? Was erwarte ich mir davon? Mit welchen Herausforderungen könnte ich konfrontiert sein? Und wo sehe ich Grenzen?

Die Idee

Mir wurde bislang die Jahreskarte der Wiener Linien über meinen Arbeitgeber bezahlt. Es war ein sogenanntes Jobticket. Dieses lief mit 30.6. aus und da ich meinen Job per 30.6. gekündigt habe, wird sie auch nicht verlängert. Diesen Umstand nahm ich zum Anlass darüber nachzudenken, ob ich über den Sommer nicht mal etwas ausprobieren möchte. Ähnlich wie das Konsumbuch im Jahr 2017. Ich mag ja Herausforderungen. Ca. 2 Wochen habe ich mir Bedenkzeit genommen und ab Mitte Juni schon ein bisschen herumprobiert, wie gut es klappen könnte. Und ob ich mir das überhaupt zutrauen kann. Kürzere Wege sind kein Problem (ich fuhr seit letztem Jahr regelmäßig mit dem Fahrrad in die Arbeit und auch darüber hinaus Stecken bis 5 km), aber Termine in den Außenbezirken uns somit Distanzen über 5 km könnten schon eine Herausforderung darstellen.

Mein Drahtesel bringt mich gut durch Wien.

Das Wiener Wetter – subjektiv mein größter Feind

Oder das Wetter. Aktuell kämpfen wir in Wien mit extremer Hitze. Die ist nicht wirklich lustig, auch wenn ich persönlich Schönwetterfahrerin bin. Wind und Regen sind beim Radfahren meine persönlichen Feinde. Aber ich werde mich ihnen stellen und sie bezwingen. Soweit jedenfalls die Theorie. Ausrüstungstechnisch habe ich mich etwas umgehört und bin eigentlich eh ganz gut ausgestattet. Ein Regenponcho, der die meiste Zeit ungenutzt herumliegt, wird wohl mein neuer Wegbegleiter. Einen für-jeden-Tag-Rucksack habe ich auch. Den werde ich jetzt auch nicht gegen einen geeigneteren für´s Radfahren austauschen. Der passt wunderbar unter den Poncho. Spannend wird es beim Schuhwerk. Ich habe nach Barfußschuhen, die schnell trocken gesucht, wurde jedoch noch nicht fündig. Details zu meiner Ausrüstung wird es dann aber im Detail in einem separaten Blogbeitrag geben. Das war hier nur ein kleiner „Ausrutscher“.

Gut, nach einigen Gedanken, die ich mir über alles gemacht habe, möchte ich es unbedingt probieren. Ich habe über den Sommer nun etwas mehr Zeit als sonst, da ich erst im September meinen neuen Job antreten werde. Es bietet sich also an.

Meine größten Erwartungen – mehr Fitness und schöne Platzerln in Wien entdecken

Ich habe zwei persönliche Hauptmotivatoren: fitter zu werden und noch mehr schöne Plätze Mitten in Wien zu entdecken. Schon ziemlich oft habe ich mich dabei erwischt, dass ich erst Jahre später die schöne Fassade (in Wien lohnt es sich, den Blick nach oben zu richten oder sich mal umzudrehen!) oder den kleinen Park entdeckt habe, obwohl ich schon jahrelang daran vorbeifahre. Primär möchte ich

  1. entschleunigter durch die Start fahren bzw. gehen und die Augen offen halten.
  2. mich nicht von anderen oder vor allem von meinem Smartphone ablenken lassen. Schnell ein Mail beantworten oder einen fb-Post zu schalten, während ich im Bus sitze, ist schon ganz praktisch. Lenkt aber ungeheuer ab.
  3. die Stadt in ihrer Schönheit und in vollen Zügen genießen.
Reiher im Lainzer Tiergarten in Wien

Die Fitness – mein persönlicher Ausgangspunkt

Kommen wir nun zur Fitness. Ein ehemaliger Arbeitskollege, der alle Strecken mit dem Fahrrad bewältigt, behauptet, ich würde mir sonstige Sportkurse oder das Fitnesscenter sparen, wenn ich alle Wege mit dem Fahrrad zurücklege. Damit wird er vermutlich recht haben. Ich möcht es aber ganz genau wissen, deshalb habe ich Maß genommen und werde sie Ende August noch einmal nehmen. Ich bin schon sehr gespannt, ob sich etwas verändert. Regelmäßig Sport mache ich ohnehin seit bald einem Jahr und bin dadurch fitter. Auch schlanker. Ich bin echt seeeeehr gespannt, ob da noch mehr geht. Was sicher geht ist, mein Tempo beim Radeln zu erhöhen. Ich gehöre – vor allem bei großer Hitze oder starkem Wind – eher zu den LangsamradlerInnen. „Nur nicht überanstrengen“ lautet mein Motto bislang.

Auch, wenn es komisch wirken mag, wenn ich euch nun meine Maße verrate, es erleichtert es mir, am Projekt festzuhalten 😉 Mein innerer Schweinehund schreit nämlich noch immer an manchen Tagen ziemlich laut. Also muss ein gewisses Maß an Zwang her. Und wer eignet sich besser, als die „Crowd“. Also…

  • Gewicht: 64,3
  • Taillenumfang: 74 cm
  • Hüftumfang: 102 cm
  • Oberschenkelumfang: beide je ca. 58 cm
  • Wadenumfang: beide je ca. 37 cm
  • Oberarmumfang: beide je ca. 29 cm
  • Brustumfang: 95 cm

Ich habe mich heute früh alleine vermessen, deshalb sind das ca.-Angaben. Jedoch habe ich versucht, die „stärksten“ Stellen zu erwischen. Ein großes Ziel von mir ist es, beim Hüft- und Oberschenkelumfang etwas zu verändern. Sei es durch Gewichtsreduktion oder Muskelaufbau. Mal schauen, was klappt und wie sich alles am 31.8. darstellt.

Zeigen, dass es anders geht

Motivation Nr. 3 – die allgemeine sozusagen – ist es, aufzuzeigen, dass es geht. Dass mensch in Wien alles per Fahrrad oder zu Fuß erreichen kann. Konzentriert natürlich auf die umliegenden 5 Kilometer. Aber mal sehen, wohin, wie oft es mich und ob es mich überhaupt darüber hinaus zieht.

Mögliche Herausforderungen und Grenzen

Einige Herausforderungen wie das Wetter – zu kalt, zu nass, zu warm, zu windig; es gab bisher gefühlt 1.000 Gründe, warum das Rad stehen bleiben durfte – oder Distanzen über 5 Kilometer habe ich oben schon angeführt. Aber da gibt´s noch einige andere. Und Herausforderungen können immer auch Grenzen mit bzw. nach sich ziehen, weshalb ich meine möglichen Grenzen auch gleich hier mitbehandle.

Schweig, du Hund!

Die für mich naheliegenste Herausforderung hat einen Namen. Nämlich folgenden: INNERER SCHWEINEHUND! Ich habe mich in meiner Testphase schon ein paar Mal bei Gedanken erwischt, die laut geschrien haben, dass das sicher nicht so geht. Und dass es dafür und dafür und dafür Ausnahmen geben muss. Ich bin ja ein mega bequemer Mensch. Eine richtige Couchpotato. Sport darf sein, aber nicht zu anstrengend. Beim Radfahren bin ich letztes Jahr schon recht aus meiner Komfortzone rausgekrabbelt. Aber meine Güte, was fluche ich heute noch, wenn der (Gegen)Wind zu stark ist. Beim kleinsten Regentropfen blieb das Fahrrad bislang zu Hause stehen, weil die rutschigen Straßenbahnschienen… . Also Auftrag Nr. 1 lautet: Der innere Schweinehund wird zum Schweigen gebracht.

Des lauen Sommernächtens…

Der Sommer in Wien ist ja meist recht heiß. So heiß, dass mensch sich am liebsten unter Tags nicht außer Haus bewegen möchte. Mir ist es jedenfalls in der letzten Woche so gegangen. Die in der Wohnung „angenehmen“ 26 Grad ziehe ich bei weitem 37 Grad Außentemperatur vor. Den einzigen Vorteil, den die Hitze (für mich) hat ist, dass mensch dann am Abend bis weit in die Nacht hinein kurzärmelig draußen sitzen kann. Ein Sommerspritzer – oder 2 – schmeckt dazu auch ganz gut. Die Zeit scheint stehen zu bleiben und ist doch weit vorangeschritten.

… zum Beispiel bei Biofisch in Wien 17

Tja… mir ist das neulich bei der Grillerei von Biofisch passiert. Biofisch befindet sich im 17. Bezirk – eine halbe Weltreise von mir daheim. Es war heiß, der Fisch war ausgezeichnet (das kalte Bier auch). Wir haben bis nach Mitternacht geplaudert, gefeiert und eine ganze Menge Spaß gehabt. Die Zeit verging wie im Flug und ich habe total die Zeit übersehen. Kurz nach Mitternacht machte ich mich dann doch auf den Heimweg – zwei Mal zuvor bin ich „gescheitert“ – denn ich wollte doch noch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause kommen.

Die letzte Straßenbahn hatte ich schon versäumt. Meine letzte Chance war der Bus 13A, der über einen Kilometer von Biofisch entfernt zu finden war. Und ich hatte Glück – ich hab den letzten dieses Abends erwischt. Am Weg dorthin überlegte ich, ob ich denn auch den Versuch wagen würde, zu Fuß nach Hause zu gehen. Wie lange würde es dauern? 1 Stunde? Oder 1,5, vielleicht 2? Warm ist es ja. Und nüchtern würde ich dadurch vermutlich auch wieder werden… Schlussendlich war ich froh, als ich im Bus Richtung Heimweg saß. Und mir wurde klar, dass so ein Abend im Rahmen meiner #imeasummerchallenge2019 etwas schwierig sein würde. Und der nächste Tag genauso. Schlafentzug und leichter Schwindel nach etwas zu viel Alkohol ist eine üble Kombi, um am nächsten Tag auf´s Rad zu steigen. Der innere Schweinehund schreit, verständlicherweise, an diesen Tagen ganz besonders laut.

Entweder kein Alkohol und heim mit dem Fahrrad oder zu Fuß (wenn ich leicht betrunken bin, geh ich unglaublich gern zu Fuß oder laufe sogar – ich mutiere sozusagen zur Leichtathletin, die offenbar ganz tief in mir schlummert 😉 ) oder etwas Alkohol und heim mit den Öffis. Vernünftiger ist natürlich Variante 1. Aber so ab und zu dezent über den Durst trinken und komplett loszulassen, tut mir schon auch manchmal ganz gut, muss ich sagen.

Also stehen wir vor Herausforderung 2 und Grenze Nr. 1. Ich werde bei der einen oder anderen Feier wohl ein Ticket der Wiener Linien Richtung nach Hause lösen. Vor allem, wenn die Feier außerhalb des Gürtels am anderen Ende von Wien stattfindet.

Unterwegs mit FreundInnen

Hin- und hergerissen bin ich bestimmt, wenn ich das erste Mal mit meinen FreundInnen, die im gleichen Bezirk wie ich wohnen, außerhalb unseres Wohnbezirkes unterwegs bin. Fahre ich mit ihnen gemeinsam mit den Öffis zu unserem Ziel und wieder nach Hause, oder bestehe ich darauf, den Anfahrts- und Heimweg mittels Fahrrad oder zu Fuß zu meistern? Ich werde mich vermutlich für Variante Nr. 1 entscheiden. Weil ich es einfach gern hab, unter Menschen zu sein.

Keine Frage wird es sein, wenn ich Besuch von FreundInnen oder Familie in Wien habe und wir etwas gemeinsam unternehmen möchten. Da werde ich nicht die „Außenseiterin“ sein und separat „anreisen“.

Distanzen über 5 Kilometer

Selten, aber manchmal doch, lege ich innerhalb Wiens Distanzen über 5 Kilometer zurück. In den 17. Bezirk sind es z. B. gute 6 Kilometer. Einige Ärzte und Ärztinnen habe ich ebenfalls außerhalb der Komfortzone von 5 Kilometern. Zu Fuß brauche ich laut Umgebungsapp für gut 6 Kilometer knappe 1,5 Stunden oder knapp 30 Minuten mit dem Fahrrad. 30 Minuten mit dem Fahrrad klingt bewältigbar. Dennoch kenne ich die Radwege außerhalb meiner Komfortzone (diese liegt im 4., 5., 6., 7., 10. und teilweise im 3. und 8. Bezirk) noch nicht so gut. Und jedeR, der/die in Wien mit dem Fahrrad fährt weiß, wie herausfordernd das sein kann. Und dass es zusätzlich Zeit kostet. Wenn ich also z. B. einen Arzttermin habe, werde ich mich entweder mehr als rechtzeitig auf den Weg machen oder doch die öffentlichen Verkehrsmittel bevorzugen. Ich bin schon gespannt, wer gewinnt 😉

So, das war nun mein erster Beitrag zum Thema #imeasummerchallenge2019. Ich würde mich freuen, wenn ihr das Projekt hier, auf facebook und instagram verfolgt. Auch wenn Sommer ist. Normalerweise gibt es ja im Sommer immer eine Blogpause. Diese werde ich heuer aussetzen. Weil ich eben was zu berichten habe. Aber auch, weil es am Blog in letzter Zeit sehr ruhig war und ich jetzt im Sommer endlich wieder mehr Zeit für den Blog habe.

Falls du mir weit voraus bist – also bereits bei jedem Wetter in Wien radelst oder zu Fuß gehst – freue ich mich über deine Tipps & Erfahrungen!

& KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Liebe Sabi,
    Cooles Projekt, viel Glück und vor allem Spaß! Wie du selbst schreibst, ist es für Leute, die immer mit dem Rad in einer Großstadt unterwegs sind, keine große Herausforderung – das Radfahren hat sich gewissermaßen „automatisiert“. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Gefühl sich auch bei dir in einigen Tagen einstellt, und dass die Überwindung, auf das Rad zu steigen, wegfällt. Was das nächtens in Wien unterwegs sein angeht: Wien ist auch in der Nacht eine wunderschöne Stadt, und das Gefühl um 2 Uhr morgens durch eine großteils ausgestorbene Stadt zu radeln ist herrlich… Alles Gute für die nächsten Radkilometer!

    • Hi Mischa!

      Danke, danke! Ich bin auch guter Dinge, dass die Überwindung bald nicht mehr da ist. Morgen ist Bewährungsprobe. Ab in den 18. Unter Zeitdruck. Für’s Radfahren in der Nacht hab ich vorgesorgt. Herr von Anders hat mir eine stylische Warnweste besorgt. Damit mich niemand übersieht. War mein eigener Wunsch. Ich seh damit zwar aus, wie eine Verschubarbeiterin bei den ÖBB, aber mein Leben ist es mir wert!

      Ich hol mir dann im Herbst bestimmt einige Tipps von dir, als erprobter Radler in der Stadt.

      LG Sabi

  • Viel Erfolg beim „Schweinehund“ gassi führen. – So sagte meine Oma einmal und ich finde den Satz manchmal sehr passend. Bei deiner Challenge auch. Viel Erfolg, ich bin gespannt.

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