ich mach es anders

5 Tipps, wie du Wildbienen unterstützen kannst

Mohn Toskana

„Die Bienen finden kaum Nektar, weil es zu trocken ist.“ Das war Ende letzter Woche eine für mich schockierende Nachricht von der Imkerein Adriana beim AbHof-Tourauftakt „Summ, summ, summ – Einblicke in die Wiener Bezirksimkerei“. Seit letztem Jahr arbeite ich intensiv mit der WIENER BEZIRKSIMKEREI zusammen und habe viel über Bienen gelernt. Und lerne noch immer dazu. Es ist total spannend auf der einen, und teils schockierend auf der anderen Seite. Denn ein „Mittlerweile gibt es Bio(!)-Sonnenblumenzüchtungen, die nicht honigen und keinen Pollen haben. Dadurch ist der Sonnenblumenhonig (Anm.: der übrigens geschmacklich ein Hammer ist!) immer schwerer zu bekommen.“ ist für mich blanker Wahnsinn. Ich käme gar nicht auf die Idee, dass es soetwas gibt. Nicht im Traum hätte ich daran gedacht. Umso mehr möchte ich mich zukünftig für Bienen, mit Fokus auf die Wildbienen einsetzen. 5 Tipps habe ich dazu heute recherchiert.

Die Wildbiene – Spezialistin und Solokämpferin

Wildbienen sind sogenannte Solitärbienen. Das bedeutet, sie leben allein und nicht wie die Honigbiene oder Hummel im Volk, in dem jedes Tier seine Aufgabe hat. Sie bauen ihre Nester und versorgen ihre Brut ohne Artgenossen. (Qullen: Faszination Wildbiene, Umweltberatung) Die Wildbiene ist eigentlich der falsche Begriff. Es sind WildbieneN. In Österreich gibt es geschätzt 700 Arten. Das ist eine ganze Menge. Aber sie fallen nicht wirklich auf. Ich weiß erst seit letztem Jahr mehr dazu.

Biene, Hummel, Wespe, Hornisse – That´s it!

In meiner Kindheit habe ich gelernt – teilweise auch durch „Direktkontakt“ – wie eine Biene, eine Wespe, eine Hummel und eine Hornisse aussehen und kann sie unterscheiden. That´s it. Alles andere habe ich nicht der Bienengattung zugeordnet, weil die Biene ist ja die, die den Honig macht. Alles andere ist irgendwas anderes, aber bestimmt keine Biene. Jahrelang habe ich mich nicht weiter damit beschäftigt. Ist ja nur ein Krabbelgetier mit Flügeln. Ob sie stechen können? Keine Ahnung. Wurscht. Durch meine Arbeit mit der WIENER BEZIRKSIMKEREI lerne ich gerade, dass diese Unterschied für viele nicht klar ist. Obwohl sie sich eindeutig unterscheiden. Im Aussehen und in ihrem Verhalten. Mensch muss sich eigentlich nur kurz Zeit nehmen, genau hinzuschauen.

Ein Wildbeine zu sein ist nicht schwer, zu überleben aber umso mehr – oder so ähnlich…

Die Wildbienen sind also komplett auf sich allein gestellt. Und sie haben ein riesiges Problem. Sie finden kaum noch Möglichkeiten zu nisten, geschweige denn Futter, um sich und die Brut zu ernähren. Weil es immer weniger davon gibt. Der Mensch schafft es „wunderbar“, die Wunder der Natur zu zerstören. Aber macht ja nix. Wenn wir mittlerweile selbst bestäubende Pflanzen haben, braucht es keine Bienen mehr. *Ironie off*

Gärten sind so schön grün. Schaut für manche hübsch aus, aber den Wildbienen, Schmetterlingen und anderen Insekten bringt das gar nix. Außer den Tod. Wildblumen gibt es kaum noch. Weder in Gärten noch am Straßenrand. Es wird alles niedergemäht und niedergespritzt. Unkraut wollen wir nicht.

Ich schwärme ja so von Sardinien. Dort gibt es rund um Wildwiesen mit den schönsten Blumen, wenn mensch nicht gerade im Hochsommer dort Urlaub macht 😉 Ich hab euch einige Bilder von meinem Urlaub im Mai rausgesucht. Auch schon sehr trocken, aber mensch bekommt ein bisschen eine Ahnung. In Privatgärten habe ich nicht hineinfotografiert. Sie sind jedoch im Gegensatz zu unseren „englischen“ Gärten wesentlich naturbelassener. Das Foto von der Westküste zeigt im Ansatz, wie die Straßenränder auf Sardinien aussehen. Während der Fahrt war es ein bisschen schwer, das richtige Foto für diesen Beitrag zu knipsen 😉

So hilfst du den Wilbienen

Nun verrate ich dir 5 Tipps, wie du Wildbienen recht unaufwändig unterstützen kannst.

Pflanze bienenfreundliche Blumen!

Lavendel - eine bienenfreundliche Pflanze. Damit kannst du Wildbienen unterstützen, damit sie Futter finden. Die Wildbienen werden es dir danken!

Blumen im Garten und am Balkon schauen nett aus. Aber nicht alle sind bienenfreundlich. Vor allem Zierpflanzen wie z. B. Geranien, Dahlien oder Crysanthemen bringen dem großen Krabbeln keinen Mehrwert. Durch ihren Duft locken sie die Bienen zwar an, aber sie haben kaum bis keinen Nektar und Pollen. Bienenfreundlich hingegen sind

  • Margeriten
  • Glockenblume
  • Fächerblume
  • Kpuzinerkresse
  • Lavendel

oder Krätuer wie

  • Basilikum
  • Schnittlauch
  • Thymian
  • Koriander
  • Minze

Quelle und weitere Tipps

Keine Macht der Monokultur – Wildbienen lieben einen reich gedeckten Tisch!

Bienen lieben die Abwechslung. Deshalb achte bei Blumen darauf, dass sie vielfältig sind. Achte ebenfalls darauf, dass du das ganze Jahr über Blühendes anbietest. Bienen haben nämlich, so wie wir Menschen, ganzjährig Hunger.

Bau dein Insektenhotel! Aber Achtung, mensch kann viel falsch machen.

Insektenhotels sind seit Jahren ein Blickfang in vielen Gärten. Erst jetzt habe ich mich damit beschäftigt und herausgefunden, dass dabei unglaublich viel falsch gemacht werden kann. Und noch viel schlimmer: unbrauchbare Hotels werden in Massen verkauft. Deshalb besser selber machen!

Irrtümer bei Insektenhotels

Jagt mensch dies durch die Suchmaschinen, erhält mensch relativ rasch aufklärende Infos darüber, was bei einem Insektenhotel falsch gemacht werden kann. Deshalb gebe ich hier nur ein paar „Schmankerl“ preis: Stroh zieht Ohrenkneifer (Ohrenkäfer) an und keine Wildbienen. Der Ohrenkneifer ist als Pollendieb bekannt. Er frisst also den Wildbienen und deren Brut das Futter vor der Nase weg. Gut für den Käfer, ganz schlecht für die Wildbienen. Zu große oder zu kleine Bohrlöcher werden nicht besiedelt werden. Wilbienen haben einen Durchmesser von 2mm bis ca. 9 mm. Alle Löcher die kleiner oder größer sind, ziehen maximal anderes Getier an. Einen sehr informativen Blog, den ich zum Thema Insekten und Insektenhotels gefunden habe, nennt sich Naturgartenfreunde.

Born to be wild – dein Garten ist das auf jeden Fall!

„Was würden dann da die Nachbarn sagen?“, das ist DIE Frage, die ich bei Diskussionen über sterile Grüngärten höre. „Unkraut“ wird auf Teufel komm raus vernichtet (ich möchte gar nicht wissen womit), Maulwurfhügel werden beseitigt (vermutlich die Vicherl ebenso 🙁 ), der Rasen wird regelmäßig gemäht. Es werden maximal ein paar Blümchen stehen gelassen, der Rest wird knallhart niedergemäht. Schön grün muss es sein, und kurz. Mit viel Glück gibt es in irgendeiner Ecke eine kleine Bienenweide mit bienenfreundlichen Blumen.

Ich hab keinen Grund mit Garten. Aber hätte ich einen, ich würde mir maximal eine Wegschneise ausschneiden, um zu meinen Gartenbeeten oder zum Komposthaufen zu kommen. Der Rest dürfte wuchern, so wie es ihm gefällt. Ich hab diese Variante einmal bei einem Bekannten gesehen. Wir waren zu einer Grillerei eingeladen. Es war richtig idyllisch zwischen dem hohen Gras, den Sträuchern und Obstbäumen. Vogelgezwitscher, Insektengebrumme und Grillengezirpe. Es war einfach wunderbar! Und ist leider so selten geworden.

Sei Guerilla – pflanze Wildblumenbeete im öffentlichen Raum!

Sogenannte Seed-Bomben, also Samenbomben, kommen aus der Ecke des Guerilla-Gardenings. Sie unterstützen dabei, längst verschwundene Blumen wieder anzusiedeln. Und zwar auf jedem leeren Fleckchen Erde, den mensch entdeckt. Sie sind auch ganz einfach selbst gemacht. Ich finde, nicht nur in der Stadt gehört das gemacht, sondern auch am Land. Wenn ich die Gegenden betrachte, in denen ich als Kind meine Wildblumensträuße zum Muttertag gepflückt habe, werd ich ganz trübselig. Würde ich heute einen Strauß pflücken wollen, ich hätte keinen. Weil es Wildblumen wie Glockenblume, Margerite, Fleischblume & Co. kaum noch gibt.

Kennst du weitere Tipps, um Wildbienen und Schmetterlinge zu unterstützen? Dann lass es mich wissen. Ich freu mich auf eure Kommentare!

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