ich mach es anders

„Wenn Sie nur wüssten, wie ich meine Zähne putze“ – mein innerer Monolog bei der Mundhygiene

Den Satz vor und/oder nach einem Zahnarzttermin „Einen Termin für die Mundhygiene müssen wir dann auch bald ausmachen“ ignorierte ich mehr oder weniger. Die Frage „Sollen wir auch gleich die Mundhygiene machen oder wollen Sie nur mal einen Kontrolltermin?“ bei einer Terminvereinbarung beantwortete ich mit „Nur einen Kontrolltermin bitte“. 28 Jahre lang hatte ich keine Mundhygiene. Seit 3 Jahren werde ich jedoch damit „gequält“.  Am Land ist Mundhygiene nicht so im Trend, wie mir scheint. In der Stadt wird damit – das ist jedenfalls mein Gefühl – recht gern ein Taschengeld dazu verdient. Ich war und bin so bockig, weil ich der Meinung bin, dass ich keine Mundhygiene benötige (auch wenn mir schon sehr viele Menschen das Gegenteil gesagt haben) bzw. wenn, dann nur in sehr langen Abständen. Ich habe keinen Zahnstein und keine Verfärbungen. Im September diesen Jahres ließ ich mich jedoch weichklopfen. Ich tanzte nach fast zwei Jahren (nach meiner Zahnspangenentnahme – da hatte ich die letzte Mundhygiene) wieder einmal zum Zanderlpolieren an.

Wenn mich eine Frage krawutisch (wütend) macht, dann ist das genau eine…

Ich hatte im August einen alljährlichen Kontrolltermin beim Zahnarzt. Ich gehe einmal im Jahr freiwillig hin. Das zweite Mal nur, wenn´s irgendwo weh tut. Weil ich gleich zu Beginn die Frage „Wann war denn die letzte Mundhygiene?“, den anschließenden Blick in die Karteikarte und den Nachsatz „Aja, das ist schon ein bisschen her. Da brauch ma dann schon bald einen Termin.“ so, so, so, so sehr hasse. Da krampft sich in mir alles zusammen. Ich bin jedoch konfliktscheu und lass mich bei einem Zahnarzttermin nur ungern auf Diskussionen ein. Ich bin froh, wenn ich möglichst schnell wieder draußen bin.

Schon beim Kontrolltermin wusste ich, dass es unnötig war, tat es aber trotzdem

Bei Blick in den Mund meinte zuerst die Assistentin und dann auch der Zahnarzt: „Wie putzen Sie denn Ihre Zähne?“. Ich so „Äh, wie meinen Sie das denn genau?“. Ich war schon auf die Gesichter bei meiner Antwort „Mit Holzzahnbürste und Öko-Zahnpasta“ gespannt. „Na, mit der Hand oder elektrisch“, meinte der Zahnarzt. „Achso“, dachte ich mir und gab die Antwort „Mit der Hand.“ „Wirklich? Weil das schaffen nur die Wenigsten, dass sie so schön ihre Zähne putzen. Vor allem, wenn man hinten unten einen Draht drin hat.“ (Seit der Zahnspangenentnahme habe ich unten auf der Zahnhinterseite einen Draht angeklebt, der die Zähne an ihrem Platz hält). „Ha, Jackpot! Geht´s sch…. mit eurer Mundhygiene!“ waren meine innersten Gedanken. Da ich davor mit mir selbst jedoch eine Wette abgeschlossen hatte, machte ich mir nach meinem Kontrolltermin ganz bewusst einen Termin für die Mundhygiene aus. „Mindestens 45 Minuten würde er dauern“ sagte mensch mir.  Ich wusste, dass dem nicht so sein würde.

Ich wettete mit mir selbst: Ich bin in 15 bis 20 Minuten fertig, bezahle die vollen 45 Minuten, also € 100,- (mein Zahnarzt macht nämlich keinen Unterschied zwischen großer und kleiner Mundhygiene) und hol mir die Bestätigung, dass ich nicht so oft wie viele andere eine Mundhygiene brauche.

Holzzahnbürste und Zahnpulver

„Na, so schön gepflegte Zähne. Das ist ja ein Wahnsinn“ sprach´s aus ihrem Mund

Zwei Wochen später saß ich bei der Person, die die Mundhygienen durchführt. Mein Blick auf die Uhr. 13:05 – Start. Während der Behandlung bekam ich immer wieder zu hören: „Na, so schön gepflegte Zähne.“ „Ihre Zähne sind wirklich schön gepflegt.“ „Sieht man selten. So schön gepflegte Zähne.“ Ich ging in der Zwischenzeit mit mir in den inneren Monolog. „Soll ich den Preis verhandeln oder soll ich mir die Bestätigung abholen, dass ich nicht jährlich zur Mundhygiene muss? Aber vielleicht verrechnet sie mir eh weniger, wenn sie nicht die ganzen 45 Minuten benötigt.“ Ich entschied mich für Option 2, denn im Preise feilschen bin ich total schlecht. Meine Hoffnung lebte ja noch. Und wenn die wüsste, womit ich mir meine Zähne putze.

Dann war es 13:30 – Mundhygiene Ende. Ganze 25 von 45 Minuten saß ich also am „heißen Stuhl“. 20 Minuten weniger als veranschlagt. Wäre dann also fast 50 % Preisnachlass. Und wie ihr euch denken könnt bezahlte ich die vollen € 100,-. Jetzt war mein Auftritt. „Sind Sie also der Meinung, dass ich nur alle 2 Jahre zur Mundhygiene muss?“ war meine Frage an die Dame. Sie antwortete: „Ja. Also bei Ihren gepflegten Zähnen bestimmt. Außerdem gibt es ja eh die Kontrolltermine und wenn wir sehen, dass eine notwendig ist, dann sagen wir das eh.“ Ich so: „Aha spannend. Ihre KollegInnen meinen schon seit über einem Jahr, dass ich dringend einen Termin brauche. Dann komm ich zukünftig nur alle zwei Jahre.“, sagte ich und beschloss, meinen Zahnarzt zu wechseln. Also falls wer einen Tipp in Wien hat, nur her damit.

Und jetzt lüfte ich mein Geheimnis: Damit putz ich mir die Zähne

Nachhaltiges Zähneputzen war eines meiner ersten Themen hier am Blog. Das ist über 4 Jahre her. In diesen 4 Jahren habe ich verschiedenste Zahnpasten, Zahnpulver und Zahnbürsten ausprobiert. Es war verdammt schwer, die richtige Bürste zu finden. Aber jetzt hab ich sie. Angefertigt von der letzten Bürstenmacherin im Burgenland. Eine Zahnbürste aus Bambus besetzt mit Maisfaser. Sie hat einen kleinen Kopf und ist eher weich. Durch diese Zahnbürste stellte ich fest, dass ich davor mit zu harten Bürsten geputzt hatte. Im Gegensatz zu den handelsüblichen Bambuszahnbürsten habe ich nicht das Gefühl von extra viel Holz im Mund. Und mit dem kleinen Kopf komm ich wunderbar überall hin.

Etwas mehr Geld für die Bürste, dafür weniger für Mundhygiene

Die Zahnbürste ist komplett kompostierbar. Auch das unterscheidet sie von den Bambuszahnbürsten. Dessen Borsten sind nämlich meist aus einer Kunstfaser und somit kann ich diese nur ohne Kopf im Biomüll entsorgen. Preislich ist die Maisfaserzahnbürste im höheren Segment. Ca. € 6,50 kostet sie im Onlineshop der Firma. Ca. plus € 1,- bei VertriebspartnerInnen. Nachdem ich aber in Erfahrung gebracht hatte, wie viel Geld Menschen für einen Bürstenkopf einer elektrischen Zahnbürste ausgeben, tun mir die € 7,50 nicht mehr weh. Ich investier das gern. Vor allem erspar ich mir mit der Bürste ziemlich viel Mundhygiene. Da gehen sich 13 Zahnbürsten im Jahr aus, wenn ich nur alle zwei Jahre zur Mundhygiene muss.

Das leidige Thema Zahnpasta

Zahnpulver

Bei der Zahnpasta gibt´s noch Verbesserungsbedarf. Zur Zeit nutze ich eine nachhaltige von einer großen Drogeriekette. Mit Zahnpulver komm ich nicht ganz so gut zurecht, da ich damit immer wieder mit Belag zu kämpfen habe. Ich putz dann doch manchmal ein wenig schlampig, wie es aussieht. Ich bin aber wieder voll motiviert, dem Zahnpulver eine zweite Chance zu geben.

 

Fazit: Holzzahnbürsten sind keinen Deut schlechter, als Plastikzahnbürsten

Da ich immer wieder in Foren lese, dass ZahnärztInnen der Meinung sind, dass Holzzahnbürsten und v.a. Pflanzenfaserborsten so gar nicht gut für die Zähne sind, möchte ich mit meiner Erfahrung mit diesem Mythos aufräumen. Lasst euch nicht verunsichern! Natürlich kommt es auf dein Zahnmaterial an. Je nachdem, wie deine Zähne und dein Zahnfleisch beschaffen sind, benötigst du ein- bis zweimal pro Jahr eine Mundhygiene oder seltener. Trinkst du viel Kaffee oder Tee und/oder rauchst du, wirst du ebenfalls öfter eine Mundhygiene benötigen als Menschen, die weder Koffein und Nikotin konsumieren. Aber hör auf dein Gefühl. Mich hat meines nicht getäuscht. Ich hab die für mich perfekte Holzzahnbürste mit Borsten aus einem natürlichen Rohstoff gefunden. Und ich spare damit eine ganze Menge Plastikmüll ein. Hat eh nur 4 Jahre gedauert…

Womit putzt du deine Zähne? Wie stehst du zu Mundhygiene? Macht dein Zahnartzt/deine Zahnärztin diese auf Kassa mit oder wirst du auch regelmäßig zur Kasse gebeten? Zur Info für meine LeserInnen aus Deutschland: In Österreich übernimmt die Krankenkasse nicht die Mundhygiene, weshalb sie privat zu zahlen ist.

& KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Vielen Dank für diese erhellenden Infos!!! Zähneputzen ist ja eines der vielen Themen, wo man 1000 Meinungen hört und jede/r behauptet, die einzige Wahrheit zu kennen ( also v.a. die Zahnärztinnen und -ärzte). Werde mir umgehende diese Zahnbürste besorgen. Ich will auch nicht ständig Plastik in der Pappalatur haben.

    • Hi Sylvia,

      sehr gern. Wie bei so vielem anderen auch, schadet es nicht, auf sich selbst zu hören. Mir passiert es aber auch immer wieder, dass ich mir was von Ärzten einreden lasse. Vieles mag stimmen. Aber nicht alles, wie meine Erfahrung zeigt. Wünsch dir viel Freude mit der Zahnbürste!

      LG Sabrina

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