ich mach es anders

Warum es Sinn macht, Getreideflocken selbst zu flocken [Werbung]

Ich habe vor einigen Monaten nicht nur beschlossen, mein Frühstück auf gesund umzustellen, sondern ich wollte auch weniger Müll produzieren. Das geht unter anderem dadurch, dass ich meine Getreideflocken für mein Frühstücksmüsli selbst herstelle. Da wir über unsere Food Cooperation Getreide auf Lager haben, ist meine müllfreie Versorgung damit gegeben. Ich hole mir in einem eigenen Gefäß einfach die Menge, die ich benötige. Pro 500 Gramm Müsli benötige ich ca. 185 Gramm Flocken.

Gekaufte Getreideflocken ohne Nährstoffe

Nun könnte ich die Flocken natürlich auch weiterhin fix und fertig kaufen. Wäre da nicht der Müll. Und was noch viel wichtiger ist und mir, bis ich mich mit dem Thema „Gesundes Frühstück“ näher auseinandergesetzt habe, nicht klar war: Gekaufte Flocken müssen haltbar gemacht werden. Eigentlich eh klar. Und das passiert durch Hitze. Dadurch gehen wichtige Nährstoffe, vor allem das B-Vitamin, flöten und die Qualität der Ballaststoffe lässt nach. Frische Flocken enthalten fettspaltende Enzyme, Vitamine und Mineralstoffe. Und ich find es schon ganz gut, wenn mein gesundes Frühstücksmüsli auch wirklich gesund ist und ich mir nicht nährstoffarme, gekaufte Flocken reinstopfe.

Nähstoffbeispiele Dinkel und Roggen

Aktuell verwende ich für mein Müsli Bio-Dinkel und Roggen. Beide Getreidesorten beinhalten:

Vitamine: Vitamine: Thiamin, Riboflavin, Niacin, Pyridoxin, Tocopherol
Mineralstoffe: Natrium, Kalium, Calcium, Phosphor, Magnesium, Eisen

Und es wär ja voll schade, wenn all diese Vitamine und Nährstoffe nicht mehr enthalten sind, nur weil ich zu faul bin, meine Flocken selbst zu flocken. Deshalb hielt ich meine Augen nach passenden Geräten zum Selberflocken offen. Nachdem ich in Erfahrung gebracht hatte, dass es für das Flocken eigene Gerätschaften gibt, überlegte ich, was ich benötige. Flocker und Mühle? Nur Flocker? Elektrisch betrieben oder mit Handkurbel? Eines Tages entdeckte ich zufällig Geräte von einer Firma, die ich mir näher ansah. Nachdem ich euch nun meinen Flocker der Begierde vorstelle, habe ich anschließend noch einige Tipps zum Thema eingeweichtes Getreide für euch. Und ich habe mir angesehen, ob ich mir durch das Selberflocken Geld spare.

Selber Flocken mit der KoMo FlicFloc

In einem Reformhaus stieß ich auf die Geräte von KoMo, die in Tirol aus hochwertigem Buchenholz gefertigt werden. Mich lachte sofort das Gerät  FlicFloc an. Nach Durchblättern des Flyers stellte ich fest, dass es eine unglaublich große Produktpallette für alle Bedürfnisse gab. Ich wollte in Ruhe überlegen, was wirklich meine Anforderungen sind und welches Gerät ich dafür benötigen würde.  In einem ersten Anflug von Euphorie war ich kurze Zeit davon überzeugt, dass ich unbedingt ein Kombigerät benötige. Dann könnte ich auch Reis-, Kichererbsenmehl machen, Kaffee mahlen und, und, und. Schließlich wurde es die FlicFloc. Es war genau das Gerät für meine Bedürfnisse. Nicht überdimensioniert und mit Handkurbel. Eine FlicFloc kostet bei Bestellung in Österreich EUR 139,- (inkl. 3 Jahre Garantie) und ich flocke damit nicht nur meine Getreideflocken für das Frühstück.

Das Gerät

Die KoMo FlicFloc flockt Weichgetreide (Dinkel, Roggen, Weizen), Ölsaaten (Leinsamen, Hafer, Mohn) und Gewürze (Pfeffer, Chili, Senfkörner). Also weit mehr, als mir bewusst war. Leinsamen brauche ich ebenfalls für mein Müsli – perfekt also! Nicht geflockt werden können Hartgetreide (Reis, Mais, Hirse), Hülsenfrüchte (Kichererbsen, Bohnen, Erbsen) und Kaffee. Wenn ich mir ehrlich bin, benötigen wir so wenig Mehl, dass ein Kombigerät sowas von überdimensioniert gewesen wäre. Und auch Hülsenfrüchte benötige ich aktuell weder als Mehl noch als Flocken. Wir haben dafür einfach keinen Bedarf. Deshalb ist die FlicFloc perfekt. Auch für meine benötigte Menge. Eine „volle Ladung“ fasst ca. 100 Gramm, d.h. ich flocke einfach zwei Ladungen und hab ziemlich exakt meine notwendige Flockenmenge.

Lieferumfang des Edelflockers

Zwei kegelförmige Edelstahl-Walzen erledigen die Arbeit. Ich kann zwar nicht die Flockendicke einstellen, aber das brauch ich auch nicht. Im Lieferumfang enthalten sind:

  • Ein Glas, um die Flocken aufzufangen
  • Der Flocker (Edelstahlblende kann zum Reinigen entfernt werden)
  • Handkurbel (wird eingedreht)
  • Tischzwinge
  • Holzkeil, um die Handkurbel leichter zu entfernen (verhindert Durchdrehen der Walzen)

Nachdem das Gerät an einem passenden Platz aufgebaut ist, kommen die ganzen Körndeln oben rein. Dann wird durchgekurbelt. Zwischendurch drehe ich das Glas, damit sich die Flocken gleichmäßig verteilen. Ist alles fertig, baue ich die FlicFloc in wenigen Sekunden wieder ab, damit sie nicht unnötig herumsteht. Ich reinige sie mit einem feuchten Tuch und hin und wieder ist ein spitzer Gegenstand (ich verwende aktuell einen Zahnstocher), dazu aber noch später.

Der Vorteil eingeweichter Körner

Beim ersten Mal habe ich trockene Körner geflockt.  Ich verarbeite sie ja zu Müsli weiter. Bei meinen Recherchen zu diesem Beitrag bin ich jedoch darauf gestoßen, dass das Einweichen des Getreides Sinn macht. Denn wie Hülsenfrüchte oder Nüsse werden viele dadurch bekömmlicher und verlieren ihre Antinährstoffe. Antinährstoffe sind z. B. Phytinsäure oder Lektine. Sie verhindern die optimale Nährstoffaufnahme durch den Menschen. Mensch vermutet, dass sich dadurch das Korn vor Fressfeinden wie den Menschen schützt. Durch das Einweichen wird der Keimprozess in Gang gesetzt und das Korn beginnt, seine schützenden Mechanismen zurück zu fahren und die für den Menschen schädlichen Stoffe abzubauen. (Quelle)

Deshalb nahm ich Flockvorgang Nr. 2 mit eingeweichtem Korn vor. Leider hat das so gar nicht geklappt, da sich der Flockengatsch bei den Walzen angelegt hatte und das Flocken nach wenigen Kurblern gar nicht mehr funktionierte. Da ich Schiss hatte, das Gerät mit meinem Experiment zu zerstören, habe ich recht rasch abgebrochen, alles fein säuberlich gereinigt (Zahnstocher bieten sich für die Reinigung der Ritzen zwischen Holz und Walzen an!) und bin wieder zu den trockenen Körnern übergegangen. Es ist nicht ganz optimal, dass ich die Körner vorher nicht einweichen kann. Aber es gibt Schlimmeres. Ich denke, wir nehmen weit mehr schädliche Stoffe durch unsere Nahrung auf, wenn wir uns Fertigprodukte hineinstopfen, als mit Getreidekörnern.

Flocken von Sonnenblumenkörnern und Leinsamen

Sonnenblumenkörner und Leinsamen flocke ich nun auch. Damit sind sie besser verdaulich. Da Beides sehr ölig ist, flutschen die Flocken nicht so gut durch die Walzen, wie das Getreide. Viel eher bleiben sie auf den Walzen picken, wurschteln sich aber dennoch schlussendlich ins Glas. Es ist nicht vergleichbar mit den Flocken der eingeweichten Körnern, dennoch muss die FlicFloc danach fein säuberlich, mit einem nassen Tuch und Zahnstochern (oder einem anderen spitzen Gegenstand) geputzt werden. Das ist ein bisschen mühsam, aber sobald mensch den Dreh raus hat, funktioniert es ganz gut.

Kostenersparnis durch selbstgemachte Getreideflocken

Ich spare nicht nur Müll ein und gewinne Nährstoffe durch das Selberflocken. Auch mein Geldbörsel freut´s. Ein Kilogramm Dinkelflocken kosten im Refomrhaus/Bio-Geschäft rund EUR 5,60, wenn mensch nicht auf das billigste Produkt greift. Ein Kilo Roggenflocken kosten EUR 3,50. Und das steht  EUR 2,- für ein Kilo Bio-Dinkel bzw. EUR 1,30 für ein Kilo Bio-Roggen direkt vom Bauern/der Bäuerin gegenüber.

1 kgGanzes Korn vom Bauern/der BäuerinFlocken aus dem Bio-MarktErsparnis pro Kilo
Bio-Roggen€ 1,30€ 3,50€ 2,20
Bio-Dinkel€ 2,00€ 5,60€ 3,60
Bio-Leinsamen€ 3,00€ 7,00*€ 4,00

*hier habe ich leider nur einen Preisvergleich von einem Supermarktprodukt, da ich von einem Biomarkt keine Preise online einsehen konnte. Die anderen Biomarktpreise habe ich mir während diverser Einkäufe notiert.

Bei je 1 Kilo selbst gelocktem Dinkel und gequetschtem Leinsamen spare ich mir insgesamt EUR 7,60. Ich muss also knapp je 18,5 kg Dinkel und Leinsamen mit der FlicFloc bearbeiten, damit sie sich amortisiert. Pro Einheit selbst gemachtem Müsli benötige ich 185 Gramm Dinkel. Mensch kann sich also ausrechnen, dass ich mehrere Jahre Müsli produzieren muss, damit sich die FlicFloc amortisiert. Auf das Gerät gibt es 3 Jahre Garantie – die großen Geräte sogar bis zu 12! – und ich bin mir sicher, das geht sich aus. Bei guter Behandlung wird die FlicFloc unzerstörbar sein. Und ist mal etwas hin – Kurbel, Glas oder Tischzwinge – können diese Teile nachgekauft werden. Bei den Walzen ist es vermutlich etwas schwieriger. Aber mal schauen, vielleicht können sogar die getauscht werden.

Mein Fazit zum Selberflocken

Neben dem Erhalt von zahlreichen Mineralstoffen und Vitaminen spare ich mit dem Selberflocken von Getreide eine ganze Menge Müll und auch noch Geld. Auch geschmacklich gewinnen die selbstgeflockten Getreideflocken. Ich bin aktuelle in riesen Fan von Roggenflocken. Den größten Mehrwert, den ich für mich sehe, ist der stärkere Bezug zum Nahrungsmittel. Ich produziere meine Getreideflocken selbst und quetsche mit der FlicFloc auch meine Leinsamen und Sonnebnblumenkerne für das Müsli. Bei Leinsamen und Sonnenblumenkernen ist die Reinigung danach etwas aufwändiger, aber der Aufwand ist es wert. 

Wäre es für dich denkbar, dein Frühstück selbst zu mache und auch die einzelnen Komponenten selbst, soweit es möglich ist, herzustellen?

 

Die FlicFloc wurde mir auf Nachfrage von KoMo kostenlos zur Verfügung gestellt. Ich habe das Gerät als auch den Hersteller genau unter die Lupe genommen und für meinen Blog passend empfunden. Dieser Beitrag spiegelt zu 100% meine eigene Meinung wieder.

Weiterführende Links

Infos zu Dinkel:
Lebensmittellexikon, Lebensmittellexikon, Infos zu Roggen

               

& KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Ich weiß nicht, ob ich dir böse oder dankbar sein soll 🙂
    Du hast mich schon sehr neugierig auf das Gerät gemacht und ein Teil von mir sagt: DAS MUSST DU HABEN
    Nur ganz billig ist es halt nicht. Aber ich esse auch oft Getreideflocken und es stimmt. Ich habe nie daran gedacht, dass die Flocken haltbar gemacht werden müssen. Gerade dass dabei B-Vitamine zerstört werden, ist ärgerlich. Immerhin gehören die eh schon zu den wasserlöslichen Vitaminen, das heißt, sie werde nicht gespeichert und man sollte sie möglichst jeden Tag zu sich nehmen. Von daher reizt es mich schon, selbst Getreide zu flocken. Auch deine Aufstellung mit der Kostenersparnis ist sehr interessant. Aber ehe sich das Gerät finanziell rechnet, dauert eben. Aber Gesundheit ist natürlich wichtiger …

    • Hallo Monika!

      Ich kenne deine Gedanken nur zu gut! Ich hab jahrelang an mir gearbeitet, damit mich höhere Investitionen in qualitativ hochwertige Produkte nicht davon abhalten, sie zu kaufen. Mir hat dafür das Buch „Ausgegeizt! Wertvoll ist besser -Das Manufactum-Prinzip“ von Uli Burchardt (Vorstellung am Blog:https://www.ichmachesanders.com/2014/08/30/ausgegeizt-wertvoll-ist-besser-das-manufactum-prinzip/) sehr geholfen. Kann das Buch sehr empfehlen.
      Seit ich es gelesen habe, fasse ich ein Produkt ins Auge, denke darüber nach bzw. wiege ab, ob ich es wirklich brauche und berechne auch immer wieder, dass mir ein teureres Produkt unterm Strich meist billiger kommt, als ein günstiges, das bald hin ist. Die Umwelt und deine Gesundheit werden es dir danken!

      Lg Sabrina

    • Nein, hab ich (noch) nicht probiert. Hab mir die Videos angesehen und für mich interpretiert, dass das mit dem Flocker nicht funktioniert. Sie haben EA, soweit ich es richtig gesehen hab, nur mit einer Mühle vorgeführt. Aber ich werd diesbzgl. mal bei KoMo nachfragen.

      Lg Sabrina

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