ich mach es anders

Mit Vollzeitjob im Kaufrausch

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Im August 2016 habe ich beschlossen, Teilzeit zu arbeiten. Um mehr Zeit für meine Nachhaltigkeitstouren, die Food Cooperation, den Blog und noch andere Projekte zu haben. Im Jänner und Februar 2018 habe ich nun doch Vollzeit gearbeitet, weil einfach unglaublich viel zu tun war. Und ich wusste, dass ich Vollzeit im Büro sitzen würde. In diesen zwei Monate konnte ich extrem gut beobachten, wie sich mein Konsumverhalten verändert hat. 2017 habe ich erfolgreich mein Konsumbuch geführt, in dem jede meiner Konsumhandlungen notiert wurde. Und ich war sehr zufrieden damit. Aber wie war das nun im Jänner und Februar mit einem Vollzeitjob?

Kaum Zeit für´s Kochen

Mittagessen bei Lieber OhneIch koche auch selbst, wenn ich später von der Arbeit nach Hause komme. In diesen beiden Monaten merkte ich jedoch, dass es mir viel schwerer fiel, mich dafür zu motivieren. Es gab primär schnelle Küche und nicht immer blieb etwas für den nächsten Bürotag übrig. Deshalb holte ich mir während meinem Vollzeitjob viel öfter etwas zum Mittagessen. Manchmal sogar bis zu drei Mal wöchentlich! Vor allem an langen Bürofreitagen tendierte ich sehr dazu, Essen zu gehen oder etwas liefern zu lassen. Das Weckerl zwischendurch hatte auch wieder verstärkt seinen Auftritt, da ich nach der Arbeit wieder zu Terminen raste.

Verändertes Einkaufsverhalten bei Lebensmitteln durch einen Vollzeitjob

Vollzeit zu arbeiten beeinflusste auch mein Einkaufsverhalten. Nach Büroschluss noch schnell etwas einkaufen – das ist nur im Supermarkt (Bioläden habe ich so gut wie keinen in gehweite, ohne den Einkauf mit dem Bus durch die Gegend zu schleppen zu müssen) möglich. Das Lager der Food Cooperation ist leider auch nicht ums Eck. Deshalb suchte ich wesentlich öfter wieder den Supermarkt auf. Das wird sich ab März wieder ändern!

Einkauf Food X, Saefte, Joghurt, Salat, Kaese, Gemuese

Food Coop Bestellung

Der ständige Aufschrei meines Belohnungszentrums

Den schlimmsten Teufel, den ich in dieser Zeit ausmachen konnte, war mein Belohnungszentrum, das sich quasi permanent meldete. Schon Anfang Jänner belohnte ich mich mit neuen Winterschuhen im Abverkauf. Ich hätte sie erst nächste Saison wirklich gebraucht. Ein Pullover (ebenfalls Abverkaufsware) fand im Februar in meinen Schrank. Einen weiteren Pullover habe ich bei meiner Schulkollegin bestellt. Sie hat ihn mir maßgeschneidert. Des Weiteren stellte ich fest, dass ich mein Geld nun offenbar für das Selbermachen von diversen Produkten ausgeben wollte. Obwohl ich ja gerade so gar keine Zeit dafür hatte. Absurd eigentlich!

Ich kaufte mir einen Soja-Maker. Der nimmt mir aber tatsächlich einiges an Arbeit ab und wir haben nun auch wieder öfter eine Suppe, da er auch schmackhafte Suppen zubereitet. Eine Kaffeemühle musste her, um Kräuter und Leinsamen mahlen zu können. Ich bestellte einen Flocker, um meine Müsliflocken selbst machen zu können (er wird dieser Tage geliefert und wurde mir von der Firma zur Verfügung gestellt – Blogbericht folgt 😀 ) und war kurz an einem Brotbackautomaten interessiert. Zwei Küchenmöbel fanden auch den Weg in unsere Küche. Es ist zwar alles (ausgenommen der Flocker) aus zweiter Hand, aber trotzdem eine Anschaffung. Der Gedanke war immer derselbe: „Du arbeitest jetzt Vollzeit. Du fängst früher an und kommst später heim. Du hast derzeit keinen freien Tag in der Woche, um Dinge in Ruhe zu erledigen. Deshalb darfst belohn dich jetzt. Das Geld ist da.“

Ausgepowert durch den Vollzeitjob

Ein Schläfchen mit Katze bringt die nötige Energie zurück.Was ich in diesen beiden Monaten extrem gemerkt habe, war eine extreme Müdigkeit am Abend. Ich war (und bin) ausgepowert. Ein Vollzeitjob ist anscheinend nix mehr für mich. Nicht aktuell mit meinen ganzen Projekten. Ab Freitagnachmittag hatte ich nur noch das Bedürfnis, mich auf die Couch zu werfen und das ganze Wochenende durchzuschlafen. Das ist aber nicht kompatibel mit meinen Projekten, die in dieser Zeit etwas auf der Strecke blieben. Und das war für meine Psyche vermutliche auch nicht das Beste. Ein bisschen hatte ich wieder das Gefühl wie während meinem Studium. Du hast ständig im Kopf, was du nicht alles zu tun hättest. Aber keine Zeit dafür. Meine To Do-Liste nach dem Vollzeitjob erhielt immer mehr Punkte. Heute war der erste Tag seit 8 Wochen, um die ersten Punkte davon abzuarbeiten. Ich bin sehr guter Dinge, dass ich meine Niedergeschlagenheit rasch wieder in den Griff bekomme. Und wieder mit mehr Freude an neue Projekte herangehe und nicht bei jeder Anfrage in Panik verfalle, weil ich nicht weiß, wie ich alles unter einen Hut bringen soll.

Teilzeit – die für mich aktuell beste Entscheidung

Alle angeführten Punkte bestätigen mich in meiner Entscheidung von 2016. Ein Vollzeitjob ist für mich aktuell nicht das Gelbe vom Ei. Nächstes Jahr wird beruflich wieder mehr zu tun sein. Das weiß ich aber schon seit meinem Jobwechsel im Juni 2017. Darauf bin ich eingestellt. Vollzeit im Jänner und Februar zu arbeiten ist jedoch viel mehr Mitte Dezember 2016 einfach passiert. Schon nach einigen Tagen des hin und her Überlegens von meiner Seite, aber es war nicht geplant. Und das hat mich etwas aus meiner Bahn geworfen. Jetzt bin ich dabei, wieder meinen Weg gemeinsam mit Teilzeitarbeit zu finden. Um alles unter einen Hut bringen zu können. In meinen privaten Projekten stecke ich nämlich gerade so tief drin, dass ich nicht alles einfach hinschmeißen kann. Und das möchte ich auch nicht.

Finanziell gesehen bringt mir der Teilzeit- gegenüber dem Vollzeitjob ebenfalls Vorteile. Ich habe nämlich wesentlich mehr Zeit, um etwas selbst zu machen. Ich bin ausgeglichener, wenn ich mein Getreide in der Food Cooperation abhole und dann zu Hause selber mahle oder flocke. Im Sommer steht wieder das Einkochen von Marmelade am Plan und ich möchte erstmals auch Tomatensauce und –sugo einkochen. Auch im Bereich Gewürze und Kräuter möchte ich 2018 noch einen Gang zulegen. Ich brauche das für mein Wohlbefinden. Das geht aber nur, wenn ich Zeit habe. Ich tausche mit meinem Teilzeitjob also Geld gegen Zeit und spare damit wieder Geld. Weil ich einfach nicht so viel kaufe. Und mich weniger oft belohnen möchte.

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