ich mach es anders

Endlich gesund! Selbstgemachtes Müsli zum Frühstück

Seit Juni 2017 leben wir zu Hause milchfrei. Seit diesem Zeitpunkt bin ich auf der Suche nach einem gesunden Frühstück. Das gestaltete sich gar nicht so einfach, da ich breiiges nicht ausstehen kann. Schon gar nicht, wenn es warm ist. Ich wollte nach Jahren endlich weg von Honig- und Marmeladebrot. Also startete ich meine Versuche. 

Gesundes Frühstück – meine Versuche

Ich hab einiges ausprobiert, weil ich nicht glauben wollte, dass ich nichts finde, das mir schmeckt.

Versuch Nr. 1 – Brechreiz

Versuch Nr. 1 war ein super gesundes, breiartiges Gute Morgen-Superfit-Irgendwas. Nüsse wurden dafür eingeweicht, der Brei über Nacht mit Pflanzenmilch „angesetzt“. In der Früh wurde er kalt gegessen. Bei mir verursachte er Brechreiz, weshalb ich nach zwei Tagen aufgab. Mir ist nämlich eines wichtig: das Frühstück, das für mich seit Jahren eine wichtige Mahlzeit ist, muss mir schmecken.

Versuch Nr. 2 – weniger Brechreiz

Versuch Nr. 2 ging in die Richtung Porridge. Bekannte von mir essen das schon länger und sind ganz begeistert davon. Ich jagte Porrdige durch die Suchmaschinen, da er auch einmal (vielleicht noch immer) voll im Trend war. Natürlich bei BloggerInnen. Ich musste mich vor wenigen Monaten erst einmal darüber informieren, was das genau ist. Danach kaufte ich einen Getreide-Nuss-Brei, bei dem ich dachte, das würde ich schaffen. Am nächsten Morgen setzte ich den Brei mit warmer Pflanzenmilch an und schnitt mir Unmengen an Früchten hinein. Das Ergebnis: besser, als Versuch Nr. 1, aber trotzdem – wenn auch etwas weniger – Brechreiz. Ich gab nach 3 Tagen auf und verschenkte das übrig gebliebene Breizeugs.

Versuch Nr. 3 – der Verzweiflung nahe

Nachdem ich einige Zeit verstreichen ließ, dachte ich mir „Alle Dinge sind 3“. Bei einer anderen BloggerIn fand ich das interessante „Rezept“ Leinsamenpudding. Ich setzte also Leinsamen in der Früh mit Pflanzenmilch an, schnitt mir Früchte hinein und aß ihn am Vormittag. „Gar nicht so schlecht“ war mein erstes Fazit. Am nächsten Morgen sollte er mein Frühstück sein. Und: wieder Brechreiz. Nun war ich schon etwas verzweifelt, da ich dachte, dass ich nie und nimmer ein gesundes Frühstück finden würde, das mir schmeckt.

Versuch Nr. 4 – die letzte Chance

Meine letzte Chance war das Müsli. Dieses frühstückte ich während meiner Studienzeit ziemlich lange mit Naturjoghurt. Aber Naturjoghurt ist nicht mehr. Joghurts ohne Milch habe ich bereits alle durch und von meiner Einkaufsliste gestrichen und auch mit reiner Pflanzenmilch (bei uns sagt mensch auch „lettig“ dazu) habe ich so meine Probleme. Weiteres Problem: jenes Müsli, das mir wirklich außerordentlich gut schmeckt, enthält Palmöl. Deshalb setzte ich in den sozialen Medien einen Hilferuf nach Alternativen ab.

BloggerInnen Connection rettet mein Frühstück

Die liebe Alex von Chili & Schokolade meldete sich bei mir und bot mir an, mir ein Rezept für mein Lieblingsmüsli zu kreieren. Quasi ein ich mach es anders-Knuspermüsli-Rezept 😀 Ich streubte mich zuerst, Müsli selbst zu machen (wegen der Zeit warat´s) und dann dachte ich mir: Augen zu und durch. Wenn du ein gesundes Frühstück möchtest, das dir schmeckt und das du selbst machen musst, dann machst du´s selbst.

Das Rezept für selbst gemachtes Knuspermüsli von Chili & Schokolade

Nach wenigen Tagen hatte Alex das Rezept fertig. Es lautet folgendermaßen: 

185g Vollkornhaferflocken
70g Sonnenblumenkerne
40g Leinsamen
25g Sesam
60g Blütenhonig
40g Butter
35g Rosinen
15g Mandeln
10g Haselnüsse

Selbst gemachtes Müsli á la ich mach es anders

Einige Tage nachdem das Rezept von Alex online ging, startete ich meinen Versuch. Da ich nicht alle Zutaten exakt so zu Hause hatte und ja keine Milchprodukte zu Hause konsumiere, improvisierte ich einfach. Das Rezept für das ich mach es anders Knuspermüsli Version 1 schaut demnach wie folgt aus: 

185g Hirseflocken (A)
70g Sonnenblumenkerne (A)
40g geschrotete Leinsamen (A) (geschrotet können sie vom Körper wesentlich besser verwertet werden)
25g Sesam (A)
40g Sesamöl (B)
60g Honig (B)
35g Rosinen (C)
30g Walnüsse (C) (15g erschienen mir einfach zu wenig)
20g Haselnüsse (C) (hier gilt das selbe, wie bei den Walnüssen)

Die Zubereitung

Bei der Zubereitung hielt ich mich genau an die Anleitung von Alex. Knapp zusammengefasst schaut das so aus:

  • Zuerst kommen alle A-Zutaten in eine Pfanne und ich beginne sie zu rösten. Ich röste nur mehr bei Stufe 5, da ich bei Version Nr. 2 (mit 3-Korn-Flocken, getrockneten Aprikosen, Kakao und Zimt) das Müsli etwas verbrannt habe.
  • Dann die B-Zutaten dazu und weiter rösten.
  • Anschließend kommt alles auf´s Backblech und bei 150 Grad (Umluft) ins Backrohr. Da ich ja Version Nr. 2 verbrannt habe, drehe ich das Backrohr nach ca. 20 Minuten auf 100 Grad zurück. 
  • Ich habe gefühlsmäßig alle 10 bis 15 Minuten die Mischung durchgerührt, damit nichts anbrennt.
  • Wie lange ich die Mischung beim 1. Versuch im Rohr hatte, weiß ich nicht. Ich habe mich auf die Farbe verlassen. Nun versuche ich, die 45 Minuten einzuhalten. Ist es jedoch schon zu braun, nehme ich es früher heraus.
  • Dann kam alles in eine Plastikschüssel (ich weiß, ganz böse… das nächste Mal nehme ich einen Edelstahltopf, weil die Hitze und das Plastik grauslich sind) und ich habe die C-Zutaten untergerührt.
  • Weil mir vom Plastik gegraust hat, habe ich die Müslimischung zum Auskühlen wieder auf das Blech zurück geschüttet.
  • Anschließend kam das abgekühlte Knuspermüsli in ein Bügelglas.

Die Nüsse habe ich, wie von Alex empfohlen, ebenfalls gehackt, jedoch habe ich kein Zimt hinzugefügt. Die erste Kostprobe war grandios. Obwohl ich wegen meiner Weisheitszahn-OP einen Tag zuvor nur über gefühlte 50% meines Geschmackssinns verfügte.

Am nächsten Tag konnte ich nicht anders. Ich musste mein Müsli entgegen der Anweisung des Arztes (ich solle ein paar Tage lang keine Körndel essen) frühstücken.

Wenn du dein Müsli verbrannt hast, schmeckst du es nicht nur, sondern siehst es auch. Ich habe zum Vergleich ein Foto gemacht, da ich mir ganz zu Beginn nicht 100%-ig sicher war, ob ich es tatsächlich verbrannt hatte. Es war aber eindeutig. Vielmehr wollte ich es einfach nicht wahrhaben, dass es mir passiert ist.

verbranntes Müsli links, gutes Müsli rechtsverbranntes Müsli links, gutes Müsli rechts

verbranntes Müsli links, gutes Müsli rechts

 

Mein neues, gesundes Frühstück

Ich hab nun alle Probleme gelöst. Mein Pflanzenmilch und -joghurtproblem habe ich folgendermaßen im Griff: ich püriere mir einfach Obst mit ca. 200ml Pflanzenmilch. Somit ergibt mein Fruchtgatsch ca. 400 ml. Dann gebe ich nach Gefühl Müsli hinzu. Dazu gibt es Kräutertee und ein Glas Fruchtsaft (meist Apfel, Birne oder Traube) verdünnt mit Wasser.

Ich habe glücklicherweise – ich freu mich wie ein kleines Kind darüber! – keinen Brechreiz wenn ich es esse, denn es schmeckt 😀 Ich habe Abwechslung durch das saisonale Obst. Aktuell nehme ich einen Apfel und 2 kleine Karotten, Birne und Banane (meine einzige Ausnahme bei nicht saisonalem Obst) machen sich auch ganz gut. Auf die Beeren- und Pfirsichsaison im Sommer freu ich mich jetzt schon.

Gesundes Frühstück mit selbstgemachtem Knuspermüsli, Kräutertee und Saft

Pflanzenmilch für´s Müsli wird selbst gemacht

Nun bin ich auch wieder motiviert, Pflanzenmilch selbst zu machen. Dafür weiche ich über Nacht 100 – 150g Nüsse in Wasser ein, schredder sie am nächsten Tag mit unserer Küchenmaschine aus 2. Hand, gieße 500ml Wasser dazu und lass alles kurz rühren. Abschließend gebe ich noch etwas Öl dazu (im besten Fall die selbe Nusssorte) für einen noch intensiveren Geschmack.

Zum Abseihen habe ich mir Stoffwindeln aus 2. Hand besorgt. Die kommt in unseren Krug. Dann leere ich das Wasser-Nuss-Gemisch rein und drücke die Stoffwindel aus. Die nun klare Pflanzenmilch fülle ich in eine Glasflasche ab. Die Nussreste kommen bei 50 Grad für ca. eine Stunde ins Rohr, damit sie schneller trocknen (Kochlöffel in der Backrohrtür nicht vergessen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann). Die Nussreste können dann ebenfalls unter das Frühstücksmüsli gemischt werden. Oder du verwendest sie zum Backen, Kochen oder für einen Smoothi.

Nach dieser Odyssee interessiert mich brennen, wie dein Frühstück aussieht! Frühstückst du auch möglichst gesund oder bist du auf der Suche nach einer gesünderen Alternative? Was hast du schon alles ausprobiert?

& KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • hallo,

    das hört sich aber total super an! viel spass mit vielen guten müslis am morgen… vielleicht sollte ich auch wieder ein wenig experimentieren ;-).

    liebe grüße
    alex

    • Hi Alex!

      Danke! Ich hab schon fleißig experimentiert. Und die unregionalste Variante mit Cashew und getrockneten Mangos (beides über die FoosCoop bezogen) schmeckt mir bisher am besten…

      Lg Sabrina

  • So mache ich mein Müsli auch, allerdings verwende ich keine Nüsse (Allergie), sondern Sonnenblumenkerne usw.. Genau das ist ja das Schöne: Man kann nach eigenem Geschmack variieren.
    Gut, dass Du „Deine“ Mischung bzw. Dein gesundes Frühstück gefunden hast. Bei mir ist es immer phasenweise: Mal eher Brot, mal eher Müsli oder Frischkornbrei. Viel Spaß und guten Appetit wünscht Birthe 🙂

    • Hallo Birthe!

      Vielen Dank für dein Feedback! Ich bin schon gespannt, wann mir das Müsli „ansteht“. Aber mein Marmeladebrot hat mich auch das letzte Jahrzehnt begleitet. Deshalb bin ich optimistisch. Frischkornbrei klingt aber auch sehr interessant!

      Lg Sabrina

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