ich mach es anders

Nachhaltiges Weihnachtsfest [Blogreihe]

fairer Weihnachtsschmuck für nachhaltige Weihnachten

Ich behaupte, dass sehr viele Menschen in unseren Breitengraden nach folgender Formel sozialisiert wurden: Weihnachten = Geschenke. Vor der Bescherung gibt es meist ein gemeinsames Essen, es gibt einen prächtig geschmückten Christbaum, Kekse, Schokofondue usw. Das wirft die Frage auf, ob mensch das Weihnachtsfest nachhaltig gestalten kann. Und ja, mensch kann. Es geht eigentlich ganz einfach. Einige Tipps bekommst du im heutigen Beitrag.

Ich habe schon vor einigen Jahren bereits Beiträge über nachhaltige Weihnachten geschrieben. Heute möchte ich diese zum Teil wieder aufgreifen, aber auch ergänzen.

Weihnachtsdeko

Krippenfiguren aus Ton

Zu Weihnachten wird sehr gerne dekoriert. Auch ich krame ein paar Teile rund um Weihnachten raus, um unserer Wohnung einen kleinen Touch von Weihnachten zu verleihen. Glitter, „Kunstschnee“, div. Figuren und Kerzen zählen generell zu sehr beliebten Dekorationsstücken zur Weihnachtszeit. Diverse Figuren hab ich auch. Auf Glitzer und Kunstschnee verzichte ich jedoch komplett.

Dieser Kunstschnee aus der „Dose“ ist nicht nur schwer wieder von den Fenstern zu bekommen, sondern auch reines Gift. Laut Greenpeace enthalten sie krebserregende Substanzen und sind vor allem für Kinder eine Gefahr. Glitzerzeugs wird wie Lametta meist aus Blei, Aluminium oder Kunststoff hergestellt.

Meine Deko besteht aus:

  • einer kleinen Krippe (die hab ich mir vor ca. 10 Jahren gekauft)
  • eine Kerze aus Ton, in die ich ein Teelicht stellen kann (ebenfalls vor ca. 10 Jahren gekauft)
  • ein Glas mit Christkind, das ebenfalls mit einem Teelicht kombiniert wird (war ein Geschenk)
  • einem Schneemann aus Holz

Hätte ich ein größeres Bedürfnis nach Dekoration, würde ich vermutlich einen Kranz mit Mistel- oder Tannenzweigen, einen selbst gemachten Adventkranz (der ist ein NoGo wegen unserer Katzen) und diverse Dekorationsartikel aus Holz, Stroh oder Papier verwenden.

Der Christbaum für das Weihnachtsfest

Laut Landwirtschaftskammer werden in Österreich pro Jahr an die 2,5 Millionen Christbäume verkauft. Ca. 90 Prozent davon werden von heimischen ProduzentInnen bezogen. Bei dieser Masse sind immerhin 250.000 Stück aus dem Ausland importiert. 

Der lebende Christbaum

Zimmertanne als Christbaum für ein nachhaltiges Weihnachtsfest

Zimmertanne

Wir haben uns für einen lebenden Christbaum entschieden. Die ersten beiden Jahre haben Herr Anders und ich eine kleine Zimmertanne zum Christbaum umfunktioniert. Da uns unser grüne Daumen verlassen hat, musste im letzten Jahr unsere Palme die Zimmertanne vertreten. Wer einen Tannenbaum möchte, kann einen lebenden Baum anmieten. Es gibt dafür bereits diverse Anbieter. Weiter Infos dazu gibt es hier. Da sie nicht ganz pflegeleicht sind – Tannen sind nun mal keine Zimmerpflanzen – bleiben wir auch heuer bei unserer Palme und wenn unsere Zimmertanne überlebt, kommt auch sie wieder zum Einsatz. Sie schaut ja entzückend aus, wie ich finde.

Nachhaltiger Christbaumschmuck

fairer Weihnachtsschmuck für nachhaltige Weihnachten

fairer Christbaumschmuck; Papierengerl, Krippe in Nussschale

Christbäume wollen geschmückt werden. Und auch hier kann mensch ein Augenmerk auf Nachhaltigkeit legen. Ziemlich einfach sogar, wie ich finde. Ich habe unseren gesamten Christbaumschmuck aus dem Weltladen oder anderen kleinen Unternehmen. Bienenwachsanhänger, Strohsterne oder Engel aus Papier sind dabei. Lametta gibt es aus oben genanntem Grund nicht. Bei Haustieren (v.a. Katzen) aber auch Kleinkindern besteht zusätzlich die Gefahr, dass sie das Lametta schlucken. Weil es zum Anbeißen verführerisch aussieht. Kerzen trägt unser kleines Bäumchen nicht. Deshalb gibt es keine. Hätten wir welche, würde ich zu Kerzen aus Bienenwachs greifen. Über 95 Prozent der Kerzen werden nämlich aus Paraffin hergestellt. Erdöl brauch ich auf meinem Christbaum genauso wenig, wie Palmöl (ist auf Rang 2 bei der Kerzenproduktion).

 

Weihnachtsessen

Bunte Gemüsepfanne beim imea Restlessen

bunte Gemüsepfanne

Schon 2014 habe ich einen Beitrag zu nachhaltigem Weihnachtsessen geschrieben. Und an diesem Ansatz hat sich bis heute nichts verändert. Das Weihnachtsfest sollte in meinen Augen dafür genutzt werden, in Haushalte Bio-Zutaten zu bringen. Es eignet sich meiner Meinung nach hervorragend dafür, etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Und zu schauen, ob geschmacklich ein Unterschied festgestellt werden kann. Bei der Wahl eines Fisches sollte darauf geachtet werden, dass es ein heimischer Fisch ist und laut Fischratgebern nicht auf der roten Liste steht. Und es muss nicht immer Fleisch oder Fisch zu Weihnachten sein. Eine schmackhafte Gemüsepfanne kann ebenfalls ein angemessenes Weihnachtsessen sein. Weniger ist mehr lautet die Devise. Essen bis einem/einer schlecht ist, macht wenig Sinn. Ist aber auch für mich immer wieder eine Challenge. Ich werde mein Essverhalten rund um Weihnachten genau beobachten. Denn ich möchte wissen, ob ich mich an die Tipps, die ich hier gebe, auch selbst halte 😉

Die Bescherung

Die Bescherung an sich, sowie die Vorbereitungen, ist in vielen Familien mit Stress verbunden. Das führt nicht selten zu Streitereien bzw. ist der Zusammenhalt in Familien vielleicht nicht der, den ich kenne. [An der Stelle Nachricht an meine Familie: Ich danke euch dafür von Herzen, dass wir so einen starken Zusammenhalt haben und ich mich jedes Jahr auf unser gemeinsames Weihnachtsfest freue!!!] Ich werde in den nächsten Zeilen etwas aus dem Nähkästchen plaudern, wie das Weihnachtsfest bei uns ausgerichtet ist. Und möchte damit aufzeigen, dass auch dieser Punkt nachhaltig sein kann. Nämlich ganz ohne Streit und Differenzen zwischen den einzelnen Familienmitgliedern.

Ein eingespieltes Team

Ich hab nun leicht reden. Bei uns gibt es keine kleinen Kinder. Das macht vieles einfacher. Am 23.12. feiern Herr und Anders mit Fellnasen unser Weihnachten vor. Am 24.12. wird mit der Familie gefeiert.  Und wir, meine Eltern, beiden Geschwister und ich, haben alle unsere Rollen. Jedes Jahr ein wenig anders, aber irgendwie doch immer die selben. Es wird gemeinsam gekocht und gegessen, der Christbaum aufgeputzt und dann besuchen wir gemeinsam das Grab meiner Oma. Nach und nach legen dann die Wichtel ihre Geschenke unter den Christbaum. Ich übe noch schnell ein paar Weihnachtslieder mit der Gitarre und dann geht es los. Bruderherz liest seit einigen Jahren das Weihnachtsevangelium. Papa ist für das Vorbeten des „Engel des Herren“ zuständig. Schwesterherz und Mama lesen besinnliche Texte vor, die zuvor von Mama mit bedacht ausgewählt werden. Und ich kümmer mich um die musikalische Begleitung.

Die Geschenkübergabe

Nach dem „offiziellen“ Teil, fängt Person Nr. 1 an, ihr Geschenk an seinen Wichtel zu überreichen. Wichtel ist als nächstes dran. An einigen Jahren schaffen wir die komplette Runde mit einem Versuch. An manchen Jahren brauchen wir einen zweiten Start. Danach sitzen wir noch zusammen, essen Kekse und Christbaumnaschereien, spielen Karten und/oder plaudern. 

Für den/die eine/n oder andere/n liest sich das alles vielleicht wie ein Weihnachtsfest aus dem Märchenbuch. Ich bin jedoch unglaublich froh, dieses Märchen (er)leben zu können. Und das schon seit über 30 Jahren. Weihnachten ist für meine Familie und mich etwas ganz Besonderes. 

Nachdem ich aus dem Nähkästchen geplaudert habe, wie wir Weihnachten feiern, frag ich mich, wie du Weihnachten feierst? Oder ist Weihnachten für dich kein Thema?

Mit diesem Blogbeitrag verabschiede ich mich auch in die alljährliche Blogpause. Wir lesen und ab Mitte Jänner wieder! Dir und deinen Liebsten wünsche ich ein schönes Weihnachtsfest sowie einen guten Start im neuen Jahr!

& KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Liebe Sabrina,

    vielen Dank für diese Einblicke!
    Bei uns ist Weihnachten auch vor allem durch das gemeinsame Kochen, Essen und Beisammensein geprägt. Was den Baum betrifft, da sind wir garnicht so traditionell. Viel wichtiger ist es eigentlich, dass ein paar schön verpackte Geschenke warten und ein persönlicher Ausdruck in den Kärtchen dazu zu finden ist. Da gibt es dann auch nicht so viel Baumzubehör zum Ein- und Ausräumen etc und es ist eigentlich jeder recht happy damit! Dieses Jahr war es auch wieder sehr schön. 🙂

    • Hallo Patrick,

      vielen Dank auch für deine Einblicke!Bei uns (bzw. meinen Eltern) hat der Baum eine Tradition. Er ist vergleichsweise klein und wird immer recht kitschig geschmückt. Trotz seiner überschaubaren Größe von geschätzten 1,5 Metern, hat eine ganze Menge darauf Platz. Die Kugeln sind teilweise so alt wie ich 😉 Er würde uns fehlen, würde es ihn nicht geben. In Wien habe ich heuer unsere Palme mit ein paar Sachen geschmückt. Sie schaut mit dem Weihnachtsschmuck ganz lustig aus und lässt sich auch wieder recht rasch „entschmücken“.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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