ich mach es anders

Entspannt durch den Advent [Blogreihe]

Schopping im Advent am Hauptbahnhof Wien

Entspannen im Advent. Das ist leichter gesagt, als getan. Ich bemühe mich schon seit mehreren Jahren, möglichst entspannt durch den Advent zu gehen und kämpfe dennoch immer wieder gegen das Hamsterrad „Stress“ an. Der Advent ist an Stress von keiner anderen Jahreszeit zu überbieten. Eine Weihnachtsfeier jagt die nächste (mein Rekord lag bei 3 Weihnachtsfeiern in 3 Tagen, wovon ich auf eine vergessen hab :p – andere feiern wochenlang mit der Firma, KundInnen, Vereinen etc.). Geschenke müssen gekauft werden, die Treffen auf Weihnachtsmärkten mit FreundInnen lassen den Terminkalender beinahe explodieren. Wie soll mensch sich da also entspannt durch den Advent bewegen? Ich hab mir dazu ein paar Punkte überlegt, die dir vielleicht dabei behilflich sein können.

Dem Shoppingwahnsinn Abhilfe schaffen

Es drängen sich Massen an Menschen in den Einkaufsstraßen und deren Geschäften herum. Die Post erstickt regelrecht in Paketen. Der Handel hat es wunderbar geschafft, aus diesem (und auch anderen) Fest eine Konsumparty zu veranstalten. JedeR möchte jedem etwas schenken. Ja, ich schenke auch gerne. Was ich tu, um dem ganzen Shoppingwahnsinn zu entkommen? Ich kaufe schon sehr früh meine Geschenke. Und das sind auch nicht viele. Herr von Anders wird beschenkt und ein Mitglied meiner Familie (Mama, Papa, Bruder- oder Schwesterherz), da wir seit mehreren Jahren wichteln. 

Frühzeitige Planung ist das Um und Auf

Bereits im Oktober mache ich mir erste Gedanken über mögliche Geschenke. Eingekauft wird dann meist im November. Ab dem Ersten Adventsamstag meide ich Einkaufsstraßen und Geschäfte wie der Teufel das Weihwasser. Nur in äußersten Notfällen betrete ich ein Geschäft, das nichts mit Lebensmitteln zu tun hat. Neben diesem einen positiven Effekt brauche ich mir dann bis zum 24.12. auch keine Gedanken mehr darüber machen, was ich wo kaufe und wann ich denn dann endlich dazu komme. Ein Stressfaktor weniger.

Muss es immer der Christkindlmarkt sein?

Diese Frage stellte ich mir in den letzten Jahren immer öfter. Muss ich meine FreundInnen tatsächlich rund um die Adventzeit am Christkindlmarkt treffen? Dort gibt es überteuerten Punsch (oder eigentlich Zuckerbomben mit schlechtem Alkohol, der mir den Magen verdirbt) und gefühlte 100.000 Menschen. Gemütlich sieht anders aus. Letztes Mal war ich zwei Mal mit ArbeitskollegInnen am Christkindlmarkt – aber weit vor der „Rushhour“. Danach war ich erfolgreich abstinent. Mit FreundInnen treffe ich mich lieber daheim zu einem guten selbstgemachten Punsch/Glühwein, mit Maroni und Keksen oder wir setzen uns in ein Beisl und trotzen dem Christkindlmarkt-Wahn. Unterhalten kann ich mich dabei besser und erspare mir den Kuschelfaktor mit wildfremden Menschen.

Lieber früher als später

Wenn mensch doch den Besuch am Christkindlmarkt nicht auslassen möchte, empfehle ich, vor dem 15. Dezember hinzugehen. Und nicht zu spät. Dann kann mensch die Christkindlmarkt-Atmosphäre genießen. Sie sind weniger überlaufen und mensch hat einen Chance, entspannt durch zu gehen und zu schauen, was es alles gibt. Ebenfalls sind die Chancen höher, einen Tisch zu ergattern, um in Ruhe den Punsch oder Tee zu „genießen“. Genießen setze ich unter Anführungszeichen, weil mir der Tee nie wirklich schmeckt und sündhaft teuer ist. Bei Punsch ist das ebenfalls der Fall.

Diese Apathie bei mir richtet sich primär gegen Christkindlmärkte in Wien. Sie sind teilweise lieblos, alle überteuert und alle überlaufen. Angemerkt sei, dass es auch in Wien für mich ca. 3 recht schöne Märkte gibt. Von gefühlten 50. Im ländlichen Gebiet gibt es natürlich wunderschöne Christkindlmärkte. In meiner steirischen Heimatgemeinde wird nun das 3. Mal ein Adventsmarkt im Freilichtmuseum veranstaltet. Die BewohnerInnen sind davon ganz begeistert. Ich hab es leider noch nie hin geschafft.

Ruhige Minuten im Advent zu Hause

Ich liebe es zum Beispiel auch, zu Hause bei einer Tasse Kakao Kekse zu verdrücken. Bei schöner Musik und Kerzenschein. Wobei die Kerzen bei uns, seit wir unsere zwei Stubentiger haben, eher rar sind. Ruaßi steht nämlich total auf die flackernde Flamme, was ein paar Mal schon beinahe ins Auge (Wort wörtlich) ging. Wir haben aber unsere Methoden entwickelt, um auch ab und an eine Kerze anzünden zu können. Heutzutage muss mensch sich diese Zeit bewusst nehmen. Weil wir alle vom Stress eingenommen sind. Alles muss schnell, schnell gehen. Und auf ein paar ruhige Minuten zu Hause vergisst mensch dann oft. Ich mache es aber jedes Jahr – heimkommen, Tee oder Kakao machen, Kerzal anzünden, Musik aufdrehen und Kekse essen. Das beruhigt ungemein und nimmt den Stress komplett raus. 

Weniger ist mehr

Kekse

Keksebacken ist für die Kinder immer ein Highlight. Das war es bis zu einem bestimmten Alter auf jeden Fall für mich. Für die Eltern bzw. vor allem Mütter bedeutet das eines: Stress. Weil die Kids patzen nicht ungern mit dem Teig, weshalb danach eine Putzsession angesagt ist. Aber die funkelnden Augen der Kinder lassen (vermutlich – ich muss vermuten, denn ich hab selbst keine Kinder) darüber hinweg sehen.

Gesellschaftlicher Druck bei der Weihnachtsbäckerei

Der eigentliche Druck kommt – das ist jedenfalls meine Beobachtung – von ganz wo anders. Nämlich: wer hat die schönste, vielfältigste und beste Weihnachtsbäckerei? Hinstellen muss mensch ja was, weil wie schaut dass denn bitte sonst aus? Und selbst gekauft ist, vor allem am Land, ein Nogo. Es muss selbst gemacht sein! Mein Ansatz: ich backe nicht. Ok, heuer hab ich ganze 5 Kuchen gebacken, wenn es hoch kommt. Aber in 11 Jahren meiner Wienkarriere habe ich ein einziges Mal Kekse gebacken. Und das auch nur, weil Herr von Anders das Zugpferd war. Da wir aber Massen an Keksen von Mama und Schwiegermama erhalten haben, wussten wir bald nicht mehr, wohin damit. 

Unsere Vorgehensweise

Deshalb ist unsere Vorgehensweise seit mehreren Jahren – und sie geht auch auf – keine Kekse, weil wir sie ohnehin geschenkt bekommen. Und würden wir sie nicht geschenkt bekommen, würden wir vermutlich nur Lebkuchenkekse machen. Ohne viel Schnickschnack aka Verzierungen. Mir passiert es oft, dass ich rund um den Heiligen Abend dann gar keine Weihnachtsbäckereien mehr sehen kann, weil ich die Wochen davor bereits viel zu viele vernascht habe. Aufhören kann mensch ja auch nicht. Ich verfalle zum Beispiel regelmäßig den Vanillekipferln.

Diese würde ich deshalb nie selbst machen. Wenn mensch sich dann auch noch die Kalorien, die so ein Keksi hat, anschaut… Das schwingt schon immer auch ein bisschen bei mir mit. Deshalb weniger ist mehr. Weniger Kekse  = bewusstes Kekse naschen = weniger zusätzliche Kilos. Und alles in allem weniger Stress. Jenen Menschen, die beim Backen total entspannen können, möchte ich damit nicht absprechen, ihre Bäckereien zu machen. Ich spreche mich mit meinen Zeilen rein gegen den gesellschaftlichen Druck aus, den „Wettbewerb der besten Weihnachtsbäckerei“ gewinnen zu müssen.

Weihnachtsdeko

Hier gilt Ähnliches, wie bei den Keksen. Weniger ist mehr. Ich bin teilweise etwas fassungslos darüber, wie viele Lichterketten, wie viel Kitsch (ja, nichts anderes ist es für mich persönlich) an Fenster und Bäume gehängt wird. Braucht es das wirklich? Stress entsteht dabei allemal. Mensch sollte nämlich rechtzeitig die Licherketten in allen Farben und Formen, leuchtend und blinkend möglichst gut sichtbar anbringen. Knapp davor stellt mensch fest, dass ein Lämpchen kaputt gegangen ist, was bedeutet, dass, vor allem bei den Billigprodukten, die gesamte Kette neu gekauft werden muss. Denn in ein Produkt, das nur einmal im Jahr für einige Wochen verwendet wird, möchte mensch nicht wirklich höhere Summen investieren. Dass unterm Strich damit jedoch teurerer und nicht nur doppelt, sondern 3, 4, 5 Mal gekauft wird, wird nicht berücksichtigt. Abgesehen vom ökologischen Supergau dieser Lichterketten. Produziert in Fernost unter unwürdigen Arbeitsbedingungen, braucht es zum Beispiel für die Produktion von LED seltene Erden und Schwermetalle, die die Umwelt vergiften. Und somit auch uns. Auch ein ganzer Haufen Plastikmüll wird benötigt und der Stromverbrauch darf auch nicht vergessen werden. Warum ich auch so gegen Leuchtzeugs bin? Weil sie wirklich sehr, sehr hässlich sein können. Hier ein paar Beispiele, die meinen Augen weh tun: 

Wir dekorieren unsere Wohnung dezent. Mit einer Krippe, einem Schneemann aus Holz und zwei Dekoelementen mit Kerzen. Lichterketten kommen mir nicht auf den Balkon. Weil ich den Nutzen davon nicht verstehe und natürlich aus oben genannten Aspekten. Kurz vor Weihnachten schmücken wir unsere Palme (früher war es unsere Zimmertanne, die verliert jedoch seit letztem Jahr an Ästen und ich befürchte, wir müssen sie bald entsorgen) mit nachhaltigem Weihnachtsschmuck. Adventkranz haben wir keinen, weil die brennenden Kerzen für unsere Stubentiger eine Gefahr darstellen.

Das waren meine Tipps, um möglichst entspannt durch die Adventzeit zu kommen. Die Liste ist bestimmt noch erweiterbar. Was möchtest du hinzufügen?

 

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