ich mach es anders

Die Göttin braucht dich!

Bei der diesjährigen WearFair + mehr-Messe in Linz habe ich unter anderem den Stand von Göttin des Glücks besucht. Einerseits, weil ein Pullover auf der Einkaufsliste stand und andererseits, weil die Göttin gerade eine Genossenschaft gründet. Sie braucht Kapital, um weitermachen zu können. Meine knappe Zeit ließ es nicht zu, vor der Messe alle Infos zu lesen, weshalb ich Gründerin Lisa besuchte, um mir die wichtigsten Punkte erzählen zu lassen. Worum geht´s beim Projekt genau?

Göttin des Glücks ist ein kleines Label und eines der ersten, dass in Österreich nachhaltige und faire Mode etabliert hat. Das gesamte Geld wurde bisher reinvestiert. Lisa und Igor haben in den letzten Jahren extrem viel geschafft. Es gibt Shops in Wien, Linz, Graz, Innsbruck, ein Outlet in St. Pölten. Mensch kennt die Göttin in Deutschland, der Schweiz und darüber hinaus. Sie engagieren sich bei der Gemeinwohlökonomie, der Bank für Gemeinwohl, in Schulen, auf Unis. In den letzten Jahren wurde eine Kollektion mit regionaler Leine entwickelt, sie gibt zahlreichen Menschen Arbeit. Und trotzdem kommen sie nicht weg vom Fleck…

Die Todeszone: zu klein um groß zu sein, zu groß um klein zu sein

Die Göttin befindet sich in einer kritischen Phase. Sie ist nicht groß genug, aber auch nicht mehr klein genug. Sie befindet sich in der sogenannten Todeszone und muss den Schritt in die Gewinnzone schaffen. Damit endlich mal was übrig bleibt. Damit weiter gearbeitet werden kann. Damit in neue Materialien investiert werden kann. Damit das Label bekannter wird. Damit es neue Schnitte und Designs gibt. Das Problem: es gibt kein Kapital. Die Banken geben nix her und auf den Bäumen wächst das Geld bekanntlich nicht. 

Deshalb gründet die Göttin eine Genossenschaft. Um EUR 200.000,- zu bekommen, mit denen das Franchise-System ausgebaut werden soll und neue Materialen zu nachhaltiger Mode verarbeitet werden können. Denn: nur Baumwolle funktioniert für die Zielgruppe nicht. Ein Abendkleid braucht nun mal einen anderen Stoff. Manche KundInnen hätten gern eine tolle, nachhaltig produzierte Jean und ein klassisches Business-Outfit braucht auch mehr als reine Bio-Baumwolle. 

Meine Vorteile als Genossenschafterin

Das Zeichnen von Anteilen tut nicht weh – versprochen 😉

Als Genossenschafterin, einen Anteil gibt´s um EUR 100,-, erhält mensch bestimmte Vorteile. Der wichtigste Benefit ist jener von giftfreier Mode aus Bio-Baumwolle und auf höchstem Niveau. Damit tust du dir selbst und der Umwelt etwas Gutes. Erwischst du dich gerade dabei, dass du denkst: „Naja, gut und schön. Aber ich hätt gern was Greifbareres.“? Greifbar bedeutet für uns Menschen oft etwas Materielles. Zinsen, Produkte, Vergünstigungen etc. Und dennoch ist giftfreie Mode das Wichtigste, was ich mir als Genossenschafterin wünschen kann. Giftfreie Mode schont die Umwelt und meine Gesundheit. Fair gehandelt gibt sie Menschen Arbeitsplätze und sie können von ihrem Verdienst leben. Dies wiederum gibt ihnen Selbstbewusstsein, Unabhängigkeit und macht sie stolz.

Zusätzlich bekomme ich persönliche Einblicke in die Arbeit der ProduzentInnen (Exkursionen, Informationen udgl.), Informationen zu nachhaltiger Entwicklung in der Textilbranche, aus der Bewegung der Gemeinwohl Ökonomie, zu generellen Themen der Green Economy. Als Alternative zur eigenen GDG Mode könnten auch Angebote aus Kooperationen mit befreundeten Unternehmen zur Verfügung stehen (zB. Waldviertler, Biokistel, Zotter, Sonnentor, Cradle-to-Cradle Drucksorten von Gugler udgl.).

Und vor allem: ich habe Mitspracherecht. Bei der jährlichen Generalsversammlung kann ich mitentscheiden, wohin es gehen soll. Welche Entscheidungen getroffen und Aktionen gesetzt werden sollen. Damit kann ich ein Stück zur Entwicklung von nachhaltiger Mode beitragen.

Weitere Infos zum Modell gibt´s in den folgenden Videos bzw. auf CrowdCoopFunding.

 

Werde Teil davon und rette mit mir und vielen anderen gemeinsam die Göttin

Ich will, dass es mit der Göttin weitergeht. Und deshalb hab ich direkt bei der WearFair Anteile gezeichnet. Das hat gar nicht weh getan. Bei der Messe gab´s die Möglichkeit gleich vor Ort ein Formular auszufüllen. Sonst kannst du das online hier machen. Gib deine Daten ein, übermittle einen Ausweis als Scan und dann warte ein Weilchen, bis der Vorstand deinen Beitritt als Genossenschaftsmitglied bestätigt. Anschließend kannst du deine Anteile auf das sogenannte Sperrkonto einzahlen. Sperrkonto bedeutet, dass hier erstmal die Anteile gesammelt werden und das Konto nur aktiviert wird, wenn die Zielsumme von EUR 200.000,- erreicht wird. Denn dann geht´s los. Wird das Ziel nicht erreicht, wird im Normalfall die gezeichnete Summe wieder rücküberwiesen. An dieser Stelle sei der Vollständigkeit halber erwähnt, dass bei einer Investition immer ein Risiko dabei ist. Im schlimmsten Fall, aber davon gehe ich nicht aus, kann mensch auch die gezeichneten Anteile verlieren.

Zum Abschluss muss ich euch noch meinen tollen Pulli zeigen, den ich auf der WearFair ergattert habe. Mein Lieblingspullover ist von der Göttin und bereits über 5 Jahre alt. Der neue wird bestimmt Lieblingspulli Nr. 2. Den tollen Kragen in grün kann ich auch als Kapuze umfunktionieren. Nach Durchsicht meiner Konsumhandlungen im Konsumbuch kann ich sagen, dass der Pullover mein erstes Kleidungsstück (Unterwäsche ist für mich eine Notwendigkeit und zählt daher nicht wirklich als Kleidung) in diesem Jahr, das ich mir gekauft habe. Und ja, der Pulli war notwendig. Ich habe nämlich 2 Pullover im Schrank, die bald ihr 10-jähriges Jubiläum haben und schon dementsprechend aussehen. Löchrig, ausgeleiert und farblich auch nicht mehr so wirklich schön. Ihre Zeit ist gekommen und ich werde mich bald von ihnen trennen. Die 2 kommen weg, ein neuer kommt her. Ist minus ein Kleidungsstück im Schrank 😀

Neuer Pullover und Genossenschafterin bei der Genossenschaft von Göttin des Glücks.

 

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: