ich mach es anders

Lifestyle vs. Lebenseinstellung

Jedes Mal, wenn ich meinen Blog einer Kategorie zuordnen soll, komm ich ins Grübeln. Wo gehört er hin? In DIY, ZeroWaste, Fashion & Beauty oder Lifestyle? Weil irgendwie schreibe ich über alles. Auf Blogheim.at, der größten österreichischen BloggerInnenplattform, gab ich ihm nach langem Überlegen die Kategorie Nachhaltigkeit. Und sonst nichts. Bei Lifestyle hab ich lange überlegt, aber ich spürte einen enormen inneren Widerstand, ohne genau zu wissen warum. Am 12. Juli hatte ich dann eine Art Erleuchtung. An diesem Tag veröffentlichte eine Bloggerin einen DIY-Beitrag in einer Bloggergruppe auf facebook mit dem Teaser „Wenn ich über ein nachhaltigeres Leben schreibe, bin ich dann eigentlich Lifestyleblogger?“. Diese Frage löste endlich meinen Knopf im Hirn und erklärte mir, warum ich seit Beginn an ein Problem damit habe, meinen Blog der Kategorie „Lifestyle“ zuzuordnen.

Lifestyle ist nicht gleich Lebenseinstellung

Lifestyle ist nicht gleich Lebenseinstellung. Nachhaltigkeit ist für mich eine Lebenseinstellung und diese erhält diesen wunderschönen Piburger See. Das tut kein Lifestyle der Welt.

Endlich habe ich den Begriff gefunden, bei dem ich mich wohl fühlen würde, meinen Blog zuzuordnen. Lebenseinstellung. Der ist es. Nur leider gibt es diese Kategorie nie in der Auswahl. Das Thema, das ich mit diesem Blog behandle ist aber eine Lebenseinstellung. Schon lange, bevor ich zu bloggen begann, habe ich Nachhaltigkeit gelebt. Eine Lebenseinstellung bleibt länger als ein Lifestyle. Oft ein Leben lang. Styles – ganz egal welche – sind zeitlich begrenzt. Ist etwas „in“ oder „hip“ wie mensch heutzutage zu sagen pflegt. Dann springen alle, die hip sein wollen, auf den Zug auf. Denn mensch möchte dazu gehören. Mensch möchte auch Super Foods essen, Matchatee zelebrieren und Avocado-Rezepte veröffentlichen. Mensch möchte die coolsten Teile von Bobo- und Hipster-Firmen (wenn du dich fragst, was/wer ein Bobo ist, ist der Blogbeitrag „Über Bobos und Lohas“ etwas für dich. Was ein Hipster genau ist und worin er sich vom Bobo unterscheidet, hab ich bis heute nicht verstanden, aber auch nicht weiter verfolgt) tragen und promoten und Kaffee aus einem nachhaltigen Coffee-to-go Becher trinken. Und dann? Dann kommt der nächste Trend. Ein Zug der vorbei rast und auf den mensch aufspringt. Um dazu zu gehören.

Keine Macht den Trends

Mich interessiert das alles nicht. Nicht umsonst habe ich mich neulich vom Minimalismusbegriff verabschiedet. Unbewusst bekomme ich die Trends in der „Ökosszene“ natürlich auch mit und über das eine oder andere Thema denke ich nach oder schreibe darüber. Aber Avocados, Matcha & Co. SIND NICHT NACHHALTIG. Und deshalb habe ich diese Lebensmittel von unsrem Speiseplan schon seit längerer Zeit gestrichen oder noch nie konsumiert. Es gibt auf diesem Blog keinen einzigen Beitrag über Superfoods, Matchatee oder Avocados. Denn diese Produkte passen nicht zu meiner Lebenseinstellung. Genauso wenig wie der Begriff Minimalismus. Meine Blogbeiträge werden, da ich ihn nicht mehr als Kategorie verwende, von den Personen die danach suchen, nicht mehr gefunden werden. Aber ich verwende nichts, hinter dem ich nicht (mehr) stehe. Klickzahlen hin oder her. Diejenigen, die meinen Blog entdecken, werden auch irgendwann die Kategorie „Weniger ist mehr“ finden.

Und weil ich von Trends und Styles nichts halte, pfeif ich weiterhin darauf, meinen Blog als Lifestyle-Blog zu bezeichnen. Auch wenn er damit vielleicht leichter gefunden werden würde. Mehr Firmen würden vielleicht bei mir anklopfen. Ich könnte etwas Geld mit dem Bloggen verdienen, würde ich meine Überzeugung auch nur etwas über Bord werfen. Aber das möchte ich nicht. Ich steh mir mit meiner Einstellung vielleicht selbst im Weg, aber ich stehe dazu. Nachhaltigkeit ist für mich eine Lebenseinstellung und wird das auch bleiben!

It´s easy being green – Just do it!

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