Hydroponik und Organic vereint in Ponganic

Ich gebe ja zu, ich hab Probleme, mir „Ponganic“ wirklich zu merken. Aber mittlerweile klappt es schon ganz gut. Unter anderem auch, seitdem ich mich mit einem der zwei Gründer von Ponganic, Gert Zechner, getroffen und total nett mit ihm geplaudert habe. Ponganic ist ein kleiner Greißler im 5. Wiener Gemeindebezirk, der im April sein 1-jähriges Bestehen gefeiert hat. Dass hinter Ponganic aber viel mehr steckt, als „nur“ ein Greißler, habe ich ebenfalls im Gespräch erfahren und mir vor allem erklären lassen. Denn es handelt sich um ein ziemlich einzigartiges Projekt in Wien, soweit ich weiß.

Zu allererst muss ich aber meinen Titel für diesen Beitrag erklären. Hydroponik verwendet zur Anzucht von Pflanzen keine Erde sondern Wasser, Organic = biologisch und daraus setzt sich eben Ponganic zusammen. Hintergrund ist das System von Aquaponik. Davon habe ich das erste Mal vor ca. einem Jahr gelesen und erfahren, dass bei uns im Sonnwendviertel so eine Anlage gebaut werden soll. Seitdem hatte ich vor, einen Kontakt zu Ponganic herzustellen, um mich über das Projekt genauer zu informieren. Es handelte sich dabei um eines von vielen ToDos. Deshalb bin ich sehr froh, dass Gert meinen Blog entdeckt hat und direkt auf mich zugekommen ist. Sonst stünde das Treffen heute noch aus. Aber was ist jetzt eigentlich Aquaponik?

Aquaponik – Gemüse und Fisch aus einer Hand

Es ist ein bisschen kompliziert zu erklären, deshalb gebe ich am Ende des Beitrags einige Quellen an, in denen gut erkenntlich ist, worum es sich bei Aquaponik genau handelt. Im Grunde handelt es sich um Tanks, in denen Fische leben und darüber wächst Gemüse. Das Gemüse zieht sich seine Nährstoffe aus dem Fischwasser. Das Wasser ist dadurch klarer, weshalb eine höhere Besatzungsdichte möglich ist. Das Gemüse muss nicht bewässert und auch nicht gedüngt werden. Somit ist eine Fischzucht mit integriertem Gemüseanbau möglich. Am Ende des Tages landen Gemüse und Fisch am Teller.

Ponganic

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Inhaber Gert mit einer Kundin

Gert betreibt mit seinem Vater schon länger eine Aquaponik-Anlage im Burgenland und möchte diese Form der Fischzucht mit integriertem Gesmüseanbau auch in Wien etablieren. Dafür soll, wie bereits erwähnt, eine große Anlage im neuen Stadtviertel in Favoriten, im Sonnwendviertel, gebaut werden. 25 Tonnen Fischfilets und 50 Tonnen Gemüse sollen ab 2018 mit dieser Anlage produziert werden. Eine ganze Menge. Aber Wien wäschst und muss sich langsam überlegen, wie die Menschen am besten versorgt werden können. Von umliegenden Bauern und Bäuerinnen ja. Aber es entstehen bereits auch Versorgungskonzepte, die sich Mitten in der Stadt befinden. Wie zum Beispiel Hut & Stiel. Wichtig ist regional zu produzieren und somit die Transportwege möglichst kurz zu halten.

Greißler in der Pilgramgasse

Der Greißler in der Pilgramgasse dient in der Vorlaufzeit des Großprojekts als Testlabor, um den Direktabsatz von Fisch und Gemüse zu testen. Zu testen, welche Fischarten nachgefragt werden. Um den Onlinehandel zu testen und neue Vertriebswege zu finden. Um die Zielgruppe und Nachfrage auszuloten. Weiters soll Lebensmittelproduktion weiter und neu gedacht werden. Im Greißler gibt es einen gemütlich eingerichteten Sitzbereich, um zu plaudern und sich auszutauschen. Ponganic ist auch ein Ort der Begegnung, wie ich bei meinem Besuch festgestellt habe. Mensch wird sofort herzlich aufgenommen und unter einer halben Stunde kommst du nicht aus dem Geschäft raus. Dafür mit einem netten Gespräch und vielen neuenBekanntschaften im Gepäck.

Gemeinsam etwas weiterbringen

ponganic-barZiel ist es primär, dass der Greißler im Vordergrund steht und nicht die Produktion. Gert und seine Geschäftspartner Jakob und Sigi möchten neben ihren eigenen Produkten auch anderen ProduzentInnen eine Präsentationsfläche bieten. Deshalb arbeiten sie schon jetzt mit vielen KleinproduzentInnen zusammen. Denn sie sind davon überzeugt, dass nur gemeinsam etwas verändert werden kann. Viele Kleine können stark sein, wenn sie zusammen halten. Viele Kleine können viel erreichen. Es soll gemeinsam eine Reichweite aufgebaut werden. Für alle. Und diesen Ansatz finde ich toll. Weiß ich doch, wie viel Konkurrenz und Neid unter UnternehmerInnen oft besteht. Dieser Neid hindert viele, etwas Gemeinsames zu machen. Und das ist schade. Denn meinem Verständnis nach müssen die Kleinen in Zeiten wie heute zusammenhalten, um nicht von den Großen geschluckt zu werden.

Aquaponik Anlage Sonnwendviertel

Der Greißler wird auch nach Eröffnung der Aquaponic-Anlage bestehen bleiben und zusätzlich kommt ins Sonnwendviertel ein 150m2 großer Bio-Geschäft. Ein Greißler ist das bei der Größe dann nicht mehr. Ich sag euch, ich freu mich schon sososososooooo sehr darauf, weil dann Wien Favoriten endlich auch mit tollen Bio-Lebensmitteln versorgt ist. Im Herbst 2018 soll es soweit sein. Ich bin gespannt und drück die Daumen. Denn das Projekt ist riesig. Die Burschen haben viel vor und ich wünsche Ihnen, dass alles halbwegs reibungslos verläuft und sie zeitgerecht mit allem starten können.

Die Aquaponik-Anlage im Sonnwendviertel kann dann übrigens auch besichtigt werden!

It´s easy being green – Just do it!

Weitere Informationen:

Ponganic
Pilgramgasse 8, 1050 Wien
Öffnungszeiten:
Mi: 11:00 bis 19:00
Do & Fr: 09:00 bis 19:00
Sa: 09:00-13:00
Website

Quellen:
Aquaponik
Was ist Hydroponik?

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