ich mach es anders

Mein veganer Weg gemeinsam mit Elmira

Müsli- und Trockenfrüchtebar verpackungsfrei

In einer zero waste-facebook Gruppe lese ich, dass im 2. Bezirk ein neuer Unverpacktladen eröffnet hat: Elmira – Ernährung statt Medizin. Sofort denke an meine ich mach es anders-Tour im 2. Bezirk. Das wäre doch ein potenzieller Tourparnter. Aber gerade habe ich so viel zu tun. Es wird also eine Weile dauern, bis ich Zeit habe, um ihnen einen Besuch abzustatten. Denkste! Kurz darauf lese ich von einem Workshop über vegane Ernährung, der in 1,5 Wochen stattfindet. Und schon habe ich mich dazu angemeldet. Meine Chance für „Mysterieshopping“! Das mach ich bei potenziellen TourpartnerInnen generell sehr gerne 😉

Gesagt, getan. Mit gemischten Gefühlen gingen ich und Herr von Anders zum Workshop. Gemischt deshalb, weil ich für meine vegetarische Lebensweise bisher nur wenig Verständnis von VeganerInnen erhalten habe. Inzwischen lernte ich jedoch drei Personen kennen, die selbst vegan leben, aber nicht mit dem Zeigefinger auf einen zeigen. Trotzdem, wie gesagt, gemischte Gefühle. Wie wird der Ansatz bei dem Workshop sein? Mit Fingerzeig, verständnisvoll oder ganz anders?

Workshop zu veganer Ernährung bei Elmira – Ernährung statt Medizin

Wir waren überrascht. Anna, eine Mitarbeiterin und zugleich Ernährungsberaterin, hielt den Workshop ab. Sie gab zuerst einen Überblick darüber, was „vegan“ eigentlich bedeutet (perfekt für alle EinsteigerInnen), welche Beweggründe es dafür gibt sich rein pflanzlich zu ernähren, welche Vorurteile es gibt und wie gesund es eigentlich ist, wenn mensch auf eine ausgewogene Ernährung achtet. Der Fokus lag primär auf dem gesundheitlichen Aspekt und damit hatte sie uns sofort auf ihrer Seite. Weiter ging´s beim Workshop mit Nährwerten, der biologischen Wertigkeit und Tipps, wie mensch schnelle, gesunde und vegane Gerichte zubereiten kann.

Kosten, kosten und überzeugen, dass pflanzlich hervorragend schmeckt

Dazwischen und vor allem danach durften wir verkosten: einen Rote Rübe Bagel (jetzt liebe ich Rote Rüben), einen Linsen- und Quinoasalat (jetzt liebe ich Hülsenfrüchte), selbst gemachte Mandelmilch und eine Feigen-„Salami“ mit Datteln und Nüssen. Danach war noch ausreichend Zeit, um unsere Fragen zu stellen und einen selbst gemachten Smoothie durften wir mit nach Hause nehmen. Weitere Workshops zu unterschiedlichen Themen sollen folgen und ich werde bestimmt den einen oder anderen besuchen.

Herr von Anders und ich gingen voll motiviert nach Hause. Mehr pflanzliche Ernährung ist das Ziel. Pflanzenrinks möchten wir selbst machen. Eine Küchenmaschine steht dafür schon bereit. Herr von Anders hat gleich ein veganes Proteinpulver bestellt, das ich eine Woche später abgeholt habe. Es blieb aber natürlich nicht beim Proteinpulver. Ich verbrachte ca. 1,5 Stunden im Geschäft, löcherte Anna mit weiteren Fragen (ich hab mich nämlich in der Zwischenzeit weiter eingelesen), ließ mir Produkte empfehlen, bediente mich an der „Bar“ und aß danach als „Belohnung“ ein Eis. Aber wie sieht´s denn jetzt bei Elmira – Ernährung statt Medizin aus und was bekommt mensch dort?

Das Geschäft und die Produkte

In der Vorgartenstraße 129-143, 1020 Wien, befindet sich das Geschäft. Hell und freundlich ist es. Rechts vom Eingang lädt eine gemütliche Sitzecke zum Verweilen ein. Denn es gibt neben den Produkten auch Mittagsteller, kleine Snacks, Süßes, Pflanzendrinks, Kaffee und Eis. Neben der Sitzecke findet mensch zahlreiche Trocken- und Hülsenfrüchte, Nussmuse und Getreideprodukte. In der Kühlvitrine warten Smoothies darauf, getrunken zu werden. Was hier auffällt: alles ist verpackt. Ich hab aber zuvor angepriesen, dass es sich um einen Unverpacktladen handelt. Das stimmt nur zum Teil, musste ich feststellen. Denn neben den ganzen verpackten Produkten befindet sich gegenüber die „Bar“ mit offenen Hülsen- und Trockenfrüchten, Getreide, Nussmischungen und noch viel mehr. Das ist also der Teil an unverpackten Lebensmitteln. Die Auswahl ist groß.
Ganz vorne befindet sich die „Snackausgabe“ und Kaffeebar. Neben Süßem gibt es bei Elmira auch leckere Bagels, diverse Salate und die bereits erwähnten Mittagsteller. Die aktuelle Wochenkarte findest du auf der facebook-Seite.

Zero Waste – ja oder nein?

Bei meinem ersten Besuch war mein erster Gedanke aufgrund der vielen verpackten Lebensmittel und der gesichteten Verpackungsmöglichkeiten für die offenen Sachen: „Das ist weit weg von Zero Waste“. Nach meinem zweiten Besuch war mein Fazit: Jein. Die für die „Bar“ zur Verfügung gestellten Behältnisse sind zumindest recyclebar. Die Smoothie-Flaschen (bei denen ich vermutet hatte, dass sie aus Plastik sind), sind zumindest zu einem Großteil aus recycelten Materialien. Was ich super finde, ist die Möglichkeit, in selbst gebrachte Behältnisse seine Müslimischungen, Trocken- und Hülsenfrüchte sowie das Getreide abfüllen zu können. Wenn mensch die eigenen Behältnisse, wie ich bei meinem ersten Einkauf natürlich, vergessen hat, gibt es folgende Behältnisse zur Auswahl:

verpackung-biologisch-abbaubar

Verpackung biologisch abbaubar

Beim Glas handelt es sich um ein Pfandglas. Die Sackerl (in verschiedenen Größen), das „Plastik“dings und das Behältnis aus Papier (inklusive Deckel natürlich) kosten ein paar Cent. Damit werden die KundInnen, denke ich, erzogen, selbst Behältnisse auf Dauer mitzubringen. Wie bereits erwähnt, es ist zwar nicht Zero Waste, aber die Teile sind biologisch abbaubar bzw. mehrmals verwendbar. Somit ist das für mich ein guter Kompromiss. Denn durch meine Gespräche mit den UnternehmerInnen weiß ich, wie kompliziert manche/r KundIn sein kann. Und es braucht meist Kompromisse, um überleben zu können.

Wer steckt dahinter?

Hinter Elmira – Ernährung statt Medizin steckt die Inhaberin von Lemberona. Lemberona ist eine Großhandelsfirma und Produzent von Trocken-, Hülsenfrüchten und Getreide und seit über 15 Jahren am Markt. Sie möchten nun, nachdem viel für Eigenmarken von Supermärkten produziert wurde, ihre eigene Marke stärker etablieren. Und dafür soll neben dem Webshop unter anderem das neue Geschäft dienen. Die Gesundheit soll natürlich nicht zu kurz kommen, weshalb ein umfassendes Gesundheitsangebot mit Ernährungsberatung, Kochkursen und Workshops angeboten wird.

Großhandelsfirma hört sich jetzt im ersten Moment etwas „böse“ an, ABER: Bei Lemberona ist das anders. Lemberona ist FAIRTRADE- und Bio-zertifiziert UND es gibt den direkten Kontakt zu den Bauern und Bäuerinnen. Die Produkte stammen primär aus Kleinstbetrieben im In- und Ausland. Elmira ist gebürtige Usbekin und gehört der Minderheit der Krimtataren an. Unter anderem durch ihre Abstammung bringt sie ein Feingefühl für die Anliegen und Bedürfnisse der Bio-Kleinbauern und -bäuerinnen in das Unternehmen ein. Und das spürt mensch, wenn mensch ihr zuhört. Lemberona produziert selbst in der Nähe von St. Pölten und betreibt eigene Mühlen. Alles in allem ist Elmira – Ernährung statt Medizin als auch Lemberona ein stimmiges Konzept für mich und sie haben mich bereits als Kundin gewonnen 😀

Elmira – Ernährung statt Medizin
Vorgartenstraße 129-143
1020 Wien
Website

Ein abschließende Empfehlung

veganes-eis

veganes Eis

Zum Abschluss möchte ich euch noch das Eis bei Elmira empfehlen. Es ist nämlich so ganz anders, als alle Eissorten, dich ich bis jetzt gegessen habe. Ich habe für euch nur die Karte einiger Teilzutaten abfotografiert.

Funktionierten tut´s so: Es gibt veganes Vanille- oder Schokoladeneis als Basis. Von der Karte hier, suchst du dir alles aus, was du möchtest (bis zu 3 Zutaten werden empfohlen, um die Geschmacksnerven nicht zu überfordern). Dann kommen alle Zutaten in eine etwas futuristische Eismaschine, die Zutaten werden zerkleinert, mit der Eisbasis vermischt und voilá: du erhältst dein Eis der ganz besonderen Art. Deine Eigenkreation quasi. Ich hab Sanddorn mit Haselnuss mit Schokoeis bestellt. Und das Eis war geschmacklich wirklich ein Traum!

 

It´s easy being green – Just do it!

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: