ich mach es anders

Lebensmittelverschwendung [Blogreihe 2017]

Ich persönlich habe mit Lebensmitteln meinen Einstieg ins Thema Nachhaltigkeit gewagt. „Verantwortlich“ dafür war mein Volontariat bei FAIRTRADE Österreich im Jahr 2009. Hierbei bin ich mit dem Thema Produktionsbedingungen in Berührung gekommen und habe Infos darüber erhalten, wie es z. B. auf konventionellen Bananenplatnagen zugeht. Das wollte ich keinesfalls unterstützen und begann nach und nach, FAIRTRADE und Bio-zertifizierte Lebensmittel zu kaufen.

In den letzten Jahren habe ich mich auch immer intensiver mit dem Thema Lebensmittelverschwendung auseinander gesetzt. Da ich am Land aufgewachsen bin und gelernt habe, dass Lebensmittel zum Essen und nicht zum Wegschmeißen da sind, war dieses Thema zuvor nicht so sehr in meinem Mindset. Ich habe kaum Lebensmittel entsorgt und entsorge nach wie vor nur ganz geringe Mengen. Und jedes Mal tut mir das Herz dabei weh. Ich möchte heute gleich mit dem Thema Lebensmittelverschwendung beginnen. Weil die Zahlen einfach erschreckend sind.

Neben den Fakten habe ich jedoch auch zahlreiche Tipps für dich, wie du der Lebensmittelverschwendung den Kampf ansagen kannst.

Lebensmittelverschwendung – die nackte Wahrheit

157.000 Tonnen weg geworfene Lebensmittel. Pro Jahr. Alleine nur in Österreich. 1,3 Milliarden Tonnen pro Jahr weltweit. Das sind die nackten Zahlen. Zahlen, die so hoch sind, dass sie nicht mehr vorstellbar sind. Es ist viel, aber keiner von uns kann sich vorstellen, wie viel. In Ländern des globalen Nordens sind für über 40 Prozent der weggeworfenen Lebensmitteln der Handel als auch die KonsumentInnen verantwortlich. Überwiegend werden noch essbare Lebensmittel entsorgt. Die Gründe:

  • mangelnde Abstimmung zwischen den einzelnen Handelsstufen
  • Konsumgewohnheiten

Lebensmittel landen im Müll, da ihr Aussehen nicht der erwarteten Norm entspricht, KonsumentInnen ihre Einkäufe falsch planen – nicht selten wird viel zu viel eingekauft – oder übertrieben vorsichtig sind, was das Mindesthaltbarkeitsdatum angeht.

Oft wird zudem mehr eingekauft, als tatsächlich benötigt wird. Durch den Kauf kleinerer Portionen oder Packungen und zum Beispiel durch das Einfrieren von Lebensmitteln könnte der Verschwendung mehr Einhalt geboten werden. Falsche Lagerung, ungeplante Genusskäufe oder die Verlockung von Angeboten bei Großpackungen tragen ihren Teil dazu.(Quelle)

Soweit zu den Fakten bzgl. Lebensmittelverschwendung. Was kann nun jede/r Einzelne dagegen tun? Eine ganze Menge. Weil es ist ja unglaublich schade, so gute Lebensmittel wie auf den Fotos einfach weg zu schmeißen.

Meine Tipps für dich gegen Lebensmittelverschwendung

  • Führe darüber Tagebuch, wie viele Lebensmittel du weg schmeißt. Die Bewusstseinsbildung von wirf-nix-weg ist unglaublich. Leider wurde die Plattform aufgrund von fehlender Zeit wieder deaktiviert. Aber mach dir dein eigenes Tagebuch und beobachte deine Reaktionen und die deiner Liebsten beim Eintragen in die Liste, v.a. am Beginn.
  • Gehe nur mit Einkaufszettel einkaufen. Damit vermeidest du Impulskäufe
  • Gehe, wenn möglich, nie hungrig einkaufen. Falls es der Fall ist, hilft dir ein Einkaufszettel dabei, dich deinem Hunger zu widersetzen. Herr Hunger würde nämlich wesentlich mehr kaufen, als notwendig.
  • Reflektiere dein Einkaufsverhalten. Wie vielen „Mengenvorteils-Aktionen“ bist du diesmal verfallen?
  • Beschränke deinen Vorratsplatz. Damit hast du all deine Vorräte im Überblick und vergisst auf nichts.
  • Beschrifte deine Tiefkühlprodukte, wenn nicht ersichtlich ist, was es ist, mit Name und Einfrierdatum.
  • Sortiere den Inhalt deines Tiefkühlers gelegentlich, um dir in Erinnerung zu rufen, was bald verzehrt werden muss.
  • Lass dich nicht von Aktionen täuschen. Oftmals wird der Stückpreis von den Handelsketten kurz vor der Aktion nach oben gesetzt, um ihn dann wieder nach unten zu korrigieren. Der Konsument wird dabei über den Tisch gezogen.
  • Falls es einen Fairteiler in deiner Umgebung gibt: Nutze ihn!
  • Rette Obst von den Bäumen, um das sich niemand kümmert!

It´s easy being green – Just do it!

& KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Hallo Sabrina!

    Wie Du weißt ist mir das Thema Lebensmittelverschwendung auch ein Anliegen. Finde ich super, dass Du hier einen Schwerpunkt setzen möchtest!

    Ich bin selbst auch gerade beim Ausarbeiten von Beiträgen. Fotos habe ich in den letzten Wochen schon einige gesammelt.

    lg
    Maria

    • Hallo Maria!
      Der Beitrag ist Teil meiner Blogreihe 2017 „(D)Ein Weg zu einem nachhaltigen Lebensstil“, die sich ein bisschen zusammenfassen soll, was ich die letzten 2 Jahre am Blog zusammengetragen hab. Quasi für NeueinsteigerInnen in das Thema Nachhaltigkeit. Lebensmittel ist gerade das Thema, deshalb auch dieser Beitrag. Der nächste beschäftigt sich mit der Frage, warum mir nachhaltig produzierte Lebensmittel so wichtig sind.
      Freu mich schon auf deine Beiträge zu dem Thema!

      Liebe Grüße
      Sabrina

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: