Nachhaltigkeit im Alltag [Blogreihe 2017]

Nachhaltigkeit im Alltag ist der erste Leitfadenbeitrag der Blogreihe „(D)Ein Weg zu einem nachhaltigen Lebensstil“, da es kleine Dinge im Alltag sind, die jedeR umsetzen kann. Egal, wie hoch die Motivation oder das Budget ist. Der Vorteil hierbei ist, dass mensch sogar dabei sparen kann. Nach wenigen Wochen oder Monaten sind diese Punkte ganz selbstverständlich und mensch denkt gar nicht mehr darüber nach.

Müllvermeidung

Die ZeroWaste-Bewegung ist in unseren Breitengraden angekommen. Bea Johnson aus den USA ist eine der bekanntesten VorreiterInnen in diesem Bereich. Worum geht´s bei ZeroWaste? Leute gehen mit mitgebrachten Behältnissen einkaufen, versuchen, Plastik in allen Lebensbereichen möglichst zu vermeiden. Das klingt anstrengend und ist es auch. Ich selber widme diesem Thema bewusst nicht sehr viel Aufmerksamkeit. Das Tolle ist nämlich, dass sich durch meinen nachhaltigen Lebensstil der Müllberg von ganz alleine reduziert hat. Trotzdem achten wir wenn möglich trotzdem nach wie vor bewusst darauf, keinen unnötigen Müll zu verursachen.

Tipps:

  • Steck dir immer ein Sackerl ein
  • Sage „Nein, danke. Ich hab mein eigenes mit“ wenn du gefragt wirst, ob du ein Sackerl haben möchtest
  • Verwende (Papier)Sackerl öfter als ein Mal
  • Kaufe, wenn möglich offene Lebensmittel
  • Bring dein eigenes Geschirr zur Wurst- und Käsetheke mit. Viele pfeifen bereits auf die Vorschriften und packen dir in das mitgebrachte Behältnis
  • Vermeide Essen oder Kaffee to go
  • Bringe deinen eigenen Coffee to go-Becher mit oder noch besser: genieße dienen Kaffee wenn möglich in einem netten Café

Bei einigen dieser Tipps gilt die Grundregel: Hab Spaß am Beobachten der Reaktionen deines Gegenübers 😉

Lebensmittelverschwendung

bauernladen-helene-1040Zur Müllvermeidung gehört nach meinem Verständnis auch der bewusste Umgang mit Lebensmitteln. Wir haben monatelang Tagebuch darüber geführt, wie viele Lebensmittel wir tatsächlich weg schmeißen und waren mit unserem Schnitt eigentlich ganz zufrieden. Faszinierend ist das bewusste Wahrnehmen durch dieses Experiment und das Verhalten einzelner Personen. Soblad auf deinem Kühlschrank die Liste hängt, wirst du wissen, was ich meine 😉 Das gezielte Einkaufen verhindert, dass Lebensmittel im Müll landen. Aktionen wie 2+1 für unseren 2-Personen-Haushalt sind in vielen Fällen überflüssig, weil wir nicht so viel essen können. Ausnahmen machen wir bei Nudeln oder Reis, also Lebensmittel, die wesentlich länger halten, als das Mindesthaltbarkeitsdatum uns glauben lässt.

Tipps:

  • Führe einige Zeit Tagebuch über die weggeworfenen Lebensmittel in deinem Haushalt
  • Behalte den Überblick über diene Vorräte
  • Kaufe erst etwas nach, wenn etwas aus ist
  • Schreib dir vor dem Einkauf einen Einkaufszettel, um Impulskäufe zu vermeiden
  • Lass dich nicht von Aktionen wie z. B. 2+1 Gratis blenden.
  • Nutze fairteiler in deiner Nähe oder verschenke Lebensmittel, die du nicht essen kannst, an FreundInnen, Bekannte und NachbarInnen

Ressourcenverbrauch

Strom

Steckerleiste Fernseher, DVD-Player, Fernsehlampe

Steckerleiste Fernseher, DVD-Player, Fernsehlampe

Wir haben wo möglich, bei unseren Stromgeräten Steckerleisten mit einem Steuerknopf. Heißt, dass wir die Steckerleiste, wo Fernseher, Radio und DVD-Player (ja, wir haben noch sowas) dran hängen, vollständig vom Strom genommen sind, wenn sie nicht in Gebrauch sind. Selbes gilt für die Kaffeemaschine. Denn in Summe fressen die Elektrogeräte auch im Standby-Modus Strom. Beim Neukauf unserer Küchengeräte haben wir uns nach langem hin und her für teurere Geräte mit einem geringeren Stromverbrauch entschieden. Von Sepp Eisenriegler hab ich gelernt, dass es sich bei den Energieklassen um einen Schmäh handelt, aber immerhin sind die hochwertigen Geräte, im Gegensatz zu Billigprodukten, reparierbar, somit wesentlich langlebiger und unterm Strich auch günstiger.

Wir achten auch darauf, nicht unnötig Licht brennen zu lassen, wobei ich das erlernte Verhalten bei den guten alten Glühlampen, erst umlernen muss. Die neuen LED-Lampen haben es nämlich gar nicht gern, wenn sie in kurzen Intervallen ein- und ausgeschaltet werden und es verkürzt sich dadurch ihre Lebensdauer. Und ich erwisch mich doch hin und wieder, wo ich aufdreh, abdreh und gleich wieder aufdreh….

Tipps:

  • Drehe das Licht nur auf, wenn du es benötigst (ACHTUNG bei LED-Lampen! Sie fressen Strom beim mehrmaligem Ein- und Ausschalten)
  • Benutze für Standby-Geräte Steckerleisten mit einem Steuerknopf
  • Lass dich nicht von „Innovationen“ täuschen
  • Achte auf reparierbare Geräte
  • Lieber in ein Gerät mehr investieren, das länger hält, als Billigschrott
  • Wechsle zu einem Ökostromanbieter

Wasser

Beim Wasser sind wir generell sparsam, ohne aber zu, für mich, schrägen Methoden wie z. B. Abwaschwasser für die Klospülung zu verwenden, zu greifen. Bleibt Wasser im Glas, verwenden wir es auch zum Blumengießen, aber wir achten zum Beispiel beim Geschirr abwaschen darauf, dass wir das Wasser nicht laufen lassen, während es mit Öko-Putzmittel eingeseift wird. Beim Händeeinseifen wird es ebenfalls abgedreht. Beim Rasieren wird Wasser ins Waschbecken gefüllt und auch beim Händewaschen und Zähneputzen wird es dazwischen abgedreht. Das sind ganz kleine Dinge, die aber ganz viel ausmachen.

Tipps:

  • Dreh das Wasser während dem Zähneputzen, Rasieren oder Einseifen ab
  • Räume Geschirrspüler oder Waschmaschine voll, bevor du sie einschaltest
  • Verwende „altes“ Wasser (im Glas oder aus der Tränke deiner Haustiere) zum Blumengießen

Heizen

Beim Heizen haben wir auch Glück. Wir leben in einem Neubau, der anscheinend wirklich gut gedämmt sein dürfte. Die letzten beiden Winter haben wir kaum geheizt, obwohl wir unsere Wohnung in der Stiege mit den meisten Außenwänden haben. Wir haben aber auch das Credo: lieber ein bisschen mehr anziehen, als zu viel heizen. Beim Fernsehen haben wir eine Decke, unter tags sind wir in der Arbeit, also wozu großartig heizen? Unsere Raumtemperatur befindet sich aber trotzdem im Bereich des Normalen und Erträglichen – keine Angst 😉

Tipps:

  • Lieber ein Pulli und ein paar Socken mehr, dafür ein Grad weniger Raumtemperatur
  • Richtiges Lüften (heißt, ca. 5 Minuten alles aufreißen und nicht nur kippen)
  • Richtiges Heizen (heißt, je nach Anwesenheit zu Hause, die Temperatur richtig einstellen. Bist du außer Haus, reicht eine niedrigere Temperatur, die du dann erhöhst. Schalte aber nie den Heizkörper ganz zurück, denn dann brauchst du für das Aufheizen der Räume wesentlich mehr Energie)
  • Lass deine Wohnung von den NachbarInnen mit heizen, indem du deine Heizung etwas später aktivierst. Wir beißen die ersten Wochen ein wenig die Zähne zusammen und sparen uns dann anschließend einige Euros 😉

Mülltrennung und Recycling

Wir halten uns brav daran, was auf den Mülltonnen steht: wir schmeißen Papier ins Altpapier, Restmüll in den Restmüll, Bioabfall in die Biotonne, sammeln unsere wenigen Tetrapacks in der Ökobox und trennen Bunt- und Weißglas, Alu/Dosen sowie PET. Sperrmüll kommt auf den Mistplatz. Wir sind so aufgewachsen, denn im ländlichen Gebiet wird Müll im Haushalt bereits getrennt und anschließend zum Altstoffsammelzentrum gebracht. Entsetzt sind wir, wenn wir Menschen entdecken, die ihren Mist auf den Boden fallen lassen oder es nicht schaffen, den Müll in die Tonne zu schmeißen bzw. Mist, der nicht in die eine Tonne gehört, dort zu platzieren.

Frustrierend ist es für mich, wenn mir jemand weiß machen möchte, dass Mülltrennung und Recycling in Wien ohnehin nichts bringt, weil alles verbrannt wird. Oder gar nicht so viel recycelt werden kann, weil dafür die Technik (noch) nicht vorhanden ist, um sauber alles zu trennen bzw. gut weiter zu verarbeiten. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, Müll möglichst zu vermeiden, alte Geräte reparieren zu lassen und zu Second Hand Ware (Reuse) zu greifen.

Weitere Tipps wären:

  • Auto stehen lassen und  zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren
  • Die Treppe anstelle von Rolltreppe oder Lift zu nutzen (tut auch der Gesundheit gut)

It´s easy being green – Just do it!

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