ich mach es anders

Das Frühstücksei vom Miethuhn

Ei im Nest

Eier im Glas, Eierspeis, ein weich gekochtes Ei zum Frühstück, hart gekochte Eier zu Ostern, Spiegelei, Pizza mit Ei, Nudeln mit Ei, Mehlspeisen mit Ei oder Saucen mit Ei. Das Ei ist universell einsetzbar und bereichert den Speiseplan der ÖsterreicherInnen. 235 Stück pro Kopf wurden im Jahr 2015 verzehrt. Aber woher kommt das Ei?

Im Normalfall kommt es aus dem Supermarkt, vom (Bio)Markt oder im besten Fall vom Kleinbauern nebenan. Aber gibt es noch weitere Wege, um ans Ei zu kommen? Die Antwort lautet: Natürlich! Indem die Hennen selbst gehalten werden. Klingt unmöglich? Ist es aber nicht. Mit 15 bis 25 Quadratmetern ist man dabei. Und dabei ist es ganz egal, ob es sich um ein Stück Garten, einen Hinterhof oder eine geräumige Terrasse handelt.

Das braucht die Henne

Eine Henne braucht unbedingt eine zweite Henne, im besten fall noch eine dritte. Dann fühlen sie sich wohl und legen gesunde Eier. Weiters ist ein Stall, ein Zaun, Futter und eine Tränke notwendig, um den neuen Gesellinnen eine angenehme Atmosphäre zu bieten. Auf die Schlafstangen darf keinesfalls vergessen werden, schlafen Hühner doch am liebsten etwas höher. Damit kommt man dem Wesen des Huhns zu 100% entgegen und erhält garantiert frische Eier von glücklichen Hühnern.

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Glückliche Hühner im Garten

Die Vorteile beim eigenen Huhn

Neben einem frischen Ei ganz ohne Massentierhaltung bieten die Hennen Unterstützung beim Entsorgen von Bioabfällen. Theoretisch wäre auch die Fleischversorgung gesichert, jedoch ist das Schlachten eines Haustieres nicht jedermanns Sache. Wenn es nicht jeden Tag ein frisches Frühstücksei sein muss, können neben den legeeifrigen Hybridzüchtungen auch alte, bedrohte Nutztierrassen (z. B. Deutsche Sperber, Thüringer Barthühner oder das Altsteirer Huhn) mit geringerer Legeleistung gehalten werden. Somit trägt man zur Erhaltung der genetischen Vielfalt alter Nutztierrassen bei. Da die Fütterung in der eigenen Hand liegt, ist das Huhn, und somit auch das Ei, zu 100% gentechnikfrei. Und auch auf Antibiotika kann verzichtet und nur in äußersten Notfällen zur Anwendung gebracht werden.

Nicht zu unterschätzen ist die Bewusstseinsbildung, die durch den eigenen Hühnerstall bei den Kindern aus der Nachbarschaft oder aus dem eigenen Familien- und Bekanntenkreis betrieben werden kann. Die Annahme „Eier macht der Supermarkt“ sollte damit bald Geschichte sein.

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Eiernte

So kommt man zur Henne und auch zum Ei

Einerseits gibt es die Möglichkeit, Hennen über diverse Kleinanzeigen (Online als auch Print) oder direkt vom Landwirt des Vertrauens zu erwerben. Wenn man sich jedoch noch nicht ganz sicher ist, ob man auf Dauer Hühner selbst halten möchte, gibt es die Möglichkeit der Hennen auf Zeit. Also eine Anmietung der Tiere. In Österreich gibt es den Anbieter „Die Miethennen“. Der Grazer Lukas Wenzl bietet ein All-inclusive-Paket (Hennen, Stall, Zaun und Futter) um EUR 30,- pro Monat an. In Deutschland können Hühner bei „Rent a Huhn“ oder „Miete ein Huhn“ wochenweise gemietet werden. Und Yamuna Valentas hat im Rahmen ihres Diplomprojekts an der Wiener Universität für angewandte Kunst eine Urban Chicken Farm, ein Hühnerhaus mit zwei Stockwerken für den Balkon, entwickelt.

Der Bereich ist noch ausbaufähig, jedoch gibt es erste Vorreiter, um die Hühner wieder in die Gärten und Hinterhöfe zu bringen. Also worauf warten wir noch? Könntest du dir vorstellen, Miethühner bei dir im Garten zu halten?

It´s easy being green – Just do it!

& KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Hi Sabrina! Finde ich eine interessante Idee! Ich achte sehr darauf, Bio-Eier zu kaufen. Noch besser finde ich jedoch Bruderhahn-Projekte! In der Schweiz zum Beispiel: „Seit dem 1. Januar 2016 werden für die Anzahl Eier unter dem Label „henne & hahn“ die entsprechenden männlichen Küken nach dem Schlupf nicht getötet. Die Jungtiere werden unter artgerechten Bedingungen grossgezogen. Sie geniessen dabei hochwertiges Bio-Futter und haben regelmässigen Zugang zur Wiese und zum Sandbad“.
    Eigene Hühner könnte ich momentan bei mir nicht haben – Stadtwohnung mit Balkon ist wohl nicht besonders Huhn-gerecht. Wie sieht es bei Dir aus? Liebe Grüsse, Nicole

    • Hallo Nicole!

      Von den Bruderhahn-Projekten hab ich schon gelesen und finde das eine tolle und unterstützenswerte Initiative!
      Ich persönlich kaufe schon jahrelang zu Bio-Eiern und werde das auch nicht ändern. Jetzt bekommen wir sie über unsere FoodCooperation noch dazu direkt vom Bauern.

      Liebe Grüße

      Sabrina

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