Warum weniger mehr ist [Blogreihe 2017]

Im heutigen Beitrag der Blogreihe „(D)Ein Weg zum nachhaltigen Lebensstil“ widme ich mich dem Königsklassenthema „Weniger ist mehr“. Warum? Weil ich dir schon vorab verraten möchte, wohin dich der Weg dieser Blogreihe vermutlich führen wird. Ich bin, denke ich, seit ca. 1,5 Jahren schon auf einem guten Weg. Weil ich das Buch von Uli Burchardt gelesen habe. Dieses hat mir die Augen geöffnet und mir noch bewusster gemacht, dass es sich auszahlt, beim Ankauf mehr zu investieren, um danach länger etwas zu haben. Unterm Strich rechnet es sich immer. Aber nicht immer ist es ganz einfach. In meinem Fall zum Beispiel bei Möbeln. Da hab ich zum Beispiel noch Aufholbedarf.

Bei Kleidung, Schuhen, Accessoires, Kosmetik und Pflegeprodukten bin ich jedoch schon ziemlich gut unterwegs. Ich habe aktuell einen Aufnahmestopp in Kleider- und Schuhschrank sowie bei Accessoires und Schmuck. Auf Kosmetik verzichte ich weitgehend und meine Pflegeprodukte habe ich auf (m)ein Minimum (Kokosnussöl fürs Gesicht, Haar- und Duschseife, Zahnpasta und selbst gemachten Lippenbalsam & Deo) reduziert.

Wege zum Weniger

Keine Chance den Trends

Ich bin schon seit mehreren Jahren extrem trendresistent. Ich hab absolut keine Ahnung, was gerade „in“ ist, was die Hollywoodstars gerade wieder für einen Trend gesetzt haben oder welche Tasche frau jetzt gerade unbedingt braucht. Bei den so genannten „Food Trends“, Möblen oder Elektronikgeräten geht es mir genau so. Somit habe ich absolut kein Bedürfnis, ständig irgendwelchen Trends nachzurennen, um schlussendlich fest zu stellen, dass der Trend nach wenigen Monaten wieder vorbei ist. Und der ganze Wahnsinn wieder von vorne anfängt.

Basic ist das neue Lila

Bei Bekleidung und Accessoires greife ich seit Jahrzehnten schon zu Basicteilen. Schwarz und Weiß waren in meiner Jugendzeit meine Lieblingsfarben bei Kleidung, was sich bis heute nur geringfügig geändert hat. Hinzu gekommen sind die Farben Grau und Dunkelblau und eine Liebe zu roten Schuhen. Keine Sorge, ich besitze nicht Unmengen davon, sondern 2 Paar: meine Winterschuhe und ein Paar Ankleboots.

Auch bei Schnitten bin ich eher „klassisch“ unterwegs. Somit kann ich unendlich kombinieren und bräuchte eigentlich keine neuen Sachen, woran ich versuche, mich auch zu halten. Im Schnitt landen max. 3 bis 5 neue Teile pro Jahr (Bekleidung, Accessoires, Schuhe) in meinem Einkaufskorb. Meist weniger. Um dies zu evaluieren gibt es 2017 das bereits bekannte Konsumbuch, wo ich genau solche Käufe notiere.

Mit diesem Verhalten komme ich der Idee von Capsule Wardrobe schon nahe. Wobei ich noch immer nicht dort angelangt bin, wo ich sein könnte. Aber alles braucht seine Zeit.

Platzbeschränkungen unterstützen

Ein beschränktes Platzangebot ist ein unglaublicher Segen. Die Aussage „Ich hab zu wenig Platz“ sollte der Vergangenheit angehören. Denn wenig(er) Platz, bedeutet zugleich, dass weniger Dinge angehäuft werden können. Auf viele Dinge wird ohnehin vergessen, weil sie im hintersten und finstersten Eck verschwinden. Zu diesem Thema wird es im Laufe der Blogreihe einen eigenen Beitrag geben, indem ich dir verrate, welche Platzbeschränkungen mir behilflich sind.

Fair oder Second Hand kaufen

Fair einzukaufen führt automatisch dazu, dass aufgrund des höheren Preises überlegt wird, ob das Teil tatsächlich benötigt wird. Das reine Haben-Wollen wird somit ausgeschaltet. Komplett. Mir geht es jedenfalls so. Gute Qualität hat ihren Preis. Das ist meine Grundeinstellung.

Second Hand Ware ist nicht nur eine Möglichkeit für Menschen mit kleinerem Budget. Es ist in meinen Augen mittlerweile die sinnvollste Art zu konsumieren. Denn wozu neue Ressourcen verschwenden, wenn bereits Produziertes in einwandfreiem Zustand und noch dazu in Massen am Markt erhältlich ist?

2017 möchte ich mich bei Kleidung komplett auf Second Hand (ausgenommen Schuhe und Unterwäsche, falls ich daran überhaupt Bedarf habe) konzentrieren. Auch bei Möbeln tendiere ich mittlerweile immer stärker zu Second Hand, seit wir eine Couch aus zweiter Hand haben. Auch bei Geschirr, Büchern, Elektrogeräten, Fitnessgeräten etc. ist Second Hand eine Möglichkeit. Es gibt ja heutzutage nix, was es nicht aus zweiter Hand gibt gibt. Und es gibt dafür tolle Adressen und Plattformen (z. B. den Kleiderkreisel, den 48-er Tandler oder R.U.S.Z in Wien und noch viele, viele mehr). Mensch muss sie nur kennen und sich mit der Thematik auseinandersetzen.

Was bringt es mir?

Dieses Verhalten bringt mir Zeit und Ruhe. Ich habe keinen Stress mit Shopping. Ich hasse es nämlich zu shoppen, was mir natürlich ebenfalls hilft, nicht zu viele Dinge anzusammeln. Wir glauben nämlich nur, dass wir uns „glücklich“ kaufen können. Vor lauter Zeugs sehen wir aber den „Baum“ nicht mehr. Wir haben gar keine Zeit mehr, all das zu konsumieren, was wir kaufen (gilt übrigens auch für Lebensmittel). Klingt blöd, ist aber so. Und das verursacht Stress. Und Stress mag ich gar nicht.

Ich habe Zeit, mich wesentlicheren Dingen zu widmen, z. B. mal auszuprobieren, wie mensch Nudeln selber machen kann, meinen Zweck der Existenz zu entdecken oder meine Big Five of Life zu formulieren. Ich widme mich viel lieber den Dingen, die ich gerne mache oder der Frage, was mich wirklich glücklich macht, als dem Abverkaufswahn (der meinem Gefühl nach mittlerweile ganzjährig vorherrscht) zu verfallen und von einem Geschäft ins nächste zu hetzen. Auch das Onlineshopping (das ich bis auf gaaanz wenige Ausnahmen scheue wie der Teufel das Weihwasser), spart nicht wirklich Zeit. Denn durch das wahnsinnig große Warenangebot klickt mensch sich bald mal stundenlang durch und weiß schlussendlich gar nicht, was wirklich benötigt wird oder nur eingeredet wurde.

Und bei weniger Deko spar ich mir die Mühseligkeit des Abstaubens. Wir haben keine komplett leere Wohnung, da wir natürlich Altlasten besitzen. Gekauft wird Deko schon seit unserem Umzug in die letzte Wohnung, das ist jetzt etwas mehr als drei Jahre her, nicht mehr.

Ich bin auch davon überzeugt, dass mensch mit weniger Ballast in der Wohnung/im Schrank etc. auch weniger Ballast in sich mit trägt.

Meine TIPPS für dich

  • Lass dich nicht von Billigangeboten täuschen und unterdrücke möglichst den Impuls, der schreit: KAUF MICH JETZT SOFORT! SO BILLIG BEKOMMST DU MICH NIE WIEDER! Denn Angebote sind oft nichts als ein Täuschungsmanöver an den KundInnen.
  • Setze dir Platzbeschränkungen (Kleider- & Schuhschrank, Bücherregal etc.)
  • Kaufe gute Qualität zu einem fairen Preis oder Second Hand
  • Geh mal mit einem Freund/einer Freundin shoppen, fungiere jedoch nur als Berater/in. Und schau, wie es dir dabei geht.

It´s easy being green – Just do it!

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