ich mach es anders

Was ist der Rebound-Effekt? [Blogreihe 2017]

Coverbild

Der Rebound-Effekt ist unser ständiger Begleiter bei einem nachhaltig geführten Lebensstil. Aber was ist damit gemeint? Und wie kann mensch ihn verhindern bzw. entkommen? Nachhaltigkeit geht einher mit neuen Innovationen, die als nachhaltig verkauft werden. Das Elektroauto oder auch Solarpanele zählen zum Beispiel dazu. Energie aus Sonnenenergie, ein Auto, das ohne fossile Brennstoffe fährt. Eine Wahnsinnsinnovation. Oder etwa doch nicht?

So funktioniert der Rebound-Effekt

Das Umweltbundesamt erklärt den Rebound-Effekt wie folgt:

Effizienzsteigerungen senken oft die Kosten für Produkte oder Dienstleistungen. Dies kann dazu führen, dass sich das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer ändert: Sie verbrauchen mehr – die ursprünglichen Einsparungen werden teilweise wieder aufgehoben. Dieser Effekt wird Rebound genannt.

Als Beispiel dient das liebe Auto. Wird ein Auto effizienter, manchmal somit auch kostengünstiger gebaut, könnte bei der nächsten Kaufentscheidung die Wahl auf das größere Modell fallen. Es werden mehr Kilometer mit dem Auto zurück gelegt, da mensch ja nun sparsamer und effizienter unterwegs ist. Oder das eingesparte Geld wird z. B. für Flugreisen verwendet, die es sonst nicht geben würde. (vgl. Umweltbundesamt) Die Zeit schreibt, dass ein Mehr an Effizienz auch die Nachfrage nach Öl und Strom steigen lässt. Klar wird dieses Absurdum durch folgende Beispiele:

Auch Elektroautos einzuführen könnte umweltfreundlich sein, sofern der Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Doch um die neuen Motoren und Batterien herzustellen und das nötige Netz aus Strom-Tankstellen aufzubauen, wird zusätzliche Energie verbraucht. Wohnungen werden größer, Autos schwerer; so führt sparsamere Heiz- oder Antriebstechnik höchstens dazu, dass der Verbrauch stabil bleibt, statt ihn zu senken. Und wo der Verbrauch sinkt und mit ihm die Preise, wird zugleich auch der Anreiz für Verschwender geringer, sparsamer mit Ressourcen umzugehen. Wie viel der Energie-Ersparnis dadurch verloren geht, ist schwer zu beziffern. Ein Beispiel: Im Haushalt sind strombetriebene Geräte seit Mitte der achtziger Jahre um rund 37 Prozent energieeffizienter geworden. Weil sie auch größer wurden und die Menschen sich mehr Apparate anschafften, stieg der Stromverbrauch insgesamt um 22 Prozent. (Quelle: Zeit)

Neben dem Problem der Produktion mit (zusätzlichem) Ressourcenaufwand, stehen wir auch vor dem Problem der Entsorgung. Keiner weiß, wie die Solarzellen oder Akkus der Elektromotoren oder Smartphones korrekt und nachhaltig entsorgt werden sollen, nachdem sie das Zeitliche gesegnet hat.

Ebenso wenig Sinn macht es, nachhaltig produzierte Kleidung, davon jedoch dann wesentlich mehr zu konsumieren. Ziehen wir dafür das Beispiel Baumwolle heran: auch die Bio-Baumwolle benötigt extrem viel Wasser in der Herstellung. Es ist auch ziemlich wurscht, wenn du Ökostrom beziehst, dafür aber kuschelige 24 Grad im Wohnzimmer hast. Willkommen Mr. Rebound!

Dem Rebound-Effekt entkommen

Zu Beginn meines Weges der Nachhaltigkeit, habe ich von Rebound-Effekt & Co. nichts gehört. Ich interessierte mich primär dafür, woher ich nachhaltigere Produkte her bekomme. Erst nach und nach habe ich auch von Mr. Rebound gehört. Und mir Gedanken darüber gemacht. Reflektiert, wie Rebound anfällig ich selbst bin. Mein Fazit:

Weniger ist Mehr ist der richtige Ansatz in meinen Augen. Wobei ich zugeben muss, dass ich mich durch nachhaltiger produzierte Produkte über Jahre hinweg an das Thema langsam heran getastet habe. Einen Selbstreflexion ist unabdingbar und manchmal auch hart. Aber es lohnt sich!

Nun, nach mehreren Jahren indem auch ich dem Rebound-Effekt ständig erlegen bin, bin ich am Punkt angelangt, mir wirklich fünf Mal zu überlegen, ob ich ein Teil tatsächlich brauche, ob es nicht doch Sinn macht, etwas weniger zu heizen und weniger Strom zu verbrauchen etc. Und ich bin stets bemüht, meiner Bequemlichkeit möglichst den Garaus zu machen. Die ist nämlich ein Grundübel.

Meine TIPPS für dich

  • Kaufe nicht effizient und dafür größer oder mehr, sondern passe alles realistisch an deine Bedürfnisse anÜberlege dir vor einem Neukauf, ob du das Teil tatsächlich unbedingt brauchst
  • Kaufe im besten Fall gar nicht neu, sondern verwende bereits Produziertes
  • Frag zuerst im Freundeskreis/in deiner Familie, ob das Teil (in meinem Fall z. B. eine Nudelmaschine) vorhanden ist, das du gerade brauchst/haben willst und gerade nicht gebraucht wird.

It´s easy being green – Just do it!

1 KommentarHinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: