ich mach es anders

Food X – meine neue FoodCoop Heimat

Einkauf Food X, Saefte, Joghurt, Salat, Kaese, Gemuese

Ich hatte ja einige Male über die FoodCoop Herz & Rübe in 1050 berichtet, bei der ich bis Jahresende Mitglied war. Mit Jahresbeginn habe ich die FoodCoop gewechselt und bin nun Mitglied in der Food X in Wien Favoriten. Was waren meine Beweggründe, die FoodCoop zu wechseln?

Bequemlichkeit

Allen voran war es die Bequemlichkeit. Zu Herz & Rübe brauchte ich nämlich mit dem Bus, je nach Verkehrslage, gut 30 Minuten pro Strecke. Da ich keine begnadete Fahrradfahrerin bin (heuer ab dem Frühjahr möchte ich das jedoch ändern, sofern das Knie mitspielt), kamen für mich nur die Öffis in Frage. Und ich gestehe, wir sind auch hin und wieder mit dem Auto ins Lager gefahren. Shame! Das Lager lag nicht an Strecken, die ich öfters fahre, wie z. B. ins Büro oder zu meiner Gesangsstunde. Deshalb war ein „separates Anfahren“ notwendig. Für verwöhnte StädterInnen, die an jedem Eck die Verlockung eines Supermarktes vorfinden, ist eine Stunde Fahrtzeit für den Lebensmitteleinkauf schon eine echte Herausforderung.

Lieferschwierigkeiten

Vor allem bei der Butter gab es des Öfteren Lieferschwierigkeiten. Das bedeutete für mich, dass ich zwei bis drei Mal die Woche ins Lager musste, um alle meine Lebensmittel zu bekommen. Das macht aus einer Stunde zwei bis drei Stunden Fahrtzeit. Und das war, auch weil ich das Gemüse aus diversen Gründen nicht über die FoodCoop bezog, nicht wirklich tragbar. Würde ich ums Eck wohnen, ist das kein Problem, aber mit dieser Wegstrecke war die Motivation dann doch nicht mehr so groß.

Food X

Die Food X, hier geht´s zu ihrer Website, verfolge ich seit dem Jahr 2013. In diesem Jahr startete nämlich der Gründungsprozess, bei dem ich mich einbringen wollte. Leider waren die Treffen immer zu Zeiten, an denen ich erst das Büro verließ. Das hieß also, ich konnte mich nicht im gewünschten Ausmaß einbringen, weshalb ich es bleiben ließ. Trotzdem schielte ich immer wieder auf die Website, um zu sehen, wie sich die FoodCoop weiter entwickelte. Durch meinen jetzigen Teilzeitjob und den FoodCoop Treffen ab 18:00 bot sich mir nun mit Jahreswechsel die Möglichkeit, endlich einzusteigen. Und diese Möglichkeit habe ich gleich beim Schopf gepackt.

Ein erstes Kennenlernen

Ich lud mich im Dezember 2016 zu einem Plenum ein, stellte meine ganzen Fragen und beobachtete die Gruppendynamik. Davor hatte ich mich schon über die LieferantInnen informiert und festgesteellt, dass ich einen Großteil unserer benötigten Lebensmittel über die FoodCoop beziehen kann. Das kam mir sehr entgegen, denn seit ich im August einen Job im 9. Bezirk angenommen habe, liegt kein Biomarkt mehr am Weg nach Hause. Ich stellte fest, dass ich in letzter Zeit wieder ziemlich oft im Supermarkt die Lebensmittel einkaufte. Und das ging mir gehörig gegen den Strich. Nun die neue Hoffnung: Food X. Nach dem ersten Treffen wusste ich: hier bin ich gut aufgehoben. Ich füllte also das Beitrittsformular aus, überwies den Mitgliedsbeitrag, die Einkaufseinlage und einen einmaligen Beitrittsbeitrag (der bei Austritt rück erstattet wird, vorausgesetzt, der Verein verfügt über ausreichend Rücklagen) und schon ging es los.

Einschulung mit Buddy Katja

Katja ist schon seit langer Zeit eine facebook-Freundin von mir. Der Zufall wollte es so, dass wir uns über die Food X persönlich kennen lernen. Und sie war auch gleich mein Buddy, um mir alles zu zeigen. Bevor ich den Mitgliedsantrag unterschrieb, ließ ich mir noch das Lager zeigen. Um nichts anbrennen zu lassen 😉 Und bereits in der zweiten Jännerwoche schulte sie mich ins Abholen der Bestellungen ein, denn schon im Dezember zeigte sie mir, wie das Bestellen funktioniert. Ich hatte natürlich gleich fleißig bestellt. Gemüse, Milchprodukte, Schwammerl – mmmhhh… mir läuft gleich das Wasser im Mund zusammen, wenn ich daran denke.

foodx-lager

Lager

Rupert für den Transport unserer Lebensmittel

Zu Weihnachten habe ich auch gleich mit meinem Wunsch an den Wichtel vorgesorgt. Ich ließ mir einen super tollen Einkaufstrolley schenken. Also das super toll hat mein Wichtel zu verantworten. Denn es ist kein Ramschtrolley um wenige Euros made in Fernost, sondern ein wirklich stabiles Teil mit extra großen Rollen made in Germany. Ich nenne ihn Rupert. Rupert ist nun mein treuer Begleiter. Ich lerne gerade, mit ihm richtig umzugehen, denn erst letztens, musste ich ihn ins Büro mitnehmen, da ich nach Büroschluss noch einen Termin hatte, und ihn nicht zuvor von zu Hause am Weg zum Lager abholen konnte. Ich blieb bei der Rolltreppe mit einem Rad hängen und in der U-Bahn stolperte beinahe jemand über ein Rad. Wir müssen bei weiten Wegstrecken noch ein wenig warm werden, aber das wird bestimmt.

einkaufstrolley-foodx

Rupert

Mein Aufwand

Der Aufwand hält sich für in Grenzen, vor allem, weil ich für das FoodCoop Konzept brenne. Ich bin einmal im Monat bei einem Plenum für max. 2 Stunden (im Sommer wird pausiert) und alle zwei Monate bei einem Arbeitsgruppentreffen der Arbeitsgruppen Kommunikation und ProduzentInnen, ebenfalls für max. je 2 Stunden. Das macht im Monat einen Aufwand von ca. 4 Stunden aus. Dazu gerechnet werden muss dann noch die Arbeit für die Kommunikationsarbeit – ich werde voraussichtlich den Blog betreuen 😉 – und die Bestellungen bei voraussichtlich vorerst 2 ProduzentInnen.

Aber ich will ja leckere Lebensmittel aus fairer Produktion haben, deshalb ist es mir das wert! Ein bissl muss ich mit meinen Zeitressourcen haushalten, denn ich habe mich auch für das Gemeinschaftsgartenprojekt im Sonnwendviertel angemeldet. Da ich fix ein Beet haben und nicht das Los entscheiden lassen möchte, habe ich mich natürlich für die Mitarbeit ab Februar angemeldet. Und setze mich nicht erst ab Sommer ins gemachte Nest. Ich hoffe, damit im Sommer/Herbst zu 100% unseren Gemüsebedarf über nachhaltige Quellen abdecken zu können.

Produkte der Food X

Die Produktvielfalt bei der Food X ist fast schon gigangtisch. Es gibt Säfte, Käse, Joghurt, Brot, Eier, Gemüse, Fleisch, Butter, Hülsenfrüchte, Säfte, Wein, Essig, Öl, Oliven, Cashewnüsse, Salat, Obst, Schwammerl, Zitrusfrüchte und noch viel mehr. Ich werde versuchen, den Mitgliedern Kakao schmackhaft zu machen, da ich mit Caucawa einen ganz tollen Lieferanten hätte. Hier siehst du einen Teil meiner letzten Bestellung. Da ich jetzt nur noch 15 Minuten zu Fuß ins Lager benötige, ist es auch kein Problem, mehrmals die Woche dort vorbei zu schauen.

Säfte und Weine sind zum Beispiel immer auf Lager, was total praktisch ist, wenn wir Besuch bekommen und schnell mal Saftnachschub benötigen. Milchprodukte, Brot und Gemüse wird einmal wöchentlich bestellt und dienstags abgeholt. Die Schwammerl werden anscheinend alle 2 Wochen bestellt, denn ich warte diese Woche schon so hart auf das Bestellsheet, aber es kommt und kommt nicht daher. Fleisch wird bestellt, wenn geschlachtet wird. Das kann alle paar Monate mal sein, oder auch nur ein bis zwei Mal im Jahr. Und dann muss mensch angeblich sehr schnell sein, da es für die kleine Menge großes Interesse gibt.

Wir können mit einer MItgliedschaft bei der Food X also eine ganze Menge unseres Lebensmittelbedarfs abdecken. Einzig lactosefreie Milchprodukte müssen wir nach wie vor aus dem Supermarkt beziehen, da es diese in Bioläden kaum gibt.

FoodCoop Bestellung

 

Das begeistert mich bei der Food X

Ich find es unglaublich toll, dass die Food X so breit bei den Lebensmitteln aufgestellt ist. Denn ich habe Erfahrungen gemacht, dass potenzielle LieferantInnen zurück gestellt wurden, da das Lebensmittel gerade nicht „Priorität“ hat oder dass es Einwände gegen Fleisch und Fisch gab, weil diese Produkte einem veganen Lebensstil komplett widersprechen. Ich find diese Ansätze nicht sehr prickelnd, denn alles, was nicht über die FoodCoop bezogen werden kann, wird in 99,9% der Fälle im Supermarkt gekauft. Deshalb bin ich sehr froh, bei einer FoodCoop zu sein, wo möglichst alle Lebensmittel Platz haben. Einziger Nachteil: unser Lager wird bald zu klein, da die FoodCoop ständig wächst und immer mehr Produkte dazu kommen. Also falls zu gaaaaanz zufällig weißt, dass gerade ein Keller, Lager oder ehemaliges Geschäftslokal rund um den Reumannplatz zu haben wäre, dann kontaktier mich bitte!

Falls du bei der Food X mitmachen möchtest, schau auf der Website vorbei. Dort findest du alle Infos, die du brauchst.

It´s easy being green – Just do it!

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