Wunder muss man selber machen [Buchtipp]

Nachdem ich das zweite Buch von Sina Trinkwalder „Fairarscht“ gelesen hatte, ging ich zu Buch Nr. 1, mit dem Titel „Wunder muss man selber machen“ über. Ich hatte es in wenigen Tagen ausgelesen und meine Bewunderung für diese Frau, die ohnehin schon recht groß ist, wuchs weiter.

Sie wurde für Fairarscht von Handel, Industrie und diversen Organisationen geprügelt, da sie in ihrem Buch sehr provokant die Materie der KunsumentInnenfairarsche veranschaulicht hat. Sie musste die Kritik einstecken, verschiedene Sachverhalte falsch oder polemisch dargestellt zu haben. Und wenn schon: dieses Buch hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich boykottiere keine Gütesiegel, nachdem ich das Buch gelesen hatte. Dennoch habe ich begonnen, die ganze Gütesiegelwelt mit kritischeren Augen zu betrachten und etwas mehr zu hinterfragen. Niemand gibt sein Hirn ab, wenn ein Buch gelesen wird.

So, nun aber zu „Wunder muss man selber machen“.

Worum geht´s in „Wunder muss man selber machen“?

sina-trinkwalder-wunder-muss-man-selber-machen-buchtippSina Trinkwalder beschreibt darin ihren Weg von der Werbefachfrau zur Texilunternehmerin. Von der Idee, ihren Erlebnissen und den ganzen Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert war. Sie schreibt sehr ehrlich darüber, woran sie gezweifelt hat, woran sie fast zerbrochen wäre und welche Erlebnisse ihr Mut gemacht haben, an ihrem Traum fest zu halten.

Besonders gut hat mir ihr Erlebnis gefallen, das sie dazu gebracht hat, über ihr aktuelles Leben nachzudenken und zu verändern. Sie las Hochglanzzeitschriften am Bahnhof, um sich die Zeit zu vertreiben. Als sie diese weg werfen wollte, wurde sie von einem Obdachlosen gefragt, ob er sie haben könne. Um Weihnachtsschmuck daraus zu basteln. Sina war eine sehr erfolgreiche Werbefrau und verkaufte Menschen Dinge, die sie gar nicht brauchten. Nun stellt sie mit manomama Bekleidung – vom Garn bis zur Naht – in Augsburg, einer ehemaligen Textilhochburg Deutschland her und beschäftigt 150 Angestellte. Primär Frauen, die am Arbeitsmarkt als schwer vermittelbar gelten.

Dass die Zusammenarbeit mit den „Ladies“, wie sie von Sina liebevoll genannt werden, nicht immer einfach ist, gibt sie offen zu. Diverse Schwierigkeiten werden im Buch beschrieben. Sie zeigt aber auch auf, dass Menschen immer eine 2. Chance verdient haben und Sina alle Hebel in Bewegung setzt, um Probleme zu lösen.

Was mich begeistert

Dass diese Frau eine gehörige Portion Pfeffer im Popo hat, merkt mensch beim Lesen ihrer Bücher. Dafür muss mensch sie nicht einmal live gesehen haben. Sie ist keine, die schnell aufgibt. Sie ist eine, die Lösungen für Probleme sucht und sich nicht von ihrem Weg abbringen lässt. Sie ist eine, die andere dazu motiviert, seinen/ihren Traum zu verwirklichen und es einfach zu tun. Nicht nur darüber zu sprechen. Sie ist eine, die sich kein Blatt vor dem Mund nimmt und somit tausende Menschen wach rüttelt. Sie ist eine, die den direkten Kontakt zu ihren LieferantInnen sucht und sich ihre Probleme anhört. Und versucht, diese gemeinsam zu lösen. Sie ist eine, die zahlreiche Sozialprojekte umsetzt. Weil sie nicht lang redet, sondern einfach tut.

Daten zum Buch

Titel: Wunder muss man selber machen
Von: Sina Trinkwalder
Verlag: Droemer

It´s easy being green – Just do it!

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