Health Kitchen bereichert die Wiener Gastroszene

Im Mai 2016, also vor gut 2 Monaten, hat die Health Kitchen in der Zollergasse 14, 1070 Wien eröffnet und bereichert die Wiener Gastronomieszene mit einem völlig neuen Konzept. Ich habe den Gründer Christopher Wiener getroffen und ihm ein paar Fragen gestellt, um das Konzept näher kennen zu lernen. Inklusive leckerem Testessen versteht sich 😀

Health Kitchen

Acai Bowle

Sabrina: Wie bist du auf die Idee gekommen, Health Kitchen zu gründen?
Christopher: Das war relativ einfach. Ich hab mich in den letzten 10 Jahren irrsinnig schlecht ernährt. Aufgrund dessen habe ich gesagt „Das kann nicht so weiter gehen. Ich hätte gerne ein Konzept wie McDonalds, aber wo ich wirklich ein gesundes aber auch preislich akzeptables Essen bekomme. Damals hatte ich auch noch 20 Kilo mehr auf den Rippen. Ich möchte nicht in ein großes Loch fallen, also nach dem Essen total müde sein und eigentlich gar nicht mehr die Möglichkeit habe, normal zu arbeiten, weil ich die nächsten zwei Stunden 60 bis 80 Prozent Energieverlust habe, weil mein Körper das alles verdauen muss. Zusätzlich möchte ich nicht bei jedem Bissen ein schlechtes Gewissen haben müssen, wie viele Kohlehydrate ich gerade wieder zu mir nehme. Das war der Grundstein meiner Idee und so habe ich quasi gestartet und habe verschiedenste Gerichte aus der ganzen Welt zusammen getragen. Durch meine diversen Reisen natürlich, ich war ja überall dort bei Kunden, Interessenten und auf Messen unterwegs. So ist meine Idee entstanden.

Sabrina: Wie viel Zeit hast du ungefähr verwendet, um das Konzept zu entwickeln?
Christopher: Das Konzept ist in meinem Kopf natürlich schon viele, viele Jahre gereift, aber in Wirklichkeit habe ich mich erst damit beschäftigen können, als ich von der Firma in der EDV-Branche ausgestiegen bin. Das war im Jahr 2014. Erst dann habe ich mich dem Thema widmen können, vor allem einem Thema, nämlich der Immobilienfindung, weil das ist das Schwierigste.

Sabrina: Was ist genau euer Angebot, euer Schwerpunkt?
Christopher: Wir haben im Prinzip drei Angebote/Schwerpunkte: Unter der Woche von Montag bis Samstag haben wir von 09:00 bis um 14:00 Frühstück. Da gibt es zum Beispiel Paleo-Wraps. Das ist im Prinzip ein Ei-Wraps mit verschiedenen Füllungen. Ab 11:00 gibt es die normale Speisekarte.  Hier gibt es vier Angebote: eines sind die Rolls aus Reispapier mit verschiedenen Füllungen. Zweitens gibt es die Salate, drittens die Suppen und viertens verschiedene Desserts. Das ganze eben mit Regionalbezug, mit Low Carb-Bezug, weitgehend biologisch. Und alles ist frisch gekocht und gesund. Zusätzlich bieten wir Mittagsmenüs und Wochengerichte an. Das Mittagsmenü gibt es beispielsweise inklusive Vor- oder Nachspeise und einem Getränk schon um EUR 10,00. Sonntags und Feiertags bieten wir auch Brunch an. Das sind unsere Eckpfeiler.

Health Kitchen

Brunch

Sabrina: Weil du Low Carb erwähnt hast: Was bedeutet das genau?
Christopher: Im Endeffekt heißt es, dass es eine kohlehydratarme Kost ist. No Carb ist es natürlich nicht, soll es auch nicht sein. Für uns heißt das, dass ich dem Körper nur so viele Kohlehydrate zuführe, wie er braucht, aber eben nicht mehr bzw. sogar etwas weniger damit ich dem Körper die Möglichkeit gebe, überflüssiges Gewicht abzubauen. Es gibt nichts, was dem Körper zusätzlich zusetzt. Zum Beispiel verzichten wir komplett auf Soft Drinks – auch die, die sich eigentlich 0-Carb oder „Diät“ nennen. Im Endeffekt sind das nur versteckte und umgemünzte Kohlehydrate, die irgendwo anders wieder zuschlagen. Wir werden zum Beispiel sehr oft gefragt, ob unser Soda Limette-Minze oder Ingwer-Gurke mit Zucker gesüßt ist. Nein, natürlich  nicht. Das ist ganz normal Ingwer, ganz normal Gurke geschnitten, Soda rein und das allein ergibt schon einen so tollen Geschmack. Wir verzichten größtenteils auf Salz, verwenden so gut wie keinen Zucker und wir geben überhaupt keine Geschmacksverstärker oder Sonstiges dazu. Das heißt, wir machen wirklich alles auf komplett gesunder, relativ neutraler Basis. Wenn der Kunde noch Schärfe haben möchte, Koriander oder Sonstiges kann er sich das dann selbst dazu geben.

Sabrina: Welche Zielgruppe wollt ihr mit eurem Konzept ansprechen?
Christopher: Das ist schwierig. Wir versuchen eine Zielgruppe zwischen 20 und 40 Jahren anzusprechen. Das ist nämlich die Zielgruppe, die sich verstärkt mit diesem Thema beschäftigt.

Sabrina: Woher bezieht ihr eure Lebensmittel?
Christopher: Wir erhalten Gemüse von diversen Händlern und auch Großhändlern mit regionalem Bezug. Einzelne Produkte beziehen wir von kleineren Händlern, zum Beispiel direkt von Geschäften aus der Gegend. Auch Fleisch beziehen wir direkt von den Bauern aus der Umgebung. Der ist noch dazu mein Onkel.

Sabrina: Gibt es in Wien bereits ein vergleichbares Angebot oder seid ihr die Vorreiter mit diesem Konzept?
Christopher: Ganz ehrlich, ich kenne keines. Ich kenne keines nicht nur in Wien, sondern ich kenne weltweit kein vergleichbares Konzept. Es gibt viele Konzepte, die versuchen gesund, frisch etc. zu kochen. Aber es gibt kein mir bekanntes Konzept, das ein komplettes Angebot mit verschiedenen Speisen, also nicht nur in die asiatische-, die arabischen-, die Salat-  oder sonstige Schiene anbietet basierend auf frischen, regional bezogenen low carb Speisen. Natürlich gibt es diverse Salat-Bars. Mit diesen würde ich allerdings das Health Kitchen Konzept auf keinen Fall vergleichen.

Sabrina: Wo seht ihr als StartUp Herausforderungen für euch bzw. was sind eure Pläne für die Zukunft?
Christopher: Alles ist eine Herausforderung. Ob das jetzt ein kaputter Geschirrspüler ist, bis zu Gästen, die nicht zufrieden sind. Am Anfang muss man halt einschätzen lernen, was ist wichtig, was ist Priorität 2 – der Gast hat auf jeden Fall Priorität 1. Herausforderungen, wie gesagt, gibt es aus meiner Sicht unzählige. Jeder einzelne Tag ist eine Herausforderung. Aber es gibt jetzt nichts, was nicht gelöst werden kann. Es gibt eine spezielle Herausforderung, die für mich heraus zu picken wäre, das ist das definitiv Schwierigste, das wird auch jeder Einzelne, der im Handel oder Gastronomie tätig ist, bestätigen: die geeignete Immobilie für Geschäftslokale zu finden. Für die Zukunft ist für mich ganz klar – wir wollen so schnell als möglich expandieren und unser Konzept einem breiten Markt zugänglich machen.

Sabrina: Was bedeutet für dich persönlich Nachhaltigkeit?
Christopher: Für mich hat Nachhaltigkeit verschiedene Backgrounds. Das eine ist natürlich der Bezug der Lebensmittel aus regionalen Quellen. Das andere, und das ist für mich wirklich nachhaltig, ist der Umgang mit dem Gast als auch mit den Mitarbeitern. Das ist für mich die oberste Priorität, die man bei Nachhaltigkeit überhaupt haben kann. Es hat keinen Sinn, den Betrieb auszuschlachten und nur auf Geld aus zu sein. Das ist für mich absolut uninteressant. Geld war noch nie mein Motivator und mein Antrieb. Es war für mich immer etwas anderes, nämlich ein Projekt erfolgreich zu machen. Das ist für mich das Wichtigste und dazu gehören vor allem zufriedene Gäste und zufriedene Mitarbeiter.

Sabrina: Was ist deine persönliche Lieblingsspeise?
Christopher: Wenn ich an früher denke, wo ich viel und lange unterwegs war, war eines klar: ich wollte nach meiner Rückkehr einen Käferbohnen-Rettich-Salat. Aber ich liebe zum Beispiel auch unsere Singapur-Laksa oder das karibische Jambalaya oder auch die französischen Rolls.

Sabrina: Das heißt, du hast von deinen ganzen Reisen und Erfahrungen die ganzen Speisen hier her in die Health Kitchen getragen?
Christopher: Ganz genau.

Sabrina: Dann kommen wir auch schon zur letzten Frage: Wer unterstützt dich bzw. wer ist dein Team? Wie viele Mitarbeiter beschäftigst du aktuell?
Christopher: Unterstützt haben mich primär meine Eltern. Sie haben mich beraten und auch unterschiedlichste Themen kritisch betrachtet. Das war und ist für mich sehr wichtig, denn auch ich weiß, dass die eigene Sicht nicht immer die einzig richtige ist. Eine kritische zweite Betrachtung ist äußerst wichtig. Momentan sind wir ein Team von 7 Mitarbeitern. Das ist jetzt das Grundteam und wir werden es definitiv noch erweitern, da wir Gott sei Dank einen sehr großen Zuspruch unserer Gäste haben.

Sabrina: Vielen Dank für das Gespräch, Christopher!
Christopher: Ich danke dir!

Christopher Wiener (35), gebürtiger Steirer, seit über 15 Jahren in Wien wohnhaft, ausgebildeter Hotelfachmann, jahrelang in der EDV-Branche tätig ist nun seit Mai 2016 Gründer und Inhaber der Health Kitchen.

Kontakt
Health Kitchen
Zollergasse 14, 1070 Wien
Montag bis Samstag: 09:00 bis 22:00
Sonntag und Feiertag: 10:00 bis 18:00

http://myhealthkitchen.com/

Fotocredits: health kitchen

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