ich mach es anders

Selbstversuch Woche 4: Abschlussbetrachtung

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Hier ist sie nun, meine Abschlussbetrachtung. Du siehst es schon am Titel dieses Beitrags: ich gebe auf, nach vier Wochen. Eigentlich waren 2 Monate geplant. Aber nach meinem Besuch auf dem Karmelitermarkt, um Gemüse 2. Wahl zu bekommen, hab ich keine Lust mehr. Und: Seit gestern habe ich eine Jobzusage im Ausmaß von 25 Wochenstunden. Am kommenden Dienstag geht´s los, was für mich heißt, 25 Stunden pro Woche weniger Zeit für die alternative Lebensmittelbeschaffung, die ich aber auch davor nur schwer aufbringen konnte.

Mein Besuch am Karmelitermarkt

Letzten Samstag machte ich mich voll motiviert um 08:00 auf den Weg zum Markt mit einem Zettel im Gepäck, auf dem mir eine Bekannte den Stand, an dem ich angeblich Gemüse 2. Wahl bekomme, eingezeichnet hatte. Dort angekommen war ich, wie bereits bei meinem ersten Besuch im letzten Jahr, von dem riesigen Angebot überfordert. Soweit das Auge reichte frisches Gemüse, Brot, Obst, Milchprodukte, Säfte, Honig, Fisch…. Toll, aber zu viel für mich um diese Uhrzeit. Ich schlenderte mehrere Runden durch den Bauernmarkt, in der Hoffnung, mein Standel zu finden. Ohne Erfolg. Schlussendlich arbeitete ich meine Einkaufsliste ab und verzog mich Richtung nach Hause, bevor der riesen Ansturm kam. Denn dann ist es für mich am Karmelitermarkt unerträglich.

Dumpstern ist für mich Geschichte

Auch das Dumpstern ist für mich Geschichte, nachdem ich einen Profilartikel darüber im Rahmen meiner Recherche für meinen Vortrag zum Thema Alternative Lebensmittelbeschaffung am 7. September, gelesen hatte. 6 Monate bis 5 Jahre Freiheitsstrafe ist zu befürchten, wenn mensch erwischt wird, weil A) die städtische Müllabfuhr um Heizwert bestohlen wird und in Verbindung mit  B), durch den Zugang zu den Müllräumen mit einem nachgemachten Müllschlüssel Einbruchsdiebstahl begangen wird. Von einer Bekannten weiß ich, dass es kaum geahndet wird, aber der Nervenkitzel würde mir nicht gut tun. Und so blöd es klingt: ich habe in meinem Leben selten etwas Verbotenes gemacht, aber wenn, dann wurde aber IMMER dabei erwischt. Also warum auch nicht beim Dumpstern? Darauf hab ich keine Lust.

FAIRTEILER

Diese Woche habe ich wieder den Fairteiler im Siebenstern-Kulturzentrum aufgesucht. Leider war er gähnend leer. Andere Fairteiler haben an diesem Tag über die Plattform foodsharing.at Nachrichten geschickt, dass sie voll sind. Deshalb dachte ich, dass auch im Kulturzentrum die Chance groß war, etwas zu finden. Aber leider… Die anderen Fairteiler hätte ich separat anfahren müssen, das war zeitlich nicht drin. Auch habe ich es nicht geschafft, den Fairteiler im 10. Bezirk, den von Weutzi, aufzusuchen. Er schickt einige Stunden, bevor er seinen Fairteiler in der Garage öffnet, ebenfalls über foodsharing.at eine Nachricht aus. Das ist zu kurzfristig, denn mein Tag ist meist mit diversen Projekten verplant. Alles stehen und liegen zu lassen, um eine Stunde dafür aufzuwenden, einige gerettete Lebensmittel abzuholen, bekomm ich nicht unter. Ich würde dafür zu viel Zeit bei meinen Projekten verlieren, die aktuell ganz oben auf meiner ToDo-Liste stehen. Und den Rest der benötigten Lebensmittel müsste ich wo anders besorgen, was einen weiteren Anfahrtsweg für mich bedeutet.

Abschlussbetrachtung

Toll waren sie, meine Versuche, wenn auch herausfordernder, als ich gedacht habe. Ich habe gelernt, dass mensch sich nicht schämen muss, aus einem Kühlschrank, der irgendwo steht, Lebensmittel zu entnehmen. Ich habe die Schwierigkeiten, mit denen solche Konzepte zu kämpfen haben (niemand bringt Essen in den Fairteiler, wenige nehmen sich viel oder es gibt verdorbene Lebensmittel etc.)  Ich habe meine Grenzen wieder kennen gelernt (Stichwort Dumpstern) und wurde dabei darin bestätigt, dass ich bei gewissen Sachen nicht aus meiner Haut raus kann. Ich habe wundervolle Plattformen kennen gelernt, die ich nun weiter empfehlen kann. Und trotzdem muss ich es noch einmal wiederholen: wenn gerade kein Fairteiler oder Obstbaum ums Eck steht, ist es mühsam und zeitaufwändig, sie extra anzufahren. Deshalb hoffe ich, dass diese wunderbaren Ideen so richtig spruchreif werden und zukünftig in jedem Grätzel ein Fairteiler verfügbar ist. Am 7. September habe ich die Möglichkeit, eine Menge Menschen mit diesen Ideen zu erreichen. Denn ich referiere im Rahmen des Froums Green Logistics der Universität für Bodenkultur über das Thema Alternative Lebensmittelbeschaffung, wo natürlich all diese Konzepte einen Platz bekommen werden. Hier geht´s zur Anmeldung der Veranstaltung. Das ist mein Beitrag, den ich zu diesem Thema leisten kann. Und natürlich werde ich zukünftig Fairteiler aufsuchen, wenn ich gerade in der Nähe bin. Was ich noch nicht geschafft habe, sind diverse Tauschbörsen zu nutzen. Ich hatte aber in den letzten vier Wochen auch nicht wirklich Bedarf an etwas. Deshalb wird diese Projekt zurück gestellt und darüber berichtet, wenn ich etwas tauschen oder leihen möchte 😉

It´s easy being green – Just do it!

Quelle: Profil

PS: Über dein Like auf der Facebook-Seite „ich mach es anders“ freu ich mich!

1 KommentarHinterlasse einen Kommentar

  • Liebe Sabrina! Vielen Dank für diesen Bericht! Finde es sehr wertvoll, dass Du uns an Deinen Erfahrungen teilhaben lässt! Am 7. September wäre ich gerne mit dabei – ist aber leider etwas zu weit von Basel! Liebe Grüsse Nicole

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