Selbstversuch Woche 3: Ernüchterung über die Fairteiler macht sich breit

In Woche 2 machte ich meine erste Beute beim Fairteiler. 2 Zucchini, eine Packung Bio-Champignons und ein Stück Melone. Die Freude war riesen groß, die Ernüchterung zu Hause noch viel größer.

Ich bin nicht heikel, aber manchmal geb auch ich auf

Vor allem bei den Champignons war nach dem Auspacken klar: die sind hin. Sie sahen beim Einpacken schon sehr grenzwertig aus, jedoch hoffte ich darauf, dass mit ihnen doch noch etwas zu machen war, denn es war kein Schimmel zu sehen. Nachdem ich die Plastikfolie entfernt hatte und die Geruchsprobe machte, war es eindeutig: mit ihnen ist nichts mehr zu machen. Sie wanderten direkt in den Biomüll. Die Zucchini sahen noch gut aus, obwohl sie etwas weich waren. Die Melone: auch schon grenzwertig. Hierbei hatten wir das Problem, dass wir es nicht sofort geschafft hatten, sie zu essen, weshalb sie dann schlussendlich ebenfalls in der Tonne landete.

Kennenlernen der Herausforderungen mit Fairteilern

Somit lernte ich die nächste Herausforderung bei Fairteilern kennen: Essen aus dem Fairteiler sollte noch am selben Tag verarbeitet werden. Das ist dann doch auch ein Problem, denn es kommt doch vor, dass ich am Abend nicht gekocht wird. Es ist aber logisch, dass nicht mehr die frischesten Sachen im Fairteiler landen und dass es passieren kann, dass bereits verdorbene Lebensmittel im Rucksack landen, da direkt beim Fairteiler die Ware nur schlecht auf „Herz & Nieren“ geprüft werden kann. Mensch geht hin, nimmt sich rasche etwas heraus und verschwindet wieder. Womit ich gar nicht kann, sind bereits angebrochene Lebensmittel wie zum Beispiel eine bereits geöffnete Tube Mayonnaise, die im Fairteiler zu finden war. Dazu bin ich nicht bereit und werde es vermutlich nie sein. Natürlich könnte ich zu Hause bei der Mayonnaise ebenfalls die Geruchs- und Geschmacksprobe machen, aber ich hab keine Lust auf diverse „Geruchserlebnisse“.

Fairteiler im Amtshaus Neubau

Am Freitag der vorherigen Woche hab ich es geschafft, noch einen weiteren Fairteiler aufzusuchen, nämlich jenen im Amtshaus Neubau. Hier war noch ein Laib Brot verfügbar, jedoch schon so hart, dass mensch nicht mehr viel daraus machen hätte können, außer Brotbrösel oder zum Einweichen für Faschiertes oder ähnliches. Ansonsten waren noch Unmengen an Bio-Hefe und Bio-Schlagobers vorhanden. Ich hab mir zwei Stück Schlag und Hefe genommen und zu Hause gleich eingefroren. Mit einem Becher Schlagobers sowie den Zucchinis, Karotten aus Schwiegermamas Garten und einem Ufokürbis vom Bauern habe ich dann eine Gemüsepfanne mit Reis gezaubert 😀

Per Mail Infos über die Fairteiler

Mittlerweile hab ich auch einen Weg gefunden, um die Fairteiler in Wien besser über die Plattform foodsharing.at zu „verfolgen“. Die Kartenanzeige funktioniert, wenn ich sie verkleinere, dann Richtung Wien steuer und meinen Essenskorb oder Fairteiler anklicke. Beim Wechsel retour ist die Karte wieder „hin“. Zum Glück habe ich nun auch die Liste der Fairteiler gefunden und folge nun jenen, die für mich erreichbar sind bzw. wo ich gelegentlich in der Gegend bin. Ich bekomme ein E-Mail, sobald eine Nachreicht in die „Gruppe“ bzw. den jeweiligen Fairteiler geschrieben wird. So weiß ich nun, wann etwas hin geliefert wird bzw. wer was hin gebracht hat. Das Problem dabei: beim Fairteiler in 1100 Wien, wo ich mit dem Fahrrad vermutlich 15 Minuten hin brauche, werden wenige Stunden zuvor die Öffnungszeiten bekannt gegeben, da dieser bei einer Privatperson in einer Garage steht.

Garteln in der Stadt

In der Zwischenzeit hab ich auch von der Gebietsbetreuung bzgl. meiner Teilnahme am Gartenlabor eine Rückmeldung erhalten. Sie haben in den letzten Tagen weitere 10 Mitglieder aufgenommen und für weitere Personen keinen Platz mehr. Pech gehabt für dieses Jahr. Immerhin steh ich nun auf der InteressentInnenliste und werde nun am Laufenden gehalten, was sich so tut und ab wann wieder Mitglieder aufgenommen werden.

Mein Fazit

Die Fairteiler kann ich nur aufsuchen, wenn ich gerade in der Nähe bin und weiß, dass am Abend gekocht wird. Wesentlich einfacher wär es, wenn ich ums Eck einen hätte und sie nicht extra anfahren müsste. Denn auch wenn ich gerade auf Jobsuche bin, hab ich sehr viel zu tun und kann nicht alles stehen und liegen lassen, wenn eine Nachricht herein kommt, dass der Fairteiler gerde befüllt wurde. Komme ich später, könnte es sein, dass er bereits leergeräumt ist und ich den Weg umsonst gemacht habe. Es ist also nach wie vor der Zeitfaktor, der mir da einen Strich durch die Rechnung macht. Zumindest habe ich diesen Samstag Zeit, einen Markt aufzusuchen, um das Gemüse 2. Wahl ausfindig zu machen 😀

Die Grundidee also, durch Lebensmittel aus dem Fairteiler etwas einzusparen, habe ich bereits zu Grabe getragen.

Fotos hab ich diesmal leider keine, weil es sich um Smartphone-Fotos gehandelt hätte, mein Fairphone gestern den Weg nach Holland angetreten hat und ich gerade festgestellt habe, dass beim letzten Sichern der Fotos etwas schief gelaufen ist.

It´s easy being green – Just do it!

PS: Über dein Like auf der Facebook-Seite „ich mach es anders“ freu ich mich!

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