Stoffbinden im Test

Seit meinem letzten Zyklus verwende ich erfolgreich die Menstruationskappe und habe fest gestellt, dass ich als zusätzlichen Schutz maximal Stoffbinden benötige. Diese wurden mir nun dankenswerterweise zum Testen von untertasse.com zur Verfügung gestellt.* Selbst nähe ich nicht, weshalb das selbst Nähen der Stoffbinden keinesfalls für mich in Frage gekommen ist und ich bin sehr froh darüber, dass andere diese Aufgabe übernehmen. In meinem Fall macht das Lila Lisa aka Cotton & Skin.Zwei Tage nach der Konversation von Katie (untertasse.com) und mir, war das Päckchen auch schon in meinem Postkasten. Ich habe bei ihr aktiv ein bis zwei Stoffbinden angefragt und sie hat gleich zugesagt. Deal ist eben dieser Testbericht, der wie immer, meine subjektive Meinung trotz der Gratisprobe wiedergibt. Zu meinem Erstaunen war nicht eine, sondern es waren gleich drei Stoffbinden im Paket plus ein Wet-Bag zur Aufbewahrung gebrauchter Stoffbinden und ein Nougat-Schoko-Osterei. Verfrühte Ostern sozusagen. Zusätzlich habe ich bei ihr auch noch Sterilisationstabletten für meine Menstruationstasse bestellt, darüber gibt es dann jedoch einen eigenen Bericht.

Stoffbinden_Paket

Die Farben und Muster haben mich bei den Stoffbinden als auch beim Wetbag sofort angesprochen. Bei der linken Stoffbinde bin ich jedoch sehr gespannt, ob die Flecken auch wieder wirklich gut raus gehen. Da bin ich etwas skeptisch, aber wir werden sehen.

Stoffbinden

Gefertigt in Österreich in liebevoller Handarbeit ist jede Binde mit einer Länge von 24 cm ein Teil einer kleinen Kollektion aus bunten Patchwork Stoffen. Das Außenmaterial besteht aus 100% Baumwolle (leider nicht Bio), das Innenleben aus PUL sowie Baumwoll-Bambus Frottee. Und der Druckknopf zum Befestigen ist zum Glück nickelfrei.

Geeignet sind sie als Tassenbackup, wie Katie sie liebevoll nennt, oder für leichte Tage. Durch die erwähnte PUL Schicht im Inneren ist der Auslaufschutz vorhanden. Bei PUL handelt es sich um ein mit Polyurethan laminiertes Polyester. Polyurethan ist ein Kunststoff oder Kunstharz, aus dem unter anderem Schaumstoffe erzeugt werden können. Als Beispiel dienen hierfür die Schwammerl für den Abwasch. Und dabei spießt es sich für mich etwas, denn Polyurethan ist ein Kunststoff. Weit weg also von Natur. Aber immerhin in einem sehr langlebigen Produkt verarbeitet. Immerhin. Und hier schließe ich meinen Kompromiss: wenn diese Schicht verhindert, dass auch nur irgendetwas daneben geht, ist das für mich in Ordnung. Denn für mich gibt es nichts Schlimmeres, als ständig daran denken zu müssen, ob es wohl schon Flecken auf der Hose gibt. Außerdem besitzt PUL die Eigenschaft, feuchtigkeitsundurch- und trotzdem luftdurchlässig zu sein. Ach ja, im Onlineshop von Untertasse kosten die Cotton & Skin-Binden EUR 7,90 pro Stück.

Gewaschen werden können die Binden bei 40 bis 60 Grad, vertragen jedoch keinen Trockner (für all jene, die einen haben und dieses stromfressende Ungetüm auch tatsächlich verwenden).

Das Goody von Katie, der Mini-Wet-Bag ist um EUR 4,90 im Webshop zu haben (du kannst dir aus zahlreichen Mustern dein Lieblingsmuster aussuchen), besteht ebenfalls aus PUL, er hat die Maße 14 cm x 18 cm (passt also perfekt in jede Handtasche), ist waschbar bei 40 Grad und kann auch für Make-Up, Feuchttücher oder gebrauchte Menstruationstassen verwendet werden. So, nun aber zu meinem Testbericht.

Vor der ersten Verwendung ging es mit den drei Stoffbinden ab in die Waschmaschine. Bei 40 Grad und im Wäschenetz, um Beschädigungen zu vermeiden. Sie wurden damit auf ihre erste Probe gestellt und haben diese mit Bravour gemeistert.

Die Fixierung…

war ganz einfach mit dem vorhandenen Druckknopf. Die Binde hält und ich konnte den Druckknopf auch ohne Probleme beim Entfernen wieder öffnen.

Das Tragegefühl

Das ist OK. Am Beginn hatte ich doch ein kleines Déjà-vu an die dicken Binden, die ich damals, als ich das erste Mal meine Tage hatte, von meiner Mutter bekommen hab. Aber: frau gewöhnt sich während des Tages daran, dass etwas im Höschen ist, das mehr als eine Unterhosenstoff ist. Die Binde wutzelt sich etwas in der Pogegend, deshalb werde ich immer daran erinnert, dass ich gerade meine Tage habe. Und auch hier wieder ein Aber: da sie aus Baumwolle und atmungsaktiv sind, müssen sie nicht so oft wie Baumwollbinden gewechselt werden, wenn die Tage leicht sind oder sie zur Sicherheit getragen werden. Und ich habe dann festgestellt, dass der Unterschied beim Tragekomfort zu den konventionellen Binden, die ich bislang verwendet habe, nur minimal ist.

Auslaufschutz

Dazu kann ich leider keinen Bericht abgeben, da durch die Menstruationstasse nur seeeehr wenig „daneben“ gegangen ist. Unter anderem auch, weil ich sie bei der zweiten Verwendung nicht überlaufen ließ. Deshalb kam ich mit einer Binde pro Tag aus. Da sie aus einem Baumwollstoff und atmungsaktiv ist, geht das auch sehr gut, ohne ein Problem zu bekommen. Und genau deshalb ist mein Kompromiss auch ein für mich richtiger. Es ist zwar Kunststoff in die Binde eingearbeitet, jedoch handelt es sich darum um ein langlebiges Produkt, ich fühle mich wohl und habe keinen Hautkontakt mit dem PUL. Im Vergleich zu konventionell produzierten Binden ist das ein sehr, sehr, sehr kleines, ach – minimalstes – Übel. In meinen Augen jedenfalls. Frau kann es natürlich sehr kritisch sehen und vollkommen auf Kunstfasern etc. unserer Umwelt zuliebe verzichten. Dafür bin ich auch, jedoch nur, wenn mein Wohlbefinden nicht darunter leidet. Ist jetzt egoistisch, ich weiß, ich versuche auch nur in Ausnahmefällen solche Kompromisse zu schließen. Und bei meiner Erdbeerwoche muss das nun mal sein.

Die Reinigung…

war, aufgrund der minimalen Blutmenge, nicht so grindig, wie ich es mir gedacht hatte. Ich musste die Binde nicht einmal im Wet-Bag nach Hause transportieren, wenn ich unterwegs war. Würde ich jedoch tun, wenn ich sie ohne Menstruationstasse tragen würde und dann wär das Ganze auch ekeliger, aber nicht unmöglich. Zu Hause habe ich sie erstmal mit heißem (Katie hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass Blut unbedingt zuerst mit kaltem Wasser abgewaschen werden muss, da ansonsten Flecken bleiben!!) Wasser gereinigt, um die gröbste Verschmutzung los zu werden. Anschließend fand sie ihren Platz in der 40 Grad Wäsche, da wir sehr selten mit 60 Grad waschen. Es blieben keine Flecken zurück und sie trocknen normal schnell. Heißt, genauso gut oder schlecht wie die andere Wäsche. Bei gröberer Verunreinigung wird dazu geraten, sie bis sie in die Waschmaschine kommen, in kaltes Wasser einzuweichen und das Wasser täglich zu wechseln.

Mein Fazit

Die Stoffbinde hat mich als Freundin gewonnen, obwohl sie etwas „präsenter“, also spürbarer ist, als jene die ich zuvor hatte. Jahrelang habe ich mich nicht über das Thema nachhaltige Monatshygiene drüber getraut, jetzt bin ich unglaublich froh, dass ich so weit bin. Denn wie bei der Menstruationstasse gilt: ich spare unglaublich viel Müll, Geld und tue meinem Körper zusätzlich etwas Gutes. Trotz der PUL-Schicht 😉 Nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass Maria auf ihrem Blog Widerstand ist zweckmäßig verschiedene Typen von Stoffbinden und ihre Anwendung vorgestellt hat. Und ich durfte mich als glückliche Gewinnerin ihres Gewinnspiels schätzen, bei dem sie ein Stoffbinden-Set verlost hat. Diese werden in Deutschland aus GOTS-zertifizierten Stoffen gefertigt und sind Faltbinden. Die muss ich erst testen, aber nun habe ich ausreichend Stoffbinden, um meine Tage rundum nachhaltig zu „absolvieren“. Testbericht folgt vermutlich 😉

untertasse.com

Neben Stoffbinden führt untertasse.com auch Menstruationskappen=Untertassen in allen Größen und Farben (unglaublich, wie viele Anbieter es gibt!!), Stoffslipeinnlagen, Reinigungsmittel und Aufbewahrungsbehälter für die Untertassen, Waschlotionen und….. Liebes- und Vaginalkugeln. Mal schauen, was ich noch so alles testen werde. Der Versand der Produkte ist ab einem Bestellwert von EUR 40,- innerhalb Österreichs gratis, nach Deutschland ab EUR 80,-. Das Goody für uns Wienerinnen: Wir können unsere Bestellung auch im 7. Bezirk abholen und ersparen uns somit die Portokosten 😀

* Dieser Beitrag wurde durch die gratis Produktprobe von untertasse.com ermöglicht. Ich halte fest, dass es sich bei diesem Testbereicht um meine reine subjektive Meinung handelt und ich keineswegs durch die Kooperation vereinnahmt wurde. Ich halte auch nichts davon, Kooperationen geschickt im Text zu verstecken, weshalb ich gleich zu Beginn die Kooperation erwähnt habe.

It´s easy being green – Just do it!

PS: Über dein Like auf der Facebook-Seite „ich mach es anders“ freu ich mich!

6 Gedanken zu “Stoffbinden im Test

  1. Danke für den ausführlichen Bericht 🙂 ich bin selbst ein großer fan von cups und stoffbinden, benutze diese aber auch nur für leichte tage oder als backup.
    Ich finde es super, wenn auf Kunststoff verzichtet wird, sehe es aber auch so, dass man sich damit wohlfühlen muss. Kein Grund also, dass du dich da so dafür rechtfertigen musst, es klingt nämlich, als hättest du ein schlechtes gewissen nicht die optimale Lösung wegen dem Kunststoff gefunden zu haben. 😉 Musst du nicht, perfekte Lösungen gibt es seltenst und du hast einen guten Kompromiss gefunden, in erster linie sollst du dich nämlich während deiner tage (und sonst) gut fühlen. Optisch finde ich die stoffis übrigens auch super 🙂

    • Gern geschehen! Ich weiß, dass ich mich zu oft versuche, für etwas zu rechtfertigen. Aber so versuche ich den ganz kritischen LeserInnen gleich vorweg die Luft weg zu nehmen 😉

      Liebe Grüße
      Sabrina

  2. Hallo Sabrina!

    Wusste ich gar nicht, dass es auch eine Firma in Ö gibt, die Stoffbinden herstellt. Allerdings würde ich keine mehr mit so einer eingearbeiteten „Schutzschicht“ verwenden. Da ich am Anfang so skeptisch war, habe ich als erstes eine Stoffbinde mit Schutzschicht gekauft.

    Damit fühle ich mich mittlerweile nicht mehr wohl, seitdem ich den Unterschied kenne.

    Danke fürs Verlinken zu meinem Beitrag!

    lg
    Maria

  3. Also von dieser Menstruationstasse hab ich jetzt ja schon ein paar mal gelesen, aber dass es wiederverwendbare Stoffbinden gibt war mir neu. Hab viel neues gelernt, sehr interessanter Artikel!

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