Verpackungswahnsinn zu Ostern. Warum Verpackung für mich doch sein darf.

Auf meiner facebook-Seite habe ich mir dieser Tage erlaubt, ein Foto von Schokolade-Ostereier der wundervollen Wiener Schokoladenmanufaktur Bobon et Chocolat zu teilen, um eine nachhaltige Alternative zu konventionell produzierten Schokolade-Ostereiern vorzustellen. Es dauerte nicht lange, kam das kritische Kommentar zum „Verpackungswahnsinn“, da sie in Alufolie eingewickelt und in einem Plastik-Eierbecher verpackt sind. Dazu möchte ich heute mit diesem Beitrag Stellung nehmen.

 

BonbonetChocolat

©Bonbon et Chocolat

Ja, es stimmt, dass Verpackungsmüll anfällt, wie bei jedem konventionell produzierten Produkt auch. Auch meine Schoko-Ostereier und der Hase aus dem Weltladen sind in ähnlich viel Müll verpackt. Ein Dilemma. Warum ich dennoch diesen Produkten Platz auf meinen Seiten gebe? Weil sie eben für mich, die selbst nicht bäckt, keine Süßigkeiten selber zaubert und auch nicht bastelt, eine Alternative zu konventionellen Osterprodukten darstellen – trotz des Verpackungswahnsinns.

Die Schokolade ist bio-zertifiziert und fair gehandelt. Das bedeutet, dass die Umwelt dadurch geschont wird und die Kakao-Bäuerinnen und Bauern einen fairen Lohn für ihre Arbeit erhalten. Das ist mir wichtig.

Zweitens werden durch den Kauf kleinste Wirtschaftsstrukturen gefördert. In einem Fall wird die Wiener Schokolademanufaktur (hier wird alles mit viel Liebe per Hand gemacht) unterstützt, im anderen die Weltläden. Somit wird ihr Überleben gesichert. Das ist mir ebenfalls wichtig.

Punkt Nummer 3 bezieht sich auf unser Kaufverhalten. Wenn wir ehrlich sind, stehen viele von uns auf Ostereier aus Schokolade, die in einem Glitzer“papier“ verpackt sind. Ich persönlich, obwohl ich mir sehr Mühe gebe möglichst nachhaltig zu leben, mache auch hier und da, und vor allem bei besonderen Anlässen wie Ostern, auch einmal eine Ausnahme und kaufe Produkte, die auch in Alu oder Plastik verpackt sind. Die Produkte wollen ja ins Osternesterl gelegt werden, ohne dabei schmutzig zu werden. Klingt vielleicht blöd ist aber so. Ist die Realität.

Schokohase

©www.eza.cc

Und genau aus diesen ganzen Gründen haben diese Produkte bei mir Platz, weil sie allemal besser sind, als jene der konventionellen ProduzentInnen. Ich möchte Menschen in unseren Breitengraden aufzeigen, dass es nachhaltig(er) geht, ohne auf etwas verzichten zu müssen. Weder auf guten Geschmack, noch auf das nette Aussehen diverser Produkte und ihren Verpackungen (wobei ich glaube, dass der Verpackungsaspekt eher zu vernachlässigen ist). Und ich bin davon überzeugt, dass Laure (Inhaberin von Bobon et Chocolat), wenn sie ausreichend Ressourcen zur Verfügung hätte oder irgendwann einmal hat – als KleinunternehmerIn ist Zeit immer rar – sich auch dem Thema Verpackungsalternativen widmen wird.

Ich möchte nicht mit dem erhobenen Zeigefinger durch den Tag spazieren, sondern realitätsnahe Alternativen aufzeigen, um damit Menschen abzuholen, die sich vielleicht noch gar nicht mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt haben. Das ist unter anderem ein Ziel dieses Blogs. Und deshalb werden sich hier immer wider nachhaltige Produkte finden, die für jene, die schon viel weiter mit ihrem nachhaltigen Lebensstil sind, eine Angriffsfläche für Kritik bieten.

Ich bin davon überzeugt, dass viele kleine Tropfen den heißen Stein irgendwann abkühlen werden. Mensch kann immer mehr tun, kann es immer besser machen, jedoch muss jedeR für sich entscheiden, was im Rahmen seines/ihres Möglichen ist, um einen Beitrag für eine bessere Welt zu leisten. Ich möchte „unten“ ansetzen, um die Hemmschwelle für einen ersten Versuch eines nachhaltigen Lebensstils möglichst niedrig zu halten. Und dazu gehören nun mal unter anderem Kompromisse, die jedeR für sich selbst eingehen muss.

All jenen, die ein müllfreies Osterfest bevorzugen, empfehle ich die Blogseite EiNaB. Hier findest du wunderbare Ideen, wie du dein Osterfest möglichst ohne Müll feiern kannst.

PS: Über dein Like auf der Facebook-Seite „ich mach es anders“ freu ich mich!
PPS: Schau doch auch auf EiNaB vorbei – einfach.nachhaltig.besser.leben
PPPS: Ich bin jetzt auch auf Pinterest zu finden 😀

9 Gedanken zu “Verpackungswahnsinn zu Ostern. Warum Verpackung für mich doch sein darf.

  1. Liebe Sabrina, Du hast natürlich Recht. Es ist klasse, kleine, lokale Produzenten zu unterstützen, bio-zertifiziert und fair gehandelt ist super. Und unverpackte Schokolade im Osternest funktioniert gar nicht.

    Ich frage mich nur (und darum mein Kommentar auf Facebook), warum die Eier zusätzlich zum Glitzerpapier auch noch in so einer aufwändigen Plastikpackung stecken müssen. Diese ließe sich doch problemlos weglassen. Hier in Berlin gibt es eine Manufaktur (mit leider nicht bio und nicht fair gehandelter Schokolade), die verkaufen so was einfach lose. Oder vielleicht ein Pappkarton? Oder eine Papiertüte? Alles Lösungen, die aus meiner persönlichen Sicht besser sind als gerade Plastik. Einen endlichen Rohstoff irgendwo weit weg aus der Erde zu fördern, rund um die Welt zu verschiffen, zu raffinieren, daraus Plastik zu machen, dass zu pressen und zu formen – das macht für mich einfach keinen Sinn mehr.

    • Liebe Christiane,
      du hast natürlich vollkommen Recht damit und vielleicht kann ich bald ein Gespräch mit Laure finden, um bei ihr ihre Beweggründe nachzufragen. Die kenne ich nämlich nicht im Detail. Ich halte dich am Laufenden 😀

      Liebe Grüße
      Sabrina

  2. Hallo Sabrina!

    Ich hoffe, Du hast diesen Beitrag auch selbst zu EiNaB verlinkt, denn ich finde, dass Du da ganz wichtige Punkte ansprichst. Auch wenn ich – wie Du weißt – immer versuche Müll so gut es geht zu vermeiden, so ist mir doch bewusst, dass selber machen nicht für jeden der richtige Weg ist. So wie Du es auch beschreibst.

    Auch ich mache hin und wieder Ausnahmen zu besonderen Anlässen wie z.B. Geburtstag (Tochters liebste weiße Schokolade…) Ich glaube, dass die 80:20 Regel auch hier durchaus greifen kann. Wenn ich 80% der Zeit darauf achte, dann erreiche ich mit wenig Aufwand mehr als wenn ich mich zerreiße und dann irgendwann genervt aufgebe.

    Wie Du schreibst ist ein wichtiger Aspekt die Herkunft der Schokolade, fairtrade ist auch mir ganz wichtig.

    Wer „dunkle Schokolade“ gesehen hat, kann gar nicht anders finde ich!

    lg
    Maria

    PS: Ich hoffe, Du hast Dich über die Kommentare nicht zu viel geärgert.

    • Hallo Maria,
      ist (noch) nicht verlinkt, da in der Straßenbahn geschrieben, werde ich aber nachholen. Danke für´s Erinnern! Die 80:20 Regel find ich auch gut und versuche mich, daran zu halten. Ich möchte mir auch Freiheiten lassen, um, wie du sagst, dann nicht irgendwann deprimiert aufgeben zu müssen. Denn nicht immer kann alles perfekt sein, nichts bzw. niemand ist fehlerfrei.

      Alles Liebe,
      Sabrina

  3. Pingback: Ostereier färben mit natürlichen Farben aus der Speisekammer | Landidylle

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