ich mach es anders

Kooperative wird durch FoodCoop möglich

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Auf unserer Suche nach geeigneten ProduzentInnen hat eines unserer FoodCoop-Mitglieder einen Bekannten aus dem Waldviertel, der Bio-Gemüse anbaut, ebenfalls angefragt. Niko beliefert in der Umgebung seines Hofes ein Kloster als auch Personen mit einem Biokistl. Jedoch ist es am Land hart mit Bio, denn vielen ist es egal, ob das Gemüse aus biologischem Anbau stammt, oder nicht. Dies kann ich bestätigen, denn auch in meiner Heimatgemeinde in der Steiermark spielt Bio eine minimale Rolle. Niko hat großes Interesse daran, unsere FoodCoop zu beliefern und hat auch gleich noch zwei Bekannte, die ebenfalls Landwirte sind – einer produziert Frischmilch, der andere Schafmilchprodukte und baut Kartoffeln an – zu unserem Treffen mitgebracht. Die Idee ist nämlich, eine Kooperative zu gründen, die FoodCoops in Wien mit den tollen Produkten aus dem Waldviertel zu beliefern und somit einen fixen und vor allem sicheren Absatzmarkt für die Produkte zu generieren.

Ich finde es so unglaublich toll, dass der Funke der FoodCoop auf Menschen überspringt, die gleich eine Kooperative gründen möchten. Folgende Personen haben sich an diesem Abend bei uns vorgestellt:

Der Jahbauer

Niko_JahbauerNiko – der Jahbauer: er bewirtschaftet mit seiner Familie 2 ha Land, gilt also gerade als landwirtschaftlicher Betrieb, und wird uns mit Gemüse beliefern. Das Besondere dabei: bis auf die Melanzani werden alle Gemüsesorten aus sortenreinen Samen gezogen. Er hat über 40 Tomatensorten und sonst alles, was unser Rübenherz begehrt. Bio versteht sich und er unterstützt die Idee von FoodCoops zu 150 Prozent. Mitarbeit auf seinem Hof ist willkommen und das werden wir uns überlegen, denn damit sehen wir, wie viel Arbeit dahinter steckt, wo unser Essen her kommt und wie Niko arbeitet. Er ist auch derjenige, der die Anlieferung der Kooperative übernehmen würde. Interessant fand ich seinen Weg zur Landwirtschaft: er hat 5 Monate lang in Australien als illegaler Arbeiter sein Geld auf Tomatenplantagen verdient und wollte es nach seiner Rückkehr nach Österreich anders machen.

Biohof Spitaler

ElsaElsa vom Biohof Spitaler: Elsa betreibt mit ihrem Mann gemeinsam einen Demeter zertifizierten Betrieb. Als Schwerpunkt haben sie Getreide aller Art, das sie zu Mehl, Müsli, Nudeln oder auch Brot weiter verarbeiten. Ebenfalls gibt es Kartoffeln, eingelegtes Suppengemüse, Marmeladen, Gewürze, Mohn etc. Außerdem unterstützen sie einen Bergbauern in Vorarlberg, indem sie seinen wundervollen Käse in der Region verkaufen. Sie ernten den Dinkel mit der Spreu. Dieser wird erst kurz vor der Verarbeitung entfernt, damit das Körndl noch richtig frisch ist. Abgepackt werden die Produkte von ihnen selbst, mit Unterstützung aus Familie und Nachbarschaft. Elsa möchte sich bald zur Ruhe setzen, ihre Tätigkeit als Bäuerin jedoch nicht ganz aufgeben, möchte sich aber keine Registrierkasse mehr antun, die sie jedoch für den Verkauf ihrer Produkte auf Märkten benötigen würde. Da die Bezahlung der FoodCoop via Überweisung passiert, wäre das ein guter Deal für beide Seiten.

Honig von Andi

HonigAndi 1: Er ist eigentlich Tierarzt und hat die Imkerei als Hobby begonnen. Mittlerweile ist damit auch so einiges an Arbeit verbunden, die er gemeinsam mit einem Bekannten, der ebenfalls Imker ist, durch eine Behinderung jedoch den Betrieb alleine nicht schafft, meistert. Ich liebe solche Synergien! Neben Blüten- und Akazienhonig gibt es auch leckeren Cremehonig.

Milch und JoghurtMilch von Andi 2

Andi 2: Er produziert eigentlich nur Frischmilch für Molkereien, überlegt aber bei angemessener Absatzmenge, die Produktion von weiteren Milchprodukten. Er möchte weg von dem „immer mehr, immer schneller“ und sieht bei einer FoodCoop die Chance, davon weg zu kommen und einen komplett neuen Absatzmarkt zu generieren. Ich find das super und hoffe, dass es klappt! Mit ihm wäre es auch das spannenste Projekt, dann aktuell grasen seine Kühe nicht im Grünen. Wir als FoodCoop würden das aber gut finden und würden uns freuen, wenn sich durch die gemeinsame Kooperation einiges bei ihm verändern würde.

Fruchtaufstriche von Andi 2

FruchtaufstricheAndi 3: Er war nicht anwesend, jedoch wurde er von Niko vertreten, der uns kurz erzählte, was es bei Andi 3 alles so geben würde. Gemeinsam mit seiner Mutter Poldi züchtet er Schafe und verkauft dessen Fleisch. Und nicht nur das: es gibt auch Fruchtaufstriche, Pestos, Chutneys und sonst noch jede Menge, womit wir unsere Mäuler stopfen könnten.

Es war ein wundervoller Abend, denn es war unglaublich spannend, all die Geschichten dieser Menschen zu hören, ihre Beweggründe, die FoodCoop beliefern zu wollen, ihren Bezug zu Tieren Pflanzen und ihrer Umwelt. Das Highlight waren die Verkostungsrunden, denn wir haben Käse, Chutneys, Brot, Honig, Rüben, Milch und Joghurt verkostet. Auch unsre Taschen haben wir prall gefüllt mit leckeren Produkten der potenziellen ProduzentInnen nach Hause geschleppt. Nun geht es ran an die Entscheidung: Welche ProduzentInnen werden wir für unsere FoodCoop wählen? Und diese wird bald fallen, denn unser Lager haben wir schon 😀

It´s easy being green – Just do it!

PS: Über dein Like auf der Facebook-Seite „ich mach es anders“ freu ich mich!

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