ich mach es anders

Gruß aus der Hexenküche #2

Ich hab es wieder getan – meine Küche in eine Hexenküche verwandelt und Kosmetik selbst abgerührt. Die zwei Tage zuvor habe ich nach Rezepten recherchiert, mir alle Zutaten sowie hübsche Gläser besorgt, da ich diesmal auch einige Produkte verschenken wollte. Ich warne euch gleich vor, dieser Beitrag wird ein bissi länger, weil ich echt fleißig war. Ich hab eine Shebutter-Sahne für Gesicht und Körper, einen Babypuder, eine Zahnpasta, ein Zahnpulver, ein Deo, einen Lippenbalsam und die Warme-Socken-Salbe (die kennt ihr aber eh schon) gemacht.

Meine Hexenküche

Ausstattung

Ausstattung

Ich habe festgestellt: Kosmetik selber machen ist nicht wirklich günstiger. 100 Gramm Apfelpektin kosten EUR 10,-, 250 ml Bio-Mandelöl kostet EUR 20,-, ätherische Öle kosten im Schnitt pro Fläschchen EUR 10,-, 500 Gramm Bio-Shea-Butter kostet EUR 20,-, diverse Bio-Gewürze bekommt mensch um EUR 3,- bis 4,- usw. usf.Nun gut, nachdem ich ein halbes Vermögen für all die Dinge ausgegeben hatte, war ich an einem Samstagnachmittag seeeehr motiviert, obwohl ich einen anstrengenden Vormittag hatte. Ich kramte alles hervor und begann mit den einfacheren Rezepten. Das Foto zeigt nur einen Teil der Utensilien, die ich verwende, denn es hat einfach nicht alles drauf gepasst. Bienenwachs ist zum Beispiel nicht abgebildet, jedoch sehr wichtig für diverse Balsame. Obwohl die Inhaltsstoffe ein kleines Vermögen kosten, weiß ich, was drin ist und das ist das Wesentliche. Keine Chemie, keine Konservierungsstoffe, kein Alkohol. Bevor es los ging, habe ich mir zuerst alles zurecht gelegt und danach alle Arbeitsflächen und -geräte sowie Tiegel mit Alkohol – der Schnaps von meiner Oma ist dafür bestens geeignet – desinfiziert. Ich habe mich dazu entschieden, mich von den leichten Rezepten zu den schwierigeren vorzuarbeiten. Diesmal hatte ich nämlich zwei Rezepte mit Sheabutter und mit der habe ich davor noch nie gearbeitet. Ich habe auch erst nach meiner Session gelesen, dass sie nicht zu sehr erhitzt werden darf, damit sie ihre Fähigkeit wieder fest zu werden, nicht verliert. Mittlerweile habe ich auch gelernt, dass Sheabutter in der Wasserphase verarbeitet wird. Weitere Infos zu den Phasen (Fett-, Wasser- und Wirkstoffphase) kannst du hier nachlesen. Da es im Netz nur so von Blogs und Websites wimmelt, die diese Phasen und zahlreiche Infos zur selbstgemachten Kosmetik beinhalten, verzichte ich darauf, es auf meinem Blog alles nieder zu schreiben. Wenn du dich weiter informieren möchtest, empfehle ich dir, einfach im WWW nach „Naturkosmetik selbst gemacht“ zu suchen und du wirst die für dich geeignete(n) Seiten finden.

Ayurvedisches Zahnpulver

Zahnpulver

Zahnpulver

Ich begann also mit Rezept Nr. 1: einem ayurvedisches Zahnpulver. Das Rezept habe ich aus Gabriela Nedomas Buche „Grüne Komsetik“ und es befindet sich darin Muskatnuss-, Sternanis-, Gwürznelken- und Zimtpulver. Jeweils ein Teelöffel (zum Ausprobieren) oder ein Vielfaches davon, rein in ein Glas, Schraubverschluss drauf, schüttel und fertig. Beim Putzen nehm ich eine Teelöffelspitze davon in den Mund und putze mit der angefeuchteten Zahnpaste los. Eigentlich wird empfohlen, die angefeuchteten Zahnbürste in das Pulver zu tunken, aber das find ich ein bissl grindig, da somit Keime in das Pulver gelangen könnten. Ich find das Zahnpulver großartig. Es schmeckt recht scharf, aber mensch gewöhnt sich daran. Der Geschmack danach ist frisch und die Zähne fühlen sich danach schön glatt an. Die Inhaltsstoffe desinfizieren, arbeiten gegen Mundgeruch……. Das Feedback von meinem Freund: ihm blieben kleinste Gewürzstückchen in den Zahnspalten hängen, was ich nicht bestätigen kann. Die Zahnbürste nimmt auch die bräunliche Farbe der Gewürze an, aber das stört mich nicht weiter.

Zahnpasta mit Zimt und Tonerde

Zimtzahnpasta

Zimtzahnpasta

Weiter ging es mit der Zimt-Zahncreme, ebenfalls aus dem Buch von Nedoma. Drin sind Zimt, Wasser, Öl und feinste Heilerde. Auch diesmal musste ich wesentlich mehr Heilerde als im Rezept angegeben einrühren und deshalb die Zahnpasta einen Tag später nachjustieren, weil sie viel zu flüssig war und leider noch ist. Ich habe beinahe 200 Gramm Heilerde in 120 ml Zahn“wasser“ eingerührt und habe dann aus Prinzip nicht mehr rein getan. Wir haben auch fest gestellt, dass die Heilerde den Abfluss mit der Zeit verstopft, da sich das extrem feine Pulver sehr schön am Rand des Abflusses anlegt und nur schwer weg zu bekommen ist. Sie schmeckt aber gut und das Reinigungsgefühl danach ist OK. Zimt desinfiziert, das Öl schützt den Zahnschmelz und die Tonerde entgiftet bzw. sorgt für den Abrieb. Ich werde zukünftig, wegen dem Problem mit dem Abfluss von Zahncremes mit Ton- oder Heilerde absehen und entweder das ayurvedische Zahnpulver oder das Zahnöl mit Kokosöl und Birkenzucker verwenden. Das sind auch bislang meine beiden Favoriten. Bei den Pasten mit Heilerde hab ich immer das Gefühl, Staub im Mund zu haben und der feine Sand bleibt in meiner Zahnspange hängen. Aber jedeR muss das selbst probieren und die richtige Paste für sich finden.

Apfelesseigdeo

Apfelessig-Deo

Apfelessig-Deo

Nach mehr oder weniger erfolgreicher Zahnpastasession ging es weiter zum Deo. Ich habe mich für eines mit Apfelessig und Wasser entschieden. Damit es besser riecht, habe ich mich für ein paar Tropfen Rosmarinöl entschieden. Essig reagiert mit Schweiß und unterbindet die Geruchsbildung, soweit so logisch und praktisch. Beim Auftragen des Deos stellte ich jedoch fest, dass der Essiggeruch durch das Rosmarinöl nicht unterzukriegen war und es kostet einiges an Überwindung, sich dieses Deo in der Früh rauf zu sprühen. Wenn ich es verwende, dann bevor ich ins Fitnesscenter geh, obwohl es da total überflüssig ist. Wir haben beschlossen, dass wir es eher für das Putzen unserer Badewanne – Essig eignet sich hervorragend als Kalkentferner – verwenden werden.

Babypuder

Babypuder

Babypuder

Und weil ich total motiviert war und noch ein tolles Rezept für Babypuder in Nedoma´s Buch gefunden habe, habe ich auch das gleich noch „abgeschüttelt“. Grüne Tonerde, Natron und Maisstärke rein in ein Gals, schütteln und fertig. Bin schon sehr gespannt über das Feedback meiner Hauptschulfreundin, für dessen Sohn ich den Puder gemacht habe. Der riesen Vorteil: es sind nur natürliche Stoffe drin und kein Aluminium wie in so manchem konventionellen Babypuder. Nachdem ich gut aufgewärmt war, ging es nun ans Eingemachte. Eine Sheabutter-Sahne und ein Lippenbalsam standen nun auf der Liste. Diese beiden Rezepte habe ich mir aus dem WWW gesucht. Das Rezept des Lippenbalsams stammt von Fanki´s Wohlfühloase, einer Bekannten aus meinem Heimatort, das ich leicht abgeändert habe, weil ich nicht alle Zutaten zu Hause hatte. Das Rezept für die Sheasahne von der Seite Naturkosmetik selbstgemacht (ist übrigens eine tolle Seite mit sehr vielen Infos zu Roh- und Wirkstoffen, ihre Zubereitung und es ist ein kleines Rezepteparadies für alle, die gerne Salben abrühren).

Lippenbalsam

Lippenbalsam mit Sheabutter

Lippenbalsam mit Sheabutter

Für den Lippenbalsam habe ich 10 Gramm Sheabutter, 10 Gramm Kokosöl, 10 Gramm Bio-Mandelöl (ich habe die notwendigen 10 ml einfach in Gramm umgerechnet, weil ich keinen Messbecher mit so kleinen Einheiten besitze), 8 g Bienenwachs und ca. 3 Tropfen Rosenöl verwendet. Die Kakaobutter hatte ich nicht und war gespannt, ob es trotzdem funktioniert. Ich habe das Mandelöl mit dem Bienenwachs zuerst im Wasserbad erhitzt. Danach habe ich die Herdplatte abgedreht, da die Sheabutter nicht zu sehr erhitzt werden darf und die Sheabutter und das Kokosöl schmelzen lassen. Danach habe ich alles sicherheitshalber noch umgerührt und anschließend abkühlen lassen. Das Rosenöl kommt erst dazu, wenn die Masse schon etwas abgekühlt ist. Diese Rezeptur eignet sich nicht für Lippenpflegestifte, da sie zu weich ist, aber sie ist ein wirklich hervorragender Lippenbalsam, der in kleine Tiegelchen, die ich in der Apotheke erworben habe, abgefüllt werden kann. Die Masse wird dann recht schnell fest, kann aber mit einem Messer gut dem größeren Glas entnommen und in die kleinen Tiegel „abgefüllt“ werden. Bislang waren alle vom Balsam begeistert. Ich hab mir erlaubt, ihn in meinem persönlichen Umfeld zu verschenken, weil ich auf die Meinung von anderen extrem neugierig bin. Die Haltbarkeit richtet sich nach dem verwendeten Öl, denn Sheabutter ist zumindest ein Jahr haltbar.

Bodybutter

Bodybutter

Bodybutter

So, nun zur Königin der Session, der Bodybutter aus Sheabutter. Sie besteht aus Sheabutter und Öl im Verhältnis von ca. 80:20. Je nachdem, ob die Konsistenz fester oder weicher sein soll, kommt weniger oder mehr Öl dazu. Sheabutter kann übrigens auch allein verwendet werden und eignet sich sehr gut für trockene Haut. All ihre tollen Eigenschaften kannst du über den vorherig erwähnten Link zu Naturkosmetik selbstgemacht nachlesen. Nun gut, ich habe mich also für die 80:20 Variante entschieden und bin sehr zufrieden damit. Auf 100 g Sheabutter kamen 25 g Bio-Mandelöl. Beides kam in ein Glas und wurde von mir vorsichtig im Wasserbad erwärmt. Wenn die Sheabutter geschmolzen ist, wird das Glas aus dem Wasserbad genommen und mit dem Öl gut verrührt, damit sich alles gut vermischt. Anschließend habe ich sie mit dem Mixer aufgeschlagen, damit sie etwas fluffiger wird und in ein Glas abgefüllt. Die Bodybutter ersetzt die Bodylotion als auch die Gesichtscreme. Ich steh voll drauf und durch das Mandelöl riecht sie auch extrem gut. Auch hier gilt: die Haltbarkeit richtet sich nach dem verwendeten Öl. Neben Mandelöl eignet sich auch Kokos-, Avocado- oder Jojobaöl sehr gut, du kannst aber auch alle anderen Öle dafür verwenden.

Zusammenfassend möchte ich sagen: ich mach weiter. Ich bin so richtig motiviert, meine Kosmetik selbst zu machen und es macht mir unglaublich viel Spaß. Ein Nachmittag in der Küche und wir haben für die nächsten Monate schon wieder einen Großteil der Sachen, die wir verwenden. Seifen habe ich noch nicht probiert, werde es vielleicht mal machen, aber ich scheu mich ein bisschen vor der Pantscherei. Vor allem stell ich es mir etwas kompliziert mit unserem extrem neugierigen Kater vor, der überall dabei sein möchte. Aber wenn es soweit ist, erfahrt ihr es natürlich über den Blog.

It´s easy being green – Just do it!

PS: Über dein Like auf der Facebook-Seite „ich mach es anders“ freu ich mich!

& KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Klasse, was du da alles herausgetüftelt hast!

    Da sind spannende Ideen bei, die ich im Hinterkopf behalten werde.
    Du hast die Rezepte ja aus unterschiedlichen Quellen zusammengetragen – kannst du eine Anlaufstelle (analog oder digital) als DIE Erstanlaufstelle empfehlen, wo man viele gute Rezepte für den Einstieg erhält? 🙂
    (Am liebsten wäre mir ein Buch – ich bin da etwas altmodisch… 😉 )

    Liebe Grüße
    Jenni

    • Liebe Jenny,

      freut mich, dass dir meine Ideen und Versuche gefallen. Auf DIE Erstanlaufstelle bin ich leider noch nicht gestoßen, weil es einfach so viele davon gibt. Ich selbst bin mit dem Buch „Grüne Kosmetik“ von Gabriela Nedoma ganz gut eingestiegen. Da gibt es ziemlich einfache Rezepte mit einfachen Zutaten (du kannst bei ihr fast alles Essen) und einigen Grundlagen, die beim Kosmetik selber machen zu berücksichten sind. Nun arbeite ich mich etwas weiter voran und probier auch andere Sachen aus. Sollte ich auf DIE Quelle stoßen, bist du die Erste, die sie erfährt.

      Liebe Grüße
      Sabrina

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