ich mach es anders

Only for women: Wenn die Erdbeerwoche ruft

Produktportfolio Erdbeerwoche Stoffbinde, Menstruationstasse, Tampons

Wenn die Erdbeerwoche ruft oder anders gesagt, die monatliche Regelblutung einsetzt, dann ist eine nachhaltige Monatshygiene die bessere Wahl. Ich weiß nun seit über 2,5 Jahren, dass es Alternativen zur konventionellen Monatshygiene gibt, bin aber erst jetzt soweit, mich damit näher auseinanderzusetzen.

Warum greife ich das Thema erst jetzt auf?

Einerseits, weil ich, vermutlich wie so viele andere Frauen auch, die monatliche Regel als notwendiges Übel betrachte und Jahre dafür gebraucht habe, zu akzeptieren, dass sie da ist und für die nächsten Jahrzehnte immer wieder kommt. Andererseits wollte ich nicht weg vom Gewohnten, nämlich Binden einer konventionellen, ziemlich bekannten Firma. Praktisch herzunehmen, in verschiedenen Größen, der Klebestreifen hält was frau von ihm erwartet etc. (Mit Tampons war ich immer schon auf Kriegsfuß, da diese immer mit Schmerzen verbunden waren, warum, weiß ich bis heute nicht. Mein Körper hat sich vermutlich einfach dagegen gewehrt.) Und mehr habe ich in meiner Jugendzeit und auch lange Zeit meines Erwachsenenalters nicht kennen gelernt. Also alles gut, so wie es ist, dachte ich und befand es nicht für notwendig, mich wirklich näher mit dem Thema auseinanderzusetzen. Und die Angst vor der großen Unbekannten war ebenfalls vorhanden.

Es klingt mit diesen alternativen Hygieneprodukten vieles aufwändiger, anstrengender und, wie soll ich sagen, blutiger, als mit den mir vertrauten Produkten. Aber wenn frau es nicht ausprobiert, kann frau nicht wirklich etwas dazu sagen. Und deshalb probier ich jetzt einfach etwas davon aus. Mittlerweile bin ich vermutlich auch „erwachsen“ genug, über dieses Thema auch auf meinem Blog zu schreiben. Vor einem Jahr konnte ich mir das noch nicht vorstellen, aber warum eigentlich nicht? Die Regelblutung einer Frau ist eines der natürlichsten Dinge auf dieser Welt und wie Erdbeerwoche, ein tolles, österreichisches Start-Up, das sich der nachhaltigen Frauenhygiene verschrieben hat, so schön auf seiner Website schreibt: „Frauen sollen sich nicht länger für ihre Periode schämen bzw. diese als lästiges Übel betrachten. Stattdessen sollen sie die Macht erkennen, die sie als Konsumentinnen von jährlich mehr als 45 Milliarden Hygieneprodukten haben und dass sie dadurch entscheidenden Einfluss auf ihre Gesundheit und auf das ökologische Gleichgewicht unseres Planeten haben.“ Ich arbeite dran und mache mit diesen Blogbeitrag und Test meinen ersten Schritt 😉

Warum sollte sich frau nun für nachhaltige Monatshygiene entscheiden?

Eine Frau verbraucht in ihrem Leben durchschnittlich 16.800 Binden oder Tampons. Das ist eine ganze Menge Müll, die sich da anhäuft. Und meinem Lebensstil entspricht das eigentlich ganz und gar nicht, trotzdem ist es so ziemlich das letztgereihte Thema in meiner ToDo-Liste, mit dem ich mich nun endlich beschäftige. Ich habe immer wieder vom Toxischen Schocksyndrom (TSS) gehört, aber mich nie genauer dazu eingelesen, da ich der Meinung war, dass mich das nicht betrifft. Tut es auch nicht, da ich keine Tampons verwende, aber für all jene unter euch, die das tun, ein kurzer Input dazu, was das TSS ist. Es wird durch ein bestimmtes Bakterium, dem Staphylococcus aureus, ausgelöst und ruft Symptome einer Sepsis oder Blutvergiftung hervor. Die Scheide und die Gebärmutter fungieren als Eintrittspforte für das Bakterium bei Benutzung von Tampons. Vielmehr beunruhigt mich persönlich die Tatsache, dass in konventionellen Hygieneprodukten Chemikalien nachgewiesen wurden.

Da wäre einmal Dioxin, das beim Bleichen von Viskose und Baumwolle mit Chlor entstehen kann. Der Dioxingehalt ist in Frauenmonatshygieneprodukten so gering, dass er nicht gesundheitsgefährdend ist, aber wer weiß…. Und angeblich kann durch die Absorptionfähigkeit der vaginalen Schleimhäute auch ein sehr kleiner Anteil von Dioxin durch gering giftige Tampons gefährlich sein. Das reicht mir schon als Grund aus, darauf zu verzichten. Dann wäre noch das Formaldehyd, welches zur Abtötung von Keimen dient sowie konservierend und desinfizierend wirkt. Blöd nur, dass dieser Chemiecocktail auch krebserregend ist. Bei der Monatshygiene ist der Stoff meist in den Verpackungsfolien der einzelnen Binden und Tampons zu finden, womit er auf jene übergeht. Auch wird der Grenzwert von Formaldehyd nicht überschritten, jedoch gilt auch wie beim Dioxin, dass die Produkte mehrere Stunden mit dem Körper in Kontakt sind. Gern würde ich die Liste schon beenden, aber es geht noch weiter. Die nächste Chemikalie nennt sich Phthalate (zum Glück muss ich es hier nur aufschreiben, weil aussprechen könnt ich das nicht) und dabei handelt es sich um Weichmacher. Und diese befinden sich auf dem Klebestreifen der Binden. Vermutlich picken sie deshalb so gut, aber das ist trotzdem kein Grund dafür. Sie wirken fortpflanzungsgefährdend und haben eine hormonähnliche Wirkung. Und laut einer Studie der Washington University School of Medicine werden sie für eine durchschnittlich 2,3 Jahre verfrühte Menopause verantwortlich gemacht. Und passiert das, ist frau stärker gefährdet an Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken oder einen Schlaganfall zu erleiden. Last but not least ist noch das Glyphosat zu erwähnen und das hat sich gewaschen. Es gehört nämlich zur Gruppe der Pestizide und vernichtet Unkraut.

Und da fragt sich frau schon, was so ein Gift in der Monatshygiene zu suchen hat! Es ist in Baumwollprodukten zu finden, und klar, konventionell angebaute Baumwolle wird damit gespritzt. Die Rückstände davon landen dann im schlimmsten Fall in deinem Körper. Die WHO hat es als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. (diese ganzen Informationen habe ich der Website von Zentrum der Gesundheit entnommen) Und keine Ahnung, welche Mittel sie für die diversen Duftstoffe zusetzen. Ich hab mich immer schon gefragt, wozu das gut sein soll. Für das Frischegefühl? Sind wir uns ehrlich, an diesen Tagen fühlt sich kaum eine Frau „frisch“, auch mit Frischeduft im Höschen nicht.

Ich fasse noch einmal zusammen: mit nachhaltiger Monatshygiene wird im besten Fall Müll vermieden, die Umwelt und vor allem dein Körper geschützt, weil du den Chemikalien in konventioneller Frauenhygiene den Kampf ansagst. Ich finde, das sind zu viele gute Gründe, um auf konventionelle Monatshygiene zu verzichten. Aber was gibt es nun für Alternativen?

Alternativen zur konventionellen Monatshygiene

Es gibt vermutlich mehr, als du dir vorstellen kannst. Ich nehme jetzt mal an, dass viele von uns mit den bekanntesten Monatshygieneartikeln, nämlich Binden, Slipeinlagen und Tampons, aufgewachsen sind. Bei mir war das jedenfalls der Fall. In Kontakt mit dem Thema nachhaltige Monatshygiene bin ich erstmals gekommen, als mir eine Freundin von der Firma Erdbeerwoche aus Wien erzählt hat, die bei einer Messe einen Informationsstand hatten, und dessen Gründerinnen Annemarie Harant und Bettina Steinbrugger mit unglaublich viel Leidenschaft versuchten, Mädchen und Frauen für nachhaltige Monatshygiene zu begeistern. Es dürfte geglückt sein, denn es gibt sie noch heute 😀

Wirklich realisiert, um welche Firma es sich handelte (ich hatte natürlich den Firmennamen damals vergessen) habe ich vor ca. 2,5 Jahren, als mir jemand die Ausschreibung eines Praktikums zum Weiterleiten geschickt hat. Somit landete ich erstmals auf der Website und klickte mich kurz durch. Nun wusste ich, worum es sich bei der Firma Erdbeerwoche genau handelt, was sie tut und welche Alternativen es für die Monatshygiene gab. Nichts davon konnte mich damals jedoch wirklich begeistern und in die Hardfacts habe ich mich damals nicht eingelesen. Im November 2015 war es dann soweit: ich hielt die erste Menstruationstasse auf einer Messe in meinen Händen. Mittlerweile wusste ich, was das war (nämlich ein Becher aus medizinischem Silikon mit einem Fassungsvermögen von ca. 30 ml) und wurde auch schon von einigen Bekannten nach meiner Meinung gefragt, konnte aber noch nichts dazu sagen. Obwohl wir einen Gutschein erhielten konnten wir uns nicht dazu durchringen, tatsächlich eine zu bestellen. Nun bin ich soweit: ich habe mir eine Menstruationstasse bestellt.

Für welchen Anbieter habe ich mich entschieden?

Mir sind zwei Anbieter bekannt, dessen Menstruationstassen aus medizinischem Silikon gefertigt werden, Lunette (dies hielt ich bei der Messe in der Hand) und LadyCup. Der LadyCup ist etwas dicker, als die Lunette und besser einzuführen, weshalb er Anfängerinnen empfohlen wird. Ich bin dieser Empfehlung gefolgt und habe mir ein Startset, bestehend aus Menstruationskappe LadyCup Modell 1 (für Frauen, die noch keine Kinder geboren haben bzw. für leichte und mittlere Tage [Edit 17.2.2016: das Päckchen ist heute eingetroffen und ich habe festgestellt, dass ich aus Versehen bzw. hingerissen vom Angebot des Start-Sets doch eine Lunette bestellt habe], einer Reinigungslotion sowie 3xLunette Reinigungstücher á 10 Stück um insgesamt EUR 49,90 im Onlineshop von Erdbeerwoche bestellt. Im ersten Moment erscheinen EUR 50,- eine ganze Menge Geld zu sein für etwas, wo frau noch nicht genau sagen kann, ob es das geeignete Produkt ist. Alle, die mich persönlich kennen, wissen, dass ich ein sehr positive denkender Mensch bin und deshalb bin ich auch guter Dinge, dass ich mit der Menstruationstasse hervorragend zurecht komme. Sollte es nicht der Fall sein, dann darf ich dem Geld nachweinen.
Was sehr verlockend klingt: die Tasse kann bis zu 12 Stunden im Körper verweilen, ist aufgrund seines Materials,medizinischem Silikon, ungiftig und bis zu 10 Jahre haltbar. Damit rentieren sich die Ausgaben von EUR 50,- wieder, wenn frau mit, sagen wir mal, EUR 4,50 pro Monat für Ausgaben für konventionelle Hygieneprodukte rechnet. Das macht im Jahr EUR 54,-, also mehr, als das Startset oder eine einzelne Tasse, die ca. EUR 30,- kostet. Was ich mir noch nicht vorstellen kann: die einfache Handhabung. Es kann laut Erdbeerwoche bis zu drei Zyklen dauern, bis ich ausreichend geübt bin, um die Tasse richtig zu platzieren (und auch wenn es mühsam klingt, diese Zeit halt ich zumindest durch), um sie heraus zu bekommen, darf frau nicht ziehen, sondern Erdbeerwoche beschreibt es mit „Press it, – Baby“ (klingt ebenfalls etwas anstrengend). Nach Ende der Erdbeerwoche muss sie zum Sterilisieren ausgekocht werden (der Deal wird sein, einen eigenen Erbeerwochen-Topf für das Sterilisieren zu ernennen, der für nichts anderes verwendet wird, denn auch ich find es irgendwie ein wenig grausig, einen Topf dafür zu verwenden, in dem z. B. auch Suppe gekocht wird) und vor allem: Wie mache ich das mit dem Reinigen, wenn kein Waschbecken im Klo ist?? Wird es mit den Reinigungstüchern funktionieren? Das alles werde ich in den nächsten Monaten erfahren und testen. Weitere Fragen zur Mensturationstasse werden dir im Ratgeber oder im Video von Erdbeerwoche beantwortet.

Weitere nachhaltige Hygieneprodukte für Frauen

Binden und Tampons aus Bio-Baumwolle

Hier habe ich bereits Binden von der Firma Organyc ausprobiert, aber der Klebestreifen hat mich leider nicht überzeugt. Ständig hatte ich das Gefühl, dass etwas verrutscht und sowas macht mich unentspannt. Kann aber auch sein, dass ich einfach nur Pech hatte. In Verbindung mit der Menstruationstasse kann ich sie mir wieder ganz gut vorstellen, wobei sie den Nachteil der Müllproduktion haben.

Binden aus Stoff mit Druckknöpfen zur Befestigung

Vom Nachhaltigkeitsaspekt her, sind Stoffbinden ebenfalls so nachhaltig wie die Menstruationskappe, da sie ziemlich lang verwendet werden können und dadurch enorm viel Müll vermieden wird. Aber diese Methode stell ich mir extrem umständlich vor und mir graust ein bisschen davor, die blutige Binde in ein Täschchen zu geben, den halben Tag durch die Gegend zu tragen und dann zu Hause erst waschen zu können. Auch bin ich mir nicht wirklich sicher, ob sie „dicht“ halten. In Verbindung mit der Menstruationstasse bestimmt, aber ohne glaub ich nicht. Jedoch kenne ich mittlerweile zwei Bloggerinnen, die darauf schwören und ihre Stoffbinden auch selber nähen.

(Bis hierher gibt´s alle Produkte im Online-Shop von Erdbeerwoche zu bestellen)

Das Zentrum Gesundheit empfiehlt auch noch Menstruationsschwämme. Sie werden wie Tampons verwendet, jedoch handelt es sich dabei um Naturschwämme und werden nicht nach Gebrauch weg geworfen, sondern mit Wasser ausgewaschen und sind glich wieder einsatzfähig. Einen Bericht dazu gibt´s von Zauberweib auf dem Blog Widerstand ist zweckmäßig von Maria. Sie hat übrigens schon vor längerer Zeit das gesamte Thema nachhaltige Frauenhygiene aufgegriffen und Erfahrungsberichte veröffentlicht. Ich werde vermutlich nicht so viel darüber schreiben, weshalb ich dir ihre Blogbeiträge sehr empfehle, wenn du dich mit dem Thema weiter auseinander setzen möchtest.

It´s easy being green – Just do it!

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  • Ich freue mich auf den Testbericht, Sabrina. Ich habe mit der Ladycup bereits geliebäugelt, aber jetzt warte ich deinen Bericht ab. Danke, dass du das machst. Sowas hilft ungemein. Und ernsthaft, warum sponsert dir Erdbeertage die Testausstattung nicht?
    Liebe Grüsse Claudia

    • Liebe Claudia,

      freut mich, dass ich das für dich „übernehmen“ kann 😉
      Anderen Bloggerinnen wurden die Produkte gesponsert, soweit ich das mitbekommen hab, aber ich kauf mir die Sachen gern selber. Dann kann ich vollkommen frei darüber berichten so wie mir der Schnabel gewachsen ist. Deshalb hab ich auch nicht extra darum angefragt, obwohl ich vorher wegen einer Frage zur Tasse mit ihnen kommuniziert habe und sie wissen, dass ich einen Testbericht schreiben werde. Immerhin hab ich einen Gutschein über 3€ bekommen, ist besser als „a Stoa am Schädl“ 😉

      LG Sabrina

    • Liebe Claudia!

      Habe heute mein Packerl erhalten und fest gestellt, dass ich doch Lunette und nicht LadyCup bestellt habe. Die Verlockung des Start-Sets war einfach zu groß, dass mich offensichtlich mein Hirn ausgetrickst hat…

      LG Sabrina

  • Hallo Sabrina!

    Ich freue mich sehr, dass Du das Thema, das ich für wirklich sehr wichtig halte, auf Deinem Blog aufgreifst und noch mehr Frauen über die verschiedenen Alternativen informiert werden.

    Und dann wünsche ich Dir noch eine gute Portion Experimentierfreude und viel Erfolg bei Deinen Versuchen.

    Vielen Dank fürs Verlinken zu meinen eigenen Beiträgen.

    lg
    Maria

  • Liebe Sabrina,

    ich finde es richtig klasse, dass du dieses Thema hier behandelst. Ich habe auch eine Lunette Menstruationskappe und bin sehr zufrieden, mal sehen wie dein Testbericht ausfällt.

    viele liebe Grüße
    Rebecca

  • Super spannendes Thema 🙂 ich benutze seit 3 Zyklen einen ruby cup (auch aus medizinischem silikon) und bin begeistert 🙂 wollte demnächst auch mal einen Erfahrungsbericht schreiben. Bin gespannt auf deine Eindrücke!

    • Das dürfte grad ein Thema unter den NachhaltigjeitsbloggerInnen sein. Als kurz vor der Bestellung stand, hab ich den Beitrag einer anderen Bloggerin gelesen, dass sie auch vor hat darüber zu schreiben 😉

      Aber das ist gut so, denn somit erreichen wir eine ganze Menge Frauen mit diesem wichtigen Thema.
      Bin schon gespannt auf deinen Bericht!

      LG Sabrina

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