Wie weit sollen/dürfen Nachhaltigkeitsblogs gehen?

Der heutige Beitrag hat mit etwas für mich Grundlegendes zu tun bzw. dient er auch dazu, etwas Dampf abzulassen. Was mich aufregt?

Diverse „Nachhaltigkeitsblogs“, die sich übelst verkaufen. In den letzten Tagen bin ich auf drei Beispiele gestoßen, die mir extrem sauer aufstoßen.

Da wäre einmal ein Blog, der die Kooperationsanfrage eines deutschen Autokonzerns aufgegriffen hat. Es geht dabei zwar um Elektroautos, aber wie kann mensch nur mit einem Konzern kooperieren, der jährlich hundert tausende Autos auf den Markt bringt, die Erdöl Ende nie fressen? Der Minianteil an Elektroautos macht das nicht wett. [Edit 04.02.2016: Bei der angesprochenen Kooperationsanfrage, die ich auch erhalten habe, muss ich hinzufügen, dass die Kampagne in meinen Augen – sagen wir mal so – keine gute war. Ich musste erst recherchieren, um zu verstehen, um welches Produkt es sich genau handelt und auch im Video, das geteilt werden sollte, spielte das Produkt nur eine sekundäre Rolle.]

Bei Fall Nr. zwei handelt es sich um die Kooperationslocation DUBAI!!!! Wie kann ich, als nachhaltige/r BloggerIn eine Kooperatoinsanfrage annehmen, die mich nach Dubai bringt? Aja, vermutlich das Geld. Denn sonst kann es einfach keinen Grund dafür geben. Niemals werde ich diese energiefressende Scheinwelt, beherrscht von patriarchalen Scheichs, bei dessen Bau immer noch tausende Arbeiter ums Leben kommen und wo nach wie vor die Todesstrafe vollstreckt wird, kennen lernen.

Fall Nr. drei hat meinem Idealismus den größten Dämpfer versetzt. Ich glaubte einen ziemlich coolen Blog gefunden zu haben, da ihre Themen genau nach meinem Geschmack sind. Und was stelle ich bei den „Online“links zu diversen Produkten fest? Eine Verlinkung zum Onlineriesen A….! Auch da ist das Geld offensichtlich verlockender als der eigene Stolz und die Authentizität.

In meinen Kopf geht das alles nicht rein. Das Schlimme dabei für mich ist, dass diese Blogs tausende Follower und somit LeserInnen haben und denen ein Vorbild sind. Dass unsere Gesellschaft nicht Weltmeister der Reflexion ist, ist bekannt, deshalb tut mir das so weh. Diese Blogs hätten eigentlich die Möglichkeit, die Menschen wirklich zu einem großen Umdenken zu bewegen, aber so wird das nix. Und dass mensch sich so verkaufen kann… Es ist einfach nicht ehrlich!

Und genau das spornt mich dazu an, so weiter zu machen, wie bisher, nämlich ehrlich und authentisch! Niemand ist fehlerfrei, aber es gibt auch Grenzen. Die drei erwähnten Beispiele haben meine Grenzen weit überschritten.

So, und nun meine Frage an euch: Reagier ich über? Mach ich mir Gedanken über etwas, dessen Zeit darüber nach zu denken es nicht wert ist?

It’s easy beeing green – Just do it!

PS: Über dein Like auf der facebook-Seite „ich mach es anders“ freu ich mich!

34 Gedanken zu “Wie weit sollen/dürfen Nachhaltigkeitsblogs gehen?

  1. Du reagierst nicht über.
    Tatsache ist, dass jedes Thema das sich als Trend eignet wirtschaftlich ausgenutzt wird.
    Die ursprüngliche Idee geht dann verloren. Dann wird aus einem ethischen Ziel, ökologisch, sozial und fair zu handeln was ganz anderes. Die Hülle hat ein gutes Image und der Kern wird um 360 Grad gedreht.
    Und ich denke – WEITERMACHEN – ist der einzige Weg die wichtigen Dinge unter die Leute zu bringen. Und vielleicht hilft es auch, sich nicht auf ein Wort zu beschränken sondern wirklich auf die Themen dahinter einzugehen.
    Dann haben andere die Chance umzudenken.
    Ich bin damit zwar noch ganz am Anfang aber zumindest schon mal dabei 🙂

  2. Hmmm… nicht ganz einfach finde ich… Grundsätzlich denke ich auch, dass man natürlich sich selbst und seinen Idealen treu bleiben soll. Hier verschwimmen für mich aber die Grenzen und jeder hat Ideale in verschiedenen Richtungen bzw. Ausprägungen. Natürlich ist mir bewusst, dass durch Onlineshops wie Amazon, kleine Läden verschwinden, was nicht begrüßenswert ist. Trotzdem muss ich auch ein Stück mit der Zeit gehen. Ich selbst verwende z.B. auf meinem Blog auch immer wieder mal Amazon Links, um meinen Lesern einen Mehrwert zu bieten, nämlich ein Buch schnell und unkompliziert bestellen zu können. Natürlich wäre es schöner, wenn jeder für jedes Buch in den kleinen Laden ums Eck (so es überhaupt einen gibt!) zu gehen und so den regionalen Handel zu fördern. Tatsache ist aber, dass die, die so denken, es ohnehin so machen, auch wenn ihnen der Amazonlink angeboten wird, und die, die nicht so denken, den Gedanken dieses Buch zu kaufen schnell wieder verwerfen, wenn man ihnen nicht eine rasche Kaufabwicklung anbietet. So denke ich mir, es ist mir lieber, ein paar mehr vegane Kochbücher (nur als Beispiel) in Umlauf zu bringen, als eben nicht. Das ist aber nur meine persönliche Meinung dazu. Wegen des Geldes denke ich, macht das kaum jemand, außer er hat Millionen von Zugriffen. Denn von den paar % (für ein Buch ca. 30 bis 50 Cent) wird niemand reich 😉 Rechne mal hoch, wenn man ein paar Hundert Besucher am Tag hat, wieviele davon diesen einen Artikel lesen, wie viele davon den Link anklicken und wie viele davon wiederum wirklich das Buch bestellen. Das ist schon verschwindend… Also wie gesagt, mein Bestreben ist es vor allem „neue“ Interessenten für das Thema Nachhaltigkeit zu gewinnen und ihnen den Einstieg so leicht als möglich zu machen.

    Was mich auch noch wichtig ist zu sagen, ist dass man es auch nicht grundsätzlich verteufeln soll, wenn jemand Affilate Links verwendet, denn es sind nicht alle in der glücklichen Lage ein Blog nur als „Hobby“ zu betreiben und sehr wohl darauf angewiesen, dass auch Geld herein kommt, um wie jeder andere auch seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Ich verlinke deshalb z.B. immer wieder auch auf meine Ringana-Partnerseite. Aber ich stehe auch mit Leib und Seele hinter diesen Produkten und würde nicht des Geldes wegen auf irgendeinen Chemieschrott verlinken. Hatte z.B. schon mal ein sehr lukratives Angebot von Nestlè… HAHAHA… geht gar nicht!!!

    Ja, es gibt auch Blogs, die einen Artikel nach dem anderen eigens dafür schreiben, um Affiliate Links unterzubringen. Das ist etwas, das mich auch sehr stört. Denn das ist heuchlerisch. Da merkt man schnell, dass ihnen das Thema an sich nicht so sehr am Herzen liegt und der Beitrag „rund um das Produkt“ geschrieben wird.

    Ich mag Deinen Blog total gerne und schaue gerne rein und vielleicht schaffen wir es ja wirklich mal gemeinsam zu so einem Naturkosmetik-Selbstmach-Workshop 🙂

    Alles Liebe
    BioBella

    • Liebe BioBella,

      vielen Dank für deinen ausführlichen Input. Bei mir geht A….. gar nicht. Ich hab dort noch nie etwas bestellt und werde es auch nicht tun, weil es unterm Strich für mich nicht dafür steht. Wie du sagst, kleine Läden verschwinden unter anderen auch dadurch, die Arbeitsbedingungen sind übel und auch die Preisdrückerei mit den ProduzentInnen ist der Wahnsinn. Das alles kann mit einer schnellen und unkomplizierten Lieferung von Waren aller Art und aus allen Ländern dieser Welt, meiner Meinung nach, nicht wett gemacht werden. Der Gang in den Buchhandel bringt auch noch den Vorteil mit sich, dass mit Menschen geredet werden muss. Auch die großen Ketten meide ich, finde ich jedoch noch verträglicher als den Onlineriesen. Bei 250.000 Zugriffen auf den Blog pro Monat geht sich da schon einiges aus – 2 der Blogs, die ich erwähnt habe befinden sich in dieser Größenordnung.
      Zum Begriff der Nachhaltigkeit gehört für mich dazu, auf solche Anbieter weitgehend zu verzichten und meine Interessentinnen für das Thema erhalte ich über meine Beiträge und nicht über Links. Ich bemühe mich sehr, ihnen andere Alternativen anzubieten, um an die Sachen zu kommen und ihnen aufzuzeigen, dass der erhöhte Aufwand, der damit verbunden ist, sich unterm Strich vielleicht nicht für sie selbst, aber für die gesamte Gesellschaft rechnet. Affiliate-Links verteufle ich nicht, obwohl ich es selbst (noch) nicht mache. Es kommt aber auch da darauf an, mit wem man kooperiert. Nestè find ich nicht schlecht – gratuliere 😉

      Wegen dem Naturkosmetik-Workshop: der wäre wirklich cool und ich bin mir sicher, dass wir den irgendwann hinbekommen. Zur Zeit probiere ich noch einiges aus, aber wenn die Zeit reif dafür ist, werden wir zusammenfinden.

      Liebe Grüße

      Sabrina

    • Isabella,
      das hast du schön beschrieben. Der Verdienst ist wirklich fast null, besonders wenn man den Mehrwert dazu in Zeit umrechnet. Eigentlich rechnet sich so was nicht.

      Und so wie du sagst, die meisten kaufen vor Ort. Man hat ja ne nachhaltige Leserschaft, die solche Tatsachen kennt. Und für die, die echt keine Zeit oder den Laden nicht ums Eck haben, ist online vielleicht, die nachhaltigste Lösung bezogen auf Ressourcen Verschwendung oder auch nur auf die Zeiteinsparung die sie noch nicht bereit sind zu „opfern“.

      Amazon ist dann ein Übel, das in den wenigsten Fällen wirklich benutzt wird. Er dient oft nur der weiteren Information zum Produkt. Und der Gewinn ist wie du sagst, dass das verlinkte Produkt zu Nachhaltigkeit und Umdenken in der Praxis führt. Was man ja durch nachhaltige Beiträge erreicht werden will. Nicht nur reden sondern leben.

      Grüße Claudia

      • Ich wiederhole mich jetzt, aber weil es mir so wichtig ist noch einmal meine Gedanken zu deinem Post, Claudia:
        Ich kenn das anders. So ziemlich mein gesamter Bekanntenkreis inkl. nachhaltig lebender Menschen, sind A….KundInnen, weil es eben so praktisch ist.
        Nicht zu vergessen ist, dass es auch Blogs gibt, die davor schon eine riesen Reichweite hatten, als sie noch über andere Themen geschrieben haben und erst später auf das Thema Nachhaltigkeit aufgesprungen sind. Und vor allem dort sehe ich persönlich die Verlinkung zu Onlineriesen kritisch, denn dieses Publikum ist dann, meiner Meinung nach, eher Onlineriesen-affin. Meine Intention ist es, die Menschen davon weg zu bringen, im „schlimmsten“ Fall online-Alternative aufzuzeigen (ja, die gibt es, meist halt mit Versandgebühren, aber warum soll immer alles gratis sein?) und im besten, regionale Möglichkeiten für Bezugsquellen aufzuzeigen.

        LG Sabrina

  3. Hallo,
    das von Dir beschriebene Problem ist u.a. der Grund, warum ich meinen Blog neu aufgezogen und alle „kommerziellen“ Beiträge rausgeworfen habe.
    Gruß
    Grace

  4. Hallo Sabrina!

    Ein wirklich schweres Thema. Gerade wenn man viel Zeit in einen Blog steckt kommt irgendwann die Frage nach Einnahmen auf.

    Für meinen Blog habe ich mich dagegen entschieden, denn ich kann nicht konsumkritische Beiträge schreiben, wenn daneben Werbung läuft, für die ich Geld bekomme. Das geht gar nicht.

    lg
    Maria

    • Genau so ist es. Es spricht aber meiner Meinung nach nichts gegen Kooperationen mit Firmen, die zum Blogthema und vor allem zur eigenen Überzeugung passen. Oder es gibt auch andere Möglichkeiten, seinen Blog zu finanzieren. Ich möchte das mit meinen „ich mach es anders-Touren“ schaffen, WI ich Interessierten die Nachhaltigkeitsszene in Wien vorstelle. Keine Ahnung, ob es funktioniert, aber ein Versuch ist es mir wert.

      LG Sabrina

  5. Hallo Sabrina!

    Ich sehe es prinzipiell sehr ähnlich wie du: Wenn ich über ein bestimmtes Thema blogge, dann mache ich das in der Regel, weil ich überzeugt davon bin und mit Leidenschaft dahinterstehe. Und nicht, weil ich Geld verdienen möchte. Dass man manchmal Werbung schaltet oder Kooperationen annimmt, ist an sich zumindest in meinen Augen nicht verwerflich, da ich finde, wenn man so viel Zeit, Liebe und vielleicht auch Geld in sein Herzensprojekt steckt, man auch (materielle) Einkünfte erzielen kann. Doch das sollte niemals der Hauptfokus sein.
    Ich muss zugeben, dass ich zu Beginn meines Bloggens auch noch auf besagten Online-Riesen verlinkt habe (bei dem ich selbst nie kaufe) – mir aber glücklicherweise relativ schnell aufgefallen ist, wie inkonsequent und selbstverleumderisch das eigentlich ist. Mittlerweile lasse ich das. Ich kann von niemandem verlangen, dass er da ähnlich denkt oder handelt, aber manchmal wünsche ich es mir.

    Erst heute habe ich beispielsweise eine ganze Reihe Posts von namenhaften Bloggern gesehen, die sich mit einer Firma zusammengetan haben, um Plastikprodukte zu bewerben. Und dabei handelt es sich um vegane Lifestyleblogs, denen der Umweltaspekt eigentlich bekannt sein sollte.

    Aber ich denke, da sind wir beim Kernthema: Authentizität.
    Wenn ich ernst genommen werden möchte, sollte ich nicht auf das Geld schielen, sondern der oder die bleiben, der oder die ich bin.

    Liebe Grüße
    Jenni

    • Hallo Jenny,

      ich lehne Kooperationen an sich nicht ab, aber wie im Beitrag erwähnt, gibt es Grenzen. Meine sind vermutlich viel schneller erreicht, als bei anderen, aber dazu steh ich. Und klar, zur Zeit hab ich noch leicht reden, weil sich bei mir die Anfragen noch in Grenzen halten. Bin schon gespannt, wie ich dann mit dem ersten verlockenden bzw. rentablen Angebot umgehen werde 😉

      Liebe Grüße
      Sabrina

      • Hallo Sabrina!

        Bei dem, was ich bisher von dir gelesen habe, mache ich mir da wirklich keine Sorgen. 🙂
        Ich glaube, du wirst authentisch bleiben und zu dir und deinem Blog stehen.

        Liebe Grüße
        Jenni

      • @Jenni und Sabrina

        Unter Kooperationen verstehe ich jetzt Werbeverträge, die auf ein bestimmtes Produkt abzielen. Also eindeutig einseitige Produktwerbung. Das finde ich in jedem Fall als Leser unangenehm.

        Das Anfragen hält sich übrigens lange in Grenzen 😉 Es hängt auch nicht von Leserzahlen ab, die man offensichtlich sieht. Die Frage ist oft eher die, ob man für Produkte werben will. Und wer will kann sich da breitgefächert sicher auf die Suche machen. Und ob man es macht ist u.a. auch die Frage der Zeit, die man investiert oder investiert hat. Also je mehr Beiträge ich schreibe desto mehr kommt doch die Frage der Entlohnung dazu. Man schreibt ja schließlich ein „Buch“ was online kostenlos konsumiert wird. Ein gut recherchiertes Buch mit vielen Tipps würdest du auch nicht als kostenlose Broschüre verschenken, oder?

        Nachhaltigkeit ist ja nicht nur vegane Ernährung, Vermeidung vom Autofahren, Einsparung von CO2, Minimalismus, Müllvermeidung, plastikfreies Leben, Recyceln, upcyceln, regional, saisonal, sozial fair… Alles hängt irgendwie zusammen und ist als Komplettpaket nicht zu schaffen. Wie man trotzdem seine Ideale verwirklicht, ist also die Frage jeder einzelnen Seite. Mal mehr mal weniger im Komplettpaket. Auf den wenigsten Seiten finde ich dieses im Gesamten abgedeckt. Wer also so eine Art „Mission“ für das Gesamtpaket für sich und andere sieht, schreibt aufgrund des erheblichen Zeitaufwands über kurz oder lang mit mehreren Leuten und postet täglich oder fast täglich. Das Abstimmen und Korrekturlesen verschlingt da viel mehr Zeit auch für konzeptionelle Ideen, die man im Team angeht. Dass man bei so viel Zeit viel Freizeit opfert ist klar und man ist für jeden Mitgestalter dankbar, der mit ebenso starker Leidenschaft mithilft. Manch eine Seite schafft das durch geringe Bezahlung für Leistung, denn da finden sich schneller engagierte Leute, die für eine fremde Seite Aufgaben zuverlässig übernehmen.

        Herzblut haben glaub ich die meisten Blogger für ihr Thema, egal für welches.
        Dass Leute die Werbungen schalten nur auf Geld aus wären, nicht wirklich eine nachhaltige Einstellung haben, oder gar nicht nachhaltig leben oder gar nicht authentische wären, halte ich für eine gewagte Vergallgemeinerung, die bei so einem Thema mal schnell gedacht ist.

        Grüße Claudia

        • Also ich schreibe, weil ich mich ohnehin mit dem Thema intensiv beschäftige, die Beiträge in meinem Kopf meist schon fertig sind und nur mehr runter geklopft werden müssen. Inkl. Fotobearbeitung brauche ich im Schnitt 1 Stunde für einen Beitrag, auch, weil ich mich vom Perfektiinalismus verabschiedet habe. Die Menschen mögen meine Beiträge trotzdem. Mein Hauptansporn zu schreiben: Menschen, die ins Thema einsteigen möchten, aber noch Hemmungen haben abzuholen und Menschen, die schon im Thema drin sind, Anregungen zu geben. Und ja, ich würde auch eine gratis Broschüre schreiben. Warum? Weil ich dem Profitgedanken nicht nachkommen möchte. Ich finde die Idee des OpenSource hervorragend und bin gerne ein Teil davon. Das mag schon naiv sein, aber ich möchte es versuchen.
          Und zur gewagten Aussage: haben wir (ich oder Jenny) das wirklich so gesagt? (Kann es am Handy jetzt schwer nachschauen, während ich dir schreibe, aber ist auch eigentlich egal)
          LG Sabrina

          LG Sabrina

      • @Sabrina
        Ich zitiere: “ …Kernthema: Authentizität.
        Wenn ich ernst genommen werden möchte, sollte ich nicht auf das Geld schielen, sondern der oder die bleiben, der oder die ich bin….“ oder“…Diese Blogs hätten eigentlich die Möglichkeit, die Menschen wirklich zu einem großen Umdenken zu bewegen, aber so wird das nix. Und dass mensch sich so verkaufen kann… Es ist einfach nicht ehrlich!..“ zwischen den Zeilen findet man noch mehr davon.

        Ehrlichkeit ist das eine, was wirklich zählt. Und hier nur weil Verlinkungen oder Banner drauf sind Unehrlichkeit zu unterstellen ist das andere.

        Wer sich die Mühe macht zu schreiben, hat eigentlich auch ein Interesse am Thema und lebt es, denn mit dem Thema nachhaltige Lebensweise kann man nicht reich werden. Das ist glaub ich der falsche Ansatz. Da würde mit dem Zeitaufwand in einer anderen Sparte ganz was anderes bei raus kommen.

        Grundsätzlich steckt, denke ich immer die Veränderung in Schritten dahinter. Eben seine Erfahrungen und Tipps weiter zutragen. Der eine macht es grundsätzlich ohne einen kleine Zuschuss, der andere mit, entweder bedingt durch die Umstände der Seite ( Anzahl der Schreiber) oder Umstände des Lebens. Von nichts kann keiner leben. Nachhaltig geht es mit sehr viel weniger, aber wie gesagt ohne Einkünfte geht heute eigentlich nichts mehr, es sei denn du hast eigenen großen Grundbesitz.

        Zum Teilaspekt Zeitaufwand: Ich kann mir nicht vorstellen dass hier keiner der eine Seite hat nicht auch im WWW surft, Bücher liest und nach Zusatzinformationen sucht. Das ist einfach wirklich in den seltensten Fällen der Fall. Man hat eine Idee oder wird durch einen Beitrag angeregt, probiert was aus …. Dieser ganze Prozess kostet Zeit. Je tiefer du in das Thema einsteigst und Nebenaspekte mitbedachtest um so aufwändiger wird es. Es ist die persönliche Frage wie tief und wie breit. Man macht es in erster Linie für sich und dann geht es online.

        Thema ungetestet oder nicht tief genug hinterfragt:
        Ich sehe aber auch wie ungetest oder nicht hinterfragt kopiert wird. Habe selbst einiges weil es logisch geklungen hat ausprobiert, in allen möglichen Facetten verändert und die Basis hat hinten und vorne mit heimischen Mitteln zu keinem Erfolg geführt. Industriell ist das eine sicher möglich gewesen. Wenn so was von namhaften Personen ins Netz gestellt wird und sich dann wie ein Lauffeuer in Variationen verteilt fragt man sich wie ehrlich solche Leute andere Dinge verbreiten. Zum Thema DIY Sonnencreme kann ich auch nur abraten, auch hier hat sich aufgrund eines Beitrags mit einem kleinen Interpretationsfehler Lichtschutzfaktoren für Samen und Öle in Masse verbreitet, die leider absolut nicht stimmen.

        Zum Thema: Kostenlose Broschüre. Klar kann man es so machen. Ist wie gesagt die Frage des Zeiteinsatzes und die Frage, die sich nach Jahren stellt. Was macht man aus dem ganzen Wissen. Warum sollte man es nicht verkaufen dürfen? Über Buch, Vorträge usw. Hobbys wie Reisen etc. werden oft später vermarktet. Es ist einfach naheliegend und hat nichts mit Unehrlichkeit oder nicht nachhaltiger Lebensweise zu tun.

        • Danke für deine Zitate und deine Interpretation.
          Nachhaltigkeit ist nun mal ein sehr breiter Begriff, der mittlerweile auch allzu oft missbraucht wird – Stichwort Greenwashing. Ich lebe so streng wie mir möglich nach den mir auferlegten Nachhaltigkeitskriterien und da haben nun mal die von mir erwähnten Kooperationen absolut keinen Platz. Meine persönliche Meinung und die wird sich auch nicht ändern. Tun kann und soll jedeR das, was er/sie für richtig hält. Ob es das immer ist, ist eine andere Frage. Wichtig ist die Eigenreflexion und das mensch immer wieder an sich und seinem Verhalten arbeitet. Denn wir wissen: besser geht’s immer, der Weg dort hin ist ein langer und oft auch mühsamer.

          LG Sabrin

      • @Sabrina
        besser geht immer und wie ich zu Beginn schrieb, ich stimme deinem Grundgedanken zu. Schön ist es nicht wenn spezielle Werbung als Einnahmequelle dahintersteht. Macht sich nie gut.
        Werbebanner oder A. verlinkungen sind minimale Einkünfte, die etwas ermöglichen, aber nicht bereichern.

        Es ist immer die Frage was die einzelne Seite bewegt und was sie mit den paar Kröten anstellt. Und da denke ich kann man durchaus differenzierter in der Einstufung „nicht authentisch / unehrlich“ oder „profitgeil“ sein. Viele Seiten bewirken ein Umdenken und darauf kommt es an. Zusammen mit ehrlichem Engagement mehr Menschen zu einem zufriedenen, nachhaltigen und reflektierten Leben zu animieren ist das Ziel, oder?

        Dass du deine grundsätzliche Einstellung / Meinung ändern musst, hab ich auch nicht geschrieben.

        Es ist meist ein Prozess. Ein Richtig / Fehlerfrei gibt es eh nie, dazu gibt es zu viele Facetten. Und das nicht nur auf Nachhaltigkeit bezogen. Ein nur Schwarz oder nur Weiß- Blick ist perfektionistisch und akzeptiert nichts dazwischen. Das Leben lehrt uns aber es gibt ein Grau und ganz selten ein reines Weiß. Das eine ist die Theorie, das andere die Praxis. Man kann das Weiß anstreben und sich jeden Tag ein Stück in diese Richtung bewegen. Rückblickend sieht man dass viel geschafft wurde, warum also nicht tolerieren dass ein anderer, der auf dem Weg ist noch nicht rein Weiß ist, aber schon hellgrau? Akzeptieren muss es keiner, aber tolerieren kann man.

        Grüße Claudia

  6. Hey 🙂
    Ich wollte eigentlich auch Anfang des Jahres mit meinem neuen Blog anfangen, in dem die Nachhaltigkeit ein großes, aber nicht das einzige Thema werden soll. Der Start verschiebt sich leider noch etwas nach hinten, aber mein Ziel ist es, wie du authentisch zu bleiben, weil es sonst zur reinen „Selbstdarstellung“ wird, und das möchte ich nicht.
    Dein Blog gefällt mir übrigens sehr gut!:)
    Liebe Grüße!

    • Hallo!

      Dein neuer Blog wird kommen, wenn die Zeit dafür reif ist. Freu mich schon darauf!
      Eine gewisse Selbstdarstellung ist, meiner Meinung nach, beim Bloggen immer gegeben, da man sehr viel von sich preis gibt. Es ist eher die Frage, wie man es tut. Ich selbst trete kaum als Person auf (Fotos, Videos etc.), sondern stelle andere bzw. das Thema in den Vordergrund, aber ein bissl was ist immer von mir dabei 😉
      Danke für dein Feedback!

      Liebe Grüße
      Sabrina

  7. Liebe Sabrina!
    Nachhaltiges Handeln ist in kleinen regionalen Systemen möglich aber in unserem jetzigen Wirtschaftssystem, das auf Globalisierung ausgerichtet ist, da ist nachhaltiges Wirtschaften einfach nicht kompatibel. Sorry.
    Der Begriff der Nachhaltigkeit wird schon längst von den Wirtschaftern und Politikern als Worthure für deren Zwecke vereinnahmt. Eine schönere Definition hat Marianne Grönemeier gebracht: Nach dem Guten im Menschen trachten. Ich möchte es erweitern: Nach dem Guten im Menschen und in der Natur trachten.
    Politik und Wirtschaft müssten getrennt werden, dann besteht Chance auf eine Veränderung des ganzen Systems. Nicht mehr Wirtschaftsleute in die Politik, sondern keine Wirtschaftsleute in die Politik, das muss die Devise sein, zumindest für Landes und Bundespolitik (nicht so auf regionaler Ebene).
    Die Globalisierung (önonomisch motiviert) ist eine Sackgasse. Sie bringt noch mehr Teilung der Bevölkerung in Arm und Reich, sie bringt zerstörte, ausgebeutete Ressourcen, von Randthemen wie Neophyten und Neozoen und dem, was sie in den nächsten Jahrzehnten anrichten werden gar nicht zu reden oder von der Klimaerwärmung usw.
    Die Antwort kann nur sein eine radikale Überbetonung und gesetzliche Aufwertung der Regionalisierungsbestrebungen. Es müssen sogar neue Ideen für Zölle und Grenzen für Wirtschaftsagenden angedacht werden können. Nahrungsmitteltransporte über lange Strecken müssen einfach zum NOGO werden. Es gibt viel zu diskutieren aber das ist die Richtung.
    Viel Spaß damit. Nichts ist so ausweglos, als das man den Mut verlieren müßte.

    • Lieber Fezi!

      Dem kann ich fast nichts mehr hinzu fügen, alles ist gesagt. Und ich werde weiter machen – noch ist ausreichend Idealismus vorhanden. Und ich merke, dass ich in meinem näheren Umfeld bereits Menschen dazu gebracht habe, über diverse Dinge nachzudenken oder sogar ihr Verhalten etwas zu ändern, weil sie sehen, dass es so nicht weiter gehen kann. Verabschiedet habe ich mich davon zu glauben, im Großen etwas ändern zu können. Aber ich bin davon überzeugt, dass von uns „Kleinen“ viel bewegt werden kann, wenn wir irgendwann ausreichend viele sind. Natürlich muss die Politik da mitziehen oder eben dazu gebracht werden. Dein Argument dafür, warum es auf regionaler Ebene keine Trennung von Politik und Wirtschaft braucht, würde mich aber noch interessieren. Ich würde meinen, wenn dies auf Landes- und Bundesebene der Fall sein soll, dann auch in der kleinsten Einheit.

      Ich befürchte, dass ich den von dir angesprochenen Systemwandel vermutlich nicht mehr erleben werde. Aber wir können jetzt daran arbeiten, zumindest den Weg dafür zu ebnen.

      Liebe Grüße
      Sabrina

  8. Hallo Sabrina,
    grundsätzlich gebe ich dir recht und sehe ich auch so. Es gibt erhebliche Unterschiede für Seitenwerbung:

    1.) Nachhaltigkeitsblogs ohne Werbung:
    Toll ist dass viele Nachhaltigkeitsblogs ohne jegliche Werbung schreiben und wie man sieht es geht auch. Nur schau dir bitte dazu auch die Häufigkeit und die Tiefe der Beiträge an. Maria ist hier wirklich eine große Ausnahme was die Tiefe und die Breite der Themen angeht. Auch was ihre Häufigkeit angeht. Da steckt viel Zeit. Liebe und Engagement dahinter, dass nie in irgendeinerweise mit Einkommen honoriert wird. Reiner Idealismus 🙂

    2.) Blogs die sich total bezahlen lassen
    Solche Nachhaltigkeitsblogs verabscheue ich total. meist sind die Inhalte auch nicht wirklich nachhaltig, sondern eher naiv. Man merkt schon beim ersten Klick hier wird vom Hersteller des Produktes, das vorgestellt wird, gezahlt. 🙁 Der eigentliche Mehrwert ist NULL!

    3.) Blogs die viel Recherchieren, keine Werbungsbanner haben und gelegentlich eine Firma / Produkt vorstellen
    Solche Blogs haben durchaus die Freiheit und die Berechtigung im Rahmen ihrer Recherchen Firmen vorzustellen. Es ist immer schwierig hier nicht in die Schublade 2 zufallen.
    Ich denke es kommt dort immer drauf an wie das Beworbene im Kontext steht und ob wirklich Einnahmen fließen.

    4.) Blogs die über nachhaltige Themen schreiben und Werbebanner haben
    Hier ist klar dass man das Geld für diese Banner mitnimmt. Man hat auch keinen großen Einfluss was dort beworben wird. Kann manchmal echt nach hinten los gehen 😉

    5.) Blogs die über nachhaltige Themen recherchieren und testen und bewusst auf Einkaufsportale verlinken
    Hier sind auch oft die angesprochenen Werbebanner mit drin.
    Klar wird das Geld mitgenommen, keine Frage. Allerdings nicht für die reine Produktwerbung wie in Schublade 2. Das eigentliche Verlinken zu Produkten selbst bringt nichts ein, es sei denn man hat wie auf so Einkaufsportalen wie A. einen Account. Und dann kommt der natürlich öfter in den Verlinkungen vor. Entweder ist es der eigne Shop, was ich nicht toll fände
    oder es sind unterschiedliche Anbieter, die eben das Produkt zeigen, das für den Beitrag eine Rolle spielt. Wirklich viel kommt dabei aber auch nicht rum. 1-3% hab ich mal wo gelesen, aber nur auf den tatsächlichen Einkaufswert. Und nicht jeder der den Link anklickt kauft ja wirklich.

    Gerade die nachhaltige Leserschaft ist sich bei Shops wie A. doch klar darüber. Meist sucht man sich lieber den Laden nebenan oder bestellt dann das Produkt auf einer anderen Seite, die aus idiologischer Sicht konform geht. Nur manchmal findest du diese Produkte eben nicht auf solchen ideologischen Einkaufsportalen. Bei A, kauft also nur der der eh schon einen Account dort hat, oder wer es nirgends wo anderes gefunden hat und unbedingt braucht. Wie viel Werbung macht das also für den Laden A?

    Grüße Claudia

  9. Ergänzung: Ein Blogger oder Internetseiteninhaber hat also immer die Qual der Wahl: keine Kohle oder etwas Kohle. Aber er muss sich auch über den, den er bewirbt Gedanken machen.

    Andererseits sollte man auch bedenken, nicht jeder muss für nichts arbeiten. Das betrifft die Leute die bei A. arbeiten und auch die die bloggen.

    Ich schreibe für zwei Nachhaltigkeitsseiten. Eine der beiden Seiten veröffentlicht momentan viele Interviews mit nachhaltigen Produktherstellern. Uns ist bewusst, dass dies sehr grenzwertig ist. Andererseits fließt auch kein Geld. Es ist weiterhin wie schon die Jahre vorher reiner Idealismus. Als Leser kann ich dies meiner Meinung nach erkennen und respektiere den Mehrwert der durch diesen Recherchenaufwand mir persönlich von Nutzen ist. Ich als Leser freu mich einfach, dass ich diese Informationen umsonst angeboten bekomme. Meist erkenne ich auch kritische oder überzeugte Worte, die entweder im Interview oder in einem weiteren firmenunabhängigen Beitrag dazu Stellung nehmen.

    Außerdem bezahl ich für den konsumierten Text im Internet keinen Cent. Für ein gutes Buch würde ich es tun. Würde ich als Konsument von Internettexten jedesmal wenn ich die Seite aufrufe und einen guten Beitrag lese 2 Euro überweisen, würden viele wirklich gute Seiten auch keine Werbung mehr setzen. Im Grunde genommen verhalte ich mich selbst durch dieses kostenlose Internetkonsumieren schon als unsozial 😉 So nach dem Motto: UMSONST GERNE , ABER NICHT WENN ICH DAFÜR BEZAHLEN MUSS!

  10. Ergänzung 2
    ==> Ist die Seite also wirklich gut, darf sie Möglichkeiten für Einkünfte nutzen, solange ich nicht permanent auf ein EINZELNES Produkt zum Kauf verwiesen werde. (Ob man Amazon als Produkt jetzt dazu zählt, kann sicher jeder selbst entscheiden. )

    Auch sehe ich die Größe einer Internetseite als Maßstab für Werbeeinkünfte. Schließlich haben täglich gut recherchierte Beiträge ähnlich wie eine Zeitung auch Unkosten für all ihre Schreiber. Würden sie ihren Autoren nichts zahlen, wären die Inhalte und die Seite sicherlich nicht so informativ und der Herausgeber UNSOZIAL 😉

    Verwerflich finde ich jetzt große Firmen und Herausgeber zu nachhaltigen Themen, die nicht ordentlich recherchieren wie z. B.: U….A Sie haben einiges an Schreibern zu bezahlen, die oft nicht in die Tiefe recherchieren und gutgläubig Produkte als nachhaltig hinstellen. Nicht einmal ein kritisches Wort ist dort zu lesen. Am Beispiel von Bioplastik is mir das extrem aufgestoßen. Bioplastik wird auch heute noch beworben obwohl der UBA seit Jahren kritisch in der Einstufung jeglichen Bioplastiks ist und von bewussten Bewerbungen abrät. Und das gilt ebenso für die nach Norm zertifizierten Bioplastikarten, die kompostierbar sind.

  11. da mich der beitrag in kombination mit gewissen kommentaren innerlich ziemlich aufwühlt, versuche ich meine gedanken kurz und bündig zu „papier“ zu bringen:

    die im beitrag erwähnten links und/oder kooperationen, sind für einen blog der themen wie nachhaltigkeit behandelt meiner meinung nach „nie und nimmer“ miteinander vereinbar –> wasser predigen und wein trinken.

    will man solch „partnerschaften“ eingehen (um an kohle zu kommen, einen anderen wirklich nachvollziehbaren grund gibt es nicht – alle gegenargumente sind nur scheinheilige ausreden),
    dann darf man sich nicht damit rühmen, dass der blog „nachhaltig“ ist, damit „vergiftet“ man nur
    die thematik der nachhaltigkeit und bringt andere „ehrliche“ blogger in verruf.

    ja, jeder muss seinen lebensunterhalt irgendwie bestreiten – keine frage.
    aber, dann sollte man einen blog der z.b. links zu onlineriesen enthält, nicht mit der thematik „nachhaltigkeit“ in verbindung bringen.
    das argument, dass man eh nur sehr wenig „mitkassiert“, finde ich so lächerlich, dass ich gar nicht
    weiter drüber nachdenken möchte –> bitte, das ist doch eindeutig nur eine ausrede.
    (unter umständen ist der vergleich ein bißchen übertrieben: „ich verticke heroin an minderjährige,
    aber ich verdiene eh nur ganz wenig damit“)

    ich glaube, dass habsucht und hochmut manche menschen so blenden, dass sie selbst schon so
    davon überzeugt sind, dass es „richtig“ oder „entschuldbar“ ist, wie sie vorgehen – denkt einmal
    ganz ehrllich darüber nach …

    ich hoffe, dass ich durch meine zeilen keinen gekränkt habe, falls doch kann man auch nichts machen 😉 …
    klingt blöd ist aber so

    • Hallo Jo,

      danke für deine Meinung.
      Die Metapher mit dem Heroin versteh ich nicht ganz, aber ich vermute mal, dass das Heroin für die Onlineriesen steht.
      Und ich denke, dass du niemanden mit deinem Kommentar gekränkt hast. Wir sind ja schon alle groß.

      Liebe Grüße,
      Sabrina

  12. Liebe Sabrina,

    vieles wurde bereits gesagt, weil ich mich aber auch persönlich angesprochen fühle, hier noch mein Input:

    Ich kann deine Aufregung voll und ganz verstehen und komme dennoch nicht ohne das leidige ABER aus. Aus eigener Erfahung weiß ich, wie mühsam es sein kann, nachhaltige Kooperationspartner zu finden. Am Anfang steht häufig sehr viel Idealismus – und das ist ganz gut und toll und wichtig. Wenn es dabei bleiben kann, umso besser, weil unverfälschter und authentischer. Wenn es jedoch irgendwann um den Lebensunterhalt und somit um nicht weniger als die Sicherung des Familieneinkommens geht, kommt man früher oder später an den Punkt, gewisse Kompromisse einzugehen. Und so kann es passieren, dass man mit einer Autofirma kooperiert, um deren Elektroautos zu bewerben, auch wenn sie danaben massenweise ölfressende normale Autos auf den Markt schmeissen. – Konkret dieses Dilemma kennen wir auch, und unser Argument ist hier: Je stärker E-Autos beworben werden, desto höher liegen die Chancen, dass KonsumentInnen darauf zurückgreifen und sich gegen einen Benziner (oder Diesel) und für ein E-Auto entscheiden. Amazon zu bewerben kann ich grundsätzlich nicht vertreten, weniger wegen des Verschwindens der vielen kleinen Buchläden – das ist auch schlimm, aber in meinen Augen nicht so schlimm wie die teilweise katastrophalen Arbeitsbedingungen dort.

    Oder – anderes Beispiel: Als Grafikerin gebe ich mehrmals monatlich Aufträge an die Online-Druckerei Flyeralarm. Nicht, weil ich das so möchte, sondern weil der Kunde zB ein großartiger Kulturverein ist, allerdings mit niedrigstem Budget, weshalb er von mir auch einen super-sonder-Stundensatz erhält; aber ich kann nicht nochmal um die Hälfte runtergehen, nur damit der Flyer öko ist; das kann ich mir umgekehrt einfach nicht leisten. Wenn geht, versuche ich meinen KundInnen immer Öko-Druckereien einzureden. Geht aber leider in den seltensten Fällen. Ich übernehme die Aufträge trotzdem. Verwerflich? Vielleicht. Aber ich kann meine Miete bezahlen, für meine Tochter 2x im Jahr Waldviertler-Schuhe kaufen und beim Einkaufen zu den meistens doch teureren bio- und FAIRTRADE-Produkten greifen.

    Und trotzdem ist es soooo wichtig, dass es Bloggerinnen wie dich gibt, die aufmerksam und kritisch bleiben und ihre Beiträge nicht verwässern. Damit bist du ein großartiges Vorbild, auch für mich. Und ein Ansporn, bei der Sponsorensuche selber aufmerksam und kritsch zu bleiben, auch wenn manchmal Kompromisse notwendig sind.

    Liebe Grüße! Madelaine

    • Liebe Madelaine,

      vielen lieben Dank für deinen Input!
      Mir ist bewusst, dass ich ein äußerst idealistischer Mensch bin und noch lasse ich ihn mir nicht nehmen. Ich habe deshalb auch schon zwei Mal den Job gewechselt, weil das Tun der Firma nicht nach meinen Vorstellungen war. Ich kann es nämlich überhaupt nicht ab, wenn Wasser gepredigt, jedoch Wein getrunken wird. Und mir ist bewusst, dass ich darüber sehr froh sein muss, diese Freiheit zu haben. Nicht jedeR hat das. Dass es nicht leicht ist, nachhaltige KooperationspartnerInnen zu finden, ist mir bewusst. Wäre es das, hätte ich vermutlich auch schon welche 😉 Ihr habt bisher mit eurem Fairnessrun Großartiges geleistet, verneige mich vor euch und freu mich schon sehr auf Juni, wo ich wieder gern die Banane mache 😉 Mir ist total klar, dass so eine Veranstaltung Sponsoren braucht und man hier auch bei welchen zugreift, die nicht zu 100% der eigenen Einstellung entsprechen. Das möchte ich aber nicht 1:1 auf BloggerInnen übertragen, die oft nicht ihr gesamtes Einkommen über Kooperationen und Sponsoren generieren müssen, da es vor allem in Österreich nur sehr wenige gibt, bei denen das der Fall ist.

      Dein Argument mit den Elektroautos kann ich nachvollziehen. Bei der von mir angesprochenen Kooperation war jedoch die Anfrage – ich hab sie auch erhalten – sowas von schwindlig in meinen Augen und die Kampagne sowas von schlecht, dass ich mich nie hätte dazu überwinden können, einen Beitrag darüber zu schreiben.

      Zu deinem zweiten Beispiel mit den Öko-Druckereien und dem Kulturverein: hier sehe ich überhaupt nichts Verwerfliches daran, dass du die Sachen bei einer günstigen und konventionellen Druckerei drucken lässt. Ich kenne das gleiche Problem von vielen NGOs, die gern bei nachhaltigen Druckereien ihre Sachen drucken lassen würden, es ihnen finanziell aber einfach nicht möglich ist. Und du bist die Auftragnehmerin und musst dem Kundenwunsch bzw. Kundenbudget nachkommen. Schwer würde ich mir damit tun, sollte der Kunde ein wohlhabendes, nachhaltig agierendes Unternehmen sein, das es sich leicht leisten könnte aber nicht will oder noch viel mehr, wenn deine Firma sich auf die Fahnen heften würde, nur nachhaltige Produkte und Dienstleistungen (sofern das überhaupt geht) anzubieten und es dann nicht tut. Da wären wir wieder bei Wasser & Wein.

      Und ich fühle mich geehrte, dass du mich bzw. meinen Blog als Vorbild siehst – vielen Dank!!!! 😀

      Liebe Grüße
      Sabrina

  13. PS: Um auf deine Frage noch zu antworten: Von einem nachhaltigen Blog erwarte ich mir im besten Fall, dass er sich ähnlich ehrlich und kompromisslos um Nachhaltigkeit bemüht, wie deiner. Im Sinne meines obigen Kommentars habe ich aber Verständnis dafür, wenn er es nicht so vorbildlich umsetzt (umsetzen kann), wie du es imstande bist. Allerdings werde ich den dann auch nicht mehr so neugierig lesen wie deinen …

  14. Liebe Sabrina,

    nun schaffe ich es endlich mal zu kommentieren. Am Sonntag haben wir unsere dritte Hündin aus Ungarn aufgenommen und sie hält mich ganz schön auf Trap. 🙂 Ich habe lange überlegt, was ich wohl zu diesem Thema schreiben könnte, denn im Grunde gebe ich dir absolut Recht, aber ebenso denke ich, dass mein Konsumwandel ja noch nicht soooo lange hinter mir liegt und es vielleicht anmaßend wäre, den Mund nun zu voll zu nehmen. Ich bekomme viele Kooperationsanfragen und aus vollem Herzen, lehne ich nun 95 % von diesen ab, da sie nicht ansatzweise zu meiner jetzigen Einstellung passen. Als ich als reiner Fashion Blog anfing, habe ich so gut wie jede Anfrage angenommen. Ich hatte keine Ahnung was rechtlich überhaupt erlaubt ist und ich dachte mir: ach was für ein netter Nebenverdienst. Schnell hing mir dann dieses Klamotten kaufen „nur“ für dem Blog, zum Halse raus ( man soll ja immer ein neues Outfit präsentieren) und ich fing an, mich auf Blogs die das Thema Nachhaltigkeit aufgreifen, rumzutreiben. Ebenso schaute ich Dokus über die Textilindustrie, Umweltverschmutzung usw Das hat bei mir gewirkt und der Wandel kam. Ehrlichkeit ist mir sehr wichtig und deshalb nehme ich alte Beiträge auch nicht von meinem Blog. Die Leser dürfen ruhig sehen, dass ich mich verändert habe, dass ich nicht immer so war, aber das ich es geschafft habe.
    Von meinem jetzigen Standpunkt aus betrachtet, würde ich auf eine Reise nach Dubai verzichten, auch eine Kooperation mit Amazon geht für mich garnicht. Was die Elektroautos betriftt, bin ich etwas gespalten, denn das ein Konzern diese baut und Blogger darauf aufmerksam machen, dass es diese Autos auch gibt, finde ich garnicht so schlecht, aber ein bitterer Beigeschmack bleibt. Naja, was soll ich sagen, wir haben unser Auto für den täglichen Bedarf abgeschafft und sind nun mit den Öffentlichen und dem Rad unterwegs. 🙂 Lediglich unser Wohnmobil haben wir behalten, da wir damit Urlaub machen und Flugreisen nicht unterstützen wollen und weil wir öfters mal Tierheime im Ausland anfahren um dort zu helfen. Letztens sagte mir jemand, dass wir unser Womo auch abschaffen sollten, aber ehrlich gesagt empfand ich das als Schwachsinn. Wenn wir (fünf Personen und drei Hunde), jede Strecke ins Ausland mit der Bahn fahren, sind wir pleite. Abgesehen davon, arbeitet mein Liebster in der Umweltplanung und er muss oft geplante Strecken der Deutschen Bahn überprüfen, die nämlich unheimlich gern Naturschutzgebiete platt machen, um das Bahnnetz zu erweitern. Momentan ist wieder so eine Strecke geplant und mein Menne geht gerade dagegen vor, da sich in diesem Gebiet geschützte Tierarten aufhalten. Also, Bahnfahren ist leider auch nicht soooo nachhaltig.
    Jetzt muss ich noch einmal auf die oben genannten Kooperationen zurück kommen…Ich glaube diese Blogger haben es nicht nötig, solche Kooperationen einzugehen und im Grunde veräppeln sie sich damit selbst.

    viele liebe Grüße
    Rebecca

    • Liebe Rebecca,
      vielen Dank für deinen Input! Freu mich sehr darüber. Ich würde es genau so machen wie du – die alten Posts stehen lassen, denn wie du sagst, die Menschen sollen sehen, dass mensch sich verändert hat. Und damit zeigst du ihnen auch, dass es möglich ist.

      Deinen Input zum Bahnfahren find ich sehr spannend, das muss ich mir, wenn Zeit dafür ist, auch genauer anschauen.

      Und dass es Kompromisse (wie bei euch das Wohnmobil braucht) liegt, denke ich, auf der Hand. Wir sind alle nicht perfekt, tun aber unser Bestes, um die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen.

      Alles Liebe,
      Sabrina

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