ich mach es anders

Kruste & Krume zeigt uns: Das BäckerInnensterben muss aufhören

Facts zum BäckerInnensterben: 1965: 5.120 Betriebe , 1975: 3.618 Betriebe und 2013: 1.583 Bäckereibetriebe in Österreich, in Deutschland stirbt jeden Tag eine Bäckerei. Das sind die Tatsachen. Grund dafür sind die Billigstangebote von Backwaren einer Backbox, eines s-Budgets oder eines Backwerks sowie die Verfügbarkeit von Brot, Gebäck und Mehlspeisen in jedem Supermarkt seit mittlerweile 20 Jahren. Der Weg zur Bäckerei lohnt sich für viele nicht mehr. Das Bäckerevent Kruste & Krume in der Alten Post, 1010 Wien, am 23. Jänner hat jedoch gezeigt, dass sehr vielen Menschen der Weg zur Bäckerei doch wert ist.

Meine Eindrücke und warum das BäckerInnensterben aufhören muss

Schon beim Betreten des Innenhofes schwirrten Bäcker (ja, es waren alles Männer) mit ihren typischen Mützen umher, Tabletts voller frisch gebackenem oder zu backendem Brot in den Händen und der Duft frisch gebackenen Brotes und Gebäcks stieg mir bereits in meine Nase. Noch bevor ich die Vorhalle betreten hatte, zog ein Spanochse vom Schwarzbergerhof alle Blicke auf sich. (Das Foto erspare ich allen Vegetarier- und VeganerInnen, wenn jedoch trotzdem jemand das Foto sehen möchte, einfach eine Nachricht schicken, dann lass ich es zukommen)

Nachdem ich meine Jacke in der Garderobe aufgehängt hatte, war mir beim Betreten der Haupthalle schnell klar: da ist heute bereits eine halbe Stunde nach Eröffnung eine ganze Menge los. Einmal tief durchatmen – und dann ging es los. Ich schlängelte mich durch die Massen, ging mit dem Strom, anders war es nicht möglich, um die ganzen tollen Bäckereien zu besuchen. 27 hätte ich zu besuchen gehabt, wirklich geschafft habe ich fünf – heißt: dort habe ich etwas gekauft und/oder mich kurz unterhalten und/oder ein Foto gemacht.

Neben den tollen AusstellerInnen gab es eine Backstube, eine Bühne mit tollem Programm sowie Workshops für Kinder und Erwachsene. Bellaflora war mit frischen Kräutern dort, die Ölmühle Fandler mit ihren wundervollen Ölen und Mehlen, die es ab März zu erwerben geben wird, kaes.at verkaufte seinen hervorragenden Käse, Mauracher, Schrott, Waldherr, Grimm, Felzl, Ströck, Felber, Wienerroither, Gragger, Itzlinger und noch viele mehr waren mit ihren Köstlichkeiten vor Ort. Überall gab es etwas zu probieren und obwohl wirklich viel los war, war die Stimmung hervorragend.

Ein Run auf Kruste & Krume

Beim Verlassen der Alten Post rund um 11:30 wurden die BesucherInnen bereits kontrolliert eingelassen – gingen 20 raus, kamen 10 rein und das war gut so. Die Schlange war lang, es fing gerade an stark zu schneien. Etwas suboptimal also für die Wartenden. Einige von ihnen warfen im Nachhinein den VeranstalterInnen eine schlechte Organisation vor. Dem kann ich jedoch absolut nicht zustimmen. Die Location ist eine tolle und seit längerem schon fixiert. Dass der Ansturm so extrem groß ist, kann auch unerwartet kommen, vor allem, wenn es die Veranstaltung zum ersten Mal gibt.

Besser machen kann mensch es immer und ich wette, dass das Markterei-Team wieder viel für das nächste Mal gelernt hat. Wir dürfen nicht vergessen, dass diese Initiative von einigen wenigen Privatpersonen ins Leben gerufen wurde und von Anfang an erfolgreich war. Noch kein/e MeisterIn ist vorm Himmel gefallen und jedeR, der/die schon einmal eine Veranstaltung mit mehreren hundert BesucherInnen organisiert hat, weiß, die viel Arbeit und Herzblut dahinter steckt. Ich wette, dass es nicht die letzte Kruste & Krume-Veranstaltung gewesen sein wird und somit wird es weitere Möglichkeiten geben, das Event zu besuchen. Ich würde mich mehr über manch unverschämte Person aufregen, die einfach hinein spaziert ist und die Situation für sich ausnutzte. Schei_en darf sich mensch nichts, denn nur so kommt mensch weiter – immer wieder denke ich darüber nach, ob ich es nicht auch so machen soll, kann mich jedoch nicht dazu durch ringen. Aber egal, zurück zum Wesentlichen.

Ein Zeichen gegen das BäckerInnensterben

Der Ansturm auf das Event hat gezeigt, dass das BäckerInnenhandwerk die Menschen interessiert, fasziniert und eine Nachfrage da ist. Nun liegt es an uns KonsumentInnen, das BäckerInnensterben aufzuhalten, indem wir aufhören, diese Billigbackwaren zu kaufen, nur weil sie billig sind. Denn schmecken tut das Zeug nicht. Frisch gebackenes Brot dagegen von der Bäckerei könnte ich kiloweise essen 😀 Brot ist  ein Hauptnahrungsmittel in unserem Haushalt. Umso wichtiger ist es uns, gutes und gesundes Brot zu haben, das satt macht. Und das gibt´s nun mal vom/von der BäckerIn. Das BäckerInnenhandwerk ist eben HANDWERK und das schmeckt mensch!

It´s easy being green – Just do it!

PS: Über dein Like auf der Facebook-Seite „ich mach es anders“ freu ich mich!

Quellen:
Wirtschaftsblatt, Welt

& KommentareHinterlasse einen Kommentar

  • Sehr schöner Überblick über die Veranstaltung. Ich war dort und fand es toll! Dass die meisten Bäcker Männer sind, liegt glaube ich am nachtarbeitsgesetzt, Frauen durften bis 2002 ja gar nicht zu den Zeiten arbeiten, an denen ein Bäcker arbeiten muss, hoffentlich ändert sich der Trend jetzt und die Frauen bekommen auch Gusto drauf Bäckerinnen zu werden! Obwohl es natürlich immer noch schwierig ist, weil das Nachtarbeitsverbot gilt, weiterhin für schwangere und stillende Mütter.

    Bei der Organisation weiß ich gar nicht, warum sich manche Leute so aufregen. Die Location war nett und ja, klar es war voll, aber das hat für mich zur Stimmung beigetragen. Die 30 Minuten warten waren mir egal. Ich hab in der Zwischenzeit einen Ochsen im Brot gegessen. Schlecht organisiert fand ich es nicht.Es waren so viele Bäcker, die Bühenshows waren interessant, die Auswahl an Brot super. Kann ja auch keiner ahnen, das sich fürs Brot grad gar so viele Leute interessieren.

    Organisiert wurde es ja von Slow Food Wien. Bei denen hab ich letztes Jahr schon mal bei einem Workshop mitgemacht und bin seither Mitglied. Ich hab früher gedacht, die sind ein großer Verein mit ordentlich Geld, hab aber inzwischen herausgefunden, das sind grad mal drei oder vier Leute, die für alles Sponsoren auftreiben müssen und privat haften, wenn es Verluste gibt. Wenn ich da an mein eigenes Einkommen denke, würd ich mir auch keine Messehalle mieten. Mit der Markterei gab es letztes Jahr ja schon eine Kooperation, da waren Slow Food Standler dabei, deshalb wahrscheinlich der Standort. Ich hab mir auf jeden fall ein Schüttelbrot gekauft und ein französisches Baguette vom Felzl, zu dem geh ich jetzt sicher öfter! Der Zupfreindling von den Kärntnern (leider den Namen vergessen) war auch ur lecker, den hätte ich gerne öfters :).

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