ich mach es anders

Zahnpasta ganz einfach selbst gemacht

Jene von euch, die meinen Blog schon länger verfolgen, können sich vielleicht daran erinnern, dass ich zahnpastatechnisch noch keine wirklich gute Alternative zu Pasta aus der Tube gefunden habe. Wir putzen seit ca. einem Jahr zwar nur mehr mit naturkosmetischen Zahnpasten, aber für mich war das noch immer nicht zufriedenstellend. Vor einigen Monaten stolperte ich im WWW über eine Überschrift, die besagte, dass Kokosnussöl auch für die Zähne gut sei. Da gerade eine stressige Zeit war, las ich den Artikel nicht. Und da wir gerade erst begonnen hatten, Kokosnussöl als Bodylotion und Gesichtscreme zu verwenden, wollte ich mal abwarten, ob wir damit zufrieden sind. Und ja, das waren wir! Also begab ich mich nun in die zweite Runde: Kokosnussöl als Zahnpasta.

Zuerst musste Mr. G**gle herhalten. Ich fand zahlreiche Rezepte zu selbst gemachten Zahnpasten. Etwa reines Kokosnussöl, Schlämmkreide sowie „kleinere“ und „größere“ Rezepturen und versuchte die für mich richtige Variante ausfindig zu machen. Schlussendlich habe ich zwei Rezepte probiert. Das erste fand ich eigentlich sehr schnell in einem Kommentar zum Beitrag über Zähneputzen mit Kokosöl einer anderen Bloggerin.

Die Zutaten für die Kokosöl Zahnpasta

  • Kokosnussöl (antibakteriell)
  • Birkenzucker (gegen Karies)
  • Natron (Abreibung, gegen Verfärbungen) und OHNE Phosphate im Unterschied zu Backpulver, was für die Zähne wesentlich gesunder ist
  • Pfefferminzöl (entzündungshemmend)

Die Zutaten stehen im Verhältnis 1:1:0,5 plus, je nach Menge, 2 bis 3 Tropfen Pfefferminzöl

Zutaten_Kokosöl

Zutaten für Kokosöl-Zahnpasta

Das Natron in der Kokosölpaste poliert und bleicht sie leicht, weshalb die Dosis an Natron etwas mit Vorsicht zu genießen ist! Ansonsten habe ich heraus gefunden, dass Natron unbedenklich ist, gebe aber keinerlei Garantie darauf.

Ich verschwand also in meiner Hexenküche und begann zu rühren.

Ich hab nach dem Gefühl abgemischt. Zuerst begann ich mit einem Teelöfferl Öl und Birkenzucker, dann stellte ich fest, dass das zu wenig Masse war. Zu viel wollte ich auch wieder nicht machen, weil ich keine Ahnung hatte, wie lang die Paste haltbar ist. Das weiß ich übrigens noch immer nicht, aber mindestens 3 Wochen 😉

Schlussendlich habe ich ca. 4 TL Öl und Zucker und die entsprechende Menge Natron verwendet. Das Öl habe ich in einem Wasserbad erhitzt, damit es flüssig wird, um die Weiterverarbeitung zu ermöglichen. Zucker, Natron und Pfefferminzöl kamen dazu und mit dem Milchschäumer wurde alles verquirelt. Anschließend hab ich das Glas in ein kaltes Wasserbad gesetzt, damit das Öl wieder fest wird und immer wieder umgerührt, damit alles gut vermischt bleibt. Kokosnussöl wird nämlich unter 25 Grad fest und wir liegen mit der Raumtemperatur wesentlich darunter. Darüber wird es sofort flüssig, heißt auch, dass ich einen Löffel davon in festem Zustand in den Mund nehme und kurz warte, bis es flüssig wird, um damit meine Zähne zu putzen.

Zutaten für Tonerde Zahnpasta

Das Grundrezept für Variante 2 habe ich aus dem Buch von Gabriele Nedoma „Grüne Kosmetik“, jedoch leicht abgeändert.

  • 70 ml Wasser
  • 1 TL Ingwer
  • 1/4 TL Natursalz
  • Grüne Tonerde
  • 1-2 Tropfen bzw. je nach Menge Pfefferminzöl
Zutaten_Tonerde

Zutaten für Tonerde-Zahnpasta

Wasser, Ingwer und Salz hab ich mit dem Pürierstab gemixt und anschließend durch ein Sieb abgeseiht. Um alles gut mixen zu können, habe ich die doppelte Menge an „Masse“ genommen. Danach kam das Pfefferminzöl dazu und abschließend hab ich so viel Tonerde rein gerührt, bis die Konsistenz pastenartig war. Verquirelt hab ich alles mit dem Milchschäumer. Die Tonerde habe ich davor mit einem Mörser noch zerkleinert, damit das Pulver auch wirklich fein ist. Es gibt im Handel bereits sehr feine Ton- oder Heilerde zu kaufen. Meine ist etwas grobkörniger, deshalb hab ich den Mörser zu Hilfe genommen. Nedoma gibt statt dem Pfefferminzöl frisch Minze dazu, die den Mixprozess mitmacht und abgeseiht wird.

Abgerührt sind beide Zahnpasten mit etwas Übung in wenigen Minuten. Es ist also nicht wahnsinnig aufwändig, was mir persönlich sehr wichtig ist. Zusätzlich zu den Zutaten brauchst du noch einen Mixer oder Pürierstab, ein Sieb, einen Teelöffel, einen Esslöffel, einen Messbecher und einen Milchschäumer. Abgefüllt habe ich die Zahnpasten in Einmachgläser.

Zahnpasta

selbst gemachte Zahnpasta

 

Anschließend ging´s ans Testen. Beide Zahnpasten haben meinen Freund und mich sehr positiv überrascht. Sie schäumen natürlich nicht, aber wenn mensch sich langsam ran tastet ist das kein Problem. Außerdem hilft die Info, dass der Inhaltsstoff, der das Schäumen verursacht, in Reinigungsmitteln drin ist. Das brauch ich auf keinen Fall. Ein bissl Psychohygiene und guter Vorsatz reichen also, sich auf nicht schäumende Zahnpasta umzustellen.

Anwendung und Testbericht Tonerde Zahnpasta

Einen Teelöffel davon rein in den Mund und mit der angefeuchteten Zahnbürste wie gewohnt putzen. Die Tonerde poliert super gut die Zähne. Durch die wirklich tolle Politur habe ich im Netz nach Nachteilen von Tonerde in Zahnpasten gesucht, jedoch keinen Hinweis dazu gefunden. Wir beobachten nun selbst, ob wir irgend etwas bemerken.* Der leichte Pfefferminzgeschmack ist toll und auch unsere Katzen – sie sind die besten Tester, ob irgend etwas Scharfes in einem Produkt ist, da sie in diesem Fall die Augen zusammenkneifen, wenn wir sie anhauchen – sind davon begeistert. Die Paste hat gut zwei Wochen, gelagert bei Zimmertemperatur im Badezimmer, gehalten und ist auch nicht eingetrocknet.

Anwendung und Testbericht Kokosöl „Zahnpasta“

Auch hier gilt: ca. einen Teelöffel hinein in den Mund – unter 25 Grad ist das Kokosnussöl in festem Zustand, was das raus löffeln vereinfacht – kurz im Mund zergehen lassen und mit der angefeuchteten Zahnbürste wie gewohnt putzen. Die Zähne sind nach dem Putzen mit dieser Zahnpasta jedoch nicht so glatt, als mit der Tonerde-Pasta. Die Haltbarkeit liegt über der Tonerde Pasta, da wir sie erst danach aufgebraucht haben.

Persönlich tendiere ich etwas mehr zur Kokosöl-Variante. Der Birkenzucker macht sie etwas süßlich und sie schmeckt mir einfach besser. Bei der Tonerde-Variante hatte ich zu Beginn ein wenig das Gefühl, Staub im Mund zu haben, obwohl es sich um eine zähflüssige Konsistenz handelt. Ich habe mich jedoch daran gewöhnt. Bei meinem Freund ist es umgekehrt.

Für mich ist die selbst gemachte Zahnpasta eine wunderbare Alternative zu konventionell produzierten und ich werden bestimmt noch das eine oder andere Rezeptchen ausprobieren.
*Für meinen Freund muss ich noch das richtige Rezept finden, da er schlussendlich eine Beleidigung seines Zahnfleisches fest gestellt hat. Offensichtlich braucht er eine ganz feine Paste und auch die werde ich finden.

Hast du schon Alternativen zu konventioneller Zahnpasta ausprobiert? Falls ja, welche? Wie geht es dir bei der Anwendung?

It´s easy being green – Just do it!

PS: Über dein Like auf der Facebook-Seite „ich mach es anders“ freu ich mich!

PPS: Ausprobieren dieser Rezepte auf eigene Gefahr. Du musst selbst spüren, ob es dir gut tut oder nicht.

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