Das Café am Rande der Welt

Vor und rund um Weihnachten haben einige Menschen in meinem näheren und entfernteren Bekanntenkreis schwere Schicksalsschläge erlitten und einen geliebten Menschen verloren. Ich bin in Gedanken sehr oft bei ihnen, denn in diesen Situationen wird einem/einer selbst wieder klar, wie schnell das Leben aufgrund von Krankheit oder eines Unfalls vorbei sein kann. In dieser Zeit hat mir eine liebe Freundin das Buch „Das Café am Rande der Welt“ von John Strelecky empfohlen, das ich in wenigen Tagen gelesen hatte. Es handelt von  John, der durch Zufall im Café der Fragen landete.

Über den Sinn des Lebens

Auf der Speisekarte fand er folgende Fragen vor

  1. Warum bist du hier?
  2. Hast du Angst vor dem Tod?
  3. Führst du ein erfülltes Leben?

und wunderte sich darüber, da er sich diese noch nie gestellt hatte und begann darüber nachzudenken bzw. sich mit Mike (dem Inhaber und Koch), Casey (die Kellnerin) und Anne (einem Gast) über die erste Frage zu unterhalten. Sehr schnell änderte sich die Frage zu „Warum bin ich hier?“ und er stellte fest, dass es nicht um die Frage ging, warum er im Café saß, sondern vielmehr darum, warum er auf dieser Welt war. Die gesamte Geschichte dreht sich also um eines: den Zweck der Existenz (ZDE).

Wertvolle Geschichten in der Geschichte

In der Geschichte sind weitere, sehr wertvolle, Geschichten verpackt.  Etwa die der grünen Meeresschildkröte, mit der Casey versuchte mitzuhalten bzw. ihr hinterher zu schwimmen. Drei Mal hat sie es versucht und nicht geschafft. Dann stellte sie fest, dass sie gegen die Wellen ankämpfte, die grüne Meeresschildkröte jedoch mit den Wellen schwamm.

Oder die des Fischers, der jeden Tag das tat, worauf er Lust hatte. Er verbrachte Zeit mit seiner Familie und ging fischen. Ein Mann schlug ihm vor, viel mehr Fische zu fangen und ein internationales Fischhandelsunternehmen aufzubauen, mit dem er viel Geld verdienen kann. In seinem Ruhestand hätte er dann so viel Geld, dass er all das tun könne, worauf er Lust hätte. Der Fischer antwortete auf den Vorschlag sinngemäß: „Warum soll ich viel Arbeiten und wenig Zeit für das haben, was ich gerne tue, um es dann später machen zu können, wenn ich jetzt schon all das tue, war ich gerne tue und mir Spaß macht?“

Anne erzählt John von der Werbebranche, in der sie lange gearbeitet hat.

Die letzte Geschichte handelt von einem Mann, der jede Nacht den selben Albtraum hatte: er schaffte es nicht, einen Golfball von einer sehr unbequemen Stelle zu schlagen. Wäre er für den Schlag endlich bereit, ändert der Golfball seine Position. Nach mehreren Nächten stellte er jedoch fest, dass er bestimmen konnte, wo der Golfball lag, denn niemand außer er ist anwesend. Folgendes Zitat ist im Buch angeführt und hat mich sehr berührt:

Trotz allem, was uns beigebracht wird und was wir glauben sollen, trotz allem, was wir in der Werbung hören oder was wir empfinden, wenn wir in der Arbeit gestresst sind – wir alle kontrollieren jeden Moment unseres Lebens selbst. Ich hatte das vergessen. So ließ ich zu, dass alles Mögliche mein Leben beeinflusste, und versuchte mich entsprechend anzupassen. Niemand kümmerte sich darum, von welchem Platz ich den Golfball abschlug, außer mir selbst. Nur Sie alleine wissen wirklich, was Sie mit Ihrem Leben anfangen wollen. Lassen Sie niemals zu, dass andere Dinge oder Menschen Sie an einen Punkt bringen, an dem Sie das Gefühl haben, Ihr eigenes Schicksal nicht länger bestimmen zu können. Ergreifen Sie die Initiative und wählen Sie Ihren Weg selbst, sonst tun es andere für Sie. Lagen Sie den Golfball einfach an einen anderen Platz.

Mein Fazit über Das Café am Rande der Welt

Ich stimme dem Inhalt des Buches zu: jedeR von uns hat es generell selbst in der Hand sein Leben zu bestimmen. Jedoch darf nicht darauf vergessen werden, dass dafür einige Grundvoraussetzungen gegeben sein müssen. Zum Beispiel einen starken Rückhalt in der Familie und gute bzw. ehrliche FreundInnen. Denn auch durchwegs glücklichen Menschen, zu denen ich mich zähle, geht es mal nicht so gut oder sie sind mit schweren Schicksalsschlägen konfrontiert, wo sie Hilfe und/oder Unterstützung brauchen. Dieses Buch möchte ich all jenen empfehlen, die auf der Suche nach ein bisschen Glück sind oder wieder ein wenig auf den Boden der Realität geholt werden möchten. Denn darin geht es um die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Menschen wie du und ich werden beim Lesen dieses Buches damit konfrontiert, dass viele der Probleme eigentlich nur Luxusprobleme sind und es im Leben nur um eins geht: um das Glücklichsein.

Das Café am anderen Ende der Welt

 

7 Gedanken zu “Das Café am Rande der Welt

  1. Liebe Sabrina,

    vielen Dank für diese Buch-Vorstellung. Ich denke das ist eine Lektüre nach meinem Geschmack. Erst gestern habe ich witzigerweise einen Beitrag geschrieben, der ein wenig dazu passt.

    liebe Grüße
    Rebecca

  2. Hallo
    ich habe das Buch in diesen Tagen in 2017 gelesen und finde du hast eine wunderschöne, treffende und sehr gefühlvolle Zusammenfassung geschrieben, die dem Tenor des Buches entspricht.
    Mich interessiert aber, ob du den ZDE für dich gefunden hast und auch wie dir das gelungen ist.
    Ich bin auf der Suche und weiß gar nicht wo ich anfangen soll.
    Lg Eifelhexe

    • Hallo Eifelhexe!

      Vielen Dank für dein Feedback, was mich sehr freut! 😀

      Zum ZDE: ich habe ihn nicht zwanghaft gesucht, sondern während dem Lesen festgestellt, dass ich ihn schon lange gefunden habe. Ich glaube aber auch, dass er sich verändern kann.

      Ich persönlich würde den ZDE nicht in Stein meißeln, denn das Leben kann sich sehr schnell ändern und den aktuellen ZDE über den Haufen schmeißen. Auch glaube ich, dass er manchmal einfacher (wie gerade bei mir) und manchmal wesentlich schwerer (dabei denke ich an schwere Schicksalsschläge z.B.) zu finden ist.

      Für mich persönlich impliziert er etwas zu tun, das ich gerne tue, mich glücklich macht und im besten Fall auch andere glücklich macht.

      Du merkst gerade, dass ich dir keine Anleitung geben kann, um deinen ZDE zu finden. Das ist, glaube ich, auch nicht sinnvoll, denn jedeR hat dafür einen anderen, seinen/ihren eigenen, Weg.

      Viel Erfolg beim Suchen und Finden!

      Liebe Grüße

      Sabrina

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