ich mach es anders

Köln

Die fairgoods-Messe und Veggienale in Kombination mit dem Treffen einer ehemaligen Studienkollegin brachte uns ein sehr nettes Novemberwochenemde in Köln. Wir haben viel Spannendes und Schönes gesehen, aber gute Nerven mit dem Quartier gebraucht. Mehr dazu im nächsten Blogbeitrag, denn hier möchte ich mich nämlich nur mit den schönen Dingen beschäftigen.

Gepaeckablage

Liegeplatz

Wir reisten mit dem Nachtzug von Wien Hauptbahnhof an und hatten keine Ahnung, was uns erwarten würde. Drei Liegeplätze waren unser, inkl. einem Polsterchen und einer Fleecedecke. Liegeplatz 4 wurde von einem uns unbekannten Mann eingenommen, was aber kein Problem war, denn er war nett und wir hatten auch Ohropax mit, weshalb uns seine Schnarcherei nicht störte. Das Liegeabteil war ziemlich eng, wir mussten also sehr gut koordinieren, wer wann wo hin geht oder etwas hin stellt. Als gut eingespieltes Team war das aber alles kein Problem. Wir entdeckten separate Waschräume zum Zähneputzen inkl. in Joghurtbechern abgefülltem Trinkwasser, bezogen unser Bettchen und hofften auf ausreichend Schlaf.

Waschraum im Zug

Waschraum im Zug

Abgepacktes Trinkwasser

Abgepacktes Trinkwasser

Gleich bei Abfahrt wurden unsere Tickets gecheckt und wir wurden darauf aufmerksam gemacht, dass in Passau wahrscheinlich die Polizei anklopfen würde, was sie dann gleich zwei Mal tat. Das Bett war für meine 1,70 gerade ausreichend, aber so hart, dass mir alles weh tat, wenn ich länger als 15 Minuten auf einer Seite liegen blieb. Schlaf war daher leider eher Mangelware in dieser Nacht. Außerdem war es ziemlich kalt, da eine passende Temperatur bei vier Personen schwer gefunden werden konnte. Uns Mädels war kalt, die Männer waren hitzig unterwegs. Deshalb empfehle ich auf jeden Fall einen Polster und eine zusätzliche Decke mitzunehmen. Der wenige Schlaf wurde jedoch mit dem Frühstück, von dem wir nichts wussten, wieder gut gemacht. Wir erhielten Kaffee, zwei Brötchen, Butter und Marmelade. Für das gesamte Paket bezahlten wir EUR 110,- pro Kopf und Nase. Knapp 11Stunden waren wir unterwegs, um 9:00 in Köln zu sein. Das abgepackte Trinkwasser war ein Schock, dafür war das Besteck für das Frühstück in biologisch abbaubarem Material verpackt. Ein kleiner Tropfen, aber immerhin.

Frühstücksbesteck in biologisch abbaubarem Material

Frühstücksbesteck in biologisch abbaubarem Material

Fruehstueck im Zug

Fruehstueck im Zug

Nachdem wir unser Gepäck am Bahnhof um € 7,- in einem Gepäckfach verstaut hatten – unser Quartier war erst am Nachmittag verfügbar – starteten wir mit unserem Sightseeing. Zuerst ging es natürlich in den Kölner Dom, der sich gleich neben dem Bahnhof befindet. Er ist schön, aber für meinen Geschmack etwas zu dunkel – vor allem bei regnerischem Novemberwetter. Die wunderschönen Glasmalereien bei den Fenstern kamen dadurch aber vermutlich besser zur Geltung. Die Orgel befindet sich dort in schwindelerregender Höhe. Hut ab vor dem/der Organistin, der/die dieses Teil spielt.

Köln Hauptbahnhof

Köln Hauptbahnhof

Koelner Dom

Koelner Dom

 

Fenster Koelner Dom

Fenster Koelner Dom

Orgel Koelner Dom

Orgel Koelner Dom

Lebkuchenofen

Lebkuchenofen

Lebkuchenhaus

Lebkuchenhaus

Danach spazierten wir durch die Shoppingmeile, wo wir ein wunderschönes Lebkuchenhaus in der Auslage gesehen haben. Wenn du Shoppen liebst, ist Köln ein kleines Paradies. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Wir haben uns erfolgreich zurück gehalten, da wir vor hatten, unser Geld wenn, dann schon bei der Messe am nächsten Tag auszugeben.

Weiter ging es zum Schokolademuseum nahe am Rhein, wovor gerade ein sehr netter Weihnachtsmarkt aufgebaut wurde. Leider war er noch nicht geöffnet. Als Groupies von Zotter konnten wir uns das Schokolademuseum auf keinen Fall entgehen lassen. Um € 9,- Eintritt für Erwachsene lernt mensch alles über den Kakaoanbau, die Pflanze, die Handelswege, die Wirkstoffe, die Entwicklung der Schokoladeproduktion und noch viel mehr. Sehr cool ist die Halle, in der alle Maschinen begutachtet werden können. Auch das Tropenhaus mit Kakao-, Ingwer-, Bananen-, und Kardamonpflanzen, Palmen, Orchideen, einem Fischteich und noch viel mehr ist wirklich toll. Weiters wird die Welt der Azteken, div. Entwicklungen sowie Erfindungen und der Weg der Schokolade nach Europa einer/einem näher gebracht. Es gibt zahlreiche Exponate aus Zeiten der Azteken und früherer Jahrzehnte zu begutachten. Es ist ein wundervolles Museum und ganz anders, als bei Zotter. Bei Zotter kann mensch die Maschinen nur von der Ferne betrachten, im Kölner Museum können die Maschinen sogar betreten werden. Das hat schon etwas. Nur zum Verkosten gibt es bis auf ein Nougat auf einem Keks und einer Schoki in Napsform, die mensch beim Kauf der Eintrittskarte erhält, nichts. Dies hielt uns dann auch ab, zahlreiche Euros im anschließenden Shop zu lassen. Ein kleiner Tipp noch: Gib Jacke bei der Garderobe nicht ab, denn im gesamten Museum ist es ziemlich frisch.

Conchiermaschine_Modell

Conchiermaschine_Modell

Schokolade aus Wasserhahn

Schokolade aus Wasserhahn

Napsproduktion

Napsproduktion

Schokoladenbrunnen

Schokoladenbrunnen

Maschinenpark Schokoladenfabrik

Maschinenpark Schokoladenfabrik

Während unseres Museumsbesuchs fing es an zu regnen. Wir beschlossen, noch etwas zu essen, anschließend unser Gepäck vom Bahnhof abzuholen und das Quartier aufzusuchen. Vorzüglich gegessen haben wir im Cölner Hofbräu Früh am Dom. Die vegetarische Auswahl ist, wie für ein Brauhaus üblich, eher bescheiden, aber der Käseteller war sehr lecker. Unser erstes Kölsch bekamen wir zwar nur im 0,2 Liter Glas, dafür war es jedoch beinahe eine Fließbandbedienung. Das Kölsch Früh hat in diesen Tagen unser Herz erobert. Nachdem wir Brösel hatten, um in unser Quartier zu kommen, brauchten wir erst mal eine Verschnaufpause. Erst um 20:00 starteten wir wieder Richtung Innenstadt los, um mit unserer lieben Freundin im Kittichai lecker und sehr preiswert essen zu gehen. Ich habe vegetarische Summerrolls um € 3,90 gegessen und war voller als voll. Außerdem empfehle ich dir, wenn du mal dort bist, unbedingt die hausgemachte Basilikum-Ingwer Limonade zu probieren. Die ist einfach bombastisch. Wichtig zu wissen ist, dass es eine Semi-Bedienung gibt. Das bedeutet, dass du an der Kasse alles bestellst, bezahlst und dir anschließend Getränke und Essen zum Tisch gebracht werden.

Am Samstag haben wir die fairgoods-Messe und Veggienale besucht. Was wir hier alles entdeckt haben, kannst du im nächsten Beitrag nachlesen. Am Abend statteten wir der Bar Die hängenden Gärten in Köln Ehrenfeld ab. Sie haben eine sehr passable Bierkarte inkl. Biobier. Los geht es in diesem Viertel erst gegen 22:00, dann ist Party angesagt. Gestärkt haben wir uns davor Kumpir, der türkischen Variante von Bratkartoffel.

Was wir leider nicht geschafft haben, unter anderem wegen dem Vorhaben, unser Geld bei der Messe auszugeben, war der Besuch in der Merowinger Straße. Hier gibt es äußerst nette Geschäfte, wie du bei PRINZ Köln nachlesen kannst und wird als Geheimtipp empfohlen.

Was in Deutschland nachhaltigkeitstechnisch ganz anders ist als in Österreich, ist das Pfandsystem bei Glas- und PET-Flaschen sowie Dosen. Beinahe jede Flasche ist mit Pfand belegt, den Hinweis dazu findest du auf der Flasche. Es ist Brauch, dass sich nicht der/die KäuferIn den Pfand zurück holt, sondern die Flaschen werden neben dem Mülleimer auf der Straße gestellt, da sich eine SammlerInnencommunity entwickelt hat. Auf Plastikflaschen gibt es immerhin € 0,25 Pfand und das lohnt sich dann schon für dir SammlerInnen. Ich finde dies einen sehr gelungenen Beitrag zum Recycling auf der einen, aber auch zur Unterstützung von sozial schwächeren Personen auf der anderen Seite. Diese können sich damit zwar einen sehr kleinen, aber immerhin einen Zusatz dazu verdienen, ohne offiziell darum ansuchen oder schnorren zu müssen.

Am Sonntag ging’s dann per Flieger retour nach Wien. Ja, mein Nachhaltigkeitsherz blutet, aber eine Zugfahrt über 9 Stunden war leider nicht mehr drin. Aber ich bin mit Peter Weck geflogen 😀

It’s easy being green – Just do it!

PS: Über dein Like auf der facebook-Seite „ich mach es anders“ freu ich mich!

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