Minimalismus im Kleiderschrank mit Capsule Wardrobe

Auf den Blog von Blattgrün, sie verfolgt mit ihren Beiträgen ein ähnliches Ziel wie ich, bin ich im verlinkten Beitrag auf das spannende System des Capsule Wardrobe gestoßen. Erfunden in den 1970-er Jahren von der Boutiquebesitzerin Susie Faux, wurde Capsule Wardrobe unter anderem von Caroline aus Texas kürzlich wieder aufgegriffen. Bei Capsule Wardrobe handelt es sich kurz gesagt um Minimalismus im Kleiderschrank.

Worum geht´s bei Capsule Wardrobe?

Faux vertritt die These, dass mensch mit wenigen Basic-Teilen, die nie aus der Mode kommen und dadurch über mehrere Jahre getragen werden können, die Teile in ihrem/seinen Kleiderschrank auf das Minimale reduzieren kann. Wenige Basic-Stücke werden mit saisonalen Highlights kombiniert. Faux ist wirklich minimalistisch, denn sie meint, dass im Kleiderschrank  Folgendes zu finden sein soll:  2 Paar Hosen, ein Kleid oder Rock, eine Jacke, ein Mantel, ein Strickwarenteil, 2 Paar Schuhe und zwei Taschen. Berühmt wurde Capsule Wardrobe durch die Designerin Donna Karan im Jahr 1985. Sie entwickelte die „7 einfache Stücke“-Kollektion und führte mit 8 Models vor, wie das Kombinieren dieser Teile funktionierte.

Capsule Wardrobe Regeln

Um eine Capsule Wardrobe zu entwickeln braucht es laut Wikipedia einige Regeln, nämlich:

  1. Setze ein Farbschema fest, das aus ein bis zwei Basic-Farben (schwarz, braun, navy, weiß oder grau) besteht. Diese funktionieren nämlich mit allem. Taschen, Hosen oder Mäntel sollten nur mehr in diesen Farben angeschafft werden. Anschließend wähle ein bis zwei Akzentfarben, die den Farbton für Accessoires, Tops oder Kleider vorgeben. Achte darauf, dass die Farben miteinander kombinierbar sind.
  2. Beachte deine Körperform, denn nicht jeder Schnitt schmeichelt deiner Figur.
  3. Beachte deinen Teint. Nicht alle Farben passen zu deinem Hauttyp. TypberaterInnen, wie z. B. Maria Haupt bei Fasion & Jeans Mary können dich hier super beraten.
  4. Wähle klassische Formen und Muster, denn die Teile sollen nicht aus der Mode kommen.
  5. Entscheide dich für qualitativ hochwertige Teile, denn diese haben eine wesentlich längere Lebensdauer, als Mode der Fast-Fashion-Labels.

Capsule Wardrobe für Sie und Ihn

Auf Wikipedia gibt´s einen Vorschlag für die Capsule Wardrobe für Frauen und für Männer:

Beispiel Frauen Beispiel Männer
A belted trench coat A suit
Bootleg jeans A pair of jeans
A white shirt A pea coat
A black blazer T-shirts
A little black dress (LBD) Cotton shirts
A pair of tailored trousers A blazer
A pencil skirt (der geht bei mir firgurtechnisch z. B. gar nicht) A pair of slacks
T-shirts and camisole tops A pair of smart shoes
A cashmere sweater A pair of casual shoes
A sundress A pair of trainers
A pair of ballet flats A watch
A pair of long boots A jacket
A tote bag Sunglasses
A clutch bag
A silk scarf
Sunglasses
A pair of high heels
A pair of casual shoes

Du siehst, kleine Accessoires wie Sonnenbrille, Handtasche und Tücher werden hinzu gezählt. Unterwäsche und Freizeitkleidung (Sport oder der Jogger für zu Hause) nicht.

37 Teile pro Saison – Ist das zu schaffen?

Caroline spricht von insgesamt 37 Stück Kleidung inkl. Schuhe für eine Saison. Ich hab mich mal dran gemacht, um meine Teile im Schrank zu zählen und kam im Schnitt auf knapp 39 Teile pro Saison exkl. Schuhe. Einen Überhang hab ich bei Kleider, Röcken und Boleros ausgemacht und natürlich hab ich viel zu viele T-Shirts. Unterm Strich bin ich also weit weg von Capsule Wardrobe.

Ich arbeite jedoch dran, den Inhalt meines Kleiderschranks weiter zu reduzieren, da ich mir fest vorgenommen hab, nichts Neues zu kaufen, bevor nicht die vorhandenen Teile kaputt sind. Und selbst dann versuch ich sie zu reparieren bzw. lass ich sie reparieren. Wenn eine Reparatur nicht möglich ist, trenne ich mich schweren Herzens davon. Dass ich mich voll und ganz auf Capsule Wardrobe einlasse, glaube ich eher nicht, da mir das dann doch ein bisschen zu stressig ist und ich nicht gerade Weltmeisterin im Kombinieren bin. Aber wenn es in die Richtung geht, bin ich schon ganz zufrieden mit mir. 

Edit 8.1.2017: Weltmeisterin im Kombinieren bin ich noch immer keine, aber Capsule Wardrobe wird für mich immer spannender. Vor allem, weil ich fest gestellt habe, dass ich viele der Regeln unbewusst seit Jahren befolge. Nun liegt es an mir, die Anzahl meiner Hosen, Röcke und Kleider vorerst zu dezimieren. Ich werde sie zu Tode tragen und dann nicht ersetzen. Wenn das erledigt ist, mache ich mir Gedanken über den nächsten Schritt 😀

It´s easy being green – Just do it!

PS: Über dein Like auf der Facebook-Seite „ich mach es anders“ freu ich mich!

8 Gedanken zu “Minimalismus im Kleiderschrank mit Capsule Wardrobe

  1. ===Das ist meine Antwort auf das Kommentar von Jule: Wow, das nenne ich mal Vorhaben! Bewundernswert. Ich glaube, ich könnte das nicht! Aber Hut ab davor!
    Liebe Grüße“ Leider musste ich ihren Beitrag löschen, da der Link ihrer Website geblockt wurde. Es ist eine Sicherheitsmaßnahme, damit sich niemand von euch einen Virus auf den Rechner holt.===
    „Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich das so schaffen werde, genau nach diesen Vorgaben.
    Aber ich bemüh mich und nobody is perfect, wobei die Frage ja ohnehin lautet, was perfekt ist 😉
    Hab einen schönen Tag!
    LG Sabrina“

    • Ich verstehe nicht wie man so umweltfreundlich waschen kann? Ich habe schon aksine deshalb mehr Kleidung damit die Waschmaschine voll wird. Ich trage immer alles auf bis es kaputt ist, flicke die Sachen Bis es wirklich nicht mehr geht und ziehe die zu kaputten Zeile dann als Schlafanzug an bis sie auseinander fallen und ich putz- oder spüllappen draußen mache. Aber ich habe viel Kleidung um beim Waschen umweltfreundlich zu sein.

      • Hallo Simmis Mama,

        leider verstehe ich den Zusammenhang zwischen deinem Kommentar und Capsule Wardrobe nicht ganz…
        Aber ich finde es toll, dass du deine Kleidung bis zum Ende verwertest und Putzlappen daraus machst. Wir machen das hauptsächlich bei Unterwäsche so. Bei meiner letzten Jean, die ich entsorgen musste, fehlen mir leider die Fähigkeiten, diese z. B. zu einer Tasche upzucyceln. Natürlich könnte ich mir diese aneignen, aber zur Zeit hab ich die Zeit nicht dafür. Möglichkeiten gäbe es viele…
        Meiner Meinung nach ist es unterm Strich jedoch nicht umweltfreundlich, viel Kleidung zu haben, um die Waschmaschine voll zu bekommen, denn die Produktionsbedingungen und verwendeten Chemikalien in der Bekleidungsindustrie sind um ein vielfaches schlimmer, als eine halb leere Waschmaschine – würde ich zumindest meinen. Wir haben eine kleine 3,5 kg Maschine, die reicht vollkommen aus. In deinem Fall würde ich NachbarInnen anbieten, ihr Kleidung mitzuwaschen, damit die Maschine voll wird. Damit könntest du zugleich die Anzahl deiner Kleidungsstücke reduzieren, jemand anderen glücklich machen und die Umwelt schützen – 3 Fliegen mit einer Klappe sozusagen 😀

        LG Sabrina

          • Ach so. Nein, du hast das richtig verstanden. Da müsste ich bei jenen nachfragen, die das wirklich durch ziehen, wie das dann mit dem Waschen ist. Ich bringe meine Waschmaschine noch ganz gut voll, obwohl ich vermutlich weniger Kleidung habe, als der weibliche Durchschnitt. Ich habe eh vor, mal einen direkten Vergleich mit meiner Mutter, Schwester und Schwägerin zu machen 😉
            LG Sabrina

          • Dann bleibe ich lieber bei meiner Methode ;). Übrigens habe ich auch nahezu nur basics aus dem einfachen Grund, dass sie weniger kosten.
            Mir gefällt das mit dem capsule wardrobe an sich ganz gut. Ich würde es dann nur so abwandeln wie es mein System ist: viele basics bei Oberteilen. Dann wird auch die Waschmaschine voll und man kommt bei Krankheit etc nicht in Verlegenheit. Mit Kind musste ich mir allerdings auch rin paar zusätzliche Hosen anlegen. Ich kam mit Schlanmhüpfen mit meiner spartanischen Ausstattung nicht aus.
            Danke für deinen Blog. Ich sie finde Artikel förmlich auf 🙂 und das Motto finde ich genial bei Leuten mit vielen Ausreden 😉

  2. Ich finde die Idee super, leider bin ich zu schlecht im Kombinieren. Ich kaufe ein teil dass ich super finde und stelle dann fest, dass es doch zu nix so wirklich passt. Daher fahre ich jetzt die Strategie nur noch second hand zu kaufen und auch die Stücke die zu nix passen zu verkaufen. Aber man sollte das wirklich üben, mit den „Basics“. Fakt ist, dass man ja ohnehin immer die selben paar Teile anzieht, die einem richtig gut gefallen, die gut sitzen und kombinierbar sind.

    • Ich kenn das nur zu gut. Meine Mama hat zwar ein Bekleidungsgeschäft, aber das mit dem Kombinieren hab ich nicht von ihr geerbt 😉 Und du hast recht, auch ich greife immer wieder zu den gleichen Lieblingsteilen. Ich hab auch die Regel, dass alles (ausgenommen Kleider und Röcke, falls der Sommer nicht warm genug ist und Sachen für „ganz schön“, diese Anlässe sind eher selten bei mir), was ich seit einem Jahr nicht mehr getragen habe, in die Altkleidersammlung wandert oder im SecondHand Laden verkauft wird. Funktioniert wunderbar 😀

      LG Sabrina

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