Schau dem Viecherl in die Augen und entscheide dann, wie groß dein Schnitzel sein soll

Letztes Wochenende waren wir wieder bei Zotter und hatten die Ehre, diesmal auch den Essbaren Tiergarten inklusive Ideenfriedhof zu besuchen. Josef Zotter ist es nämlich ein Anliegen, dass die Menschen dem möglichen Schnitzel zuerst in die Augen schauen und dann erst entscheiden, wie groß das Schnitzerl sein soll. Auf 27 ha bio-dynamischer Landwirtschaft leben Schweine, Zottelrinder, Schafe, Ziegen, Kühe, Puten, Esel, Ponys, Perlhühner, Hühner, Tauben, Sonnen-, Mangalitza- und Turopoljeschweine, Langänse und und und in Freilandhaltung und können es sich so richtig gut gehen lassen. Bevor…., ja bevor es ihnen an den Kragen geht. Ausgenommen sind jene Viecherln, die für den Streichelzoo „reserviert“ sind.

Wenn ihr meinen Bericht vom Schoko-Laden-Theater-Besuch vom November 2014 nachlesen wollt, könnt ihr das hier tun, denn heute geht es rein um das Konzept des Essbaren Tiergartens, das ich hervorragend finde.

Wir haben natürlich ALLE BewohnerInnen des Areals besucht und uns auf manche der zahlreichen Bankerln gesetzt, um die Viecher ein wenig länger zu beobachten. Da gab es den Zottelrind-Stier, der die Kuh bezirzt hat, einen Eselmann, der sein Glück bei der Eselfrau (erfolglos) versucht hat, Turopoljeschweinderl, die kollektiv ihren Nachmittagsschlaf abhielten, ein Schafkind, das aus dem Gehege ausbrach und verzweifelt den Weg wieder retour gesucht, und zum Glück auch wieder gefunden hat, Hasen, Kücken und: die Baby-Hängebauchschweine, die soooooo unglaublich winzig sind. Und an manchen Stationen haben wir uns mehr dazu erzählen lassen, denn es gibt zahlreiche Infokästen in Form von Vogelhäuschen, aus denen eine nette Stimme mit vielen Infos erklingt.

So, nun kurz zusammengefasst: es gab einen ganzen Haufen zu sehen. Zusätzlich gibt´s einen Slackline-Garten, Bauerngolf und einen Streichelzoo.

Alle Viecher segnet, wie so viele ihrer Kumpels in der Massentierhaltung, ebenfalls das zeitliche. NUR: sie haben, bis es soweit ist, ein tolles Leben. Sie werden artgerecht gehalten, können also toben und wühlen so viel sie wollen, bekommen nur das beste Bio-Futter und werden möglichst stressfrei geschlachtet. Sie leben nämlich nach Überstellung an den Schlachter in einer Nachbarortschaft eine weitere Woche auf der Weide und kommen dann einzeln dran. Weiterverarbeitet werden sie wieder von Zotter, der übrigens insgesamt über 70 ha biologisch-dynamische Landwirtschaft betreibt. Und am Ende landen sie dann am Teller der BesucherInnen, die in der Öko-Essbar ihr Mittag- oder Abendessen einnehmen. Diese befindet sich am Tiergarten-Areal und ist bestens besucht. Das Essen ist auch vorzüglich. Die Portionen etwas klein, aber perfekt, denn die Leute kommen ja entweder nach dem Schoko-Laden-Theater oder haben dieses noch vor sich. Vor der Öko-Essbar gibt es einen Garten und auf den Dächern Kräuter, die zur hausgemachten Limo verarbeitet werden, eine hausgeigene Quelle versorgt den Tiergarten und die Manufaktur mit Wasser. Der Essbare Tiergarten beinhaltet auch eine kleine Tiergarten-Kräuterapotheke, falls eines der Viecherln mal hustet. Aja, und dann ist da noch die riesige Photovoltaikanlage – die Öko-Essbar ist somit energieautark.

Was also für das Konzept spricht:

  • gefährdete und seltene Tierarten haben Platz, egal, wie „ertragreich“ sie sind
  • dieTiere werden artgerecht und biologisch gehalten
  • die Tiere werden schonend geschlachtet
  • Fleisch, Kräuter und Gemüse stammen aus eigenem, bio-dynamischen Anbau
  • eine eigene Quelle versorgt das Areal mit Wasser
  • es wird Bewusstseinsbildung auf allen Ebenen betrieben

Was mich dann schon etwas schockiert hat: die Leut essen in der Essbar Fleisch, dass es nur so kracht. Ich saß auf einem Tisch mit meine Freund und einer 4-köpfigen, uns unbekannten, Familie – 2 Personen davon aßen kein Fleisch… Aber es braucht mehr, als einen Besuch im Essbaren Tiergarten, um die bewusste Entscheidung zu treffen, kein Fleisch mehr zu essen. Der Essbare Tiergarten ist dafür aber bestimmt ein guter Anfang.

Was sich im Essbaren Tiergarten ebenfalls befindet, ist der Ideenfriedhof. Diesen habe ich bei meinem letzten Besuch vermisst, da ich nicht mitbekommen hatte, dass dieser sich außerhalb der Manufaktur befindet. Die Idee finde ich ziemlich witzig: Ideen, die nicht realisiert wurden oder nach einiger Zeit „gestorben“ sind, werden hier zu Grabe getragen – inkl. Grabstein, Kerze und Blumen. Es gibt sogar eine Ideengruft.

So, und nun lasst euch von den Fotos inspirieren! Ich empfehle euch sehr, den Essbaren Tiergarten mit euren Liebsten zu besuchen. Ein Besuch im Schokoladen-Theater ist um EUR 14,90 inklusive 😀

It´s easy being green – Just do it!

PS: Über dein Like auf der facebook-Seite „ich mach es anders“ freu ich mich!

Perlhuhn

Perlhuhn

Turopoljeschweine

Und, welches Schweinderl wir dzu deinem Schnitzerl? Turopoljeschweine

Sonnenschwein

Sonnenschwein

Landgänse

Landgänse

Esel

Esel

Zottelrind

Zottelrind

Enten

Enten

Pünktchen und Antonia - Hängebauchferkel

Pünktchen und Antonia – Hängebauchferkel

Kalb und Kinderschwein - beste Freunde

Kalb und Kinderschwein – beste Freunde

Piepshow

Piepshow

hauseigener Garten vor der Öko-Essbar

hauseigener Garten vor der Öko-Essbar

Kräuterapotheke

Kräuterapotheke

Solaranlagen

Photovoltaikanlagen

Schokoladentheater/Produktionsstätte

Manufaktur

Ideenfriedhof

Ideenfriedhof

Ideengruft

Ideengruft

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