ich mach es anders

Ich bin ein Trottel, weil ich die Umwelt schützen möchte. Ich steh dazu

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Ich habe zwei Reisen vor mir – im November nach Köln zur fairgoods-Messe und im Jänner eine Woche Rom mit meinem Schatz. Natürlich möchte ich mit der Bahn zu reisen. Ich mache mich also auf die Suche nach Zugverbindungen. Nachtzug mit Schlafabteil, zum Glück bin ich Besitzerin einer ÖBB-Vorteilscard. Kann ja nicht so teuer sein, denk ich mir und stelle fest: denkste!

Eine Strecke Wien-Köln oder Wien-Rom im Schlafwagen kostet satte EUR 139,- mit einem Spar-Schiene-Ticket. Natürlich machte ich den Fehler und habe mir auch die Flugpreise angesehen – EUR 100,- (Köln) bzw. EUR 124,- (Rom)für Hin- UND Rückflug. Und ich denk mir (wieder einmal): Auf unserer Welt läuft etwas ganz gewaltig falsch!!

Warum werde ich als BahnfahrerIn „bestraft“ und muss das doppelte eines Flugtickets berappen? Wie kann es eigentlich sein, dass Flüge so derart günstig sind und Bahnfahren so unglaublich teuer? Falls von euch jemand die Antwort hat, dann bitte ich darum.

Ein Bekannter von mir meinte mal, Bahnfahren sei so teuer, weil die Erhaltung der Infrastruktur so aufwändig ist. Ja, das mag stimmen, aber die Erhaltung der Flugzeuge und Flughäfen ist ja auch nicht nix. Auch er bucht meist widerwillig seine Zugtickets und ich kann ihn verstehen. Mensch wird in eine unglaubliche Zwickmühle getrieben. Einerseits möchte mensch bei Reisen die Umwelt nicht zu sehr belasten, andererseits muss mensch dabei auch auf sein Geldbörsel schauen. Ich muss noch einige Nächte drüber schlafen, weil für einen 3-Tagesaufenthalt über EUR 200,- nur für Reisekosten zu berappen, ist auch bei mir nur schwer drin. Mit meinem Freund habe ich dieses Thema schon besprochen. Er hat gleich umgerechnet, wie weit er mit dem Auto für dieses Geld fahren könnte. Und genau das ist der Punkt: die hohen Kosten halten die Menschen davon ab, auf die Bahn umzusteigen. Ohne Vorteilscard ist der Umstieg auf die Bahn nicht eine Sekunde an Überlegung wert. Und auch mit Vorteilscard ist es oft schwer, wie mensch in meinem Fall sieht. Ich bin nun am Überlegen, wieder einmal einen Kompromiss zu schließen: hin mit der Bahn, retour mit dem Flugzeug. Gut geht es mir dabei nicht.

Es geht aber noch weiter: Warum bezahle ich für meine Biolebensmittel mehr? Warum zahle ich für nachhaltig produzierte Mode mehr? Warum sind konventionell erzeugte Produkte, die die Umwelt belasten so unglaublich viel billiger? Müsste es nicht umgekehrt sein? Sollte es nicht z. B. Steuern auf umweltschädigende Produkte geben, die sie teurer machen, und dafür Subventionen für umweltfreundlich erzeugte Produkte? Diese Denkansätze gibt es bereits und es gibt diese Umweltsteuern bereits zum Teil, aber sie greifen, meiner Meinung nach, zu wenig. Natürlich finden sehr viele Menschen und vor allem die Großkonzerne das nicht so sexy, aber ich bin der Meinung, dass es nicht so weiter gehen kann. Es braucht möglichst bald ein Umdenken aller, damit unsere Erde auch noch für zukünftige Generationen ein lebenswerter Planet bleibt.

Manchmal denk ich schon darüber nach, jetzt aus gegebenem Anlass, ob ich der Trottel sein will, dem der Umweltschutz am Herzen liegt und dafür blechen muss. Und ich komme immer wieder zu dem Schluss: ja, ich will der Trottel sein, eben weil mir die Umwelt am Herzen liegt. Weil ich mit meiner Umwelt auf Augenhöhe stehen will. Weil ich nicht verstehen kann, dass der Mensch glaubt, allmächtig zu sein und sich alles erdenkliche und unerdenkliche aneignet, Ressourcen plündert, Arbeitskräfte ausbeutet, seine Mitmenschen zu Sklaven macht und Tiere sowie Pflanzen einfach ausrottet, um damit Gewinne zu machen. Auch wenn es nicht immer leicht ist, sag ich:

It´s easy being green – Just do it!

PS: Über dein Like auf der facebook-Seite „ich mach es anders“ freu ich mich!

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  • Liebe Sabine, ich bin auch so ein Trottel – ich fahr im Oktober mit meinem Liebsten nach Rom (hin und retour mit der Bahn!). Wenn man früh genug bucht, geht es – Liegewagen ist auch billiger als Schlafwagen.
    Ein Grund für billige Flüge ist übrigens, dass Kerosin nicht besteuert wird.
    Liebe Grüße Susanne

    • Ja, das mit dem Kerosin hab ich jetzt zufällig in einem Buch gelesen. Mir stellt´s da die Haare auf. Liegewagen hab ich auch überlegt, aber ich hab schon von so vielen Leuten gehört, dass sie da bestohlen wurden… Auf das hab ich keine Lust.
      Viel Spaß in Rom!!
      LG Sabrina

  • Hallo Sabrina,
    die niedrigen Flugpreise sind wieder ein klassisches Beispiel dafür, dass die wahren Kosten eines Produkts/ eine Dienstleistung nicht von den Anbietern oder Kunden gezahlt werden, sondern auf die gesamte Gesellschaft abgewälzt werden. „Polluter pays“ hat sich leider in vielen Branchen noch nicht durchgesetzt.
    Gruß
    Grace

    • Dann wünsch ich dir/euch gutes Sitzfleisch 😉
      Kann mich noch sehr gut dran erinnern, als wir mit den MinistrantInnen mit dem Bus nach Rom geafahren sind – damals vor über 10 Jahren.
      Es war schon sehr zach, aber die Stadt macht alle Strapazen wirder gut. Ich freu mich schon riesig auf meinen mittlerweile 3. Rombesuch.

      Nur wenn wir weiterkämpfen, und mag es noch so aussichtlos erscheinen, wird sich irgendwann etwas ändern. Ich glaub ganz fest dran!

      LG Sabrina

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