Mit 6 Schritten zur fairen Kleidung im Schrank

Möchtest auch du den Inhalt deines Kleiderschranks auf fair gehandelte und nachhaltig produzierte Mode umzustellen? Du hast aber keine Ahnung, wie du das anstellen bzw. wo du anfangen sollst? Dass das nicht von heute auf morgen funktioniert ist klar. Auch ich arbeite noch immer – seit mittlerweile sechs Jahren – daran. Letztens hatte ich mein erstes, fair gehandeltes und GOTS und FAIRTRADE zertifiziertes T-Shirt von Göttin des Glücks (GDG) an, das ich mir während meines Praktikums bei FAIRTRADE Österreich geleistet hab, deshalb kann ich den Zeitrahmen auch so gut eingrenzen. Mittlerweile bin ich stolze Besitzerin von zahlreichen fair gehandelten und ökologisch nachhaltig produzierten Teilen. Wie ich das geschafft habe? Hier eine kleine Einstiegshilfe, die 6 Schritte umfasst:

Nachdem ich mir mein GDG-Shirt gekauft habe, aufwendig verarbeitet – also kein Basic-Teil – noch immer intakt und es passt auch heute noch :D, bekam ich ein Gespür für die Preise. Mensch muss also ein Gespür für die neuen Preise bekommen, denn die braucht es nun mal, weil es sich anders einfach nicht ausgeht. Für die Eingwöhnungsphase empfehle ich Unterwäsche.

links: Anukoo T-Shirt, Mitte: Anukoo Kleid, rechts: Anukoo Rock

links: Anukoo T-Shirt, Mitte: Anukoo Kleid, rechts: Anukoo Rock

Schritt 1: Unterwäsche

Höschen für die Damen und Boxershorts für die Herren gibt es z. B. bei GDG und Anukoo. BH´s und Socken sind auch ganz gut zum Einsteigen. Die gibt es z. B. bei der Grünen Erde. Um Männer auf den Geschmack von fair gehandelter Mode zu bringen lohnt es sich, sie zu diversen Anlässen mit einer bequemen Boxershort zu beschenken. Wir haben uns mittlerweile schon bis zum fair gehandelten Pullover vor gearbeitet 😉

Schritt 2: Basic T-Shirts

Hier bewegen sich die Preise ab EUR 25,- aufwärts. Am besten, du schaust mal in den Weltladen deines Vertrauens – sie haben in verschiedenen Preisklassen von unterschiedlichen Firmen Shirts im Programm.

Schritt 3: aufwändiger verarbeitete T-Shirts

Neben den Basic Shirts gibt es ab ca. EUR 50,- aufwändiger verarbeitete Shirts, die dementsprechend mehr kosten. Mein erstes GDG T-Shirt mit Wasserfallkragen, eingesäumten Rändern und Print hätte eigentlich rund EUR 70,- gezahlt. Da wir damals aber beim Lager-Abverkaufs-Shopping waren, war es günstiger.

Schritt 4: Röcke und Kleider

Ein Rock ist schöner als die Kleider und umgekehrt. Mittlerweile gibt es in meinem Schrank einen Aufnahmestopp von Kleidern und Röcken von GDG und Anukoo. Die Kosten für einen Rock bewegen sich ab EUR 50,-, Kleider meist ab EUR 60,-. Die Farben sind allesamt ein Hingucker, die Schnitte einfach wunderbar.

Schritt 5: Hosen – meine Königsklasse, weil die muss perfekt sitzen

Ich besitze mittlerweile drei nachhaltig produzierte Hosen – eine Baumwollhose (siehe Foto) um EUR 85,- von Anukoo, eine Jeans und eine Cordhose von Grüne Erde um je EUR 99,-.

Schritt 6: Mode aus Alpakawolle (Anukoo) oder Leinen (GDG), Bikinis etc.

Rock und T-Shirt von Anukooo

Rock und T-Shirt von Anukooo

Ich hab bis inkl. Schritt 6 Alpaka  alles durch. Ein Bikini und ein Leinenteil fehlen mir noch, aber sind zur Zeit auch nicht notwendig. Bevor, währenddessen und vor allem nachdem nach und nach die fairen Klamotten aufgestockt werden, ist es unablässig, zu sich selbst ehrlich zu sein und sich bei jedem Stück (egal, ob fair gehandelt oder nicht) die Frage zu stellen, ob es unbedingt notwendig ist. Ich mach das schon seit einigen Jahren so und hab schon unzählige Stücke wieder zurück gelegt. Alle Teile in meinem Kasten, die nicht nachhaltig produziert wurden, werden nun entweder von mir so lange getragen, bis sie hin sind oder mittels Flohmarkt oder Second Hand an die Frau gebracht, die weiter Freude an den Teilen hat. Wo möglich, soll fair gehandelte Kleidung in meinem Kasten Einzug halten, jedoch müssen in einigen Bereichen Ausnahmen gemacht werden. Z. B. sind mein Hosenanzug oder mein Kleid für schöne Anlässe nicht fair gehandelt. Diese Ausnahmen halten sich jedoch sehr in Grenzen. Aktuell habe ich mir ein Shopping-Verbot auferlegt, da ich festgestellt habe, dass mein Kasten voller als voll ist.

Ich freu mich über deine Erfahrungen mit fair gehandelter und nachhaltig produzierter Mode! Mit welchen Herausforderungen bist/warst du konfrontiert? Welche Firmen kennst du, die nachhaltig produzieren und welche davon ist dein Favorit und warum?

It´s easy being green – Just do it!

PS: Über dein Like auf der Facebook-Seite „ich mach es anders“ freu ich mich.

9 Gedanken zu “Mit 6 Schritten zur fairen Kleidung im Schrank

    • Danke für’s Rebloggen. Ich rede mir zu dem Thema oft den Mund fusselig, weil es eben so verdammt wichtig ist. Und viele brauchen nur einen Schubbs, um die Hemmschwelle zu überwinden. Ich hoffe, dass das einigen gelingt, nachdem sie den Beitrag gelesen haben.

  1. Ich finde dieses Thema auch sehr wichtig, vielen Dank :)! Ich finde es noch wichtig zu erwähnen, dass auch bei der Produktion von fair gehandelter Kleidung Ressourcen drauf gehen. Schön ist es, wenn bereits produzierte Kleidung (die es in großem Überfluss gibt) auf Flohmärkten oder so erstanden werden kann und so genützt wird, was schon vorhanden ist. Bei mir klappt das aber auch nicht immer, zum Beispiel finde ich bisher so keine Hosen, die mir gut passen – da kann ich http://www.armedangels.de empfehlen :). Glg

    • Vielen Dank für deinen Kommentar.
      Ich trenn gern ein wenig: das Ressourcen-Thema spricht, vermute ich, eine etwas andere Zielgruppe an, als dieser Blogbeitrag. Auch die Möglichkeiten von Flohmarkt und Second Hand hab ich extra gebracht. Ich möcht meine LeserInnen nicht mit Text zuschütten und versuchedeshalb, die Beiträge recht kurz zu halten. Die Wichtigkeit des Ressourcenthemas ist dennoch gegeben, da hast du vollkommen recht. Vielen Dank für die Ergänzung!!
      Armed Angels ist ein super Tipp. Leider gibt es dieses Label kaum in Österreich. Ich hab in 9 Jahren in Wien erst vor kurzem einen Shop gefunden, der es führt. Und da ich keine Freundin des Online-Shoppings bin, fällt für mich diese Option weg. Aber wenn ich wieder mal Hosenbedarf habe, werde ich diesem Shop einen Besuch abstatten. Lg

      • War auch überhaupt nicht als Kritik gemeint – ist mir nur dazu eingefallen :)!!!! Ja leider geht es von Österreich aus mit Armedangels hauptsächlich nur über Onlinebestellung :/!! Glg

        • Hab ich auch nicht so aufgefasst. Hab nur etwas ausgeholt, damit auch andere, die das lesen nachvollziehen können, warum ich das Thema nicht angerissen habe. Ich rechtfertige mich gern – ist eine Schwäche von mir 😉 LG

  2. Haha, da schreibe ich Dir gerade, ob Du bei einer Blog-Parade zu dem Thema FairTrade-Mode mitmachen willst und stoße direkt im Anschluss auf deinen super tollen und sehr ausführlichen Beitrag hier. Das ist ja der Hammer und hat Dich beim Schreiben bestimmt auch etwas Zeit gekostet. Ich finde es gut, dass Du auf das Thema auch aufmerksam machst und dass Du generell so interessante Themen ansprichst. Vielen Dank dafür!
    Ich stöbere jetzt erst mal weiter auf deinem Blog 😀

    Laura <3

    • Liebe Laura,

      vielen Dank für dein positives Feedback. Viele glauben, dass ich für viele Beiträge viel Zeit investieren muss. Das ist aber meist, wie auch bei diesem Artikel, gar nicht so, weil ich mich ständig mit dem Thema auseinandersetze, schon sehr viel Wissen zusammengetragen habe, die meisten Beiträge in meinem Kopf bereits existieren und ich dann nur mehr alles reintippen muss :D.

      LG Sabrina

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