ich mach es anders

Nachhaltig urlauben – Das Fazit

Mit unserem Aufenthalt auf der Biofarm Cucche auf Sardinien haben wir versucht, möglichst nachhaltig zu urlauben. Auch die Anreise per Motorrad hat uns einige Pluspunkte gebracht, da die Überfahrt per Schiff 12 Mal weniger CO2 für die selbe Strecke benötigt, als per Flugzeug. Vor Ort ist mensch auf ein Fahrzeug angewiesen – das hatten wir also gleich mit. Trotzdem gibt es da einige Punkte, die nicht ganz perfekt waren. Und die Frage stellt sich hier, ob sie vermeidbar gewesen wären.

Westküste

Westküste

italienische Mülltrennung_1

Da war einmal die italienische Mülltrennung: für mich eine Katastrophe. Die Mülleimer vermitteln, dass der Müll getrennt wird. Schaut mensch nach, stellt mensch fest, dass der gesamte Müll in einem Sack landet. Ob danach getrennt wird, war für mich nicht ersichtlich.

Renata erklärte mir, dass vor allem PET-Flaschen gesammelt und recycelt werden. Dass dies bei ihr auf der Farm Tatsache ist, glaub ich ihr, dass es in der Gastronomie passiert, habe ich an einer Tankstelle mit eigenen Augen gesehen. Aber ob auch aus dem „öffentliche“ Müll die PET-Flaschen raus geholt werden, weiß ich nicht. Der Punkt Mülltrennung fällt also in die Kategorie „nicht zu vermeiden“.

Was mich auch ganz wucki machte, waren diese Aludosen und PET-Flaschen, in denen die Getränke serviert wurden. Ganz selten kam es vor, dass 0,75 Liter Mineral in Glasflaschen auf dem Tisch eingestellt wurden, kleinere Einheiten Mineral gab es in PET-Flaschen. Da ist man in Österreich offenbar schon etwas weiter.

italienische Mülltrennung_2

Plastikbecher für den Frühstückssaft

Die Einwegbecher aus Plastik waren Punkt 2 auf meiner Liste des Unvermeidbaren. In mehreren Hotels in Italien und auf Sardinien fanden wir diese vor. Es dürfte sich dabei um ein Kostending handeln, denn Plastikbecher müssen nicht gewaschen werden, können nicht zu Bruch gehen und sind äußerst günstig bei der Anschaffung. Auch Renata verwendet beim Frühstück für´s Joghurt Plastikgeschirr und auch so manche Nachspeise wird in Schüsseln aus Plastik serviert. Ich habe bei ihr natürlich nachgefragt, welche Gründe dies hat. Und es sind auch bei ihr die Kosten. Sie hatte früher Glasschüsseln, jedoch gingen sehr viele zu Bruch und daran waren nicht nur Kinder schuld. Es ist ihr persönlicher Kompromiss, denn es fiel ihr nicht leicht, diesen Schritt zu wagen. Aber die Kosten müssen generell niedrig gehalten werden, da sie mir anvertraute, dass vielen Gästen die Nachhaltigkeit, die auf diesem Hof gelebt wird, nichts wert ist und sie nicht bereit sind, dafür etwas mehr zu zahlen. Ich finde das sehr schade, denn die Qualität und auch das angebotene Service wären mehr wert, als dafür verlangt wird. Aber Geld regiert nun leider mal die Welt.

Fähre nach Sardinien

Fähre nach Sardinien

Wie mensch anreist, liegt in der Verantwortung des/der Reisenden. Reisen hat immer mit Zeit zu tun, was oft einen Flug notwendig macht, um große und oft auch kleinere Distanzen zu überwinden. Unser Zielt ist es, Wege innerhalb Europas so selten wie möglich mit dem Flugzeug zurück zu legen. Von Wien aus sind sehr viele Ziele mittels Zug erreichbar oder eben mit dem Motorrad. In zwei Wochen kommt mensch schon einiges ab. Spanien haben wir noch vor – hier wird es spannend, ob wir es tatsächlich schaffen, innerhalb von zwei Wochen nach Spanien zu kommen und noch einen annähernd entspannten Urlaub zu machen. Denn auch unsere Urlaubszeit ist begrenzt. Wir haben den Deal, dass wir zwei Wochen im Jahr unseren Urlaub mit dem Motorrad verbringen und eine Woche eine Stadt – heuer möchten wir im Herbst mit dem Nachtzug nach Rom – besichtigen. Einmal im Leben möchte ich eine Fernreise machen, das wird ohne Flugzeug nicht möglich sein. Und einmal im Leben möchte ich mit der Sibirischen Eisenbahn fahren. Dafür werde ich dann auch wohl mehr als zwei Wochen einplanen müssen. Ebenfalls benötigen Urlaube mittels Fahrrad vermutlich mehr Zeit. Das wäre natürlich in Verbindung mit der Bahn die ökologischste Variante, um voran zu kommen. Trotzdem denke ich, dass wir auch ganz gut im Vergleich zu vielen anderen unterwegs waren.

Biofarm Cucché

Biofarm Cucché

Was ebenfalls beeinflusst werden kann, ist die Quartierwahl. Wir verbrachten von 13 Nächten 6 auf der Biofarm, die restlichen in Familienhotels, ausgenommen unsere Aufenthalte in Carpi, Santa Maria Navarrese und Parma (3 Nächte). Ich möchte zukünftig die Nächtigung in einem Hotel vermeiden, wenn es irgendwie geht. Hotelketten sind für mich schon länger ein Tabu und nur in Ausnahmefällen zulässig. Ein wenig besser geht es mir auch dabei, wenn das Hotel ein Zertifikat im Nachhaltigkeitsbereich (Bio oder Umweltzeichen) besitzt. Wenn es schon ein Hotel sein muss, dann sind wir bestrebt, ein familiengeführtes Hotel zu finden. Das hat diesmal sehr gut geklappt, 2 Nächte an der Costa Smeralda, eine Nacht in Lienz und eine Nacht in Kärnten haben wir in einem Familienhotel verbracht. Warum es besser ist, Hotels und vor allem jener großer Ketten zu meiden, hat sich auf Sardinien hervorragend gezeigt. Dass der Energieverbrauch ein enormer ist, ist klar. Was ich jedoch nicht wusste: im Landesinneren wird im Hochsommer den Haushalten das Wasser abgedreht, weil es auf der Insel knapp ist. Die Haushalte und auch die Biofarm Cucche kommen mit ihren Hausbrunnen durch. Das alles, damit die Hotelanlagen ihre Rasen wässern können…

Diese Punkte zeigen sehr gut, dass es nicht ganz einfach ist, wirklich nachhaltig zu urlauben. Vor allem, wenn mensch auf nichts verzichten möchte. Und genau das ist mir wichtig: ich möchte auf nichts verzichten müssen und trotzdem so nachhaltig wie möglich leben – auch im Urlaub. Und das funktioniert, indem ich mein mein Bestes geb, immer wieder Kompromisse schließe, mein Tun und Handeln reflektiere und ständig versuche, es zumindest etwas anders zu machen.

It´s easy being green – Just do it!

PS: Über dein Like auf der Facebook-Seite „ich mach es anders“ freu ich mich!

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