ich mach es anders

Sardegna – WE LOVE YOU! – Die Biofarm Cucche‘

Auf der Biofarm Chucche‘ angekommen, wurden wir von Frau Renata Serra sehr herzlich mit Kaffee und einem Muffin auf der Veranda begrüßt. Geschafft von der Anreise machten wir, nachdem wir alles im Gästezimmer verstaut und eine Dusche genossen hatten, volle fünf Stunden Siesta :p Aber das war einfach notwendig. In der Zwischenzeit trafen Freunde von uns ebenfalls auf der Farm ein. Wir hatten den Urlaub auf Sardinien nicht gemeinsam geplant, es hat sich zufällig ergeben, dass wir zur selben Zeit auf der Insel unseren Urlaub verbrachten. Die Farm war mein Tipp an sie und aus den geplanten zwei Nächten bei ihnen, wurden drei. Aber auch nur, weil die Zimmer danach ausgebucht waren.

Vor dem Abendessen machten wir einen kleinen Spaziergang und stellten fest, dass wir in einem kleinen Paradies gelandet waren. Zwar etwas abgelegen, das nächste Dorf Dorgali ist ca. 5 Kilometer entfernt, aber oder besser gesagt gerade deswegen, ein Traum. Hofhund Billo und die Katzen (davon drei Junge) haben wir sofort in unser Herz geschlossen. Ein paar Tage später lernten wir Eselmama und Eselbaby (gerade eine Woche alt) kennen, entdeckten die Kühe und Schafe. In der Früh wurden wir von Vogelgezwitscher geweckt. Was kann es Schöneres geben?

SardinienSardinienSardinien

Das ganz besondere Highlight war das Abendessen, täglich frisch zubereitet von Fr. Renata. Dazu fällt mir das Schlaraffenland ein bzw. stell ich es mir genauso vor. Ein Großteil der Produkte stammen aus Eigenproduktion. Dazu zählen z. B.: das Brot, Joghurt und die Marmeladen beim Frühstück, der Käse, Nudeln, Fleisch und die Nachspeisen beim Abendessen. Die Herkunft der zugekauften Produkte ist ebenfalls bekannt. Z. B. stammt der Wein für das Aperitiv vorm und zum Essen von einem Onkel, Gemüse wird am Markt eingekauft. Produkte aus dem Supermarkt finden kaum ihren Weg auf die Biofarm. Das Abendessen bestand aus drei Gängen, die uns jeden Abend von Fr. Renata erklärt wurden: Vorspeise (die in unseren Breitengraden locker als Hauptspeise durchgeht), Hauptspeise und Nachspeise. In unserer Woche auf der Farm sind wir der Todsünde der Völlerei ins Netz gegangen, aber einmal angefangen diese wunderbaren Speisen zu essen, konnten wir fast nicht mehr aufhören. Und ja, ich habe in dieser Woche eine Ausnahme gemacht und Fleisch gegessen. Fleisch von glücklichen Tieren, denn es stammt, wie schon erwähnt, aus Eigenproduktion. Und auf 75 Hektar Land haben die Tiere einen wunderbaren Auslauf, das ganze Jahr über. Gibt es kein Fleisch aus Eigenproduktion, wird auch nichts zugekauft.

Renata erklärt die kredenzten Gerichte

Renata erklärt die kredenzten Gerichte

Da die Farm etwas abgelegen liegt, gibt es Abendessen nur auf Vorbestellung. Die Portionen sind äußerst großzügig, Wein & Wasser zum Essen, Kaffee und/oder Schnaps danach sind in den EUR 18,-/Kopf und Abendessen bei Halbpension inkludiert. Der Preis für externe Gäste bewegt sich je nach Menü bei EUR 24,- bis EUR 28,-. Gegessen haben wir unter anderem: gegrilltes Gemüse, Käse, Lamm, Schinken, Speck, Salami, Zucchini-Ei-Omlette, mariniertes Spanferkel, Ravioli in Tomatensauce, Cremé Caramelle, süße Ravioli mit Honig un mein persönlicher Favorit: der Zitronen-Gries-Pudding mit Beeren.

Noch ein paar Worte zum Frühstück:

Frühstück auf der Biofarm

Frühstück auf der Biofarm, selbst gebackenes Brot, selbst gemachtes Joghurt, selbst gemachte Orangen- und Pflaumenmarmelade, selbst gemachte Mehlspeisen

Auch dieses ist einfach top. Zuerst hatten wir einige Zweifel, dass wir mit einem typisch, italienischen Frühstück, wie wir es kannten, nämlich Kaffee, etwas, das wie Saft aussah und Croissants, unser Auslangen finden würden. Es hätte auch die Möglichkeit gegeben, um EUR 5,- pro Portion Käse und Wurst dazu bestellen. Aber nach dem ersten Frühstück war klar, dass es nicht notwendig war. Wir hatten quasi die Qual der Wahl zwischen American Coffee (Filterkaffee), Cappuccino oder Espresso, richtigen Orangensaft, Wasser, selbst gebackenem Brot (Vollkorn, mit Kürbiskernen oder Sesam – es gab jeden Tag ein anderes), Weißbrot vom Bäcker, selbst gemachtem Joghurt, Cornflakes, selbst gemachter Orangen- und Pflaumenmarmelade und selbst gemachten Mehlspeisen. Wir wurden satt und waren mit diesem Frühstück überglücklich, weil es einfach sowas von lecker war.

Frühstück auf der Biofarm

Zimmer

Zimmer

So, mit dem Schwärmen über´s Essen bin jetzt erstmal fertig. Jetzt komme ich noch einmal zur Anlage bzw. Farm an sich zurück. Es gibt insgesamt 5 Zimmer mit Dusche & WC sowie Kühlschrank und Klimaanlage. Ja, ganz genau: kein Fernseher, aber den braucht mensch auch nicht. Die Zimmer sind einfach gehalten – Bett, Kasten, Nachkästechen und ein Sessel für die Ablage, im Badezimmer gibt es einen Fön. Sollte dennoch einmal ein Fernseher „notwendig“ sein, ist dieser im Speisesaal des Haupthauses vorzufinden. Und der ist mit seinem riesigen Kamin echt sehr beeindruckend und strahlt Gemütlichkeit der Sonderklasse aus. Die Veranda übrigens auch 😀 Internetsüchtige wird auch freuen, dass es im Speisesaal und bei Schönwetter auch auf der Veranda W-Lan zur Verfügung steht. Und braucht mensch mal einen Computer, darf jener der Familie benützt werden. Die Preise entnehmt bitte der Website.

Badezimmer

Badezimmer

Neben der 5 Gästezimmer gibt es 150 Meter entfernt noch zwei Ferienwohnungen, die bevorzugt an Familien vergeben werden. Das gesamte Areal lädt zum Entschleunigen ein. Auch ist es möglich, auf der Farm mit zu helfen. Z. B. kann um 4:00 Früh gelernt werden, wie Käse gemacht wird. Bald auch in der eigenen Käserei, wenn alle Genehmigungen dafür erledigt sind. Dafür muss mensch jedoch zur richtigen Zeit, also noch vor Mai bis Mitte Mai Urlaub machen, da danach die Tiere bis in den Herbst hinein keine Milch mehr geben. Kleines Detail am Rande: gemolken werden die Tiere erst, wenn die Jungtiere entwöhnt sind. Der Hof selbst wird in 4. Generation geführt und ist seit zwei Generationen auf Bio umgestellt. Neben Italienisch spricht Renata fließend Englisch, Deutsch und Französisch. Ihr Mann Giuseppe kümmert sich um die Landwirtschaft und unterstützt seine Frau meist beim Frühstück und Abendessen im Service und ist wie sie, ein sehr herzlicher und äußerst netter Mensch. Er sammelt übrigens leidenschaftlich gerne Modelltraktoren und hat uns voll stolz seine Modelle aus Österreich präsentiert.

Die Biofarm Cucché erhält von mir 10 Sterne von 5. Wir bereuten es keine einzige Minute, dass wir unseren Urlaub um eine Woche nach hinten verschoben haben, um auf der Farm ein Zimmer zu bekommen. Unser Schicksal wollte, dass wir dieses kleine Paradies auf Erden entdeckten und mit Sicherheit werden wir wieder kommen. Vielen Dank, liebe Renata und lieber Giuseppe, dass ihr uns diesen wundervollen Aufenthalt beschert habt!

It´s easy being green – Just do it!

PS: Über dein Like auf der facebook-Seite „ich mach es anders“ freu ich mich!

Fotogalerie

Hier geht´s zur Biofarm

Hier geht´s zur Biofarm

Babyesel auf der Biofarm Cucché

Babyesel auf der Biofarm Cucché

Billo, der Hofhund

Billo, der Hofhund

Giuseppes Traktorensammlung

Giuseppes Traktorensammlung

Käserei Biofarm Cucché

Käserei Biofarm Cucché

Speisesaal der Biofarm

Speisesaal der Biofarm

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