Das Biokistl vom Bioigel

Vor einiger Zeit habe ich ja über das Faux Pas einer Biokistl-Lieferfirma berichtet und bislang habe ich dort auch nichts mehr bestellt – der Frust ist einfach noch immer zu groß. Umso mehr freut es mich, dass mein Freund mich auf einen weiteren Lieferanten, der nach Wien und rund um Wien liefert, aufmerksam gemacht hat. Der Bioigel. Ich hab mir gleich die Website, die mich übrigens sehr anspricht, und das Produktangebot rein gezogen und war vom Konzept wieder einmal begeistert. Nun habe ich den Lieferdienst natürlich ausprobiert und möchte euch über den Bestellablauf, Lieferung bzw. Kistlrücknahme  und Produktqualität berichten.

Es werden rein  Bioprodukte von Biobauern und -bäuerinnen aus der Region geliefert. Das bedingt, dass es nur saisonale Produkte gibt, was den Bioigel von anderen Kistlanbietern unterschiedet. Diese kaufen nämlich teilweise Biogemüse und -obst aus dem Ausland zu. Was den Bioigel ebenfalls unterscheidet ist das (noch) nicht vorhandene Pfandsystem. Es wird jedoch aktuell über ein Pfandsystem nachgedacht, da die Kistl von Einzellieferungen kaum mehr retour kommen. Ist für mich legitim, obwohl ich die pfandfreie Variante aktuell genieße.

Die Lieferwägen werden über die Carsharing-Plattform carsharing 24/7 bezogen, was ich sehr sympathisch finde. Wir haben selbst kurz mal die Plattform ausprobiert – leider waren die Anfragen für unser Auto damals äußerst kurzfristig, dass kein sharing zustande kam. Aber die Plattform wächst und das Netzwerk wird größer, somit kann es schon sein, dass wir wieder einmal den Versuch wagen werden. So, nun aber zum Wesentlichen.

Die Kommunikation

Da ich ja bereits einige negative Erfahrungen mit dem vorherigen Lieferanten gemacht habe, habe ich vor meiner ersten Bestellung per E-Mail das Problem mit unserer, für LieferantInnen unpassierbaren, Stiegentür geschildert und um einen Lösungsvorschlag gebeten. Ich hab natürlich meinen Lösungsvorschlag, die Lieferung auf Höhe der Stg. 4 im EG in den Glaskästen zu deponieren – weil da passt das super rein, die Kästen werden kaum verwendet und bislang hat sich noch niemand über irgendwas aufgeregt – kommuniziert. Sie können mittels Code versperrt werden, den ich bekannt gegeben hab und… es hat wunderbar geklappt.

Die Lieferung / Kistlrücknahme

Es wird immer Freitagabend geliefert, vor Freitagsfeiertagen ist es der Donnerstag davor. Mein erstes Kistl fand ich wie vereinbart in einem Glaskasten vor. Für Leute, die pendeln ist der Liefertermin nicht sehr geeignet, auch Büros fallen mit diesem Liefertermin als Kunden weg. Aber gerade deswegen gibt es die verschiedenen Konzepte, würd ich sagen – so ist für jede/n was dabei. Die erste Kistlrücknahme hab ich selbst das erste Mal verbockt, da ich der Meinung war, dass geläutet wird, wenn wir zu Hause sind. Wir haben aber nun vereinbart, dass wir immer über die Alternative „Glaskästen“ liefern und rückholen. Dann gibt´s keine Missverständnisse mehr. Und das funktioniert wunderbar!

Ein kleines Manko, was aber die Lieferung über Nacht einfach mit sich bringt, ist, dass keine Milchprodukte angeboten werden. Mein Freund und ich lieben ja beide Joghurt und Käse. Aber da ich nun in der Nähe vom Kutschkermarkt arbeite, ist dieses Segment nun auch hervorragend abgedeckt.

Die Produkte

Bestellung Bioigel

Bestellung Bioigel

Wir haben natürlich wieder Brot & Säfte, einen Salat und, weil ein Brunch am Sonntag bevor stand, ein Flascherl Wilde Hummel Perlwein, bestellt. Das Obst- und Gemüsekistl möchten wir dann ausprobieren, wenn die Auswahl eine etwas größere ist.

Das Brot ist von der Vollwert-Bio-Bäckerei Gepp. Die Qualität ist sehr gut und preislich liegt das Brot ungefähr in der Höhe von Waldherr und Joseph wenn ich es richtig abschätze. Ein halber Kilo kostet im Schnitt rund EUR 4,-. Geschätzt, weil in der Bestellliste von „1 Stück.“ die Rede ist – ich hab also leider keine Ahnung, wie schwer das Stück ist. Und unsere bestellten Wecken hab ich jetzt nicht nachgewogen.

Am meisten begeisterte mich der Salat um EUR 1,30 – bio, aus Wien und geschmacklich ein Traum. Kleines Detail am Rande: Er war in einem biologisch abbaubaren Sackerl abgepackt.

Der Apfel-Holundersaft von Filipp konnte uns überzeugen. Der Preis ist uns von unserem vorherigen Kistlliferanten schon bekannt und geschmacklich ist er einwandfrei.

Die Wilde Hummel hat mir aber dann fast die Schuh´ ausgezogen – EUR 6,90 für 1 Flaschl. Das sind bei der Wilden Hummel 330 ml und geschmacklich hat sie uns nicht wirklich umgehauen. Aber zum Glück sind Geschmäcker bekanntlich verschieden. Und schon komm ich zu meiner – jedoch einzigen – Kritik:

Die Kritik

Die Artikelbeschreibung „1 Flaschl“ oder „1 Stück“ könnte vielen Konsumentinnen zu wenig sein und sie von Bestellungen abhalten. Wenn ich Brot bestelle hätte ich gern den Kilopreis gewusst und beim „Flaschl“ den Literpreis. Dann zieht es mir zukünftig nicht mehr die Schuh aus, wie bei der Wilden Hummel – ich ging bei dem Preis nämlich von 0,75 Litern aus und am Foto schauen ja alle Flaschl gleich groß aus 😉

Mein Fazit

Daumen hoch! Zukünftig werden wir bei Bioigel bestellen, da es doch recht praktisch ist, wenn Säfte und Brot (das wir auch gleich immer kiloweise bestellen, um es dann auf Vorrat einzufrieren) und gelegentlich auch Gemüse und Obst geliefert werden. Das Konzept mit der carsharing-Plattform, die Produktqualität und die problemlose Zustellung bzw. Kistlrücknahme konnte uns überzeugen. Und dann noch ein Wort zum Florian – dem Chef: Schaut euch nochmal das Foto der Lieferung an – meine Rechnung hat sogar eine persönliche „Widmung“ von ihm (hab mich sehr darüber gefreut!). Mit ihm hab ich das Stiegentürproblem behandelt, als ich dann durch Jobwechsel etc. ein wenig durch den Wind war, hat er mich an meine ausstehende Bestellung erinnert 😉 und ich vermute, dass er sogar die Lieferungen durchführt, wegen der lieben Grüße auf der Rechnung. Deutet also auf ein kleines Unternehmen hin und diese Vermutung ist richtig (hab grad erst auf der Website nachgesehen): das Team besteht aus 9 Mitgliedern – inkl. Kater Simba (was die Truppe für mich wieder sowas von sympathisch macht – bin ich doch eine Katzennärrin :D). Jung, dynamisch, motiviert – das vermittelt nicht nur die Gestaltung der Website, sondern das ist er auch: der Bioigel und sein Team. Der Bioigel mag zwar klein sein, jedoch hab ich die Vorteile eines kleinen Unternehmens sehr genossen: die kurzen und direkten Kommunikationswege – damit auch Vermeidung von Problemen. Unser vorheriger Kistllieferant ist einfach schon zu groß – ich hab unser Stiegentürproblem ungefähr fünf Leuten erklärt, per E-Mail, am Telefon und mittels Zettel an der Tür; vergebens. Nun bin ich guter Dinge, dass ich mich nicht mehr ärgern brauch und somit sag ich: DANKE Bioigel bzw. Florian! Weiter so!

Und worauf ich mich ganz besonders freu: ich werde mind. einen Tag vor Ort sein und darf dadurch das Team und sein Konzept kennen lernen. Blogbeitrag darüber gibt´s dann natürlich auch. Angepeilter Zeitraum dafür ist Juni/Juli. Ich freu mich aber schon jetzt darauf wie ein kleines Kind auf´s Christkindl!

It´s easy being green – Just do it!

PS: Über dein Like auf der Facebook-Seite „ich mach es anders“ freu ich mich!

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