ich mach es anders

Das BioSolareHybridVehikel aus Favoriten

Eines nachmittags spazierte ich in der Favoritenstraße herum und sehe plötzlich: DAS BioSolareHybridVehikel. Natürlich musste ich den netten Herrn, er nennt sich Bandi, der es selbst gebaut hat, darauf ansprechen. Ich habe ihm meine Karte mitgegeben und ihn gebeten, mir seine Geschichte zu diesem Projekt zu schicken. Diese möchte ich euch auf keinen Fall vorenthalten, denn sie ist großartig. Sie zeigt ganz deutlich, dass es auch anders geht.

Seitdem ich im Jahr 2000 den Führerschein bei der Bezirksverwaltungsbehörde Steyr (die Beamtin hatte gemeint ich wäre der erste, der freiwillig seinen Führerschein los werden will) abgegeben hatte, mit dem Beschluss kein Verbrennungsmotor betriebenes Fahrzeug mehr fahren zu wollen, suchte ich nach einem sinnvollen Alternative.

Warum ich nicht mehr mit einem KFZ fahren möchte? – Ich bin schon genug Kilometer und Meilen gefahren, habe damit genug Benzin verfahren, mit den freigesetzten Abgasen genug die Luft verpestet. Es ist eine ganz einfache Rechnung: Was Einer jetzt weniger verbraucht – bleibt Anderen, zu späterer Zeit. Das Mindeste, das ich für nächste Generationen zurücklassen kann. Weiters wollte ich auch keine Gefahr sein, da mir durch das nicht mehr Fahren in den letzten Jahren die Routine fehlte.

Der Erwerb des Lastendreirades war deshalb sinnvoll, da ich damit auch größere Objekte transportieren kann. Wie in asiatischen Ländern schon seit Jahrzehnten zu sehen ist, werden die meisten Rikschas rein durch Muskelkraft angetrieben,sowohl für die Güter-, als auch die Personenbeförderung. Für einige Jahre reichte diese Variante auch mir.

Da mir die Idee einer Unterstützung durch einen Elektromotor und die Nutzung von Solarenergie schon lange vorschwebte, entschloss ich es auszuprobieren. Dabei vergaß ich nicht an Ivan Illich zu denken, der geschrieben hat, dass man in der Zeit, die man aufwenden muss, um das Geld zu verdienen, sich ein Kraftfahrzeug leisten zu können, man die Strecke auch zu Fuß zurücklegen kann. D.h. günstiger und umweltschonender. Auch dachte ich daran, dass das Transportmittel nicht schwerer, als das Transportierte sein sollte.

Das wichtigste bei der ganzen Angelegenheit war mir, dass ich für den Erwerb und den Umbau des Lastendreirades, d.h. weder für die Photovoltaik Paneele noch für den Elektromotor finanzielle Förderung durch die Öffentliche Hand in Anspruch genommen habe.

Neoliberalismus  ist nicht Teil meiner Lebensphilosophie, aber in diesem einen Punkt stimme ich mit Milton Friedman überein, der in seinem Buch „Kapitalismus und Freiheit“ Subventionen ablehnt, da sie nicht der freien Marktwirtschaft entsprechen. Ich denke, dass jede Art finanzieller Subvention ungerecht ist, da immer nur ein gewisser Teil der Weltbevölkerung davon profitiert.

Auch war es mir wichtig, da ich zu dieser Zeit noch die Partei der Grünen unterstützte, nicht nur von „Energiewende“ zu reden, sie zu fordern – sondern es selbst auch zu tun. Es ist traurig, dass jene die etwas fordern immer zu den letzten gehören, die ihre Forderungen erfüllen. Oft habe ich auch darauf hingewiesen, dass Solarmodule zu haben eine bessere Wahlwerbung ist, als die vielen Plakate, auf denen sie gefordert werden.

Werde ich bezüglich des BSHVs angesprochen, gebe gerne Auskunft über die technischen Daten und die Firmen, bei denen ich das Fahrrad und die Bestandteile erworben hatte. Auf die Frage, wie viel das BSHV gekostet hat, antworte ich, dass es mir nicht auf den Preis ankommt, sondern auf den Wert.

Wertvoll ist, wenn Produkte möglichst von nahen Produzenten stammen, von kleineren Unternehmen, nicht von multinationalen Konzernen, die in asiatischen Ländern die billigen Arbeitskräfte ausbeuten, ihren Firmensitz aber in Steueroasen haben.

Deshalb das Christiania Lastenrad, aus der Gleichnamigen Kommune in einer ehemaligen Kaserne in Kopenhagen, die PV-Paneele von PVT im Weinviertel, der Akku von Swissroller, den Motor von den Elektrobikern im 7. Bezirk.

Es ist heute natürlich sehr kompliziert sogenannte regionale, fair produzierte und fair gehandelte Produkte zu bekommen, d.h. es hängt davon ab, wie groß ich die „Region“ definiere, und welche soziale und ökologische Standards darin gelten.

Mit Lebensmitteln, die man selbst im eigenen Kleingarten produzieren kann ist das einfacher, …

Bandis Erfahrungen mit dem Fahrrad sind durchwegs positiv. An dem Tag, als auch ich ihn angesprochen habe, sprachen ihn zuvor bereits fünf bis sechs Personen auf das Fahrrad an und er war erst vom Reumannplatz bis zum Keplerplatz gekommen. Das bedeutet, dass das Fahrrad ein Thema ist und das freut mich für Bandi und für die Umwelt natürlich auch. Dieses Beispiel zeigt, dass die Menschen tolle Ideen haben, die sie auch herzeigen und über die gesprochen wird – dass es eigentlich ganz einfach sein könnte.

It´s easy being green – Just do it!

PS: Über dein „Like“ auf der Facebook-Seite „ich mach es anders“ freu ich mich!

Vorderansicht

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Solarpaneele

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