Santaverde

Ich habe euch ja davon berichtet, dass mir nach meiner Gesichtshautanalyse bei Diana Gajic eine Produktlinie von Santaverde empfohlen wurde. Und so neugierig, wie ich bin, hab ich gleich die ganze Linie gekauft und sofort begonnen, anzuwenden. Hingeblättert habe ich für drei Produkte EUR 65,-, wobei die 30 ml Gesichtscreme mit EUR 25,90 am teuersten war. Im Glauben, dass ich bei Saint Charles Cosmothecary reine Naturkosmetik erhalte, kam ich gar nicht auf die Idee, mein codecheck sprechen zu lassen. Außerdem war der Originalstrichcode mit einem eigenen Stichcode für die Abrechnung überklebt. Zu Hause war ich trotzdem neugierig, was mir codecheck ausspucken würde. So kletzelte ich das Pickerl von Saint Charles runter und schoss die Produkte ein. Das Ergebnis: naja – bei jedem der Produkte erschien in orange ein „weniger empfehlenswert“.

Da ich ja ein Mensch bin, der gerne zwei Mal hinschaut, hab ich mir die Mühe gemacht genauer zu recherchieren. Denn vor allem bei der Erklärung zum Inhaltsstoff Silver Sulfate, einem Konservierungsmittel mineralischen Ursprungs, der dauerhafte Haut- und Augapfelverfärbung verursachen kann und wobei Vergiftungsrisiko besteht, blieb mir etwas die Luft weg. Dieser Inhaltsstoff findet sich in allen drei Produkten. In der Reinigungsemulsion und der Gesichtscreme finden sich auch noch Sodium Cetearyl Sulfate, ein Tensid. Zuerst aber wende ich mich den positiven Rechercheergebnissen zu.

Verträglichkeit und Anwendung der Produkte

Alle drei Produkte vertrage ich sehr gut, die Anwendung ist unkompliziert und, was für mich besonders wichtig ist, rasch erledigt. Eine Verbesserung meines Hautbildes habe ich aber nicht wirklich festgestellt.

Unternehmen Santaverde und Zertifizierungen

Das Unternehmen wurde von Sabine Beer und ihrem Mann 1986 gegründet. Die Aloe Vera Pflanzen stammen aus eigenem biologischen Anbau in Spanien, die verwendeten Cashewnüsse von einer eigenen Plantage aus Brasilien. Damit ist für mich glaubhaft, dass zumindest der Anbau dieser beiden Inhaltsstoffe auf jeden Fall kontrolliert ist.

Alle Santaverde-Produkte sind mit dem Nature-Siegel (bestimmte Auflagen müssen eingehalten werden, damit das Produkt als Naturkosmetik deklariert werden darf), dem Leaping-Bunny-Siegel (keine Tierversuche) und dem Siegel der Vegansociety (keine tierischen Inhaltsstoffe) zertifiziert. Der Aloe Vera-Saft trägt das EU-Biogütesiegel. Da ich ja ein bekennender Gütesiegel-Fan bin, bin ich diesbezüglich begeistert. Natürlich weiß ich, dass Gütesiegel immer nur die halbe Miete sind, wie sich noch zeigen wird.

Silbersulfate

Wie ich über den Artikel der Pharmazeutischen Zeitung (der Link findet sich etwas weiter oben) werden Silbersulfate seit jeher in der Wundheilung angewendet. Soweit so gut. Skeptisch macht mich der Vergleich mit Nanosilber. Über Nanofood hab ich ja schon einiges in Erfahrung gebracht und das hat mich nicht wirklich begeistert.

Der Stoff ist jedoch in der Behandlung von Neurodermitis offenbar unschlagbar. Mehrmals hervorgehoben wird die antibakterielle Wirkung. Weiters wird der Zusatzstoff für die Konservierung, wie auch im Fall von Santaverde Kosmetik, eingesetzt. Die Verfärbung der Haut oder des Augapfels erfolgt nur bei oraler Einnahme hoher Dosierungen. Eine geringe Menge der Silberionen wird durch die Haut aufgenommen, was angeblich gesundheitlich unbedenklich ist. Der Großteil der Silberpartikel wird nur punktuell auf der Hauptoberfläche abgelagert und dringt nicht in tiefere Hautschichten ein.

Sodium Cetearyl Sulfate

Die Recherche dazu war eine kleine Herausforderung. Ich habe dazu kaum etwas gefunden. Lediglich den Hinweis, dass es sich dabei um einen Emulgator handelt, der die Haut entfetten und austrocknen kann. Ohne darüber wirklich mehr zu wissen sagt mir mein Hausverstand: wozu soll ich mir eine Feuchtigkeitscreme ins Gesicht schmieren, die einen Inhaltsstoff beherberg, der meine Haut wieder austrocknen lässt???

Mein Fazit

Auch wenn die Produkte gut verträglich sind und mir Santaverde eigentlich sympathisch ist, werde ich mir kein zweites Mal Santaverde-Produkte kaufen.

Ich lehne Nanopartikel aus Prinzip ab, obwohl ich wahrscheinlich unbewusst mehr zu mir nehme bzw. aufnehme, als mir lieb ist. Deshalb muss ich mir aber noch lange nicht Nanopartikel auf meinen Körper schmieren. Auch der enthaltene Emulgator ist mir mehr als unsympathisch. Gelernt habe ich wieder einmal, dass Naturkosmetik nicht immer Naturkosmetik ist und schon gar nicht in meinem Verständnis. Zukünftig werde ich alle Verkäufer/innen bis aufs Letzte über die Inhaltsstoffe ausquetschen, wie eine Zitrone. Und codecheck werde ich immer, absolut immer sprechen lassen.

Alternativ werde ich zukünftig die mir ebenfalls empfohlene Wildrosenlinie von Weleda verwenden. Auch hier ergab eine Kurzrecherche einige Rückschläge, die für mich jedoch ein Kompromiss sind. Einerseits wird für manche Produkte (noch) Palmöl aus konventionellem Anbau verwendet. Die Chance für eine Verbesserung lebt aber, denn es gibt bereits Produkte mit Bio-Palmöl. Was mich noch viel mehr schmerzt, ist die Verpackung der Gesichtscreme. Die befindet sich nämlich in Alutuben. Perfekt ist es nicht. Aber wer weiß, vielleicht beginne ich eines Tages, meine Cremes selbst zusammen zu mischen. Trotz allem sage ich:

It´s easy being green – Just do it!

PS: Über dein Like auf der Facebook-Seite ich mach es anders freu ich mich!

6 Gedanken zu “Santaverde

  1. Schon mal an die Kosmetik von Ringana gedacht oder ausprobiert? Die schneidet sogar bei Codecheck gut ab.
    Ohne Konservierungsmittel und ein einheimisches Unternehmen aus Hartberg.
    Meist einziger neg. bewerteter Kritikpunkt ist die Verwendung von Palmöl … ob bio oder nicht weiß ich jetzt nicht.
    Allerdings sind diese nur über den Direktvertrieb zu beziehen … Da wäre ich dir bei Interesse allerdings gerne behilflich 🙂
    Kannst dich gerne vorab auf deren Homepage informieren: http://www.ringana.com
    LG Julia

    • Hi Julia! Ringana kenn ich – bin im Bezirk Hartberg aufgewachsen 😉 Hab mich schon mit Ringana auseinander gesetzt. Find die Produkte gut, jedoch stehe ich dem Vertriebssystem kritisch gegenüber, deshalb sind die Produkte keine Alternative für mich. Bin aber mit meiner Recherche noch nicht ganz fertig, weshalb sich noch was andern kann.

  2. Liebe Sabrina,
    danke für den Hinweis mit dem Codecheck. Werde meine Produkte gleich mal scannen. Allerdings sind die Codes ja immer auf der Verpackung, welche ich immer gleich im Geschäft lasse ;).
    Was Naturprodukte angeht, hat meine Mutter viele Cremen auf Lanolinbasis selbst gemacht. Allerdings ist das tierischen Ursprungs. Ich bin sicher, dass es hier gute pflanzliche Alternativen gibt. Um bei den Inhaltsstoffen sicher zu sein, sollten wir beginnen unsere Pflegeprodukte selbst machen. Die Schafgarbe z.B. hat einen natürlichen LSF von 4 und eine pos. Wirkung auf die Nachfettung der Haut , was für eine Tagescreme perfekt ist. Und sie wächst überall auf den Wiesen.
    Liebe Grüsse
    Claudia

    • Liebe Claudia,
      selber machen ist immer die beste Alternative, das stimmt. Ich nehm mir nur (noch) nicht die Zeit dafür, hab es aber auf meiner ToDo-Liste.
      Alles Liebe,
      Sabrina

  3. Genau die selben Gedanken habe ich mir eben beim Aloe Vera Pur Gel von Santaverde gemacht. Es steht reines Aloe Gel und das Wort „pur“, aber eine lange Liste an Zusätzen und da fühle ich mich extrem unwohl.

    Als schwer an der multiplen Chemikalien Sensitivität erkrankte Person muss ich auf jeden einzelnen Stoff achten, also nicht nur absolute Duftfreiheit. Auch ätherische Öle verursachen diese schwere Multisystemkrankheit, selbst wenn nur die Leute es verwenden die neben dir langgehen….oder die Nachbarn.

    Die Sache mit dem Silber in Kosmetik und Kleidung ist ein massives Problem, denn in Zeiten von Resistenzen in Keimen haben Ärzte in Kliniken oftmals nur noch Silber zur Wundversorgung. Da nun jeder anfängt privat Silber zu verwenden, beginnen sich schon jetzt die ersten Resistenzen dagegen zu bilden. Was sollen die Ärzte künftig tun?

    Lieben Gruß
    Nidi

    von biologisch-lecker

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