FAIRTRADE-Gemeinde

FAIRTRADE Österreich habe ich bereits mehrmals in Artikeln erwähnt und dem Gütesiegel auch einen eigenen Blogbeitrag gewidmet. Heute möchte ich eine Kampagne, die bereits sehr erfolgreich ist, herausgreifen und vorstellen, da ich der Meinung bin, dass sehr viel Potenzial darin steckt und noch sehr viel Luft nach oben notwendig ist: Die FAIRTRADE-Gemeinde.

Jede Gemeinde in Österreich hat die Möglichkeit, FAIRTRADE-Gemeinde zu werden. Mittlerweile gibt es in Österreich 130 FAIRTRADE-Gemeinden, die damit einen Beitrag zur weltweiten Bekämpfung der Armut leisten. Für Wien gibt es die Möglichkeit, ein FAIRTRADE-Bezirk zu werden. Vier gibt es mittlerweile.

Was steckt nun hinter dem Konzept, was braucht es und warum finde ich es gut?

Mit der Kampagne wird die Idee des fairen Handels relativ einfach einer breiten Masse zugänglich gemacht. Innerhalb der Gemeinde muss sich eine Gruppe von Aktiven finden (inkl. einem/einer GemeindevertreterIn), die die ganze Sache in die Hand nehmen. Damit ist Punkt 2 von notwendigen 5, um einen FAIRTRADE-Gemeinde zu werden abgehakt. Vorher sollte sich die Gemeinde zu FAIRTRADE mit einer Resolution (hört sich schlimmer an, als es ist) bekennen und zukünftig FAIRTRADE-Kaffee und andere Produkte aus dem fairen Handel in den eigenen Reihen verwenden.

Weiter geht es dann damit, dass FAIRTRADE-Produkte verfügbar gemacht werden, indem lokale Geschäftstreibende für die Idee gewonnen werden. Wenn du bei deinem Einkauf bewusst hinschaust, wirst du feststellen, dass dieser Punkt meist schon erfüllt wird. Spar, Adeg oder auch Billa haben FAIRTRADE-Produkte genauso in ihrem Sortiment wie kleinere Drogerien oder Reformhäuser. Etwas schwieriger wird es werden, Gastronomen davon zu überzeugen, zumindest ein fair gehandeltes Produkt ins Sortiment aufzunehmen. Da es oftmals im Bereich des Kaffees Verträge mit den AnbieterInnen gibt, ist hier der Orangensaft das einfachere Produkt. Wie viele Geschäfte und GastronomInnen gewonnen werden müssen, hängt von der EinwohnerInnenanzahl ab. Dieser Schlüssel ist, meiner Meinung nach, sehr fair und schaffbar. Die Gemeinde soll sich für die Verwendung von FAIRTRADE-Produkten einsetzen, indem auch in Freizeiteinrichtungen, Pfarren (dafür gibt es in Kürze ein eigenes Projekt) oder Betrieben FAIRTRADE-Produkte verwendet werden. Im besten Fall wird ein Betrieb gewonnen, der seine Produktpalette umstellt.

Um das 5-Punkte-Programm abzuschließen braucht es noch Bewusstseinsbildung und Information. Dies ist der interessanteste Punkt, da hierbei den Gemeinden keine Grenzen der Kreativität gesetzt sind. Einmal jährlich soll es jedoch eine Veranstaltung geben, bei der FAIRTRADE zum Thema gemacht wird. Sei dies bei einem Lauf, eine Modenschau, ein Themenabend etc.

Die 5 Punkte müssen nicht hintereinander erfüllt werden. Jede Gemeinde kann nach Verabschiedung der Resolution und Bildung der Arbeitsgruppe die Punkte in der selbst gewählten Reihenfolge abarbeiten. Wichtig ist am Schluss nur, dass sie alle erfüllt sind. Ist dies der Fall, wird die Gemeinde offiziell ausgezeichnet. Ist die Gemeinde einmal ausgezeichnet, kann sie diese Auszeichnung medial sehr gut verwerten:

  • Es kann einerseits für TouristInnen interessant sein, dass sie Urlaub in einer Gemeinde machen, die sich sozial engagiert.
  • Es kann der Gesundheitsaspekt verwertet werden – ca. 75% der FAIRTRADE-Produkte hat zugleich das EU-Biosiegel.
  • Es kann der Zusammenhalt der Bevölkerung innerhalb der Gemeinde gestärkt werden, indem gemeinsam an der Idee gearbeitet und anschließend gemeinsam umgesetzt wird.

Falls du dich für das Projekt interessierst, wende dich einfach an Elke Schaupp – telefonisch erreichst du sie unter 01/533 09 56-15. Sie hilft dir gerne weiter. Auch auf der Website findest du zahlreiche Infos inkl. Aktionsvorschläge zum Projekt. Wenn du in einer Pfarre oder als LehrerIn an einer Schule tätig bist und mehr in diesem Bereich machen möchtest, gibt es auch die Möglichkeit, eine FAIRTRADE-School oder auch bald eine FARITRADE-Pfarre zu werden.

It´s easy being green – Just do it!

PS: Über dein Like auf der Facebook-Seite „ich mach es anders“ freu ich mich!

Ein Gedanke zu “FAIRTRADE-Gemeinde

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